26.10.2026 | 05:43
Lahontan Gold, Kinross Gold und Barrick Mining: Starke Position in Nevada
Der Goldmarkt verzeichnet aktuell eine hohe Volatilität. Der Preis für das Edelmetall gab binnen eines Monats um rund 6 % nach und rutschte zuletzt erstmals seit Juli unter die Marke von 4.000 USD je Unze. Das langfristige Umfeld bleibt laut einer Prognose von Goldman Sachs mit einem erwarteten Preis von 5.400 USD bis Ende 2027 robust. Unter diesen Vorzeichen positionieren sich Bergbauunternehmen in Nevada neu. Während etablierte Branchengrößen ihre Produktion optimieren, treiben Entwickler ihre Projekte in Richtung Produktion voran. Eines dieser Unternehmen ist Lahontan Gold.
Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: Lahontan Gold Corp | CA50732M1014 , CA4969024047 , BARRICK MINING CORPORATION | CA06849F1080
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Der Autor
Nico Popp
In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys
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Kinross Gold zeigt, dass Haufenlaugung skalierbar ist
Kinross Gold liefert mit seiner Mine Bald Mountain den Beweis dafür, wie das Konzept der Haufenlaugung in Nevada industriell skaliert. Das Unternehmen investiert derzeit 490 Mio. USD in das Projekt Redbird 2, das die zweite Ausbauphase der Redbird-Grube sowie fünf Satellitengruben umfasst. Kinross profitiert bei dieser Erweiterung von massiven Skaleneffekten und rechnet mit inkrementellen All-in-Sustaining-Kosten (AISC) von lediglich 1.466 USD je Unze. Der Konzern nutzt bestehende Laugungspads und eine auf Massenabbau ausgerichtete Infrastruktur, um ab 2028 durchschnittlich rund 155.000 Unzen Gold pro Jahr zusätzlich zu fördern. Diese Kostenstruktur setzt in Nevada den Maßstab für Haufenlaugungsprojekte.
Barrick Mining richtet sein nordamerikanisches Geschäft neu aus
Als dominierender Akteur betreibt Barrick Mining gemeinsam mit Newmont das Joint Venture Nevada Gold Mines. Die All-in-Sustaining-Kosten des Gesamtkonzerns lagen im zweiten Quartal 2026 bei 1.866 USD je Unze. Barrick will sein nordamerikanisches Goldgeschäft, darunter die Beteiligung an Nevada Gold Mines, in eine eigene Gesellschaft auslagern und bis Ende 2026 rund 10 % davon an die Börse bringen. Dieser strategische Schritt, flankiert durch eine Ausgleichszahlung von 1,95 Mrd. USD durch Newmont, erhöht den Konkurrenzdruck im Bundesstaat deutlich. Gleichzeitig könnte diese Neustrukturierung zum Katalysator für künftige Übernahmen im Markt werden.
Lahontan Gold forciert den Produktionsstart bei Santa Fe
Im direkten Kontrast zu den etablierten Produzenten bereitet Lahontan Gold die Wiederinbetriebnahme der historischen Santa-Fe-Mine vor. Mitte Oktober publizierte das Unternehmen eine aktualisierte Wirtschaftlichkeitsstudie, die eine elfjährige Abbauphase mit einer durchschnittlichen Jahresproduktion von rund 91.900 Unzen Goldäquivalent skizziert. Die Kalkulation geht von einem Goldpreis von 3.600 USD pro Unze aus und beziffert den Kapitalwert des Projekts auf 820 Mio. USD nach Steuern. Die Studie stützt sich teils auf vermutete Ressourcen, Reserven hat Lahontan bislang nicht ausgewiesen. Lahontan setzt auf das in Nevada etablierte Haufenlaugungsverfahren. Sulfidisches Erz aus der Santa-Fe-Grube soll zuvor auf einer separaten Laugungsfläche voroxidiert werden. Zusätzliches Potenzial sieht das Management in den vier historischen Laugungshalden: Bohrungen auf Halde zwei lieferten im September unter anderem 2,72 g/t Gold über 16,5 m. Dieses Material ist in der neuen Studie noch nicht berücksichtigt. Für den Neustart veranschlagt das Management eine Anfangsinvestition von 172 Mio. USD inklusive einer Kostenreserve von 20 %, während die All-in-Sustaining-Kosten (AISC) bei 2.250 USD je Unze liegen.

Lahontan Gold optimiert die Finanzierungsstruktur
Neben der operativen Planung treibt Lahontan Gold die Konsolidierung seines Projektportfolios voran. Über die im September vereinbarte Übernahme von Emergent Metals will sich das Unternehmen das benachbarte West-Santa-Fe-Projekt vollständig sichern. Dabei sollen Lizenzgebühren von je 1 % auf West Santa Fe und auf 27 York-Claims am Santa-Fe-Projekt sowie künftige Optionszahlungen von rund 2,4 Mio. CAD entfallen. Selbst unter Einrechnung der Kostenreserve weist die Studie im Basisfall eine Amortisationsdauer von 3,7 Jahren aus, was mögliche Verhandlungen mit Kapitalgebern erleichtern dürfte.
Fazit und Branchenausblick
Die makroökonomischen Rahmenbedingungen bieten Goldproduzenten ein lukratives Umfeld. Während Kinross Gold und Barrick Mining ihre bestehenden Operationen dank enormer Kapitalressourcen skalieren und umstrukturieren, muss Lahontan Gold den kapitalintensiven Sprung in die Produktion erst noch finanzieren. Selbst im vorsichtigsten Szenario der Studie mit 3.000 USD je Unze bliebe ein Kapitalwert von rund 476 Mio. USD; eng würde es erst bei Preisen in der Nähe der kalkulierten AISC von 2.250 USD. Die Aktie von Lahontan Gold bleibt bis zur finalen Sicherung der 172 Mio. USD an Baukapital ein spekulatives Papier, bietet jedoch eine hohe Hebelwirkung, falls der Goldpreis in Richtung des von Goldman Sachs bis Ende 2027 erwarteten Niveaus von 5.400 USD steigt.
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