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19.02.2026 | 05:30

Vom Rohstoff zum Reaktor: Wie Cameco, Stallion Uranium und Constellation Energy die KI-getriebene Energiekrise für sich nutzen

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Bildquelle: pixabay.com

Künstliche Intelligenz und ihre durstigen Rechenzentren treiben den Strombedarf in neue Dimensionen, während geopolitische Spannungen und jahrelange Unterinvestitionen das Uranangebot strangulieren. Analysten prognostizieren eine Vervielfachung des Uranpreises, denn die Minen fördern gerade einmal drei Viertel des benötigten Materials. Gleichzeitig forciert die US-Politik den Bau Dutzender neuer Reaktoren und stuft Atomkraft als kritische Infrastruktur ein. Daher lohnt sich ein Blick auf die heutigen 3 Unternehmen: der Primärproduzent Cameco, der Explorationsspezialist Stallion Uranium und der Reaktor-Betreiber Constellation Energy.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: CAMECO CORP. | CA13321L1085 , STALLION URANIUM CORP | CA8529192087 , CONSTELLATION ENERGY CORPORATION | US21037T1097

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Inhaltsverzeichnis:


    Cameco - im strategischen Wandel

    Cameco hat sich in den letzten Jahren neu erfunden. Aus dem klassischen Minenbetreiber von einst ist ein breit aufgestellter Player geworden, der heute die gesamte Wertschöpfungskette der Kernenergie bedient, vom Erz bis zum fertigen Brennelement. Die Geschäftszahlen 2025 sprechen da eine klare Sprache. Der Umsatz stieg auf rund 3,5 Mrd. USD, das bereinigte EBITDA legte um 26 % auf 1,9 Mrd. USD zu. Besonders die Beteiligung am Reaktorbauer Westinghouse erweist sich als strategischer Glücksgriff. Sie brachte nicht nur operative Gewinne, sondern auch Sonderausschüttungen von über 170 Mio. USD. Doch trotz dieser operativen Stärke stellt sich die Frage, ob der Markt nicht bereits sämtliche Zukunftshoffnungen eingepreist hat.

    Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 113 wird die Luft dünn. Selbst optimistische Annahmen zur Entwicklung des Uranmarktes scheinen bereits im Kurs zu stecken. Rechnet man den Wert der nachgewiesenen Uranreserven gegen die Marktkapitalisierung, ergibt sich ein Missverhältnis. Mit aktuell rund 49 Mrd. USD Marktwert steht das Unternehmen fast dreimal so hoch da wie der Nettowert seiner förderbaren Vorkommen. Zwar rechtfertigen das Westinghouse-Geschäft und langfristig steigende Uranpreise einen Teil des Aufschlags – doch um die aktuelle Bewertung zu rechtfertigen, müssten die Gewinne in den kommenden Jahren um ein Vielfaches steigen.

    Die langfristigen Perspektiven für Uran bleiben intakt. 31 Staaten haben sich verpflichtet, ihre Kernkraftkapazitäten bis 2050 zu verdreifachen. Die wachsende Nachfrage von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz und der geplante Bau kleiner modularer Reaktoren sprechen für eine anhaltende Hausse. Cameco selbst verfolgt eine disziplinierte Strategie und hat langfristige Lieferverträge über 230 Mio. Pfund abgeschlossen. Für Anleger ist es ein zweischneidiges Schwert. Die Aktie bleibt der beste Weg, auf die nukleare Renaissance zu setzen, aber vielleicht sollte man auf einen Rücksetzer warten. Derzeit ist die Aktie für 112,94 USD zu haben.

    Stallion Uranium - auf der Jagd nach dem nächsten großen Wurf

    Im kanadischen Athabasca-Becken, einer der produktivsten Uran-Regionen der Welt, läuft derzeit eines der technisch fundiertesten Explorationsprogramme des Jahres. Stallion Uranium hat dort das größte zusammenhängende Landpaket im südwestlichen Teil des Beckens zusammengestellt, über 1.700 km² in unmittelbarer Nachbarschaft zu mehreren Weltklasse-Lagerstätten. Was dieses Unternehmen für Investoren besonders interessant macht, ist jedoch nicht allein die Größe des Grundbesitzes. Entscheidend ist das Team, das hier am Werk ist. An der Spitze stehen Geologen, die in der Vergangenheit bereits an bedeutenden Entdeckungen beteiligt waren, darunter die Arrow-Lagerstätte von NexGen Energy, eine der höchstgradigsten Uranlagerstätten der Welt.

    Der Fokus richtet sich derzeit auf das Coyote-Ziel, einen strukturellen Korridor, der nach über einem Jahr systematischer geophysikalischer Untersuchungen nun erstmals angebohrt wird. Die Datenlage ist außergewöhnlich. Das Unternehmen hat hier eine Kombination aus leitfähigen Strukturen, gravimetrischen Anomalien und nachgewiesener struktureller Komplexität identifiziert. Das sind genau jene Merkmale, die auch bei den großen Entdeckungen im Becken zu finden sind. Die Parallelen zur Arrow-Entdeckung sind frappierend, wobei die Alterationssignatur bei Coyote sogar deutlich größer ausfällt. Mit zwei Bohranlagen, die derzeit im Einsatz sind, will das Unternehmen diese theoretischen Modelle nun in handfeste Ergebnisse überführen.

    Das Unternehmen hat sich mit einer soliden Finanzbasis ausgestattet und verfügt über 9 priorisierte Bohrziele. Besonders bemerkenswert ist die Aktionärsstruktur. Rund 45 % der Anteile werden von Insidern und Management gehalten. Ein gutes Signal für Investoren, dass diejenigen, die das Geschäft am besten kennen, ihr eigenes Kapital riskieren. Das makroökonomische Umfeld spricht ebenfalls für Uran. Die Nachfrage steigt durch den Bau neuer Reaktoren in Asien und die Wiederbelebung der Kernenergie als Teil der Energiewende, während das Angebot knapp bleibt. Für Stallion geht es jetzt darum, die vielversprechenden geophysikalischen Signale mit dem aktuellen Bohrprogramm in wirtschaftlich interessante Mineralisierungen zu überführen. Die kommenden Wochen dürften spannend werden. Aktuell notiert die Aktie bei 0,355 CAD.

    Constellation Energy - vom Versorger zum Tech-Enabler

    Constellation Energy hat sich in den letzten Monaten grundlegend transformiert. Mit der abgeschlossenen Übernahme von Calpine für rund 26,6 Mrd. USD entstand der mit Abstand größte Stromerzeuger der USA. Das erweiterte Portfolio kombiniert jetzt die größte Atomflotte des Landes mit flexiblen Gaskraftwerken und Geothermie. Für Aktionäre ist dieser Mix entscheidend, weil er wetterunabhängige Grundlast mit regelbarer Leistung verbindet. Die operative Bedeutung zeigt sich in den Verhandlungen mit Hyperscalern. Constellation liefert längst nicht mehr nur Strom, sondern entwickelt komplette Energielösungen für Rechenzentren, inklusive Netzanschluss und Standortinfrastruktur.

    Die Nachfrage nach verlässlicher Energie für KI-Anwendungen wächst rasant. Constellation profitiert davon doppelt. Die bestehenden Kernkraftwerke laufen mit Kapazitätsfaktoren von über 96 %, während die Calpine-Übernahme den Zugang zu neuen Märkten und Kunden öffnet. Das Abkommen mit CyrusOne über mehr als 1.100 MW in Texas zeigt, wie strategisch die Positionierung ist. Gleichzeitig investiert das Management in die Modernisierung der Anlagen. Die Atomaufsicht genehmigte kürzlich ein 167 Mio. USD Projekt zur Digitalisierung am Standort Limerick, das Zuverlässigkeit und Cybersicherheit verbessern soll. Solche Investitionen sichern den Betrieb der Anlagen für die kommenden Jahrzehnte.

    Allerdings lastet politischer Gegenwind auf der Aktie. Die Regierung und mehrere Gouverneure drängen auf Reformen der Kapazitätsmärkte in der PJM-Region, um Privathaushalte vor steigenden Strompreisen zu schützen. Für Constellation als unabhängigen Erzeuger sind Preisobergrenzen ein sensibles Thema. Der Markt reagierte entsprechend und drückte den Kurs von seinen Höchstständen. Dennoch hat das Unternehmen einen Großteil seiner Produktion bereits langfristig verkauft. Auch wenn der Aktienkurs schon wieder bis auf derzeit 303,01 USD angesprungen ist, bietet sich für langfristig orientierte Anleger ein interessantes Einstiegsniveau.


    Während die KI-Revolution den Strombedarf explodieren lässt, positionieren sich die drei Unternehmen exakt an den neuralgischen Punkten dieser neuen Energiekrise. Cameco profitiert als dominierender Primärproduzent entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Stallion Uranium wiederum bietet einen großen Hebel auf eine mögliche Entdeckung im Athabasca-Becken, wo aktuell das erste Bohrprogramm läuft. Constellation Energy schließlich vollzieht den Wandel vom klassischen Versorger zum unverzichtbaren Tech-Enabler für die energiehungrigen Hyperscaler, auch wenn regulatorische Eingriffe die Margen bedrohen. Die nukleare Renaissance hat begonnen. Jetzt kommt es auf eine präzise Positionierung an.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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