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25.09.2026 | 05:00

RE Royalties, TUI und Chevron im Check: Drei aussichtsreiche Aktien, drei Wetten auf die Zukunft

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Bildquelle: Pixabay

Solaranlagen finanzieren, Urlaub verkaufen oder Öl fördern: RE Royalties, TUI und Chevron verdienen ihr Geld auf ganz unterschiedliche Weise. Beim kanadischen Spezialfinanzierer lockt eine große Projektpipeline, beim Reisekonzern gibt es neue Buchungszahlen und beim US-Energieriesen sprudeln die Mittelzuflüsse. Wir stellen die drei Unternehmen mit sehr unterschiedlichen Chancen und Risiken im Aktien-Check näher vor.

Lesezeit: ca. 6 Min. | Autor: Lars Winter
ISIN: RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 | TSXV: RE , OTCQX: RROYF , TUI AG NA O.N. | DE000TUAG505 , CHEVRON CORP. DL-_75 | US1667641005

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Inhaltsverzeichnis:


    Der Autor

    Lars Winter

    Der gebürtige Nordhesse blickt auf eine über 25-jährige Laufbahn im Finanzjournalismus und aktiven Portfoliomanagement zurück und gilt als ausgewiesener Experte für deutsche Nebenwerte und Special Situations.

    Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen mit Schwerpunkt Bank- und Kapitalmarktrecht startete er zur Jahrtausendwende seine Karriere in der Frankfurter Finanzszene. Als Börsen- und Wirtschaftsjournalist schrieb der passionierte Hobbygolfer für führende Börsenbriefe, Finanzzeitungen und Wirtschaftsmagazine wie die Platow Börse, Capital Depesche, BÖRSE ONLINE, Capital und die Financial Times Deutschland.

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    RE Royalties: Sondersituation mit Potenzial

    Man muss keine Windräder bauen und keine Solarmodule herstellen, um an der Energiewende zu verdienen. RE Royalties setzt bei der Finanzierung an. Die Kanadier stellen Entwicklern und Betreibern Kapital zur Verfügung und erhalten dafür vertraglich vereinbarte Beteiligungen an deren Umsätzen. Das aus der Rohstoffbranche bekannte Royalty-Modell wird damit auf erneuerbare Energien übertragen.

    Der Reiz liegt in den langfristigen Zahlungsströmen. Bei einer Kombination aus Darlehen und Royalty kann das zurückgezahlte Kreditkapital erneut investiert werden, während die Umsatzbeteiligung weiterläuft. Für RE entsteht im Idealfall ein wachsendes Portfolio laufender Einnahmen. Allerdings bleibt auch ein Finanzierer davon abhängig, dass seine Kunden liefern: Verzögerte Inbetriebnahmen, schwache Stromerlöse oder Zahlungsausfälle schlagen auf die Rechnung durch.

    Wie groß die Ambitionen sind, zeigt die Zusammenarbeit mit dem US-Solarentwickler Solaris Energy. Anfang August investierte RE eine weitere Million USD und erhöhte das eingesetzte Kapital für dessen Portfolio auf 4,8 Mio. USD. Es umfasst 16 dezentrale Solarprojekte mit zusammen rund 15,24 MW Spitzenleistung. Die Beteiligungsquote wird bei den Finanzierungsabrufen so angepasst, dass über zunächst 25 Jahre eine vereinbarte Mindestrendite angestrebt wird. Danach sollen die Royalties für die verbleibende Betriebsdauer weiterfließen.

    Noch mehr Fantasie steckt in einer unverbindlichen Absichtserklärung: Die Partnerschaft könnte ein Finanzierungsvolumen von insgesamt 67,5 Mio. USD erreichen, einschließlich der bereits investierten 4,8 Mio. USD. Weitere 13,7 Mio. USD entfallen auf 13 Projekte mit Verträgen beziehungsweise Zuschlägen, 49 Mio. USD auf 83 Projekte in Entwicklung. Das wäre für RE ein erheblicher Wachstumsschritt. Bis daraus verbindliche Investitionen werden, sind jedoch Prüfungen, Zustimmungen und endgültige Verträge nötig.

    RE prüft auch strategische Alternativen. Mit Unterstützung von PwC Corporate Finance untersucht RE unter anderem Partnerschaften, gemeinsame Investitionen, neue Eigen- oder Fremdfinanzierungen sowie einen möglichen Unternehmensverkauf. Noch ist offen, wer das Kapital dafür bereitstellt und zu welchen Bedingungen. Für Aktionäre ergibt sich daraus jedoch eine mögliche Sondersituation. Ein finanzkräftiger Partner könnte helfen, mehr Projekte umzusetzen und das Geschäftsmodell auf eine breitere Basis zu stellen. Ein Verkauf ist ebenfalls eine Option. Eine Übernahme oder ein sicherer Aufschlag stehen damit keineswegs fest.

    Auch für Dividendenjäger ist die Aktie interessant: Der Spezialfinanzierer der Energiewende bietet Anlegern eine Rendite von aktuell über 10 %. Seit inzwischen 25 Quartalen zahlt RE Royalties verlässlich 0,01 CAD je Aktie aus – ohne Kürzungen, ohne Aussetzer. Die Ausschüttung ist damit kein kurzfristiger Lockvogel, sondern zeigt, dass das Geschäftsmodell funktioniert – und stetig wächst. Denn die Energiewende verschlingt enorme Summen. Vor allem Projektentwickler im Clean-Tech-Sektor suchen viel Kapital, das ihre Stimmrechte und Eigenkapitalanteile durch Finanzierungsmaßnahmen möglichst nicht verwässert. RE hatte lange 0,01 CAD pro Quartal ausgeschüttet. Im Dezember 2025 wechselte der Verwaltungsrat jedoch zu jährlichen Entscheidungen, was die Rendite unter dem Strich nicht verringern sollte. Analysten rechnen denn auch mit einer Jahresausschüttung von 0,04 CAD.

    Die Ende August veröffentlichten Halbjahreszahlen zeigen, dass das operative Finanzierungsgeschäft kein Selbstläufer ist. Die Summe aus Royalty-, Finanzierungs- und Energieerlösen sank in den ersten sechs Monaten von 3,61 auf 2,81 Mio. CAD. Allerdings legten die reinen Royalty-Erlöse von 0,62 auf 0,88 Mio. CAD zu. Der den Aktionären zurechenbare Halbjahresverlust betrug 1,31 Mio. CAD. Im zweiten Quartal allein blieb ein kleiner zurechenbarer Gewinn von knapp 88.000 CAD übrig. Dabei half die Auflösung einer zuvor gebildeten Wertberichtigung auf eine Forderung.

    Besondere Aufmerksamkeit verdient die Bilanz. Dort wird sichtbar, dass ein Investment in RE nicht ohne Risiko ist. Wer auf die hohen Wachstumschancen und möglichen Kurssteigerungen von RE Royalties spekuliert, muss wissen, dass etwa das den Aktionären zurechenbare Eigenkapital Ende Juni mit 6,88 Mio. CAD im Minus lag. Im Lagebericht verweist RE zudem auf Unsicherheiten hinsichtlich der Unternehmensfortführung, falls notwendige Finanzierungen ausbleiben und nicht genügend Einnahmen entstehen. Der strategische Prozess mit PwC Corporate Finance ist deshalb nicht nur als bloße Übernahmefantasie zu werten.

    Für mutige Anleger liegt darin aber eine gute Chance. Denn gelingt es dem Management, neue Investoren vom Geschäftsmodell zu überzeugen, hat die Aktie deutliches Kurspotenzial. Mit einer tragfähigen Kapitalpartnerschaft könnte die Solaris-Pipeline dem Unternehmen eine neue Größenordnung eröffnen. Für die Aktie wäre das ein konkreter Fortschritt. Sollte es indes zu einem Verkauf an externe Investoren kommen, dürfte sich der Preis angesichts der vollen Projektpipeline wohl deutlich über dem aktuellen Börsenwert von rund 15 Mio. CAD bewegen.

    RE Royalties bietet Anlegern eine ungewöhnliche Mischung aus langfristigem Erlöspotenzial und kurzfristigem Finanzierungsbedarf und bleibt eine sehr spekulative Sondersituation. Der Pennystock eignet sich angesichts des geringen Börsenwertes grundsätzlich eher für sehr risikobewusste Investoren, die ihre Bestände nach einem Kauf im Auge behalten und mit einem Stoppkurs absichern sollten.

    TUI: Urlaubslust mit Unsicherheit

    Bei TUI lieferte das Buchungsupdate vom 22. September neue Anhaltspunkte. Der Reisekonzern konkretisierte seine Prognose für das bereinigte operative Ergebnis im Geschäftsjahr 2025/26 auf 1,2 bis 1,3 Mrd. EUR zu konstanten Wechselkursen. Zuvor lag die Spanne bei 1,1 bis 1,4 Mrd. EUR. Das schafft mehr Orientierung, ist aber keine Anhebung des Mittelwerts. Zudem bleibt die Erwartung unter den 1,413 Mrd. EUR des Vorjahres.

    Rückenwind kam jüngst von Hotels und Kreuzfahrten sowie einer zuletzt besseren Buchungsdynamik im Veranstalter- und Fluggeschäft. Für den Winter 2026/27 liegt dessen gebuchter Umsatz allerdings noch 7 % unter Vorjahr. In den letzten vier Wochen betrug der Rückstand nur noch 1 %. Die Kunden buchen später, die Verkaufspreise halten sich laut TUI gut.

    Die Erholung hat also Anhaltspunkte, aber noch kein freies Geleit. Die Umsatzprognose bleibt ausgesetzt. Auch der Ergebnisausblick setzt voraus, dass geopolitische Spannungen nicht wesentlich eskalieren und Treibstoff verfügbar bleibt. Für Anleger zählt nun, ob aus der besseren kurzfristigen Buchungsdynamik ein belastbarer Trend wird. TUI bleibt eine interessante Erholungswette, deren Erfolg stark vom Umfeld abhängt. Analysten sind ebenfalls optimistisch gestimmt: Aktuell raten 12 Banken und Researchhäuser zum Kauf, lediglich 4 Analysten vergeben Halte-Voten. Verkaufsempfehlungen gibt es derzeit nicht. Das mittlere Kursziel von knapp 10 EUR eröffnet über 50 % Kurspotenzial. Fundamental ist die Aktie zudem sehr attraktiv bewertet. Für 2026 und 2027 liegen die geschätzten KGVs bei lediglich 6 bzw. unter 5. Der Branchenmedian der Peer-Group in der Tourismusbranche liegt mehr als doppelt so hoch.

    Chevron: Lukratives Ölgeschäft mit KI-Fantasie

    Was die hohen Energiepreise bei einem großen Produzenten bewirken können, zeigt Chevron. Im zweiten Quartal 2026 erzielte der US-Ölkonzern 12,1 Mrd. USD Gewinn nach 2,5 Mrd. USD im Vorjahr. Bereinigt waren es 12 Mrd. USD. Der operative Cashflow erreichte stattliche 22,6 Mrd. USD. Die weltweite Förderung stieg um 20 %, vor allem dank der übernommenen Hess-Aktivitäten und zusätzlicher Produktion in den USA. Die Verschuldung wurde im Quartal um 8,4 Mrd. USD reduziert.

    Neben dem klassischen Ölgeschäft entsteht eine zusätzliche Perspektive. Chevron vereinbarte mit Microsoft einen Stromliefervertrag über 20 Jahre. Für ein Rechenzentrum in Westtexas ist eine eigene Stromversorgung mit rund 2,67 Gigawatt Kapazität vorgesehen. Damit reicht die Geschichte inzwischen bis zum Energiehunger der KI-Branche.

    Die zuletzt beschlossene Quartalsdividende beträgt 1,78 USD je Aktie. Auf Jahressicht ist damit eine Rendite von 3,5 % zu erwarten. Rekordquartale sind allerdings kein Dauerzustand. Sinkende Ölpreise und Raffineriemargen könnten die Ergebnisse wieder drücken. Chevron bietet innerhalb des Trios die derzeit stärksten absoluten Mittelzuflüsse; die Bewertung sollte sich dennoch an einer realistischen Ertragskraft über den Rohstoffzyklus orientieren.

    Die Analysten-Gilde ist weiterhin zuversichtlich: 24 Banken und Researchhäuser empfehlen die Aktie zum Kauf, lediglich drei Institute stufen sie mit „Halten“ ein. Nur ein Analyst votiert aktuell mit Verkaufen. Das durchschnittliche Kursziel von gut 220 USD signalisiert allerdings auf aktuellem Kursniveau nur noch ein Aufwärtspotenzial von gut 10 %.

    Fazit: RE Royalties bietet Investoren die spannendste Sondersituation unter den drei vorgestellten Aktien, hat zugleich kurzfristig aber Finanzierungsbedarf. Eine erfolgreiche Finanzierung ist auch der Schlüssel zu hohen Kurssteigerungen. Mit TUI setzen Anleger auf eine festere Buchungsentwicklung und eine nachhaltige Kurserholung. Mit Chevron können Aktionäre weiterhin auf starke Energieerträge und neue Stromgeschäfte durch die boomende KI-Industrie hoffen.


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    Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen mit Schwerpunkt Bank- und Kapitalmarktrecht startete er zur Jahrtausendwende seine Karriere in der Frankfurter Finanzszene. Als Börsen- und Wirtschaftsjournalist schrieb der passionierte Hobbygolfer für führende Börsenbriefe, Finanzzeitungen und Wirtschaftsmagazine wie die Platow Börse, Capital Depesche, BÖRSE ONLINE, Capital und die Financial Times Deutschland.

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