13.08.2026 | 04:00
KI und Software im Super-Zyklus! Im Rampenlicht stehen SAP, Oracle, Strategic Resources und ServiceNow
Wieder ein neues DAX 40-Hoch – Schuld daran ist Schwergewicht SAP! Der globale Software-Sektor mutiert dank künstlicher Intelligenz gerade zu einer absoluten Wachstums-Rakete. Eine frische Studie des Marktforschers IDC untermauert den Hype: Die weltweiten KI-Ausgaben explodieren im laufenden Jahr 2026 bereits auf rund 940 Mrd. USD. Diese monumentale Welle spült massiv Kapital direkt in die Kassen der innovativsten Tech-Giganten. Walldorfs Stolz SAP transformiert behäbige ERP-Systeme per KI-Turbo in hypersmarte, selbstdenkende Steuerungszentralen. Rivale Oracle baut parallel seine Cloud-Muskeln rasant aus, um die gigantischen Datenmengen moderner Sprachmodelle wegzustecken. Der Workflow-König ServiceNow zeigt derweil, wie man repetitive Büroarbeit mittels Automatisierung elegant pulverisiert. Das Management untermauerte den Erfolg jüngst mit einer kräftigen Anhebung der KI-Umsatzziele für 2026. Mitten in diesem Epizentrum sichert sich Strategic Resources die nötige Aufmerksamkeit für eine wichtige vorgelagerte Stufe: Die kritischen Metalle. Investoren sollten genauer nachrechnen, worauf es jetzt ankommt! Wir geben ein paar Hinweise.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
André Will-Laudien
ISIN:
STRATEGIC RESOURCES INC | CA86277X4093 | TSXV: SR , SAP SE O.N. | DE0007164600 , ORACLE CORP. DL-_01 | US68389X1054 , SERVICENOW INC. DL-_001 | US81762P1021
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
André Will-Laudien
Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.
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SAP und ServiceNow – Gefragt wie seit Monaten nicht
Jetzt ist der Software-Malus einfach weggefallen! Monatelang wurden große Software-Titel abgestraft, doch nun lässt der gesamte IT-Markt die reine Experimentierphase hinter sich und schaltet auf knallharte Profitabilität um. Anleger erleben gerade live eine der profitabelsten Branchenrotationen der modernen Wirtschaftsgeschichte. Wer diesen Super-Zyklus jetzt richtig reitet, sichert sich die Filetstücke im digitalen Ökosystem von morgen. Die monatelange Skepsis, dass generative KI traditionelle Softwarelizenzen überflüssig machen könnte, weicht damit einer rationalen Neubewertung.
Besonders deutlich zeigt sich das Comeback beim Walldorfer Tech-Giganten SAP, dessen Aktie alle charttechnischen Hürden seit dem Tiefststand bei 127,50 EUR mit Bravour nimmt. Das deutsche Vorzeigeunternehmen beweist operativ, wie tief verankerte ERP-Systeme durch künstliche Intelligenz massiv aufgewertet werden. Auch der US-Workflow-Spezialist ServiceNow wischt die disruptiven Ängste des Marktes mit beeindruckenden Zahlen vom Tisch. Mit einem anhaltenden Umsatzwachstum von über 20 % untermauert das Unternehmen seine unangefochtene Stellung im Enterprise-Segment. Die neue Plattform fungiert dabei nicht als Opfer, sondern als essenzieller Steuerungsbeschleuniger der globalen KI-Transformation. Großinvestoren schichten derzeit spürbar Kapital aus dem heißgelaufenen Halbleiter-Sektor in die deutlich günstiger bewerteten Softwarehäuser um.
Analysten auf der Plattform LSEG heben flächendeckend die Daumen, da etablierte Software-Schmieden über den entscheidenden Trumpf verfügen: Exklusive Kundendaten und gewachsene Workflows. Die aktuelle Dynamik zeigt unmissverständlich, dass die Skalierung von KI-Assistenten im Büroalltag die nächste große Wachstumswelle antreibt. Mit diesem fundamentalen Rückenwind transformiert sich die einstige Sektoren-Schwäche direkt in das spannendste Anlage-Narrativ der zweiten Jahreshälfte. In den Schätztabellen finden sich durchschnittliche 12-Monatskursziele von 206,40 EUR für SAP und 143,90 USD für ServiceNow. Nach dem scharfen Turnaround noch gut 20 % für beide Titel.
Oracle – Analysten haben ein Problem mit der Verschuldung
Auch für Oracle erweist sich der aggressive Vorstoß in den margenstarken KI-Markt zunehmend als zweischneidiges Schwert für die Bilanz. Zwar meldet die Cloud-Infrastruktur des Tech-Giganten ein massives Auftragswachstum, doch der finanzielle Preis für dieses rasante Tempo brennt tiefe Löcher in das Kapitalgefüge. Eine aktuelle Bonitätsstudie der Ratingagentur S&P Global Ratings schlägt bereits Alarm und setzt die Kreditwürdigkeit des Unternehmens von BBB auf BBB- nach unten. Immerhin erreichte die Verschuldungsquote in 2026 knapp das 4,5-Fache des operativen Gewinns. Wall-Street-Analysten blicken mit wachsender Sorge auf die gigantischen Investitionsausgaben (CAPEX), die für den Bau gigantischer KI-Rechenzentren regelrecht explodieren. Oracle hat seine Investitionsprognose für das Geschäftsjahr 2027 überraschend massiv auf 90 bis 95 Mrd. USD angehoben, um Rechenzentren auszubauen und teure KI-Chips zu beschaffen. Das bewerkstelligt CEO Larry Ellison über massive Anleihen- und Aktienemissionen in zweistelliger Milliardengröße. Kritische Stimmen betonen, dass der freie Cashflow mittlerweile durch diesen enormen Finanzbedarf tief in den negativen Bereich gerutscht ist. Im direkten Vergleich zu finanzstarken Konkurrenten wie Microsoft kann Oracle diese Expansion aktuell nicht mehr vollständig aus den laufenden Gewinnen des traditionellen Softwaregeschäfts finanzieren. Um die Rentabilität krampfhaft zu stützen und die Wall-Street-Vorgaben zu erfüllen, reagiert das Management bereits mit schmerzhaften, zweistelligen Sparrunden und Stellenstreichungen bei internen Teams. Die Aktie bleibt zwar ein attraktives Langfristinvestment, verliert aber aufgrund der Bilanzrisiken jedoch vorerst ihren Status als sicherer Hafen im Tech-Sektor. Am Ende entscheidet allein die Konvertierungsrate der vertraglich zugesicherten KI-Umsätze, ob diese riskante Schuldenwette aufgeht oder in einer harten Landung mündet.
Strategic Resources – Metallische Ressourcen für eine digitalisierte Zukunft
Die KI-Infrastruktur lässt grüßen und setzt Gebäudehersteller und Komponenten-Lieferanten gleichermaßen unter Druck. Wegen der Klimawende vollzieht die Stahlindustrie seit Jahren eine fundamentale Neuausrichtung, mit von der Partie ist Strategic Resources. Das Unternehmen positioniert sich an einem der entscheidenden Engpässe dieser Transformation: Der Versorgung mit hochwertigem Eisenerz für eine zunehmend elektrifizierte und wasserstoffbasierte Stahlproduktion. Statt zunächst enorme Summen in einen eigenen Minenbetrieb zu binden, wollen die Kanadier erst einmal am Tiefwasserhafen Port Saguenay in Québec eine Merchant-Pelletieranlage mit 4,0 Mio. Tonnen Jahreskapazität errichten. Das Konzept ist kapitalstrategisch interessant, weil zunächst extern bezogenes Konzentrat verarbeitet und damit die Wertschöpfung früher als mit einer eigenen Mine monetarisiert werden könnte.
Laut Vormachbarkeitsstudie stehen dabei erwartete Umwandlungskosten von lediglich 16,31 USD je Tonne einem potenziellen EBITDA von rund 173 Mio. USD gegenüber. Die Anlage soll über das Wasserkraftnetz Québecs mit vergleichsweise CO₂-armer Energie versorgt werden und erhält Anschluss an ein öffentlich unterstütztes Fördersystem im Wert von rund 111 Mio. CAD. Als Liefer- und Vermarktungspartner fungiert Javelin Global Commodities, das zudem eine Betriebsmittellinie von bis zu 150 Mio. USD bereitstellen soll. Ergänzend relevant ist die aktuelle Entwicklung der Projekte in Finnland, denn das vanadiumreiche Magnetitkonzentrat des Mustavaara-Bezirks wurde für das von der Universität Oulu geleitete 17-Mio.-EUR-FutSteel-Programm ausgewählt. Das bis 2029 laufende Forschungsprojekt mit SSAB untersucht nicht nur einzelne neue Öfen, sondern die gesamte industrielle Prozesskette von der Eisenherstellung bis zum Warmwalzen und soll zeigen, wie Elektrostahl und wasserstoffbasierte Verfahren ohne Qualitätsverlust in bestehende Strukturen integriert werden können. Die Bedeutung dieses Tests geht weit über einen Forschungsauftrag hinaus, denn laut Projektangaben könnte allein die Dekarbonisierung eines großen finnischen Stahlwerks die nationalen CO₂-Emissionen um bis zu 7 % reduzieren. Damit erhält Mustavaara eine zusätzliche technologische Validierung und Strategic Resources einen potenziellen Zugang zu einer europäischen Wertschöpfungskette für fossilfreien Stahl.
IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk im Gespräch mit CEO Sean Cleary über den bevorstehenden Aufbau der Förderanlage in Québec. Hier geht´s zum Video.
Hoch interessant ist auch die strategische Rolle des kanadischen Vanadiums als Schlüsselrohstoff für US-Batterielösungen, insbesondere für militärische Anwendungen und schwere Industriefahrzeuge. Grundlage dieser Perspektive ist eine Absichtserklärung mit Tyfast Energy, die den zügigen Aufbau einer eigenständigen Vanadium-Batterie-Wertschöpfungskette vorantreiben soll. Das Metall gilt als unverzichtbarer Grundstoff für langlebige Vanadium-Redox-Flow-Batterien, die als stationäre Großspeicher die Schwankungen erneuerbarer Energien im Stromnetz ausgleichen.
Mit Eisen, Vanadium und Titan sowie den beiden Standorten Québec und Finnland entsteht dadurch ein ungewöhnlich breit aufgestelltes Rohstoffportfolio, das von Stahl-Dekarbonisierung bis zu kritischen Batteriematerialien reicht. Der Investmentcase bleibt angesichts einer Marktkapitalisierung von nur rund 16 Mio. CAD hochattraktiv, da eigentlich schon die Umsetzung eines Standbeins ein Vielfaches an Wert erzeugen kann. Gerade die Kombination aus potenzieller Verarbeitungsmarge, strategischen Partnern, staatlich unterstützter Infrastruktur und technologischer Validierung schafft für Strategic Resources ein erhebliches Neubewertungspotenzial.

Es zeigt sich, dass der aktuelle Software- und KI-Super-Zyklus weit über das reine Silicon Valley hinausreicht und auch die traditionelle Schwerindustrie im Kern erfasst. Während Technologieriesen wie SAP, ServiceNow oder Oracle die digitale Steuerungsebene mit intelligenten Plattformen revolutionieren, findet die wahre Bewährungsprobe der Transformation in der physischen Welt statt. Für zukunftsorientierte Investoren bedeutet dies, dass die Gewinner des Zyklus nicht mehr isoliert im reinen Tech-Sektor zu suchen sind. Denn am Ende wird der anhaltende Tech-Boom seine finale Rendite dort abwerfen, wo Algorithmen die nachhaltige Produktion realer Güter fehlerfrei und hocheffizient bewerkstelligen.
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