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03.12.2025 | 04:15

Kernkraft 3.0 mit SMR-Technologie! Oklo, First Hydrogen, nucera und Plug Power

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Bildquelle: pixabay.com

Die Kernkraft ist wieder salonfähig. Während einige Länder – darunter Deutschland – seit Fukushima konsequent am Ausstieg festhalten, rückt sie in vielen Teilen der Welt als Net-Zero-Technologie wieder ins Zentrum nationaler Energiepläne. In den USA hat die Regierung unter Donald Trump ein Programm aufgesetzt, das die heimische Nuklearkapazität bis 2050 vervierfachen soll. Während Brüssel noch zögert, treiben Polen, Frankreich, Finnland und Tschechien eigene Projekte entschlossen voran. Diese innovationsfreudigen Staaten setzen auf den Bau kleiner modulare Reaktoren (SMR) und Frankreich erklärt seine Kernkraftwerke bereits zur tragenden Säule der künftigen Energieversorgung. Als Hauptlieferant für die deutsche Grundlastlücke ist das kein Wunder. Hier lassen sich Milliarden verdienen. Auch Kanada hat erste Genehmigungen für neue Reaktoren erteilt und in Großbritannien und Japan arbeitet man an der Serienfertigung eigener SMR-Technologien. Selbst die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) sieht nun eine Zäsur. Doch welche Unternehmen führen diesen neuen nuklearen Aufbruch an?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , OKLO INC | US02156V1098 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , THYSSENKRUPP NUCERA AG & CO KGAA | DE000NCA0001

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Inhaltsverzeichnis:


    Dirk Graszt, CEO, Clean Logistics SE
    "[...] Wir können Busse und LKW vollständig klimaneutral umbauen. Dabei gehen wir modular und inkrementell vor. So können wir mit allen gängigen Fahrzeugtypen arbeiten und zudem auf neue Technologie und Innovation reagieren [...]" Dirk Graszt, CEO, Clean Logistics SE

    Zum Interview

     

    Oklo – Halbiert in nur 6 Handelswochen

    „Temporäre Rückschläge in erheblicher Höhe würden nicht wundern!“ – so schrieben wir Mitte September auf dieser Seite. Dass es gleich eine Halbierung werden würde, hätten wir gerne im Vornherein gewusst. Aber gut, ein Unternehmen mit keinem messbaren Umsatz und einer Vielzahl von Parallel-Projekten kann sehr schnell an den notwendigen finanziellen Ressourcen scheitern. Bei Oklo wird genau dieser Punkt unter Analysten heftig diskutiert. Auslöser des starken Kurseinbruchs waren aber auch umfangreiche Insiderverkäufe sowie ein sprunghafter Anstieg der Short-Positionen, während das Unternehmen weiterhin auf eine regulatorische Genehmigung für seine ersten Reaktoren wartet. Zudem belasteten höhere als erwartete Quartalsverluste und eine starke Ausweitung der ausstehenden Aktien die Stimmung, was die Volatilität typischer früher SMR-Pionierfirmen, wie bereits auch bei der ebenfalls halbierten NuScale, eindrucksvoll widerspiegelt.

    Aus rein charttechnischer Sicht würden wir tradingorientierten Anlegern tatsächlich nun wieder grünes Licht geben. Denn eine Gegenreaktion von 30 bis 50 % bis zum Jahresende scheint möglich. Den volatilen Herbst haben die Technologiewerte nun hinter sich gelassen. Das könnte in den nächsten Tagen bis zum Jahresende tatsächlich noch mal eine große Aufwärtswelle bedeuten. Langfristig setzen viele Beobachter darauf, dass Oklos innovative Reaktortechnologie und schnelle Regulatorik alla Trump wieder Vertrauen schaffen und den Kurs stabilisieren könnten. Spekulativ!

    First Hydrogen treibt dezentrale Wasserstoffproduktion mit modularen Kernreaktoren voran

    Nun geht es bei First Hydrogen endlich los. Das kanadische Unternehmen First Hydrogen treibt mit seiner Tochtergesellschaft First Nuclear Corp. den Einsatz kleiner modularer Reaktoren (SMRs) voran, um eine dezentrale und zuverlässige Produktion von grünem Wasserstoff zu ermöglichen, insbesondere in abgelegenen oder industriellen Gebieten mit hohem Energiebedarf. Die kanadische Regierung unterstützt diese Strategie durch die Beschleunigung des Darlington-SMR-Projekts in Ontario, das als nationales Prioritätsvorhaben gilt und Kanada zum Pionier unter den G7-Staaten mit einem funktionsfähigen SMR machen soll.

    Diese wie auch andere politische Initiativen signalisieren, dass SMRs zukünftig ein fester Bestandteil der nationalen Energieinfrastruktur werden. First Hydrogen nimmt diese öffentlichkeitswirksame Welle als entscheidenden Impuls für Investitionen und Akzeptanz gerne an, denn weltweit suchen Rechenzentren und Mobilitäts-Hubs nach günstigem Strom. Initial kooperiert das Unternehmen eng mit der University of Alberta, um Design, Brennstoffmaterialien und Optimierungen für SMRs voranzutreiben. Der Fokus soll dabei auf nicht-radioaktiven Surrogat-Mischungen für Schmelzsalz-Brennstoffe liegen, die die Thermophysik realer Uran-Salze nachahmen. In Europa profitiert First Hydrogen von der neuen EU-Plattform für Wasserstoffprojekte, die mit Förderprogrammen verknüpft ist und Risiken mindert, indem sie Offtake-Partner, Finanzinstitute und kommerzielle Abschlüsse erleichtert. Das Management des Unternehmens hebt hervor, wie diese Initiative junge Firmen sichtbar macht und den Vorstoß von brennstoffzellenbetriebenen Fahrzeugen sowie grünen Energielösungen in der EU beschleunigt. Das aktuelle Umfeld begünstigt nicht nur die Finanzierung neuer Produktionsanlagen, sondern eröffnet auch Zugang zu zusätzlichen EU-Fördermitteln für skalierbare Wasserstofftechnologien.

    Die Aktie von First Hydrogen (FHYD) konsolidiert derzeit bei 0,40 bis 0,50 CAD, was das innovative Unternehmen mit nur 33 Mio. CAD bewertet. Charttechnisch könnte der Titel sehr schnell wieder Richtung 1,50 CAD anziehen, wie der folgende Chart verdeutlicht. Dynamische Investoren nutzen das volatile Jahresende zum Positionsaufbau!

    Nach der Einpreisung der neuen SMR-Strategie bei First Hydrogen machte die Aktie einen schönen Sprung nach oben. Leider fehlen bislang Meldungen, die diese neue Ausrichtung auch operativ weiter untermalen. Denn eigentlich wartet der unspektakuläre Kursverlauf der letzten Wochen auf ein „dornröschenartiges Wachküssen“. Quelle: LSEG vom 02.12.2025

    thyssenkrupp nucera - Wasserstoffträume brauchen neuen Schub

    thyssenkrupp nucera hat sich weltweit als Spezialist für großindustrielle Elektrolysetechnik etabliert und spielt eine zentrale Rolle beim Aufbau von Anlagen für klimafreundlichen Wasserstoff. Das Unternehmen, das aus dem früheren Chlor-Alkali-Geschäft von thyssenkrupp hervorging und seit 2023 börsennotiert ist, kombiniert jahrzehntelange Ingenieurserfahrung mit dem Momentum neuer Energiemärkte. Obwohl nucera bei vielen Industriekonzernen ohnehin als bevorzugter Technologiepartner gilt, könnte die neue EU-Plattform zur Vernetzung von Erzeugern und Abnehmern zusätzlichen Schwung bringen, vorausgesetzt, wichtige Großkunden wie Stahl- oder Raffinerieunternehmen fällen endlich ihre Investitionsentscheidungen zugunsten von Wasserstoff-Lösungen. Analysten rechnen daher trotz des holprigen Marktumfelds langfristig mit deutlichem Wachstumspotenzial, sofern der europäische Fördermechanismus greift.

    Für das Geschäftsjahr 2024/25 meldete thyssenkrupp nucera einen Umsatz, der knapp unter den eigenen Erwartungen lag, sowie ein operatives Ergebnis, das sich analytisch am oberen Ende des Konsensus bewegt. Besonders hervorzuheben ist der positive Free Cashflow. Die Rahmenbedingungen bleiben jedoch schwierig, denn eine durchgängige Auftragskette in die Zukunft ist bislang nicht spürbar. Weltweit verzögern sich Entscheidungen für Großprojekte und die schwache Konjunktur hinterlässt ihre Spuren. Der verbleibende Auftragsbestand fällt zum Stichtag deutlich, weshalb das Management für 2025/26 von einem Übergangsjahr ausgeht. Das bedeutet spürbar niedrigere Umsätze und ein Ergebnis, das bestenfalls die Null-Linie erreicht. Entsprechend richtet sich der Fokus nun stärker auf Kostendisziplin und das Absichern der Profitabilität im etablierten Geschäft.
    Für Anleger bedeutet das erst mal kleine Brötchen backen. Auf der Plattform LSEG votieren immerhin 7 von 13 Analysten mit dem Daumen nach oben. Bei einem aktuellen Kurs von 7,78 EUR lautet das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel auf 11,18 EUR. Nur 10 % über Allzeittief sind die Risiken also überschaubar. Risikobewusste Energiewende-Investoren haben eine 40 %-Chance auf dem Tablett!

    Plug Power – Zurück an die 2 USD-Marke

    Plug Power hat nach einer fulminanten Rally bis 4,50 USD, nun doch wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Immerhin hatten wir sie im September auf die spezielle Untertassen-Formation des Kurses hingewiesen, die dann einen Ausbruch an der 2 USD-Marke zur Folge hatte. Nun ist der Kurs wieder an diese Ausbruchslinie zurückgekehrt. Chartisten fühlen sich bestätigt, dass für nächstes Jahr eine große Aufwärtsformation ansteht. Das ist natürlich an internationale Budgets für GreenTech gebunden. Diese könnten aber selbst von einer US-Administration unter Trump ab 2026 in die Wege geleitet werden, um dem demokratischen Lager Flagge zu zeigen. Fundamental erwarten Analysten auf der Plattform LSEG ein durchschnittliches 12-Monatskursziel von 2,70 USD. Die Jahreszahlen 2025 gibt es erst im Februar, allein die hohe Erwartung könnte den Kurs bis dahin ordentlich treiben.


    Sehr volatil geht es zu im Energie-Sektor. Dass manche Aktien wie Oklo aber wahre Kapriolen aufs Parkett legen, ist auch ungewöhnlich. Nach einem Ausverkauf zeigen Plug Power und thyssenkrupp nucera erste Erholungstendenzen. Bei First Hydrogen dürfte die Konsolidierung wegen der in Kanada typischen, steuerlichen „Tax-Loss-Phase“ im Dezember enden.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Die Weichen für die Wasserstoff-Revolution stehen auf Grün. Nach der Konsolidierung 2025 treiben klare Regularien, bahnbrechende Produktionstechnologien wie SMRs und völlig neue Nachfragequellen, von KI-Rechenzentren bis zum Schwerlastverkehr, den Markt in eine profitable Wachstumsphase. Diese Dynamik positioniert jetzt Pioniere an der Wertschöpfungskette für außergewöhnliche Chancen. Wir analysieren die aussichtsreichen Strategien von Plug Power, First Hydrogen und Nel ASA.

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    Es herrscht eine seltsame Diskrepanz an den globalen Energiemärkten, die nirgendwo so greifbar ist wie an der Ostküste Australiens. Während Politiker und ESG-Fonds jahrelang den Abgesang auf fossile Brennstoffe probten, holt die Realität die Wirtschaft nun mit voller Härte ein. In den Handelsräumen von Sydney bis Perth hat sich die Stimmung gedreht. Es herrscht wieder Goldgräberstimmung – es geht um Erdgas. Marktbetreiber AEMO warnt in seinem „Gas Statement of Opportunities 2025“ fast schon alarmistisch vor einer Versorgungslücke. Gas-Explorer wie Omega Oil & Gas oder Elixir Energy sind bereits stark gestiegen. Doch abseits der naheliegenden Investments, entsteht beim Wasserstoff-Unternehmen Pure One eine klassische Arbitrage-Situation, die vom breiten Markt noch weitgehend ignoriert wird. Das Unternehmen bereitet den Spin-Off seiner Gas-Sparte vor, und ein detaillierter Vergleich mit den Peers legt den Schluss nahe, dass Investoren dieses Asset derzeit nahezu kostenlos erhalten – ein Geschenk für alle, die Bilanzen lesen können.

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    Nun ist es raus! Die Bundesregierung legt die E-Förderung neu auf. Bis zu 6.000 EUR können Gering- und Mittelverdiener für einen Stromer oder Hybrid als Umweltförderung beantragen. Das Jahreseinkommen darf bei Haushalten ohne Kinder 80.000 EUR nicht überschreiten, mit Kindern sind es 90.000 EUR. Reine E-Autos bezuschusst der Staat mit einer Basisförderung von 3.000 EUR. Was sich zunächst wie eine positive News anhört, fand an der Börse nur wenig Anklang. Im Gegenteil: Automobilaktien mündeten in eine 2- bis 3%ige Korrektur. Denn die Rechnung ist ein Null-Summen-Spiel. Der Automobilmarkt in Deutschland ist weiterhin von Verbrenner-Technologie dominiert. Wer nun zur E-Prämie greift, versüßt sich den Umstieg auf den Stromer durch eine Förderung. Gleichzeitig fehlt der Kauf eines neuen Verbrenners in der Vertriebsliste. Noch schlimmer: Deutsche Hersteller scheinen aktuell immer noch nicht konkurrenzfähig zu chinesischen Anbietern. Das heißt am Ende, dass ausländische Anbieter das Rennen machen werden. Anleger sollten daher genau nachrechnen, wo der private Hebel sitzen könnte!

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