07.04.2026 | 05:30
Ölpreis explodiert: Shell profitiert – Lahontan Gold und Vonovia können Ihr Depot vor der kommenden Inflation schützen
Der Iran-Krieg lässt die Ölpreise explodieren, sie erreichen ein Plus von 60 % binnen Wochen. Die Inflation kehrt zurück. Was schützt Anleger jetzt am besten? Ölaktien wie Shell profitieren direkt vom Preisschock. Gold gab zuletzt nach, doch genau dieser Rücksetzer ist die Chance für mutige Käufer, bevor die Zinswende kommt. Immobilien bleiben solide, aber teuer und träge. Wir sehen uns mit Shell, Lahontan Gold und Vonovia aus jeder Kategorie ein Unternehmen an und beleuchten ihre aktuelle Situation.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
Shell PLC | GB00BP6MXD84 , LAHONTAN GOLD CORP | CA50732M1014 | TSXV: LG , OTCQB: LGCXF , VONOVIA SE NA O.N. | DE000A1ML7J1
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Shell – zwischen Profit und geopolitischen Verwerfungen
Die jüngste Eskalation im Nahen Osten hat die Energiemärkte durchgeschüttelt. Während der Brentpreis zeitweise auf über 126 USD pro Fass schnellte geriet eine zentrale Produktionsanlage von Shell ins Kreuzfeuer. Die Pearl-GTL-Anlage in Katar fällt nach einem Angriff für etwa ein Jahr teilweise aus was den Konzern dazu zwang, bei LNG-Lieferungen höhere Gewalt zu erklären. Doch das globale Portfolio des Konzerns mit Projekten in Australien, Nigeria und Amerika fängt einen Teil des Schadens ab. Die angespannte Lage um die Straße von Hormus könnte zudem längerfristig das Preisniveau stützen.
Die Kapitalrückführung bleibt trotz der operativen Pannen das Zugpferd für Anleger. Bei Shell läuft das 17. Quartal in Folge ein Rückkaufprogramm von mindestens 3 Mrd. USD. Das aktuelle Volumen von 3,5 Mrd. USD soll bis Mai abgeschlossen sein. Parallel erhöhte der Konzern die Quartalsdividende auf 0,372 USD je Aktie, ein Plus von 4 %. 2025 flossen insgesamt 22,4 Mrd. USD an die Anteilseigner zurück, was gut der Hälfte des operativen Cashflows entspricht. Management und Markt sehen diese Ausschüttungen als unantastbar an.
Strategisch setzt Shell auf LNG als Wachstumsfeld. Das kanadische Großprojekt schreitet voran, während man in Venezuela nach Wegen sucht, Gas aus dem Dragon-Feld zu verwerten. Die strukturellen Kostensenkungen von 5,1 Mrd. USD wurden früher als geplant erreicht. Allerdings wachsen die regulatorischen Risiken. Eine Berufung im Klimaverfahren der Niederlande steht an, und Aktivisten bringen eine Resolution zur Hauptversammlung ein. Für Investoren bleibt der Konzern ein Hochseilakt mit starken Cashflows, aber zunehmend komplexen geopolitischen und rechtlichen Verwerfungen. Derzeit ist die Aktie für 40,35 EUR zu haben.
Lahontan Gold - ein altes Bergwerk, neu gedacht
Nevada gilt nicht ohne Grund als eine der bergbaufreundlichsten Regionen weltweit. Für Anleger, die auf Gold setzen, ist die Jurisdiktion oft entscheidender als die Geologie, denn hier stimmen Rechtssicherheit, Steuern und Infrastruktur. Genau diesen Trumpf spielt Lahontan Gold aus. Die Santa Fe Mine förderte zwischen 1988 und 1994 bereits Gold, wurde aber bei einem Preis von lächerlichen 340 USD aufgegeben. Beim heutigen Preisniveau von Gold sehen die Kennzahlen völlig anders aus. Die vorhandene Infrastruktur, drei eigene Wasserbrunnen mit allen Rechten, ganzjährig befahrbare Straßen sowie ein eigenes Umspannwerk, reduziert das Risiko erheblich. Das macht das Projekt attraktiv, selbst wenn der Markt mal rauer wird.
Die aktuelle Ressource von Lahontan beziffert das Management auf knapp 2 Mio. Unzen Goldäquivalent. Doch das eigentlich Spannende ist das Wachstumspotenzial. Mit der kürzlich genehmigten Explorationserlaubnis darf jetzt auf der gesamten 28 km² großen Liegenschaft gebohrt werden. Damit sind über 700 neue Löcher möglich. Besonders das Satellit-Projekt West Santa Fe lieferte zuletzt vielversprechende Ergebnisse, beispielsweise 36,6 m mit 3,11 g/t Goldäquivalent (AuEq) ab der Oberfläche, inklusive eines hochgradigen Kerns von 10,7 m mit 5,75 g/t AuEq. Das Material ließe sich einfach per Lkw zur Hauptanlage transportieren. Damit braucht man nicht über 2 Verarbeitungsanlagen, sondern kann mit einer Anlage beide Projekte abdecken.
Lahontan hat kürzlich eine Finanzierung über rund 14 Mio. CAD abgeschlossen und die Kasse ist mit umgerechnet 11 - 12 Mio. CAD prall gefüllt. Die monatlichen Verwaltungskosten liegen bei überschaubaren 120.000 CAD. Für den geplanten Minenbau peilt das Management bewusst Fremdkapital an, um die Aktionäre nicht zu verwässern. Vier Finanzierungsgruppen haben bereits Interesse an dem Projekt signalisiert. Die geschätzte Rückzahlungsdauer von nur 15 bis 18 Monaten macht das Modell für Kreditgeber besonders attraktiv. Wer also nach einem Goldproduktionsanwärter mit klarer Roadmap sucht, findet bei Lahontan einen Kandidaten mit ungewöhnlich vielen strukturellen Vorteilen. Aktuell notiert die Aktie bei 0,35 CAD.
Vonovia – Fundament intakt, aber der Markt ist skeptisch
Das operative Geschäft des größten deutschen Wohnkonzerns liefert solide Zahlen. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern legte 2025 um 6 % auf knapp 2,8 Mrd. EUR zu, die Vermietungsquote bleibt mit 97,9 % robust. Die Mieten zogen organisch um 4,1 % an. Für das laufende Jahr peilt das Management ein bereinigtes EBITDA zwischen 2,95 und 3,05 Mrd. EUR an. Bis 2028 soll die Spanne auf bis zu 3,5 Mrd. EUR steigen. Ein klares Signal für alle, die auf operative Substanz achten.
Unter neuer Führung steht die Bilanzsanierung ganz oben. Der Verschuldungsgrad lag Ende 2025 bei 45,4 %, das Ziel für 2028 lautet rund 40 %. Um das zu erreichen, sind Verkäufe nicht strategischer Assets im Umfang von 5 Mrd. EUR geplant, darunter Beteiligungen und Randimmobilien. Das Management betont jedoch, dass kurzfristige Abverkäufe nicht zulasten langfristiger Wertschöpfung gehen sollen. Ein schmaler Grat, den Anleger weiterhin kritisch im Blick behalten sollten.
Die Aktionäre dürfen sich über eine leichte Erhöhung der Dividende auf 1,25 EUR je Aktie freuen, nach 1,22 EUR im Vorjahr. Bei aktuellem Kursniveau ergibt das eine ausschüttungsnahe Rendite von knapp 5,6 %. Die meisten Analystenhäuser bleiben positiv gestimmt. Goldman, JPMorgan und Berenberg bekräftigen ihre Kaufempfehlungen, auch wenn sie die Kursziele leicht gesenkt haben. Entscheidend wird der 7. Mai 2026 sein, wenn die Quartalszahlen zeigen, ob der operative Schwung anhält und die Zinsängste vorübergehend sind. Nach den Zahlen fiel die Aktie deutlich. Momentan kostet ein Anteilsschein 22,34 EUR.
Angesichts explodierender Ölpreise und wiederkehrender Inflation bieten sich drei unterschiedliche Anlageoptionen an. Shell profitiert direkt vom Preisschock und belohnt Aktionäre mit Aktienrückkäufen und Dividende, auch wenn regulatorische Risiken bleiben. Lahontan Gold erschließt mit seinem Santa-Fe-Projekt in Nevada eine inflationsfeste Gold-Chance, dank intakter Infrastruktur und vielversprechender Bohrergebnisse. Der Sprung zum Goldproduzenten ist absehbar. Vonovia überzeugt operativ mit steigenden Mieten und 5,6 % Dividendenrendite, kämpft aber weiter gegen Bilanzsorgen und Marktskepsis.
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