16.03.2026 | 05:00
Energiekrise treibt Agrar-Wende: Satte Kursgewinne mit MustGrow Biologics, K+S und Corteva Agriscience
Die Landwirtschaft steht vor einer Zäsur. Der Grund: Die jüngste Eskalation im Nahen Osten. Die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Flüssigerdgas-Handels und signifikante Teile der globalen Düngemittelexporte fließen, ist das Nadelöhr schlechthin. Diese Instabilität hat die Energiepreise getrieben und die Produktion von synthetischen Stickstoffdüngern ins Stocken gebracht. Da Erdgas Basisrohstoff für die Düngemittelproduktion ist, müssen Agrarkonzerne und Landwirte umdenken. Landwirtschaftliche Innovation wird angesichts dieser Gemengelage entscheidend, um die Nahrung der Zukunft zu sichern. K+S und Corteva Agriscience reagieren bereits auf den Kostendruck bei Energierohstoffen, während MustGrow Biologics mit seiner biologischen Lösung gleich in mehreren Bereichen punktet. Das hat Investoren zuletzt bereits überzeugt.
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Nico Popp
ISIN:
MUSTGROW BIOLOGICS CORP. | CA62822A1030 , K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888 , CORTEVA INC. DL -_01 | US22052L1044
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Nico Popp
In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys
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K+S zwischen Kostendruck und Transformation
K+S befindet sich als Kali- und Salzproduzent in einem Spannungsfeld aus Kostensteigerungen und einer strategischen Neuausrichtung. Als Verarbeiter von Rohstoffen ist K+S anfällig für steigende Energiekosten. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte der Konzern einen Umsatz von rund 3,7 Mrd. EUR, was gegenüber dem Vorjahr kein Wachstum bedeutet. Das Unternehmen wies einen bereinigten Konzernfehlbetrag von 1,1 Mrd. EUR aus, primär bedingt durch eine Wertminderung in Höhe von rund 1,6 Mrd. EUR. Trotz dieser Faktoren übertraf K+S im vierten Quartal 2025 die Erwartungen beim EBITDA, was zu einem Kurssprung der Aktie führte. Um dem Kostendruck zu begegnen, setzt das Management auf Optimierungen an Produktionsstandorten. Das Projekt Werra 2060 soll die Effizienz in Deutschland sichern, während der kanadische Standort Bethune ausgebaut wird. Ein wichtiger Bestandteil der Strategie ist die Neuausrichtung auf regenerative Bodenhilfsstoffe, um die Widerstandsfähigkeit der Kulturen durch spezialisierte Nährstoffkombinationen zu erhöhen.
Corteva Agriscience forciert den Umbau auf Biologicals
Corteva Agriscience positioniert sich bei der Umstellung von chemisch-synthetischen auf biologische Pflanzenschutzmittel als Vorreiter. Der Konzern nutzt seine Marktmacht und eigene Forschung, um das Portfolio in Richtung Nachhaltigkeit und Innovation umzubauen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr verzeichnete Corteva ein Umsatzplus von 3 % auf organischer Basis und erreichte einen Nettoumsatz von rund 17,4 Mrd. USD. Wachstumstreiber war das Segment Pflanzenschutz, in dem das Volumen um 5 % stieg, getrieben durch die Nachfrage nach neuen Produkten und Biologicals. Cortevas Strategie basiert auf der Einführung differenzierter Technologien, wobei 65 % der Umsätze im Bereich Pflanzenschutz auf Eigenentwicklungen entfallen. Ein Meilenstein war die Integration der Akquisitionen Symborg und Stoller, die Corteva zu einem der größten Akteure im Markt für biologische Landwirtschaftsprodukte machten. Die Umsätze mit Biologicals lagen im Jahr 2024 bereits bei rund 500 Mio. USD. Technologisch setzt der Konzern auf Plattformen wie kurzwüchsigen Mais, der eine präzisere Ausbringung von Nährstoffen ermöglicht.
MustGrow Biologics als Problemlöser in der Krise
Während etablierte Konzerne auch im Zuge der Krise neue Wege gehen, bietet MustGrow Biologics eine direkte Antwort auf die Versorgungsengpässe bei Kunstdünger. Das Unternehmen hat eine patentierte Technologie entwickelt, die Wirkstoffe der Senfpflanze nutzt, um den Boden zu verbessern und Schädlinge zu bekämpfen. Im Zentrum steht TerraSante, ein organischer Bodenverbesserer, der als Extrakt aus Senfkörnern gewonnen wird. Im Gegensatz zu synthetischen Düngemitteln ist TerraSante Nahrung für das Bodenmikrobiom und stimuliert zudem nützliche Bakterien und Pilze. Ein gesundes Mikrobiom schließt im Boden gebundene Nährstoffe wie Phosphor auf. Da die Pflanze Nährstoffe effizienter aufnehmen kann, sinkt der Bedarf an synthetischen Düngern spürbar, was in Zeiten von Erdgasknappheit einen klaren Vorteil darstellt. Die Wettbewerbsfähigkeit von TerraSante stützt sich auf Praxisversuche aus dem vergangenen Jahr: Im US-Bundesstaat Washington erzielte ein Kartoffelanbauer eine Ertragssteigerung von 2 t je Acre. Bei Produktkosten von 180 USD je Acre ergab sich ein Mehrwert von 5.000 USD, was einer Rentabilität von 2.700 % entspricht.

MustGrow hat den Übergang zum kommerziellen Anbieter vollzogen und im vergangenen Jahr in den USA bereits Rekordumsätze erzielt. Um die Nachfrage zu bedienen, baut das Management in Asien Produktionslinien auf, die Skaleneffekte ermöglichen sollen. Die Partnerschaft mit Bayer im Bereich Biopestizide schreitet voran, wobei Bayer Ressourcen für die Registrierung der TerraMG-Technologie einbringt. Anfang dieses Jahres schloss MustGrow eine Kapitalerhöhung über 2,0 Mio. USD ab, um die Produktion und den Markteintritt in neuen Regionen zu finanzieren.
MustGrow: 33 Mio. CAD Marktkapitalisierung als Chance
Für Investoren bietet die Neuordnung der Agrarlandschaft lukrative Optionen: K+S bleibt ein solider Wert für Investoren, die auf eine Erholung der Margen durch Effizienzprogramme spekulieren. Corteva Agriscience ist das Basisinvestment für Anleger, die von der Skalierung des Marktes für Biologicals durch einen Weltkonzern profitieren wollen. MustGrow Biologics liefert die Lösung für das Problem knapper Düngemittel, reduziert die Abhängigkeit von Chemikalien und senkt den Düngebedarf der Landwirte. Gelingt die geplante Expansion, dürfte die Aktie von MustGrow aufgrund der geringen Marktkapitalisierung von rund 33 Mio. CAD die größten Chancen der genannten Unternehmen bieten.
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