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11.09.2020 | 05:50

Newcrest Mining, Barrick Gold, Blackrock Gold: Fressen und gefressen werden

  • Gold
Bildquelle: pixabay.com

Große Goldproduzenten glänzen mit Fundamentaldaten. Das erhöht den Spielraum für wichtige Zukäufe. Zugleich machen junge Unternehmen auf sich aufmerksam. Folgt eine Übernahmewelle?

Gold ist für viele Investoren zu einer ernsthaften Alternative geworden. Selbst Anlage-Profis, die bislang eher auf Anleihen gesetzt haben, mischen ihren Portefeuilles inzwischen Edelmetalle bei. Aufgrund der hohen Liquidität und bestimmten Anlagerichtlinien bei professionellen Investoren, rücken auch Aktien zunehmend ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Doch Aktie ist nicht gleich Aktie – Investoren sollten nicht blind alles kaufen, das „Gold“ oder „Mining“ im Namen trägt.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Mario Hose
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Inhaltsverzeichnis:


    Newcrest Mining auf Expansionskurs

    Bestes Beispiel dafür ist die Aktie von Newcrest Mining. Auf Sicht von einem Jahr stehen bei der Aktie des australischen Unternehmens Verluste zu Buche: Um 9,5% gab der Wert im Vergleich zum vergangenen September nach. Dabei profitiert Newcrest überproportional von steigenden Goldpreisen und punktet mit seinen Fundamentaldaten aufgrund niedriger Kosten. Leider hat die Pandemie dazu geführt, dass einige Projekte nicht so fortgeführt werden konnten, wie ursprünglich geplant.

    Dennoch erscheint die Strategie von Newcrest Mining aussichtsreich: Das Unternehmen will weiter expandieren und gezielt vielversprechende Projekte zukaufen. Zwar umfasst das Portfolio des Goldförderers bereits zu mehr als 80% Goldprojekte, doch dürften potenzielle Akquisitionsziele ebenfalls wieder diesen Schwerpunkt haben. Da Newcrest Mining in den vergangenen Monaten in erster Linie unter der Pandemie gelitten hat, könnte die zögerliche Entwicklung des Aktienkurses langfristig sogar eine Chance sein. Doch Vorsicht: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis über 23 ist die Aktie trotz der „Ladehemmung“ des vergangenen Jahres alles andere als günstig.

    Barrick Gold vor Schuldenfreiheit

    Deutlich besser in die Gänge kam dagegen die Aktie von Barrick Gold: Auf Sicht von einem Jahr stehen hier satte Gewinne von rund 64% zu Buche. Das Unternehmen setzt sogar zu rund 95% auf Gold und ist für viele Investoren spontan die erste Adresse, wenn es um die Aktie eines Goldförderers geht. Barrick Gold kam besser durch die Corona-Krise als Newcrest Mining und überzeugt ebenfalls mit geringen Kosten. Dennoch wird der Goldförderer nicht müde, sein Portfolio umzukrempeln.

    Unrentable Projekte werden verkauft und neue hinzugekauft. In der Vergangenheit hat Barrick bereits früh die Weichen für den heutigen Erfolg gestellt. Das schlägt sich auch auf die Fundamentaldaten nieder: Barrick Gold hat das Potenzial, bis Ende des Jahres schuldenfrei zu sein – für das Unternehmen entsteht auf diese Weise neues Potenzial für Zukäufe und andere Investitionen. Die Aktie ist daher durchaus interessant, aber auch hier ist die Bewertung bereits ambitioniert.

    Blackrock Gold will auf Erfolgskurs bleiben

    Bei Explorationsunternehmen wie Blackrock Gold ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis mangels Gewinnen in der Regel überhaupt nicht zu bestimmen. Dennoch können derartige Papiere eine spannende Depotbeimischung sein – wenn man die Fundamentaldaten bewerten kann und derartige Aktien sinnvoll in die eigene Anlagestrategie integriert. Blackrock Gold ist mit rund 70 Millionen Euro bewertet und sucht im US-Bundesstaat Nevada nach Gold und Silber. Zuletzt brachte das laufende Explorationsprogramm auf der Liegenschaft Tonopah West das Ergebnis von 3.603,4 Gramm Silberäquivalent auf einem Abschnitt von 1,5 Metern zu Tage. Bereits zuvor stimmten bei Blackrock Gold die Ergebnisse und schoben die Aktie deutlich an: Auf Sicht von einem Jahr hat sich die Aktie mehr als Verdreifacht.

    Perspektivisch will das Unternehmen diesen Kurs fortsetzen und betont, dass in den kommenden Monaten noch weitere Ergebnisse des aktuellen Bohrprogramms ausstehen. Blackrock Gold verfügt in Nevada über zahlreiche Claims und sieht das Potenzial, diese Claims langfristig zu konsolidieren und zusammenzufassen. Bis dahin ist selbstverständlich noch ein langer Weg, doch die bisherigen Bohrergebnisse und die zugehörige Reaktion des Marktes deuten bereits an, dass die Aktie zunehmend in den Fokus von Investoren gerät.

    Junge Unternehmen mit überproportionalen Chancen

    Um auf Aktien aus der Gold-Branche zu setzen, müssen Anleger in erster Linie die Rahmenbedingungen kennen. Bei Produzenten kommt es neben geringen Kosten auch auf ein gut diversifiziertes Portfolio an, um mögliche Produktionsschwankungen ausgleichen zu können. Für Produzenten ist zudem wichtig, dass geförderte Reserven durch neue Vorkommen im Boden ersetzt werden. An dieser Stelle kommen junge Explorationsunternehmen als potenzielle Übernahmekandidaten ins Spiel. Da Unternehmen wie Newcrest Mining oder Barrick Gold ihre Hausaufgaben gemacht und finanziellen Spielraum geschaffen haben, wächst die Chance auf Übernahmen für kleinere Unternehmen. Anlegern winken in diesen Fällen nicht selten überdurchschnittliche Renditen in kurzer Zeit.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Mario Hose

    In Hannover geboren und aufgewachsen, verfolgt der Niedersachse die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung rund um den Globus. Als leidenschaftlicher Unternehmer und Kolumnist erklärt und vergleicht er die verschiedensten Geschäftsmodelle sowie Märkte für interessierte Börsianer.

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