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13.08.2026 | 05:00

Licht und Schatten bei Wasserstoff: Nel ASA und thyssenkrupp nucera leiden – gelingt dynaCERT der Durchbruch?

  • Wasserstoff
  • Übergangstechnologie
  • Logistik
  • Vietnam
Bildquelle: Nano Banana KI

Dass sich Industrie und Logistik binnen weniger Jahre zu völlig klimaneutralen Branchen wandeln, war immer schon illusorisch – unterschiedliche Voraussetzungen bei Unternehmen und Märkten machen eine derartige Bilderbuch-Transformation unwahrscheinlich. Die Realität in Europa zeigt, dass viele ambitionierte Pläne der Industrie ins Stocken geraten. Die Gründe: Investoren zögern oder Genehmigungen lassen auf sich warten. Mancherorts fehlt es auch an Wasserstoff-Leitungen. Doch es gibt praktische Übergangslösungen, etwa im Bereich der Mobilität. Wir geben Einblicke und beleuchten insbesondere eine vielversprechende Entwicklung in Südostasien.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084 | TSX: DYA , OTCQB: DYFSF , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , THYSSENKRUPP NUCERA AG & CO KGAA | DE000NCA0001

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Inhaltsverzeichnis:


    Nel ASA: Auftragsflaute und Wertberichtigungen

    Beim norwegischen Wasserstoff-Pionier Nel hinterlässt die schwächelnde Marktdynamik tiefe Spuren: Im zweiten Quartal 2025 brachen die Einnahmen aus Lieferverträgen um satte 48 % auf 174 Mio. NOK ein, während das Minus beim Auftragseingang sogar 74 % erreichte. Das Gesamtjahr schloss Nel mit einem Fehlbetrag von 1.265 Mio. NOK ab, was im Wesentlichen auf Abschreibungen im Umfang von 799 Mio. NOK im Segment für Alkali- und PEM-Systeme zurückzuführen war. Um gegenzusteuern, verordnete man sich strikte Sparprogramme und legte unter anderem die Fertigung am Standort Herøya vorübergehend auf Eis. Auch 2026 bringt bislang keine Wende: Das zweite Quartal zeigte für Nel ein negatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von -155 Mio. NOK.

    Schwindende Umsätze belasten thyssenkrupp nucera

    Nicht viel besser sieht es für thyssenkrupp nucera aus, dessen Großprojekte ebenfalls ins Stocken geraten sind. Auf Sicht von neun Monaten sackte der Umsatz der Essener von zuvor 663 Mio. EUR auf 354 Mio. EUR ab, was das operative Ergebnis (-69 Mio. EUR) tief ins Minus drückte. Allein im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 schrumpften die Einnahmen in der Sparte für grüne Elektrolyseure auf magere 36 Mio. EUR zusammen. Neben Verzögerungen und ungeplanten Mehrkosten bei Großaufträgen setzte vor allem die Absage eines Projekts in den USA dem Elektrolyse-Spezialisten zu. Einzig die etablierte Chlor-Alkali-Sparte sorgt bei einem Quartalsumsatz von 109 Mio. EUR für eine gewisse Stabilität bei thyssenkrupp nucera. Für die Essener ist inzwischen klar: Die grüne Transformation zieht sich noch deutlich länger hin als ursprünglich gedacht. Von einem Wasserstoff-Boom ist das Unternehmen weit entfernt.

    dynaCERTs Nachrüst-Technologie erobert Südostasien

    Während Nel und thyssenkrupp nucera auf den großen Durchbruch warten, geht dynaCERT einen pragmatischeren Weg. Statt auf die große Transformation zu hoffen, setzt das kanadische Unternehmen mit der deutschen Führungscrew mit seinen HydraGEN-Systemen direkt am Dieselmotor an. Die Geräte erzeugen den benötigten Wasserstoff per On-Demand-Elektrolyse aus destilliertem Wasser genau dann, wenn der Motor ihn braucht. Durch die so optimierte Verbrennung steigt die Effizienz und sinken die Emissionen. Der Clou liegt in der schnellen Montage: Kleinere Einheiten sind binnen Stunden einsatzbereit, wodurch teure Ausfallzeiten entfallen und Nutzer der Lösungen von dynaCERT schnell profitieren können. Das dürfte helfen, um weitere Kunden von den Lösungen von dynaCERT zu überzeugen.

    Große Fortschritte in Vietnam - wie geht es für die Aktie von dynaCERT weiter?

    Besonders in Südostasien nimmt der kommerzielle Hochlauf Fahrt auf. Unter Führung von CEO Kevin Unrath und President Bernd Krüper wurde Vietnam als Sprungbrett für die gesamte Region ausgewählt. Im Entsorgungsbereich der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi schloss man die Vorbereitungen für die Ausrüstung einer Schwerlast-Lkw-Flotte ab. Parallel dazu verständigte sich dynaCERT mit einem führenden vietnamesischen Öl- und Gasunternehmen darauf, Feuerwehrfahrzeuge, Gabelstapler und Mobilkräne mit HydraGEN auszustatten. Auch im Hafenbetrieb eines globalen Logistikriesen laufen die Geräte bereits auf Terminal-Zugmaschinen. Sämtliche Einheiten senden ihre Leistungsdaten direkt an die digitale Telematik-Plattform HydraLytica, um Einsparprofile für Vietnam und später für den gesamten asiatischen Raum zu erstellen.

    dynaCERT kann auch Software

    Die so erfassten Telematikdaten dienen nicht nur als Leistungsnachweis für Fuhrparkbesitzer, sondern bilden gleichzeitig das Fundament für ein zweites, hochprofitables Standbein von dynaCERT. Dank der Zulassung zur CO2-Kredit-Methodik nach internationalem Verra-Standard kann das Unternehmen verifizierte Einsparungen in handelbare Zertifikate umwandeln. Das ermöglicht wiederkehrende Software-Erlöse über Beteiligungsmodelle an CO2-Gutschriften. Zur Finanzierung seines Wachstums sammelte das Management mittels Wandelschuldverschreibungen im Dezember 2025 zunächst 2,0 Mio. CAD ein und legte im Juni 2026 mit weiteren unbesicherten Wandelanleihen über 5,0 Mio. CAD nach.

    Potenzial der dynaCERT-Aktie

    Das Analysehaus GBC AG sah für dynaCERT vor knapp einem Jahr ein Kursziel von 0,48 EUR. Die jüngsten Erfolge in Vietnam und zuvor schon im europäischen Hafensektor könnten dynaCERT diesem Szenario wieder näherbringen. Materialisieren sich die Fortschritte der vergangenen Monate in Form von handfesten Umsätzen und Folgeaufträgen, könnte die Aktie von dynaCERT wieder interessant werden. Die Aktie ist spekulativ, dynaCERT trifft in Zeiten hoher Energiepreise jedoch einen Nerv. Angesichts einer Marktkapitalisierung von lediglich noch rund 50 Mio. CAD kann der Wert zusätzlich zu den handfesten mittelfristigen Chancen auch kurzfristiges Potenzial entwickeln – in der Vergangenheit kam es bei dynaCERT immer wieder zu dynamischen Ausbrüchen aufgrund von Eindeckungskäufen von Leerverkäufern. Legt das Team von dynaCERT in Vietnam oder womöglich auch in Nachbarländern nach, dürfte die Aktie reagieren.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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