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11.07.2023 | 05:10

Ende der Abwärtsspirale - Shell, Saturn Oil + Gas, TotalEnergies

  • Erdöl
  • fossile Brennstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Mit dem Bruch des seit Juni 2022 etablierten Abwärtstrends setzten die Ölmärkte, sowohl beim Brent als auch beim WTI, einen deutlichen Impuls. Rückenwind dürften die fossilen Brennstoffe durch die Ankündigung der Opec+ Staaten, Saudi-Arabien und Russland, erhalten. So will der Wüstenstaat seine Förderquote um 1 Mio. Barrel pro Tag drosseln, Russland plant eine Verringerung der Produktion um 500.000 Barrel pro Tag.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: Shell PLC | GB00BP6MXD84 , Saturn Oil + Gas Inc. | CA80412L8832 , TOTALENERGIES SE | FR0000120271

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Inhaltsverzeichnis:


    Shell – Optimistische Analysten

    Ein Kurspotential von 40 % gestehen die Analysten von Deutsche Bank Research Europas größtem Mineralöl- und Erdgasunternehmen mit Hauptsitz in London zu. Das Kursziel erhöhten die Experten nach der Veröffentlichung eines Updates für das zweite Quartal von ursprünglich 29,07 GBP auf aktuell 32,68 GBP, das Urteil für die Shell-Aktie lautet weiterhin „Kaufen“. Triebfedern für die Erhöhung seien neben der Neubesetzung der obersten Führungsebene vor allem ein neuer Value-Fokus.

    Die US-Kollegen von J.P. Morgan halten dagegen weiterhin ein Kursziel von 29,50 GBP für realistisch und sehen in dem Energieriesen nach der Analyse des Kapitalmarkttages einen „Overweight“-Kandidaten. Auch das Analysehaus Jefferies wiederholte seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel in Höhe von 31,00 GBP, wobei der Zwischenbericht des Ölmultis im Allgemeinen dem bereits veröffentlichten Ausblick entsprach.

    Shell gab in einem Update bekannt, dass für das zweite Quartal ein deutlich geringerer Umsatz in der Gassparte erwartet werde. Zudem würden Abschreibungen in Höhe von bis zu 3 Mrd. USD erwartet, die hauptsächlich auf eine 1%ige Erhöhung des Abzinsungssatzes für die Wertminderungsprüfung zurückzuführen sind.

    Im Jahresvergleich liegt Saturn Oil & Gas deutlich hinter der Performance der großen Ölproduzenten. Quelle: Refinitiv Eikon, Stand: 10.07.2023

    Saturn Oil + Gas – Starkes Wachstum verpufft

    Wie im obigen Chart ersichtlich, hängt das kanadische Wachstumsunternehmen Saturn Oil + Gas seiner Peer-Group mit einer Jahresperformance von minus 15,32 % deutlich hinterher, obwohl die tägliche Förderquote durch mehrere Akquisitionen von rund 600 Barrel pro Tag Mitte 2021 auf nunmehr 30.000 Barrel Leichtöläquivalent erhöht werden konnte. Dadurch resultiert eine operative Gewinnerwartung von 475 Mio. CAD auf EBITDA-Basis.

    Nach Abzug der Reinvestitionskosten für neue Liegenschaften bedeutet dies einen Cashflow je Aktie von ca. 3,00 CAD. Durch den hohen positiven Cashflow will Saturn Oil & Gas bis Ende 2025 seine Verschuldung auf Null zurückschrauben. Zum Ende des ersten Quartals belief sich diese noch auf 550 Mio. CAD.

    Mit Erhöhung der Marktkapitalisierung durch mehrere Kapitalmaßnahmen in den vergangenen Jahren, diese beträgt aktuell 316,57 Mio. CAD, wird das Unternehmen aus Calgary zunehmend interessanter für institutionelle Investoren. Die seit Mitte Juni bestehende Notierung an der Toronto Stock Exchange dürfte den Zugang zu größeren Adressen noch einmal deutlich erleichtern.

    Das Analystenhaus Eight Capital sieht bei den Kanadiern eine gravierende Unterbewertung und ein Kursziel in Höhe von 7,50 CAD. Ähnlich sieht es First Equity Research, die dem Ölproduzenten ein Preisschild von 6,30 CAD ans Revers hefteten. Die Unterbewertung nahm der Großinvestor GMT Capital Corp. aus South Atlanta zum Anlass, seine Beteiligung an Saturn Oil & Gas um weitere rund 7 Mio. Aktien aufzustocken. Die Beteiligungsquote liegt nach dem Erwerb bei 24,91 %.

    TotalEnergies mit Mega-Deal

    Bereits seit den späten 1920er Jahren arbeitet der französische Energieriese TotalEnergies mit dem Irak in der Öl- und Gasexploration zusammen. Diese Kooperation wurde jetzt mit der Unterzeichnung eines Energieabkommens über 27 Mrd. USD noch einmal deutlich ausgeweitet. Das Ziel dieser Partnerschaft ist zum einen die Steigerung der Öl- und Gasproduktion, zum anderen sollen die Energieerzeugungskapazitäten des Landes durch vier Öl-, Gas- und erneuerbare Energieprojekte erhöht werden. Am Gas Growth Integrated Project (GGIP) soll TotalEnergies einen Anteil über 45 % erhalten. Mit einem Viertel ist Qatar Energy beteiligt, die restlichen 30 % hält der Staat am Persischen Golf.

    Das Projekt ist darauf ausgerichtet die Stromversorgung des Landes zu verbessern, unter anderem durch die Rückgewinnung von abgefackeltem Gas aus drei Ölfeldern und die Nutzung des Gases zur Versorgung von Kraftwerken. Dies trägt dazu bei, die Importrechnung des Irak zu senken. TotalEnergies kündigte an, ein Solarkraftwerk mit einer Leistung von 1 GW zu entwickeln. Der Irak wiederum hofft, dass das Projekt neue ausländische Investitionen in seinen Energiesektor anzieht, die seit einer Reihe von Geschäften nach der US-Invasion vor über zehn Jahren ausblieben.

    So hatten Exxon Mobil, Shell und BP ihre Aktivitäten im Irak in den letzten Jahren zurückgefahren und damit zu einer Stagnation der Ölproduktion beigetragen. So lag die Ölförderkapazität in den vergangenen Jahren bei lediglich 5 Mio. Barrel pro Tag, im Vergleich dazu pumpte Saudi-Arabien rund 12 Mio. Barrel pro Tag an die Oberfläche.


    Die Ölmärkte lieferten mit einem Ausbruch aus ihrem Abwärtstrend ein deutliche Kaufsignal. Positiv gestimmt sind die Analysten bei Shell sowie Saturn Oil & Gas. TotalEnergies machte durch einen Milliardendeal mit dem Irak auf sich aufmerksam.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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