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14.10.2026 | 10:30

Energie-Sicherheit in der EU – ein Hürdenlauf! Was machen Nel ASA, ITM Power, NU E Power und Plug Power?

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  • Wasserstoff
Bildquelle: Pixabay

Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von NU E Power

Angesichts rasant steigenden Strombedarfs durch die Elektrifizierung und den massiven Ausbau der KI-Rechenzentren steht die europäische Versorgungssicherheit vor einer historischen Zerreißprobe. Um den Kollaps der Stromnetze abzuwenden und den Übergang zu sauberer Energie unumkehrbar zu machen, greift Brüssel nun mit den verschärften Vorgaben der EU-Strommarktreform und der neuen Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III) konsequent durch. Diese strengen Vorschriften fordern nicht nur spürbar beschleunigte Genehmigungsverfahren für Infrastrukturprojekte, sondern setzen auch verbindliche Quoten für den Einsatz von grünem Wasserstoff und flexiblen Energiespeichern in der Industrie. Doch der Weg zu einem krisenfesten Energiesystem erweist sich für Projektentwickler und Technologieanbieter jedoch als bürokratischer und finanzieller Hürdenlauf. Denn regulatorische Hürden, volatile Energiepreise und die Suche nach dringend benötigtem Investitionskapital belasten den Markt. In dieser Gemengelage gewinnen strategische Allianzen und innovative Finanzierungsmodelle rasant an Bedeutung. Unser aktueller Fokus beleuchtet die unterschiedlichen Ansätze führender Akteure und zeigt auf, wie clevere Geschäftsmodelle den regulatorischen Hürdenlauf meistern, um die grüne Transformation der europäischen Industrie wirtschaftlich tragfähig zu gestalten. Das Spannende daran: Anleger können dabei sein!

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: NU E POWER CORP | CA6699882065 | CSE: NUE , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , ITM POWER PLC LS-_05 | GB00B0130H42

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Inhaltsverzeichnis:


    Nel ASA und ITM Power – Wegbereiter für Wasserstoffprojekte in Europa

    Trotz aller Unkenrufe und Kursdebakel bleibt der norwegische Wasserstoffpionier Nel ASA einer der führenden Pure-Play-Anbieter für industrielle Elektrolyseur-Technologien auf dem europäischen Markt. Das Unternehmen blickt auf eine jahrzehntelange Erfahrung zurück und bedient mit seinen alkalischen Systemen sowie fortschrittlichen PEM-Elektrolyseuren die steigende Nachfrage nach grünem Wasserstoff. Trotz Abgangs des langjährigen CEOs Håkon Volldal zum Jahresende sicherte sich der Konzern kürzlich einen wertvollen Millionenauftrag der EU für containerisierte PEM-Anlagen. Plakativ untermauert auch eine aktuelle Kooperationsvereinbarung mit dem Rüstungs- und Technologiekonzern Rheinmetall zur Prüfung dezentraler synthetischer Kraftstoffproduktion die Ambitionen im europäischen Energiesektor. An der Küste Norwegens treibt das Unternehmen durch die Belieferung des wegweisenden "Slagen"-Projekts für grünes Ammoniak die regionale Dekarbonisierung massiv voran. Trotz dieser beachtlichen operativen Vertriebserfolge kämpft der Konzern am Kapitalmarkt weiterhin mit einer hohen Cash-Burn-Rate und roten Zahlen, der Aktienkurs ist seit Wochen wie zementiert bei 2,00 NOK oder 0,205 EUR. Ein schlechtes Gesamtvotum mit nur einer Kaufempfehlung liefert auch die Analysten-Plattform LSEG Refinitiv. Offenbar wartet der Markt gespannt, wie die Suche nach einem neuen CEO ausgeht.

    Praktisch über die Nordsee hinweg etabliert sich der britische Hersteller ITM Power als ein entscheidender Schrittmacher für die europäische Wasserstoffinfrastruktur. Das Unternehmen hat mit seiner innovativen Alpha-Elektrolyseur-Plattform eine technologische Basis geschaffen, die speziell für großvolumige Industrieanwendungen ausgelegt ist. Einen historischen Meilenstein markiert die jüngste Unterzeichnung einer vorläufigen Absichtserklärung über ein monumentales 150-Megawatt-Projekt mit einer führenden europäischen Ölraffinerie. Dieses Großprojekt wird von der konzerneigenen Tochtergesellschaft Hydropulse im Rahmen eines zukunftsweisenden "Build - Own - Operate"-Betreibermodells (BOO) umgesetzt. Durch die vertraglich vereinbarte Bereitstellung von Grundstück und Strom durch den Kunden schützt sich die Tochtergesellschaft effektiv vor der Volatilität der europäischen Strompreise. Nach einer Phase der operativen Neuausrichtung und angepassten Verlustprognosen bewerten Analysten diese langfristig planbaren, wiederkehrenden Umsatzströme als echten finanziellen Wendepunkt für ITM Power. Der Aktienkurs hatte sich nach einer Verdreifachung im Mai nun wieder mehr als halbiert. Bei nur 42,5 Mio. GBP geschätzten Umsatz für 2026e ist ein Marktwert von 767 Mio. EUR selbst auf dem Korrekturniveau immer noch sehr ambitioniert.

    NU E Power – Solarkraft und Batterien aus einer Hand

    Das kanadische Infrastrukturunternehmen NU E Power positioniert sich ebenfalls als strategischer Akteur in der globalen Energiewende. Durch die Kombination von Photovoltaik mit modernen Batteriespeichern schließt der Entwickler eine entscheidende Versorgungslücke für energieintensive Märkte der Zukunft. Das Geschäftsmodell von NU E Power ist so strukturiert, dass der entscheidende Kapitaleinsatz erst nach erfolgreicher Risikominderung erfolgt und nicht im Voraus bereitgestellt wird. In einem ersten Schritt werden Grundstücke und Netzkapazitäten frühzeitig gesichert, während die Projekte anschließend durch Genehmigungen, Netzanschlüsse und Abnahmevereinbarungen bis zur Baureife vorangetrieben werden. Die geplante Übernahme des Hays-Projekts in Alberta würde eine Anlage hinzufügen, die zu dieser Strategie passt, und dem Unternehmen erstmals die volle Kontrolle über einen kombinierten Standort verschaffen. Derzeit befindet sich das Projekt noch in der Entwicklungsphase, da Hays derzeit weder über eine endgültige Netzanschlussvereinbarung noch über einen Stromabnahmevertrag verfügt. Die Absichtserklärung (LOI) ist unverbindlich, und der Abschluss der Übernahme unterliegt weiterhin sieben aufschiebenden Bedingungen. Die Kombination aus Solarenergie und Speicherung bietet erhebliche Flexibilität bei der Stromversorgung, da die Abnahme zeitlich verschoben und besser an die Lastprofile großer Industrie- und Rechenzentrumskunden angepasst werden kann.

    Diese innovative Strategie deckt sich mit den Erkenntnissen des aktuellen „World Energy Investment“-Berichts der Internationalen Energieagentur (IEA). Die Studie belegt, dass die Kombination aus Solarkraft und Batteriespeichern das am schnellsten wachsende Segment bei den weltweiten Investitionen in saubere Energien darstellt. Das wertsteigernde Modell von NU E Power trifft also genau den Nerv des Marktes. Im vergangenen Quartal wurden noch keine Umsätze ausgewiesen, die betrieblichen Aufwendungen summierten sich zu einem Nettoverlust von 1,41 Mio. CAD. Im August wurden aber 3,86 Mio. CAD via Privatplatzierung eingenommen, damit ist eine mehrmonatige Reichweite gesichert. Mit dem neuen COO John Windsor und Direktor Peter Espig von Nicola Mining holte sich das Unternehmen weitere Kapitalmarkt-Kompetenz an Bord, um die kommenden Projekte zu realisieren und bereits entwickelte Standorte zu verwerten. Das Unternehmen arbeitet nun daran, seine Projekte voranzutreiben und sich eine Rolle in der Energieversorgung der nächsten Generation zu sichern. Höchst spannend!

    Weitere Informationen zu den laufenden Projekten erfuhr IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk im Gespräch mit dem neuen COO John Windsor. Hier geht´s zum Video.

    https://youtu.be/KOtCg-h2abU

    Plug Power – Wieder auf Jahrestiefs gefallen

    Im gleichen Sektor stoßen wir auch auf den US-Wasserstoffspezialisten Plug Power. Auch hier gab es im März 2026 einen Vorstandswechsel, nachdem der langjährige Visionär Andy Marsh die Erwartung der Investoren nicht erfüllen konnte. Nach anfänglicher Euphorie über den Neuling Jose Luis Crespo drittelte sich der Aktienkurs aber wieder bis Mitte Oktober auf aktuell 1,58 USD – ein neues Jahrestief. Trotz ermutigender Großaufträge, wie einem wegweisenden 280-MW-Liefervertrag für ein e-SAF-Aviation-Projekt in Dänemark, gelingt es dem Titel nicht, nachhaltigen Boden gutzumachen. Die vorzeitige Beendigung einer staatlichen Kreditgarantie des US-Energieministeriums in Höhe von 1,66 Mrd. USD im August verschärfte den Druck auf die eigene Unternehmensbilanz massiv. Zusätzlich sorgt ein personeller Umbruch in der Führungsetage für erhebliche Verunsicherung, da COO Dean C. Fullerton seinen Rücktritt für Ende Oktober angekündigt hat. Nach drei großen Kapitalerhöhungen bis Mitte 2025 gibt es nun also die Sorge vor einer weiteren Verwässerung durch neue Aktienplatzierungen. Bevor Anleger allerdings hier erneut nachladen, sollten sie den Q3-Bericht am 10. November abwarten. Charttechnisch droht der angeschlagenen Aktie eine Fortsetzung der Talfahrt auf unter 1,00 USD.

    Der 6-Monats-Chart unserer Auswahlgruppe „Alternative Energieversorgung“ zeigt die euphorischen Bewegungen zur Jahresmitte sowie den aktuellen Konsolidierungsdruck im gesamten Sektor. Quelle: LSEG vom 13.10.2026

    Der globale Energiemarkt legt einen Gang zu und entwickelt sich von einem subventionierten Zukunftsversprechen zu einem zunehmend tragfähigen Geschäftsmodell. Davon profitieren sowohl etablierte Unternehmen als auch innovative Herausforderer mit neuen Technologien. Das Marktpotenzial ist enorm, doch nicht jeder Ansatz ist von Erfolg gekrönt. Nel ASA, Plug Power und ITM Power treiben den Wasserstoffsektor voran, während NU E Power mit vielversprechenden Konzepten von sich reden macht. Eine Diversifizierung kann dazu beitragen, das Portfoliorisiko zu senken.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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