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23.01.2026 | 05:45

Der neue Wasserstoff-Turbo: So profitieren Plug Power, First Hydrogen und Nel ASA vom KI-Boom

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Bildquelle: pixabay.com

Die Weichen für die Wasserstoff-Revolution stehen auf Grün. Nach der Konsolidierung 2025 treiben klare Regularien, bahnbrechende Produktionstechnologien wie SMRs und völlig neue Nachfragequellen, von KI-Rechenzentren bis zum Schwerlastverkehr, den Markt in eine profitable Wachstumsphase. Diese Dynamik positioniert jetzt Pioniere an der Wertschöpfungskette für außergewöhnliche Chancen. Wir analysieren die aussichtsreichen Strategien von Plug Power, First Hydrogen und Nel ASA.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235

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Inhaltsverzeichnis:


    Dirk Graszt, CEO, Clean Logistics SE
    "[...] Wir können Busse und LKW vollständig klimaneutral umbauen. Dabei gehen wir modular und inkrementell vor. So können wir mit allen gängigen Fahrzeugtypen arbeiten und zudem auf neue Technologie und Innovation reagieren [...]" Dirk Graszt, CEO, Clean Logistics SE

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    Plug Power - neue Aufträge signalisieren Schwung

    Für Plug Power-Aktionäre steht am 29. Januar eine wichtige Weichenstellung an. Auf einer außerordentlichen Versammlung wird über eine Kapitalerhöhung abgestimmt, die dringend benötigte finanzielle Flexibilität schaffen soll. Hinter dem Antrag steht die harte Realität eines nach wie vor erheblichen Cash-Verbrauchs. Das Management betont jedoch, mit Initiativen zur Kostensenkung und neuen Einnahmequellen die Trendwende einzuleiten. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie viel Vertrauen die Investoren in diesen Kurs haben.

    Hoffnung machen hier vor allem jüngste operative Erfolge. So hat das Unternehmen kürzlich einen 5MW-Elektrolyseur für ein wegweisendes grünes Wasserstoffprojekt in Namibia geliefert. Das ist Afrikas erste integrierte Anlage dieser Art. Ein weiterer Auftrag für das Sunrhyse-Projekt des Entwicklers Hy2gen in Südfrankreich und ein erstmaliger Liefervertrag mit der NASA unterstreichen die globale Nachfrage nach Plug Powers Technologie. Diese konkreten Projekte beweisen, dass die Lösung vom Reißbrett in die reale Anwendung kommt.

    Trotz dieser positiven Marktzeichen bleibt die finanzielle Seite die größte Baustelle. Die Verluste sind weiterhin substanziell, und das Ziel, eine positive Bruttomarge zu erreichen, rückt frühestens Mitte 2026 in greifbare Nähe. Für Investoren ist Plug Power damit nach wie vor eine Wette auf die Zukunft. Der aktuelle Schwung bei Großaufträgen muss sich nun in einer spürbaren Entschärfung der finanziellen Engpässe niederschlagen, um die skeptische Börse nachhaltig zu überzeugen. Derzeit ist die Aktie für 2,22 USD zu haben.

    First Hydrogen – SMRs im Fokus

    First Hydrogen hat sich zunächst als Entwickler von wasserstoffbetriebenen Leichttransportern einen Namen gemacht. Die Fahrzeuge haben sich in Praxisversuchen mit Flottenkunden bewährt und über 6.000 Testkilometer absolviert. Dies ist jedoch nur ein Teil der Strategie. Das Unternehmen verfolgt ein vertikal integriertes Modell, das auch die Erzeugung von grünem Wasserstoff umfasst. Damit adressiert es eine der größten Herausforderungen für die Wasserstoffmobilität, die zuverlässige und wirtschaftliche Verfügbarkeit des sauberen Kraftstoffs. Der Schritt von der Fahrzeugentwicklung zur eigenen Kraftstoffproduktion unterstreicht den Anspruch, das gesamte Ökosystem zu bedienen.

    Nun geht das Unternehmen einen Schritt weiter und setzt gezielt auf kleine modulare Reaktoren (SMRs). Über seine Tochtergesellschaft First Nuclear erforscht es die Kopplung dieser Reaktoren mit Elektrolyseuren. Das Ziel ist eine von Wetter und Netz unabhängige Produktion von grünem Wasserstoff, besonders für abgelegene Industrie- und Logistikstandorte. Dieser Ansatz soll langfristig Planungssicherheit und stabile Betriebskosten bieten. Im Gegensatz zu volatilen Wind- oder Solarstromquellen können SMRs eine konstante Grundlastenergie liefern, was die Auslastung und Wirtschaftlichkeit von Elektrolyseuren deutlich erhöht.

    Im Kern der Technologieüberlegungen steht die Erforschung von Schmelzsalz-Brennstoffen, die als sicherer und effizienter gelten. Gemeinsam mit der University of Alberta werden zunächst nicht-radioaktive Ersatzmaterialien getestet, um das Design zu optimieren. Diese strategische Ausrichtung erhält Rückenwind. In Kanada wird der Sektor forciert, und auf EU-Ebene erleichtern neue Initiativen die Finanzierung von Wasserstoffprojekten, was jungen Unternehmen Chancen eröffnet. Die gewählte Schmelzsalztechnologie bietet zudem inhärente Sicherheitsvorteile, da sie bei niedrigem Druck arbeitet. Die politischen Signale schaffen somit ein günstiges Umfeld für die Kommerzialisierung dieser langfristigen Vision. Aktuell notiert die Aktie bei 0,42 CAD.

    Nel ASA - schwierige Gegenwart, technologiegetriebene Zukunft

    Die aktuelle Bilanz von Nel ASA liest sich durchwachsen. Im letzten Quartal sind beim norwegischen Wasserstoffspezialisten die Umsätze eingebrochen, und der Auftragsbestand wächst nicht mehr. Das zeigt deutlich, wo der Schuh aktuell drückt. Der Markt entwickelt sich einfach schwerfälliger als erwartet. Und das spiegelt sich überall wider. Investoren zögern ihre Entscheidungen hinaus, und geplante Projekte werden auf die lange Bank geschoben. Positiv zu vermerken ist, dass die Kostensenkungsmaßnahmen erste Früchte tragen und der operative Verlust sich verringert hat. Zudem bietet die liquide Reserve von rund 1,8 Mrd. NOK weiterhin finanziellen Spielraum in dieser Übergangsphase.

    Die eigentliche Hoffnung für einen Turnaround liegt in der neuen Produktgeneration. Nach Jahren der Entwicklung hat das Unternehmen grünes Licht für die Industrialisierung seiner nächsten Druck-Alkali-Elektrolyse-Plattform gegeben. Dieses vollständig modularisierte System verspricht durch sein Container-Design deutlich niedrigere Investitions- und Installationskosten. Das Ziel ist klar, die Wasserstoff-Gestehungskosten so weit zu senken, dass Projekte auch ohne massive Subventionen wirtschaftlich werden. Die Kommerzialisierung ist für 2026 geplant, Skalierung soll 2027 folgen.

    Strategisch positioniert sich Nel weiter als kompletter Technologieanbieter mit alkalischen und PEM-Systemen. Trotz der allgemeinen Branchenzögerlichkeit konnte das Unternehmen zuletzt signifikante Einzelaufträge, wie einen 40 MW PEM-Deal in Norwegen, verbuchen. Die langfristige Perspektive hängt nun maßgeblich davon ab, ob die neue Plattform ihr Kosteneffizienz-Versprechen auf dem Markt einlösen und den dringend benötigten Impuls für den Auftragseingang setzen kann. Der Erfolg dieser technologischen Wende wird den Kurs der kommenden Jahre bestimmen. Momentan kostet eine Aktie 2,54 NOK.


    Die Wasserstoffbranche befindet sich im Spannungsfeld zwischen knappem Kapital und vielversprechender Technologie. Plug Power zeigt mit Projektaufträgen Marktreife, muss aber dringend seine finanzielle Nachhaltigkeit beweisen. First Hydrogen erschließt mit der Forschung an SMRs eine potenzialreiche Nische für die grundlastfähige Wasserstofferzeugung. Nel ASA setzt seinen gesamten Hoffnungsträger auf die neue Elektrolyse-Plattform, um die erlahmte Marktdynamik durch niedrigere Kosten neu zu entfachen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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