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02.02.2026 | 05:00

Energie aus Müll wie bei Verbio: Char Technologies als Retter der Stahlindustrie – Konkurrenz für Platzhirsch SunCoke Energy

  • Biokohle
  • Stahlindustrie
  • Regenerative Energie
  • Koks
  • Geschäftsmodelle
Bildquelle: KI

Die Stahlindustrie steht vor einer Zerreißprobe, die in den ESG-Berichten oft verschwiegen wird. Während Politiker, Medien und Zukunftsforscher vom grünen Wasserstoff träumen, kollidiert diese Vision mit der harten Realität: Stahl, der Grundstoff unserer modernen Zivilisation, lässt sich in den bestehenden Anlagen nicht ohne festen Kohlenstoff herstellen. Er dient nicht nur als Energieträger, sondern als chemisches Reduktionsmittel, um dem Eisenerz den Sauerstoff zu entziehen und als Stützgerüst im Ofen. Vor diesem Hintergrund wird deutlich: Die Dekarbonisierung kann nicht durch einen kompletten Verzicht auf Kohlenstoff gelingen, sondern nur durch den Ersatz seines fossilen Ursprungs. In diesem milliardenschweren Markt positioniert sich das kanadische Unternehmen Char Technologies als entscheidender Problemlöser. Während der etablierte Platzhirsch SunCoke Energy noch auf fossile Kohle setzt und zunehmend unter Margendruck gerät, liefert Char mit seiner Biokohle die einzige sofort verfügbare, klimaneutrale Lösung. Parallel dazu zeigt der Erfolg von Verbio in Europa, dass die Skalierung von Reststoffen zu Energie funktioniert – eine Logik, die Char nun auf den Stahlsektor überträgt.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: CHAR Technologies Ltd. | CA15957L1040 , SUNCOKE ENERGY INC. DL-01 | US86722A1034 , VERBIO VER.BIOENERGIE ON | DE000A0JL9W6

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Inhaltsverzeichnis:


    Das Dilemma von SunCoke und der Beweis von Verbio

    Um zu verstehen, welche Rolle Char Technologies im Markt einnimmt, muss man zunächst auf die Konkurrenz blicken. SunCoke Energy ist einer der Platzhirsche: Das Unternehmen versorgt die US-Stahlindustrie mit Koks aus Kohle. Doch die aktuellen Zahlen zeigen Risse im Geschäftsmodell: Im dritten Quartal 2025 sank das bereinigte EBITDA von SunCoke auf 59,1 Mio. USD, ein Rückgang von über 20 % im Vergleich zum Vorjahr. Der Druck durch auslaufende Verträge und die Volatilität der fossilen Märkte wächst. SunCoke verwaltet zwar den Status quo souverän, bietet aber kaum Antworten auf die drohenden CO2-Abgaben, die seine Kunden belasten.

    Auf der anderen Seite steht Verbio. Der deutsche Bioenergie-Spezialist hat bewiesen, dass man aus Stroh und Reststoffen im industriellen Maßstab grünes Gas herstellen und damit Geld verdienen kann. Trotz politischer Gegenwinde konnte Verbio seine Produktionsvolumina zuletzt steigern und validiert damit grundlegend das Modell der „Waste-to-Value-Ökonomie“. Char Technologies vereint nun diese beiden Welten: Es greift den Markt von SunCoke an, nutzt aber die technologische Raffinesse und Kreislauflogik von Verbio.

    Char Technologies: Der „grüne Ritter“ für den Hochofen

    Char Technologies hat etwas entwickelt, wonach die Stahlbosse händeringend suchen: Biokohle. Dieses Material wird durch ein proprietäres Hochtemperatur-Pyrolyse-Verfahren (HTP) aus nachhaltiger Biomasse wie Holzabfällen gewonnen und besitzt metallurgische Eigenschaften, die denen von fossilem Koks ähneln.

    Der entscheidende Vorteil für die Stahlindustrie ist die sogenannte „Drop-in-Fähigkeit“. Stahlkonzerne wie ArcelorMittal müssen keine neuen Milliarden-Anlagen bauen, um Chars Biokohle zu nutzen - sie können sie einfach in den bestehenden Hochöfen nutzen. Das ist ein gewaltiger ökonomischer Hebel. Da biogener Kohlenstoff im europäischen Emissionshandel als klimaneutral gilt, sparen Stahlhersteller durch den Einsatz von Chars Produkt massiv CO2-Abgaben, die ausgehend vom aktuellen Niveau um 80 EUR je Tonne bis 2030 auf über 100 EUR pro Tonne steigen könnten. Char verkauft also nicht nur Brennstoff, sondern auch Compliance und Zukunftssicherheit.

    Validierung durch die Marktführer

    Dass die Story rund um Char Technologies keine Theorie aus dem Labor ist, beweist die Zusammenarbeit mit der Industrie. Char Technologies arbeitet seit einigen Jahren bereits mit ArcelorMittal Dofasco zusammen, um den Einsatz der Biokohle im großen Stil zu testen. Diese Partnerschaft ist der ultimative Ritterschlag. Wenn einer der größten Stahlproduzenten der Welt die Technologie validiert, sendet das ein klares Signal an den gesamten Sektor: Die Lösung funktioniert.

    Parallel dazu schreitet die Entwicklung der eigenen Flaggschiff-Anlage im kanadischen Thorold voran – vergangene Woche meldete das Unternehmen den Beginn der Inbetriebnahme. Diese Anlage wird nicht nur Biokohle produzieren, sondern nach Abschluss der Phase 2 als Nebenprodukt auch rund 500.000 Gigajoule grünes Erdgas (RNG) pro Jahr liefern. Hier zeigt sich die doppelte Einnahmequelle des Modells: Char kassiert auf der einen Seite für den Kohlenstoffersatz im Stahlwerk und auf der anderen Seite für die Einspeisung von grüner Energie ins Netz.

    Fazit: Spannende Chance für spekulativ denkende Investoren

    Die Investment-These für Char Technologies ist klar. Das Unternehmen adressiert einen Markt, der nicht „nice to have“, sondern regulatorisch und ökologisch zwingend ist. Die Stahlindustrie kann ohne festen Kohlenstoff nicht existieren, darf aber keinen fossilen mehr nutzen. Char Technologies füllt genau diese Lücke.

    Spannendes Geschäftsmodell - spannende Aktie: Char Technologies.

    Während SunCoke Energy in der Defensive ist und versucht, seine Cashflows zu retten und Verbio primär auf den Transportsektor fokussiert bleibt, ist Char einer der wenigen Pure-Plays für die Dekarbonisierung der Schwerindustrie mittels fester Biomasse. Mit dem kürzlich erfolgten Listing an der Frankfurter Börse und der kommerziellen Skalierung in Thorold tritt das Unternehmen nun in eine neue Phase ein. Für Risikokapitalgeber bietet die Aktie eine seltene Konstellation: Eine validierte Technologie, die ein komplexes Problem der Industrie löst, bewertet zu einem Bruchteil der fossilen Dinosaurier, die sie ersetzen wird. Wer darauf setzt, dass grüner Stahl mehr ist als nur ein Schlagwort, kommt an Char Technologies kaum vorbei.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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