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27.07.2026 | 05:30

Gerade jetzt bei einem Goldpreis über 4.000 USD: Barrick Mining, Kobo Resources und Kinross Gold bieten Potenzial

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Bildquelle: pixabay.com

Der Goldpreis hat die magische Marke von 4.000 USD je Unze nach dem Rücksetzer verteidigt. Die Korrektur hat den Markt durchgeschüttelt, doch Gold hat sich schneller erholt, als selbst die Optimisten erwartet hätten. Während Analysten über den weiteren Verlauf streiten, kaufen die Zentralbanken unbeirrt weiter, ein klares Bekenntnis zum Edelmetall. Für Anleger, die bereit sind, genauer hinzusehen, eröffnen sich jetzt Potenziale. Drei Unternehmen verdienen in diesem Umfeld besondere Aufmerksamkeit: der etablierte Champion Barrick Mining, der vielversprechende Explorer Kobo Resources und der Produzent Kinross Gold.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BARRICK MINING CORPORATION | CA06849F1080 | NYSE: B , TSX: ABX , KOBO RESOURCES INC | CA49990B1040 | TSXV: KRI , KINROSS GOLD CORP. | CA4969024047

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Inhaltsverzeichnis:


    Barrick Mining - zwischen Goldpreisrutsch und Kupferoffensive

    Der Goldpreis hat sich seit dem Rekordhoch von über 5.500 USD im Januar auf aktuell rund 4.100 USD je Unze mehr als ein Viertel abgeschwächt. Barrick präsentierte für das 1. Quartal beeindruckende Zahlen. Im 1. Quartal steigerte sich der operative Cashflow auf 2,55 Mrd. USD, ein Plus von 111 % gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte auf 0,98 USD, während die Kosten (AISC) mit 1.708 USD unter der eigenen Prognose blieben. Die Produktion übertraf mit 719.000 Unzen die Erwartungen, und das Management hält an der Jahresprognose von bis zu 3,25 Mio. Unzen fest.

    Barrick setzt gezielt auf Diversifikation. Das Lumwana-Projekt in Sambia soll nach Abschluss der Expansion die Kupferproduktion von 117.000 auf 240.000 t jährlich mehr als verdoppeln. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 2 Mrd. USD. Die Fertigstellung der Aufbereitungsanlage ist für Anfang 2028 avisiert. Auch das Fourmile-Projekt in Nevada verspricht langfristiges Wachstum. Die Aktie bleibt kurzfristig eng an die Goldnotierung gekoppelt, doch die Strategie zielt auf eine Entkopplung vom reinen Gold-Proxy-Status. Analysten sehen hier erhebliches Re-Rating-Potenzial, sobald die Kupferprojekte signifikant zur Gewinnstruktur beitragen.

    Die Aktionäre profitieren von einer großzügigen Ausschüttungspolitik. 50 % des zurechenbaren Free Cashflows fließen in Dividenden, ergänzt um ein Aktienrückkaufprogramm über 3 Mrd. USD. Der geplante Börsengang der nordamerikanischen Aktivitäten bis Ende 2026 könnte zusätzlichen Wert heben. Auf der Risikoseite stehen die Abhängigkeit von politisch fragilen Förderländern und der anhaltende Gegenwind durch hohe Ölpreise, die die Förderkosten belasten. Für den 10. August wird der nächste Quartalsbericht erwartet. Das ist ein wichtiger Gradmesser, ob Barrick die Kostendisziplin trotz des schwierigen Umfelds halten kann. Derzeit ist die Aktie für 37,11 USD zu haben.

    Kobo Resources – Substanz trifft auf Disziplin

    Westafrika ist voller Goldgeschichten, doch die meisten bleiben heiße Luft. Kobo Resources gehört zu den wenigen Junioren, die tatsächlich liefern. Unter CEO Edward Goslin, einem Juristen, der lieber Bohrkernen als Vertragsklauseln nachspürt, treibt das Unternehmen zwei Projekte in der Elfenbeinküste voran. Diese Goldprojekte in der Elfenbeinküste werden systematisch vorangetrieben mit einer Bodenhaftung, die in dieser Branche zur Ausnahme geworden ist. Hier wird nicht spekuliert, sondern strukturiert entwickelt. Kobo hat früh auf Diamantbohrungen umgestellt, obwohl RC-Bohrungen günstiger sind. Der Grund ist die komplexe Geologie vor Ort, die orientierte Kernproben verlangt, um die Mineralisierungssysteme wirklich zu verstehen.

    Bisher wurden über 42.000 m abgeteuft und das zu Kosten von unter 200 CAD pro Meter, inklusive aller Nebenkosten. Möglich wird das durch kluge Vertragsverhandlungen mit Bohrfirmen und eigene Gerätevereinbarungen vor Ort. Bevor überhaupt ein Bohrturm aufgestellt wird, läuft eine methodische Oberflächenerkundung mit geochemischen Proben und Schürfarbeiten. Erst wenn die Daten stimmen, wird gebohrt. Das spart Geld und Nerven. Bei den letzten Ergebnissen von der Kossou Liegenschaft wurden Goldgehalte von bis zu 20 g/t entdeckt.

    Das Projekt liegt nur 9 km von einer produzierenden Mine entfernt mit Straßen, Wasser, Strom und einer funktionierenden Mühle. Hier könnten bereits 500.000 Unzen für einen strategischen Käufer interessant werden. Die jüngsten metallurgischen Tests von SGS zeigen Goldrückgewinnungsraten von durchschnittlich 97 %. Das ist ein starkes Signal für die Wirtschaftlichkeit. Kotobi ist dagegen ein frühes Gold-Explorationsprojekt. Hier laufen die Vorbereitungen für die ersten Bohrungen, die noch im 3. Quartal starten sollen. Parallel sichert sich Kobo neue Lizenzen mit dem klaren Plan, nach einem möglichen Verkauf von Kossou den Aktionären direkt die nächste Chance zu bieten. Die erste Ressourcenschätzung für Kossou wird für das zweite Halbjahr erwartet und könnte zum entscheidenden Meilenstein werden. Aktuell notiert die Aktie bei 0,195 CAD.

    Kinross Gold - solide Finanzen und eine vielversprechende Pipeline

    Die aktuellen Quartalszahlen untermauern die operative Stärke des kanadischen Produzenten. Im 1. Quartal 2026 verbuchte das Unternehmen einen bereinigten Gewinn von 0,71 USD je Aktie bei einem Umsatz von 2,41 Mrd. USD. Besonders beeindruckend ist die Entwicklung des freien Cashflows, der mit 840 Mio. USD einen neuen Rekord erreichte. Die Bilanz wurde konsequent gestärkt. Die Nettoverschuldung ist vollständig abgebaut, stattdessen weist Kinross mittlerweile eine Nettocash-Position von 1,4 Mrd. USD aus. Die liquiden Mittel belaufen sich auf etwa 2,2 Mrd. USD, was dem Management erheblichen finanziellen Spielraum verschafft.

    Die langfristige Perspektive wird von zwei Großprojekten bestimmt, Great Bear in Kanada und Lobo-Marte in Chile. Great Bear soll ab 2029 jährlich über 500.000 Unzen bei äußerst niedrigen Förderkosten liefern. Die Machbarkeitsstudie beziffert den Nettobarwert auf knapp 8 Mrd. USD. In Chile wurde die Umweltverträglichkeitsprüfung für Lobo-Marte eingereicht, das über 16 Jahre 4,7 Mio. Unzen fördern soll. Die Produktion bleibt bis 2028 mit rund 2 Mio. Unzen stabil, bevor sie im nächsten Jahrzehnt auf 2,3 Mio. Unzen steigen könnte. Aktionäre profitieren von einer Rückführung von 40 % des freien Cashflows durch Aktienrückkäufe und Dividenden.

    Trotz der positiven Fundamentaldaten notiert das Papier mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 10 und damit unterhalb vieler Wettbewerber. Das durchschnittliche Analysten-Kursziel von 36 USD signalisiert Aufwärtspotenzial. Eine konservative Bewertung auf Basis der erwarteten Produktionssteigerung und sinkender Förderkosten ergibt einen fairen Wert von knapp 36 USD je Aktie. Die geopolitischen Risiken in einzelnen Förderländern bleiben zu beachten, doch die Diversifikation über vier Jurisdiktionen reduziert das Gesamtrisiko. Momentan kostet die Aktie 23,85 USD.


    Ein Goldpreis von über 4.000 USD und weiteres Interesse am Edelmetall durch die Zentralbanken stützt den gesamten Sektor. Barrick Mining verbindet solide operative Zahlen mit einer zukunftsweisenden Kupferoffensive, die langfristig vom reinen Gold-Status entkoppeln könnte. Kobo Resources überzeugt als disziplinierter Explorer in Westafrika mit vielversprechenden Bohrergebnissen und einer ersten Ressourcenschätzung am Horizont. Kinross Gold präsentiert sich mit einem starken freien Cashflow, schuldenfreier Bilanz und einem attraktiven Bewertungsniveau als solider Produzent. Alle drei Unternehmen bieten in diesem Umfeld unterschiedliche, aber reizvolle Chancenprofile für Anleger.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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