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11.08.2026 | 05:00

Deutschland im Fadenkreuz: Regulatorik bremst Hensoldt und DroneShield – Volatus Aerospace vor Auftragsboom?

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  • Drohnenabwehr
Bildquelle: Nano Banana

Über Industrieanlagen in Deutschland taucht immer öfter eine Bedrohung auf, die europäische Sicherheitsbehörden zunehmend in Atem hält: Drohnen. Während man unbemannte Flugobjekte noch vor einigen Jahren als harmlose Spielerei abtun konnte, zeichnet das gezielte Ausspähen kritischer Infrastruktur mittels Profi-Drohnen heute ein völlig neues Bild. Allein im Jahr 2023 registrierten Behörden über deutschen Militärstandorten mindestens 446 Drohnensichtungen, während die Zahl der Zwischenfälle über kritischer Infrastruktur bis Ende 2025 laut Bundeskriminalamt auf weit über 1.000 Fälle anstieg. Wenn unbemannte Systeme unbemerkt Bundeswehr-Einrichtungen ausspähen oder Präzisionsdaten über Gaspipelines sammeln, ist Vorsicht angebracht – das galt schon vor dem Vorfall mit einer mit Sprengstoff bestückten Drohne am Flughafen Leipzig. Wir beleuchten Lösungsansätze und stellen spannende Unternehmen vor.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF , HENSOLDT AG INH O.N. | DE000HAG0005 , DRONESHIELD LTD | AU000000DRO2

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Inhaltsverzeichnis:


    Hensoldts Hochfrequenz-Sensorik stößt Grenzen

    Hensoldt nimmt in der europäischen Verteidigungsbranche eine entscheidende Rolle ein und liefert Elektronik für schweres militärisches Gerät. Die Münchner rüsten mit ihren Radaren unter anderem den Flugabwehrkanonenpanzer Skyranger 30 von Rheinmetall aus. Zudem setzt die Bundespolizei auf mobile Fahrzeuglösungen des Sensorspezialisten zur Luftraumüberwachung. Über das Abwehrsystem ASUL bindet Hensoldt Waffen des Herstellers Kongsberg ein, um Flugkörper kinetisch zu neutralisieren. Während das passiv arbeitende Radarsystem Twinvis so operiert, dass es gegen Antistrahlungswaffen immun bleibt, stoßen die Abwehrsysteme im zivilen Raum auf bürokratischen Gegenwind: Private Hafen- und Kraftwerksbetreiber dürfen zwar Radardaten erfassen, besitzen aber keine rechtliche Handhabe für die aktive Störung der Frequenzen anfliegender Drohnen oder gar deren Abschüsse. Das deutsche Luftsicherheitsgesetz beschränkt den Einsatz aktiver Abfangsysteme aktuell noch so stark, dass Betreibern von kritischer Infrastruktur kaum Zeit bleibt, sich gegen anfliegende Drohnen zu wehren.

    DroneShield: Störsender vs. KI-gesteuerte Systeme

    DroneShield setzt auf die Entwicklung und den Vertrieb tragbarer sowie schnell verlegbarer Abwehrgeräte für den Einsatz im Nahbereich. Das mit Hochfrequenz-Störsendern agierende Unternehmen beliefert Sicherheitskräfte mit tragbaren Handwaffen wie der DroneGun Mk4, die inklusive Akku lediglich 3,2 kg wiegt und gezielte Frequenzüberlagerungen aussendet. Für den stationären Einsatz koppelt das Unternehmen passive Sensoren vom Typ RfOne mit Rundum-Störsendern der Modellreihe DroneCannon. Die Frequenzblockaden von DroneShield unterbrechen die Signale gängiger Bedienelemente auf den Frequenzbändern 2,4 GHz sowie 5,8 GHz und stören zivile Satellitennavigation wie GPS oder Galileo. Dieser Ansatz stößt bei immer mehr Einsatzszenarien jedoch an Grenzen: Gegen autonom fliegende Drohnensysteme, die auf Basis optischer Sensoren navigieren und dank KI ohne permanente Funkverbindung zur Bodenstation auskommen, verlieren reine Signalstörer ihre Wirkung. Zudem verursacht diese Art des „Jammings“ in dicht besiedelten Ballungsräumen erhebliche Störungen im Mobilfunk.

    Volatus Aerospace: Drohnen-Plattform für NATO-Staaten

    Volatus Aerospace bietet als Plattform-Anbieter ein ganzheitliches Angebot rund um Drohnen und kombiniert Hardware mit Software und Dienstleistungen. Das kanadische Unternehmen bietet mit der unbemannten Plattform VIGIL-V300 ein Flugsystem, das eine maximale Flugdauer von bis zu sieben Tagen, eine Flughöhe von 16.000 Fuß sowie eine Reichweite von 18.000 km erreicht. Für die Logistik auf dem Schlachtfeld stellt das Unternehmen den unbemannten Schwerlast-Helikopter CONDOR XL bereit, der Nutzlasten von bis zu 180 kg über Distanzen von 200 km transportieren kann. Ergänzend dazu setzt man mit den Kleinsystemen Peremoha und ReKam auf flexible, modulare Drohnen, die je nach Ausprägung zwischen Aufklärungsoptik und elektronischer Kampfführung wechseln können. Zur Entwicklung einer eigenen kanadischen Abfangdrohne unterzeichnete Volatus Aerospace eine unverbindliche Absichtserklärung (MoU) mit Sentinel R&D.

    Spannendes Portfolio, volatile Aktie: Volatus Aerospace.

    Dienstleistungen und SaaS-Plattform als weitere Standbeine

    Doch Volatus bietet weitaus mehr als Hardware. Als Service für Kunden kann Volatus über sein Remote Operations Center im kanadischen Vaughan weltweit Aufklärungsmissionen durchführen. Die hauseigene Volatus Academy bildet zudem Drohnen-Piloten für unbemannte Missionen aus und deckt selbst extreme Umweltbedingungen ab. Mit Einführung der SaaS-Plattform SKYDRA erweiterte Volatus sein Portfolio auch um eine digitale Simulationsumgebung. So können Behörden und Betreiber kritischer Infrastruktur konkrete Bedrohungsszenarien simulieren, um im Ernstfall vorbereitet zu sein. Mit dem Ausbau eigener Fertigungskapazitäten in Québec und dem Vorstoß in den US-Verteidigungsmarkt wächst Volatus Aerospace weiter.

    Volatus Aerospace auf dem Radar der Verteidigungsexperten

    In den vergangenen Quartalen hat Volatus Aerospace immer wieder Aufträge von NATO-Staaten erhalten. Als Katalysatoren für den Aktienkurs dürften Folgeaufträge in diesem Bereich ebenso dienen, wie in den Sparten Services, Ausbildung oder über die Softwareplattform SKYDRA. Da die asymmetrischen Bedrohungen insbesondere in Europa zunehmen und das den Druck erhöht, regulatorische Hemmnisse bei Drohnen abzubauen, könnte Volatus Aerospace profitieren. Um die Aktie ist es in den vergangenen Monaten etwas ruhiger geworden. Das kann für Anleger, die antizyklisch agieren wollen, ein Vorteil sein. Drohnen sind in Deutschland ein dringendes Thema, Volatus hat entsprechende Lösungen im Portfolio.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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