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17.08.2026 | 04:23

Den Krebs im Fokus: Merck & Co., Vidac Pharma und AstraZeneca!

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  • Onkologie
Bildquelle: Gemini

Aktuell gibt es laut der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) der WHO rund 20,6 Millionen Krebsfälle. Die Zahl der Todesfälle wird auf jährlich etwa 10 Millionen Menschen geschätzt. In den vergangenen Jahren erhielten global über 53 Millionen Menschen eine Krebsdiagnose. Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen soll laut WHO bis zum Jahr 2050 auf etwa 35 Millionen Fälle ansteigen. Dabei werden meist zwei Gründe als Ursachen genannt: der demografische Wandel mit immer mehr älteren Menschen. Dazu kommt die Zunahme von Adipositas, Bewegungsmangel, Rauchen und Luftverschmutzung in vielen Ländern. Dementsprechend viel wird an diesen Patienten verdient. Die Onkologie ist der weltweit größte Pharmamarkt. Erste Erfolge gibt es aber auch zu vermelden: Das altersbereinigte Risiko, an Krebs zu sterben, sinkt durch bessere Früherkennung, zielgerichtete Therapien und Immunonkologie. Wir blicken heute auf diesen Markt mit den Aktien von Merck & Co., Vidac Pharma und AstraZeneca!

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: MERCK CO. DL-_01 | US58933Y1055 , ASTRAZENECA PLC DL-_25 | GB0009895292 , VIDAC PHARMA HOLDING PLC | GB00BM9XQ619

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Inhaltsverzeichnis:


    Merck & Co.: Neue Mittel treiben die Einnahmen an!

    Kürzlich hat Merck & Co. seine Zahlen für das zweite Quartal veröffentlicht. Der US-Konzern bleibt strategisch weiter auf Kurs. Im Fokus steht die Diversifizierung des Produktportfolios vor dem Ablauf der Hauptpatente für Keytruda im Jahr 2028. Keytruda basiert auf dem Wirkstoff Pembrolizumab und ist ein sogenannter Immun-Checkpoint-Inhibitor. Es ist bei einer Vielzahl unterschiedlicher Krebsarten zugelassen, wie beispielsweise schwarzem Hautkrebs, Lungenkarzinom, Kopf-Hals-Tumoren oder Magen-, Speiseröhren- und Darmkrebs. Derzeit ist Keytruda das umsatzstärkste Medikament der Welt und das Zugpferd im Merck-Konzern. Allein im abgelaufenen zweiten Quartal lagen die Umsätze damit bei weltweit 8,37 Mrd. USD. 2025 lag der Gesamtumsatz bei stolzen 29,5 Mrd. USD, was etwas weniger als der Hälfte des Konzernumsatzes entspricht. Merck hat hier nun eine subkutane Spritzen-Formulation eingeführt, die bereits für 463 Mio. USD an Erlösen im Q2 sorgte.
    Um die Abhängigkeit weiter zu reduzieren, arbeiten die US-Amerikaner weiter mit Übernahmen an der Diversifizierung. Zuletzt schlug man bei Terns Pharmaceuticals zu. Bis Mitte der 2030er Jahre will Merck ein Umsatzpotenzial von über 70 Mrd. USD aus neuen Produkteinführungen erzielen.
    Im gesamten 2. Quartal 2026 aber war weiterhin Keytruda der Treiber. Insgesamt erlöste das Unternehmen 16,61 Mrd. USD, +5,1 % mehr als im Vorjahresquartal. In der kleinen Tierarzneisparte gelang ein stärkeres Plus von 8 %, der Bereich steht aber nur für 1,85 Mrd. USD des Konzernumsatzes. Je Aktie fuhr das Unternehmen einen Verlust von -0,54 USD ein, im Q2 2025 waren es noch +1,76 USD. Das lag an der Einmalbelastung durch die Übernahme von Terns Pharmaceuticals. Ohne diesen Effekt hätte Merck die Analystenerwartungen deutlich geschlagen. Das Management hat für das zweite Quartal eine Dividende von 0,85 USD je Anteil vorgeschlagen. Parallel läuft dieses Jahr ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von rund 3 Mrd. USD.
    Die Aktie von Merck & Co. läuft seit Sommer 2025 kontinuierlich hoch. Auf 12-Monatsbasis beträgt das Plus starke 65 %. Mehr als drei Viertel der Wall Street-Analysten raten bei dem Papier zum Einstieg. Das Konsens-Kursziel liegt aber nur wenige Prozente über dem aktuellen Niveau.

    Vidac Pharma: Noch unter dem Radar vieler Investoren!

    Der Druck auf die Forschung wächst, gerade in Therapiefeldern mit vielen und vor allem starken Nebenwirkungen neue medizinische Behandlungsstrategien von Grund auf zu entwickeln. Klassische Verfahren in der Krebsbehandlung wie die Chemotherapie oder Strahlentherapien ziehen oft auch gesundes Gewebe in Mitleidenschaft – mit allen Konsequenzen für den Patienten. Neue onkologische Verfahren setzen deshalb auf maximale Präzision: Statt herkömmlicher Methoden zielen spezialisierte zellbiologische Mechanismen darauf ab, den Eigenstoffwechsel von Tumoren gezielt zu beeinflussen.
    In diesem Bereich ist auch Vidac Pharma aktiv. Dabei setzt das Unternehmen auf die Wechselwirkung zwischen dem Enzym Hexokinase-2 (HK2) und den Mitochondrien, dem Kraftzentrum der Zelle. Bindet HK2 an die mitochondrialen Membranporen, entzieht sich die Krebszelle der natürlichen Immunüberwachung. Der neue Ansatz unterbricht diese Verbindung auf physikalischem Weg, ohne das Enzym selbst zu inaktivieren. Dadurch bleibt die Funktion in gesundem Gewebe intakt. Die betroffene Zelle schaltet dann wieder in ihr ursprüngliches Programm zurück und leitet den programmierten Zelltod ein.
    Diese Methodik wird mittlerweile in der praktischen Anwendung geprüft, und zwar im Rahmen einer klinischen Phase-2b-Studie mit der Centroderm GmbH in Wuppertal. Hier wurde die Behandlung erstmals an Patienten begonnen. Die Untersuchung konzentriert sich auf ausgeprägte Läsionen der Aktinischen Keratose – eine durch intensive UV-Strahlung verursachte Vorstufe des hellen Hautkrebses. Die gewonnenen Daten zur Effizienz und Verträglichkeit sollen als Grundlage für die spätere, entscheidende Phase-3-Zulassungsstudie dienen.
    Der Bedarf an verträglicheren Therapieformen trifft dabei auf eine stark steigende Zahl an Krankheitsfällen. Insbesondere die ungeschützte Aussetzung der Sonnenstrahlen in den 1970er- und 1980er-Jahren sowie die Popularität von Solarien spiegeln sich heute in den Fallzahlen wider. Das Robert Koch-Institut verzeichnete für 2024 über 120.000 stationäre Behandlungen aufgrund von Hautkrebserkrankungen – ein deutlicher Zuwachs im Vergleich zu den Jahrzehnten davor. Für das laufende Jahr wird mit rund 355.000 Erstdiagnosen inklusive der Frühstadien gerechnet. Auch die Sterberate zeigt seit 2005 einen anhaltenden Aufwärtstrend, der vor allem ältere Menschen betrifft.
    Vidac Pharma befindet sich somit operativ in einer entscheidenden Phase für seinen Ansatz. Bestätigt sich die Sicherheit und Verträglichkeit, kann die Planung der Phase-3-Studie beginnen. Die Aktie hat sich seit dem Jahreshoch im Januar nahezu halbiert. Bisher läuft die Aktie unter dem Radar vieler Investoren, daher bietet sich derzeit eine Chance zum Einstieg für sehr risikobewusste Anleger.

    AstraZeneca: Ein schlafender Riese?

    AstraZeneca entstand im April 1999 durch die Fusion der schwedischen Astra AB und des britischen Konzerns Zeneca Group, einer Abspaltung des Pharmabereichs der Imperial Chemical Industries. Die Geschichte reicht aber noch weiter zurück, denn nicht einer, sondern mehr als 40 Ärzte und Apotheker schlossen sich für die Gründung des schwedischen Teils bereits 1913 in Södertälje zusammen. Heute gehört AstraZeneca zu den größten Pharmakonzernen der Welt. Gemessen am Jahresumsatz belegt das Unternehmen weltweit den sechsten Platz. Dabei werden weltweit rund 97.000 Mitarbeiter beschäftigt. Das reguläre Forschungs- und Entwicklungsbudget liegt im Jahr bei 11 bis 12 Mrd. USD.
    Die Aktie macht den Eignern aber schon seit Jahren wenig Freude. Auf Drei-Jahressicht liegt das Plus bei mickrigen 4 %; wer vor einem Jahr einstieg, hat überhaupt nichts verdient. Die Zahlen für das gerade abgelaufene Q2 fielen aber immerhin solide aus. So konnte der Umsatz um 6,4 % auf 15,38 Mrd. USD erhöht werden. Ohne die von Patentabläufen betroffenen Medikamente Farxiga und Brilinta betrug der bereinigte Zugewinn sogar +11 %. Der Gewinn je Aktie wuchs aber überproportional um fast 21 % auf 2,63 USD.
    Aktuelle Umsatztreiber kommen vor allem aus der Krebssparte, die bei den Hauptpräparaten prozentual zweistellig zulegte. Auch wenn die Aktie derzeit ein mäßiges Bild abgibt: AstraZeneca könnte einer der Stars der kommenden Jahre werden. Die Pipeline umfasst derzeit 20 entscheidende Phase-3-Studien für die kommenden 18 Monate. Ob dies die Aktie aus dem Dornröschenschlaf weckt?


    Fazit: Merck & Co. befindet sich im Krebsbereich auf Wachstumskurs und konnte auch im Q2 überzeugen. Die Analysten bescheinigen der Aktie aber nur wenig Potenzial nach oben. Vidac Pharma setzt auf einen völlig neuen Ansatz bei der Krebsbekämpfung und fährt noch unter dem Radar vieler Investoren. AstraZeneca sieht derzeit mau aus, verfügt aber über eine der größten Pipelines an neuen Produkten.


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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