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21.10.2026 | 05:44

Nordex, RE Royalties, NextEra Energy – Stromverbrauch in den USA liegt 4 % über dem Vorjahr, Windräder, Geld und Versorger gefragt

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Bildquelle: Pixabay

Die Nachfrage nach Strom wächst. Die amerikanische Energiebehörde EIA schätzt, dass der Verbrauch in den Vereinigten Staaten im dritten Quartal 2026 um 4 % über dem Vorjahresquartal lag. Der Anteil der Windkraft an der Erzeugung soll dort von 11 % in diesem Jahr auf 12 % im Jahr 2027 steigen. Wer die Nachfrage bedienen will, braucht Windräder, Geld für neue Projekte und große Versorger. Das treibt den Ausbau voran. Wir sehen uns daher den Turbinenbauer Nordex, den Finanzierer RE Royalties und den Versorger NextEra Energy genauer an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: RE Royalties Ltd | CA75527Q1081 , NORDEX SE | DE000A0D6554 , NEXTERA ENERGY INC.DL-_01 | US65339F1012

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Inhaltsverzeichnis:


    Nordex – Prognose angehoben, Aufträge wachsen

    Nordex baut seit 1985 Windturbinen für Standorte an Land, vor allem in den Leistungsklassen von 4 bis 7 Megawatt (MW) und darüber. Gefertigt wird in Deutschland, Spanien, Brasilien, Indien, den USA und der Türkei. Im Jahr 2025 setzte der Konzern rund 7,6 Mrd. EUR um, mehr als 11.100 Menschen arbeiten für ihn. Das Geschäft hängt damit nicht an einem einzigen Markt. Wer die wachsende Nachfrage nach Strom mit Windrädern bedienen will, findet in Nordex einen Anbieter mit Werken in sechs Ländern und Kunden rund um den Globus.

    Am 15. Oktober hob Nordex die Prognose für die Marge beim EBITDA im Gesamtjahr 2026 auf 11,5 % bis 12,5 % an, zuvor waren es 8,0 % bis 11,0 %. Grundlage sind vorläufige Zahlen zum 3. Quartal. Der Umsatz stieg auf rund 2.187 Mio. EUR, zum Vergleich lag er im Vorjahresquartal bei lediglich 1.706 Mio. EUR. Das EBITDA kletterte auf rund 278 Mio. EUR nach 136 Mio. EUR, die Marge auf 12,7 % nach 8,0 % im Vorjahr. Der freie Cashflow erreichte 379 Mio. EUR nach 149 Mio. EUR. Operativ läuft es also gut, und bei der Marge geht es in die richtige Richtung.

    Am 12. Oktober meldete Nordex für das 3. Quartal einen Auftragseingang von 2.810 MW, ein Plus von 29,5 % nach 2.170 MW im Vorjahr. Kunden bestellten 427 Anlagen für Projekte in 10 Ländern, größter Markt war die Türkei mit mehr als 900 MW. In den USA kamen seit Jahresbeginn mehr als 1,3 Gigawatt (GW) zusammen. Am 30. September kamen 175 MW aus Frankreich, Portugal und Spanien hinzu, am 6. Oktober rund 228 MW aus mehreren europäischen Ländern. Gelingt es, die Pipeline umzusetzen, könnte das Ausland weiter zulegen. Die vollständigen Zahlen zum 3. Quartal folgen am 5. November.

    RE Royalties – Royalties mit Wiederholungskunde Solaris

    RE Royalties aus Vancouver finanziert Entwickler von Ökostromprojekten und erhält dafür Royalties auf den Umsatz der Anlagen. Man vergibt einen kurzfristigen Kredit gegen eine langfristige Royalty, ein Modell, das man aus dem Bergbau kennt. Zahlt der Kunde schneller zurück, fließt das Kapital in das nächste Projekt. Laut Halbjahresbericht umfasst das Portfolio 129 Royalties, die meisten stammen nach Angaben von Vizepräsidentin für Kommunikation und Nachhaltigkeit Talia Beckett aus Projekten, die bereits Strom liefern. Beckett nennt als Beispiele die Stromversorgung eines Krankenhauses auf den Malediven und Solaranlagen für Resorts in Mexiko.

    Am 5. August gab die Gesellschaft bekannt, dass eine dritte Tranche von 1,0 Mio. USD an Solaris Energy für die Erweiterung ihres Portfolios geflossen ist. Auch dafür erhält das Unternehmen Royalties. Damit stecken 4,8 Mio. USD in 16 Solarprojekten mit 15,24 MWdc in sechs amerikanischen Bundesstaaten. Zudem unterzeichnete man eine nicht bindende Absichtserklärung über bis zu 67,5 Mio. USD. Davon entfallen 13,7 Mio. USD auf 13 Projekte mit rund 48 MWdc und 49,0 Mio. USD auf 83 Projekte in Entwicklung mit rund 142 MWdc. Gelingt die Umsetzung, könnte die Partnerschaft deutlich wachsen. Das spielt beiden Parteien in die Karten.

    Am 29. September sagte Beckett im Interview mit Market Frontlines, das Unternehmen habe Projekte mit einem Volumen von rund 100 Mio. CAD finanziert. Als größte Chance bezeichnete sie Wiederholungskunden wie Solaris Energy. Die Gesellschaft gibt es seit rund zehn Jahren und sie hat im Laufe der Jahre Erfahrungen aufgebaut. Finanziert hat man das Wachstum unter anderem mit einer eigenen grünen Anleihe. Nach dem Stichtag 30. Juni zahlten zudem Revolve und Clean Communities ihre Darlehen über 2,4 Mio. CAD und 1,3 Mio. CAD vollständig zurück. Dieses Kapital könnte in neue Projekte fließen. Die große Pipeline von möglichen Projekten stimmt zuversichtlich.

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    NextEra Energy – große Projekte für den Stromhunger

    NextEra Energy sitzt in Juno Beach in Florida und besitzt mit Florida Power & Light den größten Versorger der USA sowie mit NextEra Energy Resources einen großen Entwickler von Energieinfrastruktur. Hinzu kommt die geplante Übernahme von Dominion Energy. Am 14. September legten beide Unternehmen ein erweitertes Paket für Virginia vor. Haushalte sollen 10 USD im Monat gutgeschrieben bekommen, statt zwei nun vier Jahre lang. Vorgesehen sind 1.000 neue Stellen, 100 Mio. USD für Weiterbildung und ein zweiter Hauptsitz in Richmond. Der Abschluss wird für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet.

    Am 30. September wurde Project Star im texanischen Encinal vorgestellt. Der Energiecampus mit einem Gaskraftwerk im Kombikreislauf soll 6.472 MW leisten, das Investitionsvolumen liegt bei 22,3 Mrd. USD. Erste Anlagen könnten frühestens 2029 ans Netz, die volle Kapazität ist für 2032 vorgesehen. Wer investiert das Geld? Der Campus soll Korea und den USA gemeinsam gehören. NextEra entwickelt, baut und betreibt ihn mit Related Companies. Am 1. Oktober sagte Vorstandschef John Ketchum, NextEra erhalte dafür Gebühren und stecke kein eigenes Kapital hinein. Am 1. September kaufte NextEra zudem 49 % an einem Erdgasleitungsprojekt in Florida mit Kosten von rund 1,2 Mrd. USD.

    Am 8. September schloss das Energieministerium einen Kredit über bis zu 1,9 Mrd. USD für den Neustart des Kernkraftwerks Duane Arnold in Iowa mit 615 MW, das 2020 vom Netz gegangen war. Der Strom soll den wachsenden Bedarf in Iowa und im Mittleren Westen decken, laut Ketchum nimmt Google ihn vollständig ab. Das hilft dem Vorhaben auf die Sprünge, die Genehmigung der Aufsichtsbehörde NRC steht aber noch aus. Auch die Übernahme von Dominion steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen. Am Netz ist noch nichts. Am 21. Oktober legt NextEra die Zahlen zum 3. Quartal vor.

    Fazit

    Die Nachfrage nach Strom wächst, unter anderem durch Rechenzentren sowie die Elektromobilität. Diese Nachfrage will bedient werden. Nordex hebt seine Prognose für die Marge an und verbuchte im 3. Quartal Aufträge über 2.810 MW. Das ist ein gutes Zeichen für die Windbranche. RE Royalties finanziert Entwickler von Ökostromprojekten, und die Partnerschaft mit Solaris könnte nach der Absichtserklärung über bis zu 67,5 Mio. USD deutlich wachsen. NextEra Energy setzt auf Project Star, Duane Arnold und die geplante Übernahme von Dominion, muss dafür aber noch Genehmigungen abwarten. Alle drei laufen ordentlich.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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