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05.01.2026 | 04:30

Turbo-Gewinne mit der Energiewende! Net Zero oder 100 % mit E.ON, Oklo, American Atomics und D-Wave

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Bildquelle: pixabay.com

Zum Jahresauftakt ein paar Fakten zur EU-Energiepolitik: Kernkraft ist wieder salonfähig! Denn sogenannte Small Modular Reactors (SMRs) rücken in Europa zunehmend in den Fokus der Regierungen. Staaten wie Polen, Rumänien, Tschechien, Schweden, Estland, Finnland und nicht zuletzt Frankreich und Italien planen oder entwickeln derzeit konkrete SMR-Projekte, um die landesweite Versorgungssicherheit und übergeordnete Klimaziele besser miteinander verbinden zu können. Neue Reaktorkonzepte für Strom- und Wärmeerzeugung sind dabei stark im Fokus. Während erste Anlagen noch in der Planung sind, wird der SMR-Erstaufschlag in Europa vor allem in den 2030er-Jahren erwartet. Für Investoren heißt es Vorausdenken, denn Kernenergie ist längst kein Tabuthema mehr, sondern Teil der strategischen Energiezukunft. USA und China werden hierbei eine Vorreiterrolle übernehmen, denn der Energiehunger ist riesig! Wo jetzt investieren?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: AMERICAN ATOMICS INC | CA0240301089 , E.ON SE NA O.N. | DE000ENAG999 , OKLO INC | US02156V1098 , D-WAVE QUANTUM INC | US26740W1099

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Inhaltsverzeichnis:


    Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG
    "[...] Die Dominanz Chinas ist unter anderem ein Grund dafür, weswegen wir uns so stark auf dem Wolfram-Markt engagieren. Hier sind rund 85% der Produktion in chinesischer Hand. [...]" Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG

    Zum Interview

     

    E.ON – Kernkraft spielt keine Rolle mehr

    Der deutsche Energie-Dienstleister E.ON positioniert sich klar als Infrastruktur- und Netzbetreiber, der die Energiewende vor allem über den Ausbau und die Effizienz seiner Netze ermöglichen will. Kernkraft spielt im operativen Geschäft keine aktive Rolle mehr, vielmehr setzt E.ON auf ein System, das langfristig stark von erneuerbaren Energien geprägt ist. Gleichzeitig betont das Management, dass der Umbau des Energiesystems erhebliche Kosten verursacht und daher effizient und marktwirtschaftlich gestaltet werden muss.
    E.ON-Chef Leonhard Birnbaum rechnet damit, dass die Strom- und Gaspreise für viele Kunden im Jahr 2026 zunächst sinken werden. Gründe dafür sind unter anderem staatliche Entlastungen bei den Netzentgelten sowie Nachwirkungen der Energiekrise von 2022. Für einen typischen Drei-Personen-Haushalt könnten die Stromkosten 2026 um etwa 150 EUR und die Gaskosten um rund 200 EUR niedriger ausfallen als 2025. Als größter europäischer Netzbetreiber mit rund 1,6 Mio. Kilometern Leitung hat E.ON hier eine zentrale Rolle im Umbauprozess. Birnbaum mahnt, die Energiewende künftig stärker am realen Infrastruktur- und Nachfragebedarf auszurichten. Zugleich fordert er weniger Subventionen, insbesondere einen Stopp der Förderung von Dach-Photovoltaikanlagen.

    Für Investoren steht E.ON für stabile Netzerlöse, hohe Investitionstätigkeit und eine klare Ausrichtung auf langfristige Infrastruktur-Erträge statt auf volatile Erzeugermodelle. Die Analysten auf der Plattform LSEG sehen eine stetige Aufwärtsentwicklung. Mit einem KGV 2027e von 13 und knapp 4 % Ausschüttung wird ein 12-Monats-Durchschnittsziel von ca. 17 EUR errechnet.

    American Atomics – Wie die neue westliche Brennstoffversorgung aussehen könnte

    Wer heute im Energie-Sektor investiert, setzt auf Basistrends wie KI, steigende Bevölkerung und zunehmenden Energiehunger. Strom ist knapp, vielerorts teuer, aber in manchen Regionen extrem gut zu erzeugen. Ein Beispiel dafür ist Kanada mit unendlichen Möglichkeiten und Ressourcen. American Atomics Inc. präsentiert sich als Energieunternehmen mit Sitz in Vancouver, das eine strategische Lücke in der westlichen Uranversorgung schließen will. Unter dem Leitmotiv „From Rock to Reactor“ verfolgen die Kanadier den Aufbau einer vollständig integrierten, US-kontrollierten Lieferkette vom Bergbau bis zur Brennstoffherstellung. Im Zentrum steht dabei die Vision, die bestehende Abhängigkeit der USA von Russland, Kasachstan und China zu überwinden und Nordamerika langfristig energiepolitisch souverän aufzustellen. Anders als klassische Explorer setzt American Atomics deshalb auf vertikale Integration, einschließlich zukünftiger HALEU-Produktion für neue Reaktorgenerationen.

    Die dazu notwendige Rohstoffbasis wird durch Projekte in politisch stabilen Regionen Nordamerikas gesichert, allen voran das „Big-Indian-Projekt“ im historischen Lisbon Valley in Utah. Dieses Gebiet gehört zu den bedeutendsten Uranbecken der USA, wobei die östliche Flanke der geologischen Struktur bislang kaum systematisch erkundet wurde. American Atomics hat dafür eine Optionsvereinbarung abgeschlossen, die bis Ende 2030 eine Mehrheitsbeteiligung am Projekt ermöglicht, sofern jährlich definierte Explorations-Investitionen erfolgen. Ergänzt wird die Pipeline durch weitere Projekte in Colorado und Ontario, welche perspektivisch zusätzliche Ressourcen sichern sollen. American Atomics ist sehr gut aufgestellt.

    Parallel arbeitet das Unternehmen mit dem Raffinationsspezialisten CVMR und weiteren Partnern an Verarbeitungskapazitäten, um künftig möglichst viele Schritte der Wertschöpfung selbst abzudecken. Besonders hervorzuheben ist zudem die Kooperation mit DISA Technologies, welche Uran aus Altlasten rückgewinnen und damit ehemalige Bergbauflächen sanieren. In einer Welt, in der KI-Infrastruktur und Rechenzentren den Strombedarf stark erhöhen, sieht American Atomics die Kernenergie als unverzichtbare CO₂-freie Grundlastquelle. Mit diesem Ansatz positioniert sich American Atomics als möglicher Schlüsselspieler einer neuen, nordamerikanisch kontrollierten Kernbrennstoffära. Nur 17 Mio. CAD Marktkapitalisierung für ein Riesenpaket an energetischer Zukunft!

    IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk interviewte Mitgründer Connor Lynch zur strategischen Ausrichtung von American Atomics.

    https://www.youtube.com/watch?v=NZEQ7_2MUgA

    Oklo – An der Spitze der SMR-Bewegung

    Der aufgehende Stern in Sachen Kernkraft in den USA ist der SMR-Technologie-Entwickler Oklo. Zentral kümmert sich das Unternehmen um kompakte, natriumgekühlte Fastreaktoren, auch als „schnelle Brüter“ bekannt. Die modulare Bauweise aggregiert mehrere 15 MW-Einheiten, sie sind flexibel installierbar und für Remote-Einsatz konzipiert. Oklo befindet sich im Vor-Antragsverfahren für seine erste Aurora-Anlage, welche auf staatliche Unterstützung, kapitalkräftige Tech-Investoren und die eigene NRC-Lizenz angewiesen ist. Gemeinsam mit dem Los Alamos National Laboratory hat Oklo erfolgreiche Tests an einem schnellen Plutoniumreaktor durchgeführt und damit einen wichtigen technischen Meilenstein im Rahmen des DOE-Reaktor-Pilotprogramms erreicht. Oklo macht noch keine Umsätze, erste Anlagen sollen ab 2028 zu Verträgen mit Stromabnehmern führen. Die Aktie konnte in 2025 zeitweise um 1.000 % auf knapp 200 USD zulegen, konsolidierte bis Ende Dezember aber um 65 % auf 71 USD zurück. 12 von 19 Analysten auf der Plattform LSEG halten den Daumen dennoch nach oben. Das durchschnittliche Kursziel wird mit 116 USD berechnet, gut 50 % über dem letzten Kurs. Viel Phantasie für einen sich steil entwickelnden Sektor.

    D-Wave - Der Energiehunger wächst

    Großer Energieverbrauch entsteht auch durch die KI- und Quanten-Technologie. Moderne Rechenzentren benötigen heute die 5 bis 10-fache Strommenge wie noch vor einem Jahrzehnt und der Bedarf wächst weiter. Stark im Fokus steht in diesem Umfeld auch die Aktien des Quantencomputing-Experten D-Wave. Zwar brauchen Quantenrechner weniger Strom im Betrieb, doch sie funktionieren nur in einem besonderen Umfeld. Aktuell dominiert der Energiebedarf der Kühlung und der gesamten Infrastruktur, da Quantencomputer wie die von D-Wave, auf extrem tiefe Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt angewiesen sind, was den Stromverbrauch deutlich in die Größenordnung von mehreren 10 KW erhöht. Die Aktie von D-Wave konnte im Oktober bereits Kurse um 47 USD erreichen, bis sie 6 Wochen später im November bis auf 20 USD abstürzte. D-Wave investiert hohe dreistellige Millionenbeträge in Forschung und Entwicklung, finanziert wird über Kapitalerhöhungen. Reale Umsätze sind in dieser Phase noch Nebensache. Analysten schätzen, dass das mit rund 9 Mrd. USD bewertete Unternehmen erst ab 2028 signifikante Umsätze in dreistelliger Millionenhöhe macht. Wer sich auf diesem Niveau engagiert, setzt auf eine rosige Quanten-Zukunft. Bewertungsmaßstäbe herkömmlicher Art versagen bei der Beurteilung solcher Geschäftsmodelle.

    Noch befindet sich der Chart von American Atomics in der Seitwärtsphase. Zum Jahreswechsel gab es aber einen messbaren Volumenanstieg und einen Kurssprung von 10 %. War das die Zündung? Quelle: LSEG vom 03.01.2026

    Die globale Energiewende verläuft in den USA und Europa mit deutlich unterschiedlichen Schwerpunkten. In Washington dominiert unter Präsident Trump mit dem Credo „Drill Baby Drill“ die Strategie, heimische Öl- und Gasressourcen offensiv zu mobilisieren und fossile Infrastruktur zu beschleunigen. Die EU treibt zwar den Ausbau erneuerbarer Energien und der Netzinfrastruktur dynamisch voran, ringt jedoch weiterhin damit, Versorgungssicherheit, Klimaziele und wettbewerbsfähige Energiepreise in ein stabiles Gesamtkonzept zu integrieren. Fakt ist: Die Kernenergie ist wieder auf dem Plan – damit rückt American Atomics weiter in den Fokus!


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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