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30.06.2026 | 05:00

Für die Industrie geht es um Leben und Tod: thyssenkrupp leidet, BYD mit Vorteilen – bringt Strategic Resources die Rettung?

  • Industrie
  • Stahlindustrie
  • Batterietechnologie
  • Rohstoffe
Bildquelle: KI

Viele alteingesessene Industrieunternehmen sind unter Druck: Ihre Geschäftsmodelle sind im Wandel, Zulieferer sortieren sich neu und die internationale Konkurrenz wächst. Vor allem die europäische Schwerindustrie steht vor einer Zäsur, da die Energiepreise in Europa und insbesondere in Deutschland höher sind und die Vorgaben zur Dekarbonisierung von Produktionsverfahren zum Handeln zwingen. Gleichzeitig drängen asiatische Technologiekonzerne auf den Markt, die oft auch noch umfassend vertikal integriert sind und im Wettlauf um Rohstoffe Vorteile haben. Das setzt Traditionsunternehmen aus Europa unter immensen Restrukturierungs- und Innovationsdruck. Wir beleuchten die Gesamtsituation und zeigen Investoren Chancen auf.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001 , STRATEGIC RESOURCES INC | CA86277X4093 | TSXV: SR , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296

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Inhaltsverzeichnis:


    thyssenkrupp zwischen Restrukturierung und grünen Visionen

    thyssenkrupp ist einer der deutschen Traditionskonzerne und treibt im Rahmen der Strategie „ACES 2030“ eine tiefgreifende Restrukturierung zur Finanzholding voran. Das Ziel: Weniger komplex aufgestellt sein. Diese Transformation findet unter besonderen finanziellen Umständen statt, da der Konzern im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 einen Nettoverlust von 334 Mio. EUR verbuchte. Dieser Fehlbetrag resultiert maßgeblich aus Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 401 Mio. EUR für das Stahlsegment Steel Europe – ein Großteil davon im Zusammenhang mit dem geplanten Abbau von bis zu 11.000 Stellen. Um sich finanziell zu entlasten, forcierte das Management bereits den Spin-Off operativer Einheiten: Die Marinesparte thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) notiert inzwischen im MDAX, wobei der Mutterkonzern eine Mehrheitsbeteiligung von 51 % hält. Zudem plant thyssenkrupp noch in diesem Jahr die Abspaltung von 49 % der Werkstoff- und Handelstochter tk accelis an seine Aktionäre, während die Verkaufsgespräche über die kriselnde Stahlsparte mit dem indischen Konkurrenten Jindal Steel & Power zeitweise ausgesetzt sind. Für das für thyssenkrupp wegweisende Dekarbonisierungskonzept „tkH2Steel“, das Gesamtkosten von rund 3 Mrd. EUR verursacht, sicherte sich das Unternehmen eine staatliche Förderung von 2 Mrd. EUR. Während die Finanzierung gesichert scheint, gibt es ein anderes Nadelöhr: Die ab 2026/2027 geplante wasserstoffbasierte Direktreduktionsanlage erfordert hochreines Eisenerz mit einem Mindesteisengehalt von 67 %. Solche Direct-Reduction-Vorkommen sind weltweit rar, was den Konzern zu neuen strategischen Allianzen zwingt.

    BYD greift dank vertikaler Integration nach Europa

    Der chinesische Elektrofahrzeug-Gigant BYD expandiert zügig nach Europa und nutzt dabei seine vertikale Integration als Wettbewerbsvorteil. Das Unternehmen kontrolliert von der Halbleiterfertigung über Softwareprogramme bis hin zur Batterieproduktion durch das Tochterunternehmen FinDreams Battery nahezu jede Stufe der Automobilproduktion im eigenen Haus – zumindest teilweise. Die patentierte LFP-basierte „Blade-Batterie“ ermöglichte es dem Konzern, mit 2,26 Mio. verkauften Elektrofahrzeugen im Jahr 2025 den US-Rivalen Tesla zu überholen. Um den drohenden EU-Strafzöllen auf chinesische Importe zu entgehen, investiert der Konzern im ungarischen Szeged, wo die geplante Jahreskapazität von bis zu 200.000 Fahrzeugen schrittweise hochgefahren werden soll. Um sich lokale Lieferketten zu sichern, schloss BYD eine strategische Kooperationsvereinbarung mit dem österreichischen Konzern voestalpine über die Lieferung von dekarbonisiertem Qualitätsstahl. Da ein Fahrzeug bis zu 83 kg Kupfer verschlingt, kooperieren die Chinesen zudem mit der BHP Group und CATL und engagieren sich bei der Elektrifizierung von schwerem Gerät im Bergbau, um direkten Einfluss auf die Nachhaltigkeitsparameter der Lieferkette auszuüben. Das zeigt: Der ökologische Fußabdruck entlang der Wertschöpfungskette hat für Konzerne große Bedeutung.

    Strategic Resources macht saubere Lieferketten erst möglich

    Das kanadische Rohstoffunternehmen Strategic Resources positioniert sich als Problemlöser für die in der Transformation befindliche Industrie. Das Unternehmen entwickelt das bereits baureife BlackRock-Projekt in der kanadischen Provinz Québec. Dank Wasserkraft profitiert das Projekt von extrem niedrigen Stromkosten von lediglich 0,04 CAD je kWh. Das ist ein entscheidender Kostenvorteil bei der geplanten Produktion von DR-Grade-Eisenerzpellets. In Phase 1 plant das Unternehmen, eine Pelletieranlage im Tiefseehafen von Port Saguenay mit einer anfänglichen Kapazität von 4 Mio. t Pellets pro Jahr zu errichten, wobei die Bundes- und Provinzregierungen die Infrastruktur durch eine 111 Mio. CAD teure Multi-User-Förderbandanlage fördern. Laut einer Wirtschaftlichkeitsstudie nach dem Bergbaustandard NI 43-101, die 2022 das Gesamtprojekt aus Mine und Anlage untersucht hat, weist das Vorhaben einen Net Present Value von 1,93 Mrd. CAD nach Steuern sowie einen IRR von 18,2 % auf. Die geschätzten Betriebskosten liegen bei knapp über 16 USD je t in der Pelletproduktion, was bei aktuellen Marktpreisen, die um 50 USD schwanken, zu attraktiven Margen führen würde. Abgesichert ist das Vorhaben durch ein zehnjähriges Vermarktungsabkommen mit Javelin Global Commodities, das zudem eine dreijährige Kreditlinie von bis zu 150 Mio. USD umfasst.

    Ambitionierte Pläne und eine Aktie mit Potenzial: Strategic Resources.

    Strategic Resources kann noch mehr - vom Grünstahl zur Batterie-Anode

    Neben seinem Kernprojekt punktet Strategic Resources auch mit anderen Aktivitäten: Die EU wählte das historische Mustavaara-Projekt von Strategic Resources in Finnland bereits 2024 für das mit insgesamt 5 Mio. EUR geförderte Forschungsprogramm AVANTIS aus, um die europäische Importabhängigkeit bei Vanadium und Titan zu reduzieren. Die im April 2026 unterzeichnete Absichtserklärung mit dem Batterieentwickler Tyfast Energy gilt als weiterer Meilenstein. Die Partnerschaft zielt darauf ab, kanadisches Vanadiumoxid von Strategic Resources für die Integration in Tyfasts Lithium-Vanadium-Oxid-Anodenmaterial (LVO) zu qualifizieren und somit eine geschlossene nordamerikanische Wertschöpfungskette aufzubauen. Im Vergleich zu herkömmlichen Graphitanoden, die in rauen Umgebungen oder niedrigen Temperaturen zu Ausfällen neigen, soll die kristalline Struktur von Vanadiumoxiden laut Tyfast Energy eine bis zu zehnmal schnellere Ladegeschwindigkeit, eine Lebensdauer von über 10.000 Ladezyklen und eine hervorragende Kältebeständigkeit bis -20 °C ermöglichen.

    Fazit: Die Rohstoffe entscheiden – Strategic Resources perfekt positioniert

    Die Situation der Industrie zeigt es: Die Transformation ist ohne Zugriff auf Rohstoffe nicht zu schaffen. Während thyssenkrupp mit immensen Kosten kämpft und BYD Fabriken und Lieferketten in Europa unter Hochdruck errichtet, positioniert sich Strategic Resources als Problemlöser. Das BlackRock-Projekt besticht durch seine guten Rahmenbedingungen, die staatliche Rückendeckung in Québec und einem Net Present Value von 1,93 Mrd. CAD nach Steuern. Die Aktie ist angesichts dieser Ausgangslage ein klarer Fall für die Watchlist.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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