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18.03.2026 | 05:40

Nel ASA, Pure One und Daimler Truck – Ihr Ticket zur Rendite, wenn Diesel-LKW unbezahlbar werden

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Bildquelle: pixabay.com

Wenn geopolitische Krisen den Ölpreis explodieren lassen und Brüssel gleichzeitig die CO2-Schraube für LKW anzieht, gerät die Transportbranche gewaltig unter Druck. Die Kombination aus kriegsbedingten Versorgungsängsten und strengen EU-Klimavorgaben katapultiert alternative Antriebe schlagartig in die wirtschaftliche Pole-Position. Während Batterie-LKW im Verteilerverkehr punkten, erlebt die Brennstoffzelle auf der Langstrecke ihre Renaissance. In diesem Spannungsfeld rücken drei Akteure ins Rampenlicht, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette positioniert sind: Der norwegische Elektrolyseur-Spezialist Nel ASA, der Cleantech-Spezialist Pure One und der Nutzfahrzeug-Gigant Daimler Truck.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , PURE ONE CORPORATION LIMITED | AU0000442865 , Daimler Truck Holding AG | DE000DTR0013

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Inhaltsverzeichnis:


    Dirk Graszt, CEO, Clean Logistics SE
    "[...] Wir können Busse und LKW vollständig klimaneutral umbauen. Dabei gehen wir modular und inkrementell vor. So können wir mit allen gängigen Fahrzeugtypen arbeiten und zudem auf neue Technologie und Innovation reagieren [...]" Dirk Graszt, CEO, Clean Logistics SE

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    Nel ASA – mit technologischem Neustart

    Das vergangene Jahr war für den norwegischen Elektrolyseur-Spezialisten Nel ASA alles andere als einfach. Die Zahlen für 2025 zeigen einen deutlichen Umsatzrückgang und tiefrote Zahlen. Doch wer genauer hinsieht, erkennt, dass hier bewusst Tabula rasa gemacht wurde. Das Management um CEO Håkon Volldal hat die Gelegenheit genutzt, die Bilanz von Altlasten zu befreien und gleichzeitig die Kostenbasis deutlich zu verschlanken. Die Mitarbeiterzahl wurde reduziert, die Cash-Burn-Rate sank um über 40 %. Zurück bleibt ein Unternehmen, das sich strategisch neu sortiert hat und mit einer soliden Liquidität von umgerechnet etwa 140 Mio. EUR gut gepolstert ist.

    Während die Öffentlichkeit auf die schwachen Quartalszahlen blickte, arbeitete Nel im Hintergrund an dem, was für Investoren wirklich zählt, der nächsten Technologiegeneration. Die neue druckbasierte Alkali-Plattform, die im Mai offiziell an den Start geht, verspricht echte Quantensprünge. Der Platzbedarf soll sich um bis zu 80 % reduzieren, die Gesamtsystemkosten könnten um 40-60 % sinken. Die standardisierten Containerlösungen lassen sich deutlich schneller installieren und sind prädestiniert für die Wasserstoffversorgung von Lkw, Schiffen und schweren Nutzfahrzeugen. Genau hier liegt der Schlüssel zur Dekarbonisierung des Verkehrs, wo batterieelektrische Lösungen oft an ihre Grenzen stoßen.

    Trotz aller Herausforderungen im vergangenen Jahr gibt es klare Signale, dass die Nachfrage nach Nels Technologie intakt ist. Der Auftragseingang im Schlussquartal 2025 schnellte auf den zweithöchsten Wert der Firmengeschichte, getrieben von Großaufträgen im PEM-Bereich. Ein 40 MW Projekt in Norwegen und wiederkehrende Bestellungen aus der Schweiz zeigen, dass die Kunden den Systemen vertrauen. Mit einem Auftragsbestand von umgerechnet rund 120 Mio. EUR und der Unterstützung durch den EU-Innovationsfonds in Höhe von 135 Mio. EUR für die neue Produktionslinie hat Nel genügend Spielraum, um die Markteinführung zu stemmen. Derzeit ist die Aktie für 0,20 EUR zu haben.

    Pure One - vom Wasserstoff-Player zum Energiewende-Gesamtpaket

    Pure One hat sich auf saubere Mobilitäts- und Energielösungen spezialisiert. Das Unternehmen bietet dabei eine breite Palette von emissionsfreien Nutzfahrzeugen mit Elektro- oder Wasserstoffantrieb an. Außerdem verfügt das Unternehmen über Wasserstoffproduktion sowie Speicher- und Betankungsinfrastruktur. Mit Advanced Manufacturing Queensland (AMQ) vereinbarte das Unternehmen die Montage von Wasserstofffahrzeugen in Brisbane und sicherte sich nebenbei die Vermarktungsrechte für den vollelektrischen Ford F-150 Lightning in Australien. Parallel dazu erschließt eine Vereinbarung mit dem US-Unternehmen Utility Global den amerikanischen Markt. Pure One liefert Brennstoffzellen-Fahrzeuge, Utility Global die passende Wasserstoffversorgung. Dieser integrierte Ansatz ist klug gewählt. Flottenbetreiber und Kommunen bekommen alles aus einer Hand, ohne sich um Kompatibilitätsprobleme sorgen zu müssen. Die jüngsten Partnerschaften mit Advanced Manufacturing Queensland für die Fahrzeugmontage vor Ort und mit Utility Global für den US-Markt zeigen, dass das Management die Skalierung ernst meint.

    Parallel dazu besitzt Pure One über die Tochter Eastern Gas Corporation hochinteressante Gasassets im Cooper Basin, die im aktuellen Marktumfeld an strategischer Bedeutung gewinnen. Der australische Netzbetreiber AEMO warnt bereits vor strukturellen Versorgungslücken ab 2028. Genau dann, wenn die erschöpften Offshore-Felder in der Bass-Straße weniger liefern und Gaskraftwerke die Lücken des Kohleausstiegs füllen müssen. Das Windorah-Projekt von Eastern Gas liegt im produktivsten Onshore-Becken des Kontinents, eingebettet in bestehende Pipeline-Infrastruktur. Das senkt Erschließungskosten drastisch und verkürzt die Zeit bis zum ersten Cashflow. Vergleiche mit bereits hoch bewerteten reinen Gas-Explorateuren legen nahe, dass der Markt diesen Wert bei Pure One bislang kaum einpreist.

    Am 26. Februar folgte der entscheidende Schritt. Die Eastern Gas Corporation wurde erstmals eigenständig an der Börse gehandelt. Der IPO zu 0,20 AUD pro Aktie war deutlich überzeichnet. Das ist ein klares Signal, dass der Markt den Wert der separierten Gasassets erkennt. Die Pure One Aktionäre erhielten Anteile an dem neuen Gas-Explorer, während die Muttergesellschaft sich voll auf ihr Cleantech-Kerngeschäft konzentrieren kann. Rechnerisch liegt der Börsenwert von Eastern Gas bei 18 Mio. AUD, während Pure One auf rund 26 Mio. AUD kommt. Das Kerngeschäft ist also nur mit 8 Mio. AUD bewertet. Aktuell notiert die Aktie bei 0,066 AUD.

    Daimler Truck - sortiert sich neu

    Die vergangenen Monate liefen für Daimler Truck alles andere als rund. Das Geschäftsjahr 2025 stand ganz im Zeichen der Frachtrezession in Nordamerika und verhaltener Investitionen der Spediteure. Der Absatz ging konzernweit um 8 % auf rund 422.500 Fahrzeuge zurück, der Umsatz im Industriegeschäft sank auf 45,9 Mrd. EUR. Dennoch gelang es dem Hersteller, die Profitabilität einigermaßen zu verteidigen. Die operative Marge lag mit 7,8 % im Rahmen der Ziele. Aktionäre können sich zudem über einen stabilen Dividendenvorschlag von 1,90 EUR und ein neues Aktienrückkaufprogramm freuen. Immerhin zogen im 4. Quartal Auftragseingänge deutlich an, ein verlässlicher Frühindikator für eine mögliche Markterholung 2026.

    Während das Tagesgeschäft von Zöllen und Kostendruck geprägt ist, treibt der Konzern die Dekarbonisierung des Fernverkehrs mit zwei klaren Technologiepfaden voran. Bei den batterieelektrischen LKW hat das Tempo spürbar zugenommen. Der neue eActros 400 zielt auf Kunden mit mittleren Distanzen, der größere eActros 600 kommt jetzt in die Flotte erster Großkunden wie IKEA. Mit TruckCharge baut Daimler Truck zudem ein halböffentliches Ladenetz auf, um das Henne-Ei-Problem bei der Infrastruktur zu lösen. Parallel rüstet das Unternehmen für die Langstrecke. Ab Ende 2026 rollt eine Kleinserie von 100 Brennstoffzellen-LKW des Typs NextGenH2 zu ausgewählten Kunden.

    Um langfristig profitabel zu wachsen, stellt Daimler Truck die Weichen neu. Das Asiengeschäft mit den Marken Fuso und Hino wird in der neuen Holding ARCHION gebündelt und soll mittelfristig an die Börse in Tokio. Das bringt nicht nur frisches Kapital, sondern schärft auch das Konzernprofil. Parallel läuft das Kostensenkungsprogramm "Cost Down Europe" auf Hochtouren, für 2026 sind weitere 250 Mio. EUR geplant. Der Ausblick für das laufende Jahr fällt dennoch verhalten aus. Wegen anhaltender Zollrisiken und geopolitischer Unsicherheiten rechnet der Vorstand mit einer Umsatzrendite zwischen 6-8 %. Momentan kostet eine Aktie 42,02 EUR.


    Während geopolitische Spannungen und strenge EU-Klimavorgaben den Druck auf die Transportbranche erhöhen, positionieren sich drei Unternehmen entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette neu. Nel ASA hat mit einer durchgreifenden Sanierung und der neuen skalierbaren Alkali-Plattform die Weichen für profitables Wachstempo gestellt. Pure One überzeugt durch einen integrierten Cleantech-Ansatz, dessen Wert durch die Gas-Tochter Eastern Gas unterstrichen wird. Daimler Truck wiederum treibt die Dekarbonisierung des Fernverkehrs mit beiden Technologien voran und schärft sein Profil durch die geplante Börsennotierung des Asiengeschäfts.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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