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12.08.2026 | 05:13

Energiemix fürs Depot: Linde, Zefiro Methane und TotalEnergies!

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Bildquelle: Gemini

Die Märkte glauben nicht mehr so recht an den Ölpreis. Manche wittern bereits Manipulation durch die US-Regierung. Fakt ist, dass der Öl-Future trotz der erneuten Eskalation am Golf und der Aussicht, dass die Straße von Hormuz noch mehrere Jahre geschlossen sein könnte, nicht einmal annährend das Jahreshoch erreicht hat. Gleichzeitig aber erreichen die Preise für Diesel neue Rekordhochs. So ganz passt das nicht zusammen. Besonders bitter ist es für all jene, die noch mit einem Verbrenner unterwegs sind. An den Zapfsäulen befinden sich die Preise wieder nahe ihrer Rekordhochs. Anleger können – wenn sie von dauerhaft hohen Energiepreisen ausgehen – mit Aktien aus diesem Segment die höheren Kosten hedgen. Wir blicken deshalb auf die Aktien von Linde, Zefiro Methane und TotalEnergies.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: TOTALENERGIES SE | FR0000120271 , LINDE PLC EO 0_001 | IE00BZ12WP82 , ZEFIRO METHANE CORP | CA98926D1069 | NEO: ZEFI

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Inhaltsverzeichnis:


    Linde: Gut ist diesmal nicht gut genug!

    Wer solide, aber performancestarke Langeweile im Depot haben will, der lag mit der Aktie von Linde in den vergangenen Jahren richtig. Der Gasehersteller hat sich einen extremen Burggraben um sein Geschäft aufgebaut und fährt sehr kontinuierlich hohe Gewinne und Margen ein. Doch diesmal reagierte der Markt verschnupft.
    Dabei reichten bei Vorlage der Q2-Zahlen minimale Enttäuschungen, um das Papier auf Talfahrt zu schicken. Den Umsatz konnte das Unternehmen noch um 9 % gegenüber dem Vorjahresquartal steigern, was an höheren Volumina sowie Akquisitionen und positiven Währungseffekten lag. Die Nachfrage bleibt laut Management vor allem in den Endmärkten Elektronik, Chemie, Energie und Fertigung hoch. Die Erlöse lagen ebenso wie der Gewinn je Aktie leicht über den Erwartungen des Marktes. Der Rückgang beim Free Cashflow schmeckte aber vielen Marktteilnehmern offenbar nicht. Dieser lag mit rund 833 Mio. USD unter dem Vorjahres-Q2. Die Ursache hierfür liegt aber im Rekordauftragsbestand von 11 Mrd. USD, der neue Investitionen in Sachanlagen (rund 1,44 Mrd. USD) nötig machte.
    Den Anlegern hat das aber nicht gereicht. Viele nahmen Gewinne vom Tisch und die Aktie fiel binnen weniger Wochen um grob 15 %. Dabei dürfte auch der leichte Rückgang um 60 Basispunkte bei der operativen Marge eine Rolle gespielt haben. Die gestiegenen Kosten konnten nicht komplett durch Preisanpassungen und Produktivitätssteigerungen ausgeglichen werden.
    Die Wolken über dem Linde-Papier könnten noch eine Zeit lang verweilen. Mittel- und langfristig bleibt der Konzern aber einer der Qualitätswerte im globalen Vergleich. Auch wenn nun die Marge leicht gesunken ist, werden die Kunden nicht so schnell abwandern. Zum einen gibt es wenige Alternativen. Zum anderen werden diese Kunden oft direkt aus Anlagen beliefert, die in den gleichen Industrieparks stehen und per Pipeline miteinander verbunden sind. Das spart Geld und festigt die Partnerschaft mit Linde. Dazu kommen in der Regel sehr lange Lieferverträge.
    Die Aktie von Linde befindet sich trotz der Korrektur seit Jahresanfang prozentual zweistellig im Plus. Für Anleger, die einen langfristigen Horizont bei ihrem Portfolio haben, stellt der Rückgang der Aktie eine Einstiegschance dar. Da der Chart kurzfristig noch nicht stabil ist, bietet sich ein gestaffelter Einstieg über zwei oder drei Schritte an.

    Zefiro Methane schließt die Löcher, die der Ölboom hinterließ!

    In Sachen Energie gibt es natürlich auch die Schattenseiten. Seien es Kriege um Öl- und Gasquellen, Klimagase oder einfach der Gestank auf Autobahnen oder im Stadtverkehr. Einen negativen Aspekt bekämpft das Unternehmen Zefiro Methane. Die Kanadier kümmern sich um verlassene Öl- und Gasquellen, aus denen vor allem noch das äußerst klimaschädliche Gas Methan strömt. Sie sind ein Überbleibsel der Industrialisierung Nordamerikas. Manchmal sind es einfache Leckagen, manchmal schlicht Pfusch, die für diese Schäden sorgen. Das Problem kann man nicht kleinreden. Allein in den USA soll es bis zu 4 Millionen verlassene Öl- und Gasquellen geben.
    Viele wurden nicht fachgerecht geschlossen, so dass klimaschädliche Gase wie Methan austreten. Die Regierungen in Washington und auf der Ebene der Bundesstaaten haben aber inzwischen die Problematik erkannt und wichtige Schritte ergriffen. So wurden Gelder bereitgestellt, um diese Löcher zu verschließen. Dafür werden insgesamt mehr als 4,5 Mrd. USD bereitgestellt. Die Größe des gesamten Marktes wird auf rund 400 Mrd. USD taxiert und verschafft Unternehmen wie Zefiro Methane Aufträge und viel Arbeit.
    Zefiro ist einer der wenigen Pure Player in diesem Markt. Das Unternehmen tritt über seine Tochter Plants & Goodwin als Full-Service-Dienstleister auf, der die gesamte Wertschöpfungskette von der Projektplanung über die Tiefenbearbeitung und Zementierung bis zur Zertifizierung aus einer Hand anbietet. Laut Zefiro Methane hat man auf diese Weise etwa ein Viertel aller Ausschreibungen gewinnen können, auf die man sich beworben hat. Allein 2025 versiegelte Zefiro mehr als 200 Quellen. Eine Sonderkonjunktur spürt das Unternehmen derzeit durch den massiven Ausbau von KI-Rechenzentren. Bei diesen Milliarden-Projekten ist Zeit pures Geld. Und so finden sich auch auf diesen Grundstücken verlassene Quellen. Zefiro Methane agiert hier als Feuerwehr, die schnell die alten Gasquellen verschließt und kann hierdurch zusätzliche Einnahmen einfahren.
    Aktuell wird Zefiro Methane an der Börse mit umgerechnet etwa 40 Mio. EUR bewertet. Nach dem steilen Anstieg der Papiere 2025 und zu Jahresanfang kam es zu einer Korrektur. Dies könnte sich mit Blick auf die gute Auftragslage als Chance zum Einstieg erweisen.

    TotalEnergies: Achterbahnfahrt mit dem Ölpreis!

    Die Aktie von TotalEnergies ist wie die Aktienmärkte zuletzt Achterbahn gefahren. Nachdem es zu Verhandlungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten um einen Waffenstillstand gab, verlor das Papier grob ein Viertel seines Wertes. Nun aber scheint ein echter Frieden in weiter Ferne. Die Iraner wollen bis zum Ende der Amtszeit von Donald Trump nicht mehr mit ihm verhandeln, außer er akzeptiert vollständig die bereits im Memorandum of Understanding ausgehandelten Vereinbarungen. Daraufhin legte die Total-Aktie wieder kräftig zu.
    Für die Anteilseigner von TotalEnergies sind das aber eher positive Nachrichten. Der Ölpreis ist inzwischen wieder deutlich gestiegen. Die Dieselpreise und Raffineriemargen ziehen weltweit sogar noch stärker an. Billigen Triebstoff für Autos und Lkw wird es wohl so schnell nicht geben. Diese Entwicklungen machen sich in den Zahlen von TotalEnergies deutlich bemerkbar. So konnten die Franzosen ihre Einnahmen im zweiten Quartal um 38,2 % auf 61,77 Mrd. USD steigern. Der Nettogewinn konnte sich sogar auf 5,44 Mrd. USD (+101,5 %) verdoppeln. Hier machten sich das starke Upstream-Geschäft und die höheren Raffineriemargen positiv bemerkbar. Das Management hat die Zwischendividenden deshalb von 0,85 EUR auf 0,90 EUR je Aktie erhöht. Bei einem Free Cashflow binnen drei Monaten von 6,36 Mrd. USD ist dies leicht zu stemmen. Daneben setzt TotalEnergies sein laufendes Aktienrückkaufprogramm über mindestens 750 Mio. USD pro Quartal fort.
    Strategisch bleiben die Pariser auf Erneuerbare Energien und Flüssiggas fokussiert. Erst vor wenigen Tagen meldete man die Übernahme eines Erneuerbare-Energien-Portfolio von Shell, wo es um ca. 500 MW an Wind- und Solarkapazitäten geht. Zudem hat man die Genehmigung der finalen Entwicklungspläne für das Offshore-Gasfeld Cronos im östlichen Mittelmeer erhalten. Das Gas soll über bestehende Infrastruktur in Ägypten verflüssigt und ab 2028 als LNG nach Europa geliefert werden.
    Die Aktie wird von der Analystengilde weitgehend positiv bewertet. Die überwiegende Mehrheit rät zum Einstieg. Die Kursziele liegen im Konsens allerdings nur rund 10 % über dem aktuellen Preis der Aktie. Mit einem KGV von etwa 8 ist Total allerdings deutlich niedriger bewertet als US-Wettbewerber wie ExxonMobil oder Chevron.


    Fazit: Linde hat die Anleger ein wenig enttäuscht, die starke Korrektur erscheint aber mit Blick auf die Markt- und Preismacht des Gaseherstellers übertrieben. Zefiro Methane agiert in seiner Nische der verlassenen Öl- und Gasfelder. Die nächsten Zahlen könnten überraschen. Mit TotalEnergies können Anleger auf einen soliden Dividendenzahler setzen. Die Performance der Aktie ist aber stark an die Entwicklung des Ölpreises gebunden.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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    • AHT Syngas
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    • 2G Energy

    Im Energiesektor ist die Hölle los. Und das gilt nicht nur an den Börsen. Die Preise für Treibstoffe im Autoverkehr wie in der Luftfahrt sind infolge der US-Angriffe auf den Iran massiv gestiegen. Aus Berlin meldete eine erste Tankstelle bereits Dieselpreise von 3 EUR je Liter. Für Spediteure, Pendler, aber auch Notenbanker ist dies ein Horrorszenario, befeuert es doch die Inflation. Die EZB hat bereits reagiert und die Zinsen vergangene Woche angehoben. Die Federal Reserve zog nun einstimmig im Gremium nach und erhöhte ebenfalls den Leitzins; und das trotz Forderungen aus dem Weißen Haus, den Leitzins auf 1 % zu senken. Die Aktienmärkte haben diese Entwicklung bisher vernünftig verdaut. Dennoch sollten Anleger insbesondere beim Thema Energie auch an Alternativen denken. Mit Enel, A.H.T. Syngas Technology und 2G Energy nehmen wir heute drei sehr unterschiedliche Werte in den Fokus: Von groß zu klein!

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