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19.02.2026 | 05:10

Palo Alto, NEO Battery Materials, ITM Power – Vor dem Durchbruch

  • Batterietechnologie
  • Wasserstoff
  • KI
Bildquelle: pixabay.com

Angehobene Umsatzprognosen im Wasserstoffsektor, der mögliche Durchbruch bei siliziumbasierten Hochleistungsbatterien und ein Cybersecurity-Gigant, der trotz starker Zahlen wegen eines schwachen Ausblicks unter Druck gerät. Die Märkte reagieren 2026 selektiv. Während Zukunftstechnologien wie Elektrolyse und Next-Gen-Batterien operativ Momentum aufbauen und Milliardenmärkte adressieren, zeigt sich im KI-Security-Bereich, wie sensibel Investoren auf Erwartungen reagieren.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: NEO BATTERY MATERIALS LTD | CA62908A1003 , PALO ALTO NETWKS DL-_0001 | US6974351057 , ITM POWER PLC LS-_05 | GB00B0130H42

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Inhaltsverzeichnis:


    ITM Power – Aktie mit Rückenwind

    „ITM liefert weiterhin eine starke Umsatzentwicklung und baut zugleich den fest kontrahierten Auftragsbestand weiter aus.“ Mit diesen Worten unterstreicht CEO Dennis Schulz die operative Dynamik des britischen Elektrolyseur-Herstellers. Die Projektpipeline sei gut gefüllt, die Vertriebsaktivitäten auf solidem Niveau. Und genau das spiegelt sich nun auch in den Zahlen wider.

    Für das bis Ende April laufende Geschäftsjahr 2025/26 hebt das Unternehmen seine Umsatzprognose auf 40 bis 43 Mio. GBP an. Zuvor lag die Guidance bei 35 bis 40 Mio. GBP. Im Mittel entspricht das einer Anhebung um 11 %. Zum Vergleich wurden im vergangenen Geschäftsjahr 26,0 Mio. GBP umgesetzt.

    Als Treiber gelten starke Projektfortschritte sowie Beiträge aus jüngst vermeldeten Verträgen. Zusätzlich sorgt die Einführung der Percentage-of-Completion-Methode für mehr Transparenz, da Umsätze nun schrittweise über die Vertragslaufzeit erfasst werden.
    Unverändert bleiben die Ziele für das bereinigte EBITDA sowie die Liquidität. Dass bei stabilen Margen- und Cash-Prognosen dennoch die Erlöse steigen, wertete sowohl Marktteilnehmer als auch Analysten als klares positives Signal.

    Auch die Privatbank Berenberg bleibt optimistisch und bestätigt ihre Kaufempfehlung. Das Kursziel liegt bei 100 GBP, knapp 50% über dem aktuellen Niveau.

    NEO Battery Materials – Vor dem Durchbruch

    Die Kommerzialisierung hat begonnen. NEO Battery Materials steht Anfang 2026 an einem Wendepunkt. Statt Visionen liefert das Unternehmen nun marktfähige Hochleistungsbatterien aus westlicher Produktion. Möglich wird das durch eine bereits betriebsbereite Fabrik mit Megawatt-Kapazität in Südkorea, die ohne teuren Neubau übernommen und umgerüstet wurde.

    Technologisch setzen die Kanadier auf siliziumverstärkte Anoden auf proprietärer Basis. Das Ergebnis sind höhere Energiedichte, schnellere Ladezeiten und Kostenvorteile gegenüber klassischen Lithium-Ionen-Zellen. Besonders eindrucksvoll sind die neu entwickelten NBM Drone Cells. Bei identischer Größe liefern sie über 50 % mehr Kapazität und 40 % höhere Energiedichte als marktübliche Modelle, was einen massiven Vorteil für Drohnenhersteller, die längere Flugzeiten ohne Designänderungen realisieren können, bedeutet.

    Das Geschäftsmodell folgt dem Foundry-Prinzip der Halbleiterindustrie. OEMs aus Robotik, Automobil oder Verteidigung geben Spezifikationen vor, NEO übernimmt Entwicklung und Fertigung. Kunden sparen dadurch hohe Investitionen in eigene Produktionslinien und erhalten spezialisierte Batterien ohne Lieferkettenrisiken aus China. Der adressierte Markt für siliziumverstärkte Lithium-Ionen-Batterien könnte laut Schätzungen bis 2032 auf rund 30 Mrd. USD wachsen.

    Operativ wächst die Pipeline dynamisch. NEO wurde in die Lieferantenliste eines asiatischen Fortune-500-Automobilherstellers aufgenommen, beliefert Drohnen- und Robotik-Unternehmen und kooperiert mit dem Korea Institute for Defense Industry. Hinzu kommt die strategische Partnerschaft mit Korea Zinc und Taesung zur Entwicklung leichter Composite-Kupferfolien für die nächste Batteriegeneration. Ein Auftragsbestand von rund 10 Mio. CAD unterstreicht die zunehmende Visibilität.

    NEO positioniert sich in einer technologisch anspruchsvollen Nische mit klaren Wettbewerbsvorteilen und transformiert sich aktuell vom Entwickler zum Produzenten. Die Marktkapitalisierung von NEO Battery Materials liegt aktuell bei rund 91 Mio. CAD. Sollte die Kommerzialisierung weiter wie geplant anlaufen, steht der Aktie eine Neubewertung bevor.

    Palo Alto - Starke Zahlen, schwacher Ausblick

    Einmal mehr kannte die Börse kein Mitleid. Obwohl der Cybersecurity-Spezialist im zweiten Fiskalquartal die Erwartungen übertraf, rauschte die Aktie nachbörslich um über 8 % auf 149,80 USD ab. Der Grund liegt dabei nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunft.

    Mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,03 USD lag Palo Alto klar über den Prognosen von 0,94 USD. Der Umsatz kletterte um 15 % auf 2,59 Mrd. USD. Auch der Nettogewinn legte deutlich auf 432 Mio. USD zu, nach 267 Mio. USD im Vorjahr.
    Der Ausblick für das dritte Quartal enttäuschte hingegen. Erwartet werden lediglich 0,78 bis 0,80 USD je Aktie, was spürbar unter den Markterwartungen liegt.

    CEO Nikesh Arora treibt seit 2018 eine aggressive Expansionsstrategie. Mehr als 20 Übernahmen, zuletzt milliardenschwere Deals wie CyberArk und Chronosphere, sollen den Konzern zur integrierten Sicherheitsplattform formen. Mit dem geplanten Kauf des israelischen KI-Sicherheits-Start-ups Koi setzt Palo Alto verstärkt auf den Schutz autonomer KI-Systeme.

    Für das Gesamtjahr prognostiziert das Management Umsätze von bis zu 11,31 Mrd. USD bei operativen Margen nahe 29 %. Bis 2028 soll die Free-Cash-Flow-Marge auf 40 % steigen. Operativ liefert Palo Alto also, doch die ambitionierte KI-Expansion kostet viel Vertrauen. Das aktuelle Umfeld ist dazu nicht gegeben, sieht man den Rutsch der Hyper-Scaler nach der Verkündung von Investitionen in Milliardenhöhe in den vergangenen Wochen.


    Palo Alto musste aufgrund eines schwachen Ausblicks Federn lassen. ITM Power dagegen hob seine Erlösprognose an. Neo Battery Materials geht mehr und mehr in die Kommerzialisierung und könnte demnach vor einer Neubewertung stehen.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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