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BioTec CCI: „BioNTech zeigt, was bei vorbörslichen Beteiligungen möglich sein kann.“


06.07.2021 | 04:14

Erfolgreich therapieren, Milliarden verdienen! CureVac, Defence Therapeutics, BioNTech

  • Biotech
  • Covid-19
Bildquelle: pixabay.com

Seitdem wir eine große Anzahl von gesundheitlich bedrohlichen Themen auf dem Tisch haben, gibt es genauso viele Unternehmen aus dem Bereich Biotech und Pharma, die sich der Forschung und Bekämpfung angenommen haben. Viele von ihnen sind börsennotiert oder in Frühphasen der Venture-Finanzierung. Anleger haben die Qual der Wahl, sie müssen neben guter Analyse auch noch eine gehörige Portion Gespür und Glück auf sich vereinen, um die richtige Aktie zu finden, die sich wirklich zum 500-Prozenter entwickelt. Das Krebsforschungsunternehmen CEL-SCI enttäuschte jüngst genauso wie der COVID-Impfstoff-Experte CureVac – beide Aktien endeten mit einem Kurs-Desaster. Bleibt die Frage offen - welche Pferde sind die richtigen?

Lesezeit: ca. 5 Minuten. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: DEFENCE THERAPEUTICS INC | CA24463V1013 , CUREVAC N.V. O.N. | NL0015436031 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026

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Hans Hinkel, CEO/COO, BioTec CCI AG
"[...] Wir wollen uns an Unternehmen beteiligen, die oftmals an lebensverlängernden oder -rettenden Innovationen arbeiten und auf die Privatanleger sonst keinen Zugriff hätten. [...]" Hans Hinkel, CEO/COO, BioTec CCI AG

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Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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Curevac – Die nächste Delle in der Karosserie

Die Corona-Hoffnung CureVac hat einen weiteren Fehlschlag hinter sich, denn die Wirksamkeit des hauseigenen COVID-Impfstoffs beträgt nur runde 50%. Der Kurs hat schon mal gute 50% verloren, die Firma selbst ist indes sicher, dass das CureVac-Vakzin im Kampf gegen die Pandemie trotzdem wertvoll sein kann. Unternehmens-Chef Franz-Werner Haas würde den Impfstoff jetzt jüngeren Menschen verabreichen. Genau an diesem Punkt streiten sich die Wissenschaftler aber täglich, ob man die COVID-Abwehr nicht dem gesunden Immunsystem überlassen soll.

Der Vergleich ist etwas ungerecht, denn die Präparate der Konkurrenz mussten meist nur gegen den Corona-Urtyp bestehen. CureVac arbeitet aber bereits an einem Impfstoff der zweiten Generation. Dieser soll vor allem die Mutanten in den Griff bekommen, leider indiziert die aktuelle Studie auch hier nur eine 50%-ige Wirksamkeit. Die Schweiz ist bekanntlich sehr offen für neue Wege und hat schon einmal 5 Mio. Dosen des CureVac-Präparats bestellt. Aber eine Zulassung des Impfstoffs ohne Auflagen ist auch in der Schweiz unwahrscheinlich.

In der jüngsten Studienphase hat sich der CureVac-Impfstoff gegen 15 verschiedene Corona-Varianten behaupten müssen. Das ist das schwere Los eines Followers! Mit an Bord ist nach wie vor der britische Gigant Glaxo Smith Kline (GSK) und auch der Produktionspartner Novartis. Novartis könnte im Extremfall auch umsatteln und für andere Unternehmen ausliefern, denn grundsätzlich gibt es weltweit einen riesigen Bedarf an Impfstoff. Ob das alles hilft, den CureVac-Kurs aus dem Keller zu heben ist u.E. sehr fraglich. In der Regel hat die Börse recht – und hier wird munter verkauft!

Defence Therapeutics – Das kann eine große Geschichte werden!

Defence Therapeutics ist ein junges Biotechnologie-Unternehmen aus Kanada, welches auf Basis seiner proprietären Accum-Plattform die Entwicklung der nächsten Generation von Impfstoffen und ADC-Präparaten (ADC = Antibody Drug Conjugates) vorantreibt. In seiner Konstruktion ähneln diese Verfahren der Vorgehensweise in der mRNA-Forschung von BioNTech, welche die Entwicklung des erfolgreichen COVID-Impfstoffs „Comirnaty“ ermöglicht hat.

Die Abkürzung mRNA bedeutet «Messenger Ribonucleid Acid», auf Deutsch Boten-Ribonukleinsäure. Sowohl Pfizer & BioNTech, Moderna als auch CureVac setzen auf eine neuartige, aber über zehn Jahre erforschte mRNA-Technologie. Die mRNA ist eine Art Botenmolekül, das die Bauanleitung zur Herstellung von Proteinen mit sich trägt. Diese übermittelt den Körperzellen die nötige Information, wie sie ein Virus-Protein herstellen sollen. Sobald das Protein im Körper produziert wird, erkennt es das Immunsystem als körperfremd und produziert so Antikörper gegen das Virus. Die Immunantwort bereitet den Körper auf die Bekämpfung des Virus vor. In den Verfahren ergeben sich interessante Parallelen für die Krebstherapie, denn wichtig für beide Wirkstoffe ist die gezielte und präzise zu dosierende Abgabe an die infizierten Zellen, in diesem Fall Tumorzellen. Dabei gilt es die gesunden Zellen auszusparen oder so wenig wie möglich an Schaden zuzufügen. Ein gesunder Körper vermag gesunde Zellen beständig neu zu erzeugen, ein kranker Körper ist in dieser Funktion bereits eingeschränkt.

Die neue Anti-Krebs-Formel von Defence verbirgt sich hinter dem Kürzel AccuVAC-D001. In einer präklinischen Vorstudie wurde bei Mäusen ein Heilungserfolg von über 70% erreicht. Die Tumore waren bereits etabliert und bildeten sich entsprechend zurück. Defence Therapeutics hat sich nun das Therapiefeld Brustkrebs vorgenommen, hier kommt der Wirkstoff Accum-T-DM1 zum Einsatz. Die Weiterentwicklung des Blockbuster-Medikaments T-DM1 (Ado-Trastuzumab, Kadcyla®), das seit 2013 bei Patientinnen mit metastasierendem HER2-positivem Brustkrebs zugelassen ist, soll mittels der Accum™-Technologie von Defence Therapeutics eine präzisere intrazelluläre Wirkstoffabgabe ermöglichen. Sollte das gelingen, steht Defence vor einem Quantensprung!

Defence Therapeutics hat Ende Juni bekannt gegeben, in Zukunft mit dem Pariser Institut Curie bei der Bewertung der therapeutischen Wirksamkeit des Accum-T-DM1-ADC in PDX-Modellen für Brustkrebs zusammenzuarbeiten. Das Institut Curie ist ein Forschungszentrum von weltweitem Renommee, das sich als Vorreiter bei der Grundlagenforschung und der angewandten naturwissenschaftlichen Forschung zum Wohle der Menschheit für den Kampf gegen Krankheiten wie Krebs einsetzt. Sein wissenschaftliches Team verfügt über umfangreiche Erfahrung im Bereich der medizinischen und experimentellen Pharmakologie mit PDX-Brustkrebsmodellen. Die Vereinbarung zwischen dem Institut Curie und Defence Therapeutics steht für die Durchführung von direkten Vergleichen des Toxikologieprofils von T-DM1 und Accum-T-DM1 bei Mäusen sowie den Abschluss einer Dosiseskalationsstudie bei PDX-Mäusen, die gegenüber T-DM1 resistent sind. Des Weiteren soll eine vollständige Brustkrebs-Wirksamkeitsstudie bei PDX-Mäusen, die einer ADC-Behandlung unterzogen werden, einschließlich HER2-positiven PDX-Modellen und dreifach-negativen PDX-Modell durchgeführt werden.

Die Pipeline von Defence Therapeutics ist überaus interessant, da in 75 Jahren weltweiter Krebsforschung bis jetzt keine wirklichen Erfolge vorzuweisen sind. Kommt es hier nur zu einem Teilerfolg, dürfte die aktuelle Bewertung von knapp 215 Mio. CAD schnell einen Faktor nach oben springen, bis dahin werden freilich noch einige Forschungs-Einheiten notwendig sein.

BioNTech – Die WHO möchte ein Wörtchen mitreden

Die Aktie des deutschen Impfstoffherstellers BioNTech zählt seit Monaten nicht zu Unrecht zu den Top-Performern an den internationalen Börsen. Die operativen Aussichten für die kommenden Jahre sind blendend, doch die herausragende Wirksamkeit des BioNTech Vakzins weckt nicht nur an der Börse Begehrlichkeiten. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Mainzer Firma BioNTech zu mehr Engagement aufgerufen, um die Impfstoffproduktion weltweit anzukurbeln. Gemeint ist natürlich die Offenlegung der Patente, um global neue Standorte für die Herstellung von Corona-Impfstoffen aufzubauen. Ärmere Länder haben immer noch nicht genügend Impfstoff, um wenigstens 10% ihrer Bevölkerung bis Ende September zu impfen. Mit Spenden kommt man hier zu langsam voran und der Winter naht.

Die Forderungen der WHO sind nicht neu, denn vor Wochen wurde schon eine vorübergehende Aufhebung des Patentschutzes diskutiert. Bislang steht die Politik aber weiter hinter dem Grundsatz unternehmerischer Freiheit und dem Schutz von geistigem Eigentum. Gut so, denn nur so gibt es genug Nachfolger, die sich entsprechend anstrengen, dem Platzhirsch BioNTech irgendwann doch Paroli zu bieten. BioNTech ist analytisch teuer, aber eben der uneingeschränkte Marktführer!


In der Betrachtung der drei vorgestellten Biotech-Unternehmen setzt man bei CureVac auf eine überraschende Nachricht zum Positiven, bei Defence Therapeutics auf viel Phantasie in einem absoluten Zukunftsthema und mit BioNTech auf höchste Qualität zu einem stattlichen Preis! Mit den Erscheinungsformen von COVID-19 werden wir leben müssen und es wird uns letztlich auch gelingen. Krebs hingegen ist eine wahrliche Geißel und an Sterblichkeit wohl kaum zu übertreffen.


Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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Lexikon:

  1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.

Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die Apaton Finance GmbH hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


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