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26.04.2024 | 05:00

HelloFresh, First Hydrogen, Amazon Aktie : Wachstum in der Kurier-Express-Paket-Branche

  • KEP
  • Logistik
  • Lieferservice
  • Wasserstoff
  • E-Commerce
Bildquelle: HelloFresh SE

Die Kurier-Express-Paket-Branche (KEP) ist ein wahrer Wachstumsmotor. KEP-Unternehmen beschäftigen aktuell fast 260.000 Menschen und damit über 50 % mehr als noch vor zehn Jahren. Weltweit setzen Verbraucher zunehmend auf Direktlieferungen nach Hause, egal ob Lebensmittel oder Einzelhandel-Bestellungen. Davon profitiert das Food-Unternehmen HelloFresh. Die Zahlen aus dem 1. Quartal 2024 überzeugen Analysten und Investoren gleichermaßen. Zunehmender Lieferverkehr in Städten braucht neue Lösungen. Hier kommt First Hydrogen ins Spiel. Das Unternehmen setzt auf mit Wasserstoff betriebene Nutzfahrzeuge für Lieferungen innerorts. Der Vorteil bei den Vans von First Hydrogen ist die unschlagbar hohe Reichweite von über 600 km, mit nur einer Betankung. Auch Amazon skaliert in die Foodlieferung. In den USA locken sie Prime-Abonnenten in Liefervorteile für Lebensmittel. Das wird in Europa gar nicht gern gesehen und verstoße gegen so manches Verbraucherrecht. Die Details.

Lesezeit: ca. 6 Min. | Autor: Juliane Zielonka
ISIN: HELLOFRESH SE INH O.N. | DE000A161408 , First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , AMAZON.COM INC. DL-_01 | US0231351067

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Inhaltsverzeichnis:


    HelloFresh weiter auf Wachstumskurs: Fertiggerichte und strategische Expansion stärken Position

    Das deutsche Lebensmittel-Lieferunternehmen HelloFresh hat gestern seine aktuellen Quartalsergebnisse veröffentlicht. Trotz des Rückgangs bei Bestellungen von Kochboxen und gestiegener Ausgaben für das aufstrebende Fertiggerichtgeschäft stimmen die Ergebnisse die Investoren milde. Das bereinigte Kernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (AEBITDA) im ersten Quartal 2024 beläuft sich auf 17 Mio. EUR, was laut Unternehmenspräsentation einer Marge von 0,8 % entspricht. Der Umsatz stieg um 3,8 % auf 2,09 Mrd. EUR.

    CEO Dominik Richter betont, dass das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr darauf abzielt, Kunden zu halten. Die Gruppe verzeichnet eine fortgesetzte Expansion des durchschnittlichen Bestellwerts (Average Order Value AOV) um 6,5 % in EUR. In Nordamerika betrug der Anstieg 7,1 %, während er international bei 5,1 % liegt. Der Anstieg des AOV wurde hauptsächlich durch die rasche Expansion von sofort verzehrfertigen Mahlzeiten (Ready to eat RTE) in Nordamerika und eine Kombination aus hochwertigeren Premium-Mahlzeiten und selektiver Preiserhöhungen im internationalen Segment getrieben.

    „Nachdem wir unsere Umsätze mit Kochboxen von 2019 bis 2022 verdreifacht haben, gab es in letzter Zeit einen vorübergehenden Rückgang. Dennoch zahlt sich unser strategisches Ziel, die Umsätze zu diversifizieren, sehr gut aus. Unsere Produktkategorie „Fertigessen“ wächst in hohem Tempo, und unsere Eigenmarke „Factor“ gehört zu den am schnellsten wachsenden Verbrauchermarken in Nordamerika, was den Rückgang der Kochbox-Umsätze mehr als ausgleicht. Die Erlöse aus Fertiggerichten machen nun ein Viertel der Gesamtumsätze der Gruppe aus, und wir erwarten, dass dieser Anteil in Zukunft weiter wachsen wird. Als Teil dieser Strategie haben wir kürzlich die Einführungen in zusätzlichen europäischen Märkten angekündigt, was an den Erfolg früherer Einführungen in den USA, Australien und Kanada anknüpft“, fährt Richter fort.

    Das Management bekräftigt erneut seine Prognose für das Jahr 2024, mit einem Umsatzwachstum von 2 % bis 8 % auf konstanter Währungsbasis und einem AEBITDA von 350 Mio. bis 400 Mio. EUR abzuschließen. Analysten zeigten sich positiv überrascht von den Ergebnissen und bezeichneten das Quartal als guten Start für die Zukunft von HelloFresh. Die Aktien stiegen um 1,1 % am selben Tag.

    First Hydrogen revolutioniert innerstädtische Logistik mit wasserstoffbetriebenen Nutzfahrzeugen

    Der Trend, dass immer mehr Haushalte sich lieber Fertiggerichte oder Kochboxen nach Hause liefern lassen, als ihre Zeit im Supermarkt zu verbringen, ruft innovative Unternehmen wie First Hydrogen auf den Plan. Die Essenspakete müssen von A nach B kommen und so wächst mit den Hauslieferungen auch die Logistikbranche, speziell innerorts.

    Defizite in der Stadtplanung führen dazu, dass die logistischen Anforderungen des städtischen Lieferverkehrs nicht ausreichend berücksichtigt werden. Laut einer Fraunhofer Studie im Auftrag des deutschen Bundesministeriums für Verkehr tragen elektrische Nutzfahrzeuge erheblich zur Verbesserung der Luftqualität bei, da lokale Abgasemissionen vermieden werden. Allerdings können nur etwa 50–60 % der Transporte elektrisch durchgeführt werden, da die Reichweite der Fahrzeuge begrenzt ist. Der nahezu lautlose Betrieb der Fahrzeuge ist besonders vorteilhaft für Nachtbelieferungen. Die verkehrlichen Auswirkungen sind jedoch marginal, da Elektrofahrzeuge denselben Verkehrsraum beanspruchen wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren.

    Das Thema Reichweite steht bei der First Hydrogen Corporation hoch im Kurs. Das Unternehmen mit Standorten in Vancouver, Montreal und London entwickelt in Partnerschaft mit AVL Powertrain und Ballard Power Systems Inc. wasserstoffbetriebene leichte Nutzfahrzeuge (FCEV). Diese werden derzeit in Flottenbetrieben in Großbritannien getestet. Zudem plant First Hydrogen den Bau einer grünen Wasserstoffproduktionsanlage und einer Fahrzeugmontagefabrik in Shawinigan, Quebec.

    Bei einem kürzlich durchgeführten Test mit dem Gasverteilungsnetz Wales & West Utilities legte das FCEV des Unternehmens in vier Wochen mehr als 2.000 km zurück, wobei es in einigen der kältesten Regionen von Südwales bis zu 189 km pro Tag fuhr. Das FCEV zeigte seine Fähigkeit, anspruchsvolle Aufgaben zu bewältigen, ohne dass es zu einer Beeinträchtigung der Leistung oder Reichweite kam. Genau das ist der große Vorteil gegenüber herkömmlichen Elektrofahrzeugen. Die Fahrzeuge von First Hydrogen verfügen über eine einfache Handhabung, eine schnelle Betankung und erzielen eine beeindruckende Reichweite von 630 km mit nur einer einzigen Betankung. Für Unternehmen wie HelloFresh oder auch Amazon kann die First Hydrogen Technologie das Mittel der Wahl im innerstädtischen Lieferverkehr werden.

    Amazon's aggressiver Vormarsch bei Lebensmittel-Lieferungen trifft auf regulatorische Hürden in Italien

    Direkte Konkurrenz bekommt HelloFresh in Nordamerika vom Platzhirschen Amazon. Das neue Lebensmittel-Lieferabonnement bietet Prime-Mitgliedern in mehr als 3.500 Städten und Gemeinden in den USA für 9,99 USD pro Monat unbegrenzte Lebensmittellieferungen. Ab einem Bestellwert von 35 USD von Whole Foods Market, Amazon Fresh und den verschiedenen lokalen Lebensmittel- und Fachhändlern auf Amazon.com können Prime-Mitglieder sich den Gang in den Supermarkt sparen und werden zu Hause mit frischen Waren beliefert.

    Doch nicht allen sind die Geschäftspraktiken von Amazon geheuer. In Europa hat die Wettbewerbsbehörde Italiens diese Woche zwei Tochtergesellschaften von Amazon wegen mutmaßlich unlauterer Geschäftspraktiken mit insgesamt 10 Mio. EUR bestraft. Amazon habe „die Entscheidungsfreiheit der Verbraucher erheblich eingeschränkt“, indem es automatisch eine „Abonnieren und Sparen“-Option auf seiner Website für eine breite Auswahl von Produkten voreingestellt habe, sagt die Aufsichtsbehörde. Dazu gehören auch Lebensmittel-Lieferungen von AmazonFresh.

    Auf diese Weise seien Verbraucher eher geneigt, sich für regelmäßige Lieferungen zu entscheiden, anstatt einmalige Käufe zu tätigen. Wenn Amazon eins verstanden hat, dann ist es die Kaufpsychologie seiner Nutzer.

    „Das voreingestellte regelmäßige Kaufverhalten veranlasst dazu, ein Produkt regelmäßig zu kaufen - selbst ohne effektiven Bedarf - und beschränkt somit die Entscheidungsfreiheit“, erklärt die Behörde in einer Stellungnahme. Doch Amazon hat die Entscheidung angefochten und angekündigt, dagegen Einspruch zu erheben.

    Kunden profitieren jeden Tag vom Abonnieren und Sparen-Programm, indem sie Geld und Zeit bei regelmäßigen Lieferungen von Artikeln sparen, die sie routinemäßig verwenden, rechtfertigt sich das Unternehmen in einer per E-Mail versandten Erklärung. Es scheint, als würde mit den 1-Klick-Spar-Abo-Maßnahmen so manch ein Verbraucher hinters Licht geführt.


    HelloFresh verzeichnet trotz Rückgangs bei Kochbox-Bestellungen und gestiegener Ausgaben für Fertiggerichte ein solides Quartal. Die Investoren reagieren positiv auf die Ergebnisse. Das bereinigte AEBITDA liegt im ersten Quartal 2024 bei 17 Mio. EUR und der Umsatz ist um 3,8 % auf 2,09 Mrd. EUR gestiegen. Die Expansion in das Fertiggerichtgeschäft zahlt sich aus, da diese rund ein Viertel der Gesamtumsätze ausmachen. Immer mehr Haushalte setzen auf Lieferservices. Für First Hydrogen ist das ein weiterer Ansporn, mit einem wasserstoffbetriebenen Nutzfahrzeug ein besonders reichweitenstarkes Modell auf den Markt zu bringen. Die ersten Tests in Großbritannien überzeugen. 630 km Strecke mit nur einer schnellen Betankung, und das zu unterschiedlichen Witterungen, lassen das FCEV in seiner Leistung hervorstechen gegenüber herkömmlichen Elektrofahrzeugen. Die Zukunft der KEP-Branchenlogistik könnte mit First Hydrogen aufs nächste Level gelangen. Auch wenn regulatorische Hürden in Italien für Amazon ein Strafgeld von 10 Mio. EUR auf den Plan rufen, wegen mutmaßlich unlauterer Geschäftspraktiken bei Lebensmittel-Lieferungen, zeigt sich der aggressive Vormarsch des Unternehmens in Nordamerika mit seinem neuen Lebensmittel-Lieferabonnement für Prime-Mitglieder. Was geliefert wird, braucht ein Transportunternehmen. Und Transportunternehmen brauchen zuverlässige Vans, die besonders innerorts durchhalten beim Stop & Go Verkehr. Der Trend der Lebensmittellieferungen ist nicht mehr aufzuhalten. Umso wichtiger sind in diesem Zusammenhang solide Technologien wie z. B. der Wasserstoffantrieb der First Hydrogen Fahrzeuge.


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    Der Autor

    Juliane Zielonka

    Die gebürtige Bielefelderin studierte Germanistik, Anglistik und Psychologie. Das aufkommende Internet in den frühen 90ern führte sie von der Uni zu Ausbildungen in Grafik-Design und Marketingkommunikation. Nach Jahren der Agenturarbeit im Corporate Branding wechselte sie ins Publishing und lernte ihr redaktionelles Handwerk bei der Hubert Burda Media.

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