Menü schließen




19.04.2023 | 06:00

Plug Power stürzt ab, SMA Solar Aktie Plus 60 %, wann startet Almonty Industries?

  • Rohstoffe
  • Wasserstoff
  • Solarstrom
  • Photovoltaik
Bildquelle: BYD Limited

Was ist bei Plug Power los? Wasserstoff-Aktien gehören derzeit nicht zu den Anlegerlieblingen, aber bei dem US-Konzern scheinen derzeit alle Dämme zu brechen. Inzwischen notiert die Aktie unter 10 USD und 9 EUR. Ist Besserung in Sicht? Anders sieht es bei SMA Solar aus. Die Aktie des deutschen Solarkonzerns steht so hoch wie seit 10 Jahren nicht mehr. Allein in diesem Jahr ging es über 60 % nach oben. Zeit für eine Verschnaufpause? Eine solche hat sich die Aktie von Almonty Industries in den vergangenen Wochen genommen. Doch operativ läuft es rund beim Wolfram-Produzenten und Analysten sehen fast 200 % Kurspotenzial, denn das Unternehmen steht vor einem Meilenstein.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: SMA SOLAR TECHNOL.AG | DE000A0DJ6J9 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries vor Neubewertung: Wolfram-Mine soll 2023 in Produktion gehen

    Geht es um wichtige Rohstoffe für die Elektromobilität, steht Wolfram in der Regel im Schatten von Lithium. Zu Unrecht. In der Liste der wichtigsten Metalle für die EU erhält Wolfram 7 von 8 möglichen Punkten. Damit ist die Bedeutung größer als beispielsweise von Kobalt, Kupfer und Titan. Der Grund: Wolfram wird für die Batterien der nächsten Generation dringend benötigt. Es ersetzt das umstrittene Kobalt und soll durch eine höhere Energiedichte Ladeleistung, Ausdauer und Sicherheit verbessern. Darüber hinaus ist Wolfram als Härtungsmetall in Legierungen der Rüstungs- und Hightech-Industrie wichtig. Das Problem: Die Abbaugebiete für das kritische Metall befinden sich weitestgehend in China und Russland. Dies will Almonty Industries ändern.

    Bereits heute fördert Almonty ca. 78.000 metrische Tonnen Wolframtrioxid aus der Panasqueira-Mine in Portugal. Damit hat das Unternehmen mit Sitz in Kanada in 2022 einen Bruttoumsatz von 24,8 Mio. CAD erzielt. Das operative Ergebnis (EBITDA) der Mine war positiv. Auf Konzernebene gab es in 2022 noch einen Verlust, da Almonty massiv in die Erschließung von Minen in Spanien und Südkorea investiert. Beide Projekte in Spanien befinden sich in weiteren Genehmigungsverfahren. Ein Meilenstein wird der Start der Wolfram-Mine in Südkorea sein. Dies soll noch im laufenden Jahr erfolgen. Damit dürfte Almonty zum führenden Wolfram-Produzenten außerhalb Chinas aufsteigen. Mehr zu den Zahlen und den Perspektiven von Almonty im aktuellen Update von researchanalyst.com (Link).

    Die Analysten der deutschen Sphene Capital erwarten, dass der Produktionsstart in Südkorea noch in 2023 erfolgen wird. Dies würde bereits im laufenden Jahr zu einem massiven Umsatz- und Ertragssprung führen. So prognostiziert Sphene, dass Almonty in 2023 den Umsatz auf 60,9 Mio. CAD und den Nettogewinn auf 5,8 Mio. CAD steigern wird. Im kommenden Jahr soll dann die Umsatzmarke von 100 Mio. CAD geknackt werden, sich der Nettogewinn auf über 25 Mio. CAD vervielfachen und die Aktie endgültig vor einer Neubewertung stehen. Wer jetzt neugierig geworden ist, sollte sich den 10. Mai 2023 im Kalender markieren. Dann präsentiert der Almonty CEO Lewis Black auf der virtuellen Investorenkonferenz IIF (Link zur Anmeldung). Das Update zu Südkorea dürfte spannend werden und könnte der Aktie wieder Auftrieb geben.

    Plug Power: Aktie fällt wie ein Stein

    Von Auftrieb ist bei der Aktie von Plug Power derzeit keine Spur. Dies gilt auch für die anderen einstigen Wasserstoff-Highflyer wie Nel und ITM Power. Die britische ITM Power ist in Euro inzwischen sogar nur noch ein Pennystock. Soweit ist es bei Plug Power noch nicht, aber derzeit findet die Aktie keinen Halt. In USD notiert sie unter 10 und in EUR unter 9. Alleine seit Februar – der Kurs war damals knapp unter 18 USD – hat sich das Wertpapier damit fast halbiert. Bei der gesamten Peergroup scheinen Investoren an der Nachhaltigkeit der Geschäftsmodelle zu zweifeln, denn Verluste sind oftmals höher als Umsätze und ob sich dies ändern wird, ist ungewiss. Die Amerikaner hatten für 2022 einen Umsatz von 701 Mio. USD und ein Nettoergebnis von -724 Mio. USD gemeldet. Der Verlust entsprach 1,25 USD pro Aktie. Die Prognosen für die kommenden Jahre sehen nicht schlecht aus: in 2023 1,4 Mrd. USD Umsatz und Rohmarge von 10 %, 2024 2,2 Mrd. USD Umsatz und Rohmarge von 25 % sowie 2025 3,3 Mrd. USD Umsatz und 30 % Rohmarge. Doch da die Aktie derzeit wie ein Stein fällt, haben Investoren akutell kein Vertrauen in das Management. Immerhin wird Plug Power auch jetzt noch mit über 5 Mrd. USD bewertet.

    SMA Solar Aktie: Nach 60 % in 2023 wird die Luft dünner

    Viele Jahre hatte SMA Solar nicht nur mit verlorenem Investorenvertrauen, sondern auch einer schwachen Geschäftsentwicklung zu tun. Beides hat das Unternehmen überwunden. Die Aktie notiert derzeit auf einem Niveau, welches sie über 10 Jahre nicht mehr sehen hat. Gestern hat sie mit über 104 EUR ein neues Allzeithoch erreicht. Damit konnte das Wertpapier alleine im laufenden Jahr über 60 % zulegen.

    Grund für das Kursfeuerwerk der vergangenen Wochen war die Anhebung der Jahresprognose. Denn die Nachfrage ist hoch und die Lieferkettenprobleme lösen sich mehr und mehr auf. So will der Wechselrichterspezialist für Photovoltaikanlagen in 2023 zwischen 1,45 bis 1,6 Mrd. EUR umsetzen. Das EBITDA soll auf 135 bis 175 Mio. EUR klettern. Analysten hatten bisher im Schnitt mit nur 120 Mio. EUR Umsatz gerechnet. Dabei diversifiziert SMA das Produktportfolio außerhalb der klassischen Wechselrichter. Unter anderem arbeitet das Technologieunternehmen an einer Energiemanagement-Plattform inklusive Batterie für den Smart-Home-Markt und für Industriekunden. Auch im Wasserstoffbereich will man künftig mitmischen: Dabei will SMA mit einer schlüsselfertigen Containerlösung zur Produktion von grünem Wasserstoff punkten.

    Für die Aktie könnte die Luft jedoch erstmal dünn werden. Wobei eine Konsolidierungsphase dem Chartbild durchaus guttun dürfte. So wird SMA Solar inzwischen immerhin mit 3,6 Mrd. EUR bewertet. Auch Analysten haben ihre Kursziele noch nicht angehoben. Jefferies empfiehlt die Aktie zwar zum Kauf, aber das Kursziel liegt bei 85 EUR. In den kommenden Wochen dürften zahlreiche Research-Updates erfolgen, entweder die Kursziele werden erhöht oder es drohen Abstufungen.


    Der Kauf der Plug Power Aktie wäre ein Griff ins fallende Messer. Eine Gegenbewegung ist nach dem Absturz zwar jederzeit möglich, aber an deren Nachhaltigkeit darf gezweifelt werden, bis das Unternehmen Fortschritte bei den Margen zeigt. SMA Solar läuft derzeit wie geschmiert und es gilt „the trend is your friend“. Allerdings sollte eine Konsolidierung nicht überraschen. Bei Almonty wird es im laufenden Jahr richtig spannend. Läuft beim Produktionsstart in Südkorea alles rund, müsste die Aktie des Wolfram-Produzenten vor einer Neubewertung stehen.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Nico Popp vom 09.03.2026 | 05:00

    Energieschock? Hier ist die Lösung! Das Potenzial von Linde, Veolia und AHT Syngas

    • Synthesegas
    • Wasserstoff
    • dezentrale Energieversorgung
    • Energiepreisschock

    Börse und Wirtschaft sind volatiler denn je. Gründe sind die militärische Eskalation im Nahen Osten und die faktische Sperrung der Straße von Hormus. Mit Rohölpreisen, die die Marke von 90 USD je Barrel überschritten haben und laut Analysten in einem anhaltenden Krisenszenario auf über 150 USD steigen könnten, steht die Industrie vor einer ernsten Herausforderung. In diesem Umfeld wandelt sich auch die Dynamik der Energiewende: Dekarbonisierung ist für Unternehmen nicht mehr nur ein regulatorisches Ziel, sondern Überlebensstrategie für die eigene Wettbewerbsfähigkeit geworden. Während der Industriegase-Konzern Linde durch seine Expertise in der Wasserstofflogistik das technologische Rückgrat der Dekarbonisierung bildet, sichert Veolia Environnement durch das Management globaler Stoffkreisläufe Ressourcen und generiert sogar krisenfeste Cashflows. Gut zu den genannten Unternehmen passt auch AHT Syngas, dessen Vergasungsanlagen industrielle Abfallströme direkt am Ort ihrer Entstehung zu kostengünstigem Synthesegas und grünem Wasserstoff umwandeln – eine dezentrale Technologie, die heute mehr denn je einen Nerv trifft.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 09.03.2026 | 05:00

    Afrikas härteste Währung: Neue Perspektiven durch Barrick Mining, Compass Gold und Desert Gold

    • Afrika
    • Rohstoffe
    • Gold
    • Mali

    Im afrikanischen Bergbau vollzieht sich derzeit ein spürbarer Wandel, bei dem Bodenschätze zunehmend als die härteste Währung des Kontinents verstanden werden. Diese Entwicklung wurde auf der African Mining Indaba im Februar dieses Jahres in Kapstadt durch die Vision einer "Bank of African Settlements" untermauert. Das erklärte Ziel dieser Initiative ist es, Bodenschätze als bankfähige Werte zu etablieren, um die Abhängigkeit von volatilen Fiat-Währungen wie dem US-Dollar zu reduzieren. Für afrikanische Staaten ist dies eine direkte Antwort auf die harte Realität, in der lokale Währungen in den vergangenen zwei Jahrzehnten bis zu 900 % gegenüber dem US-Dollar an Wert verloren haben. Gleichzeitig stützen Marktdaten diesen Trend, da die Goldbestände ausländischer Zentralbanken erstmals seit dem Jahr 1996 die Bestände an US-Staatsanleihen übertreffen. Zusammen mit dem Streben nach politischer Selbstbestimmung und einer verlässlichen Infrastruktur eröffnet dieser Wandel Anlegern lukrative Perspektiven. In diesem Umfeld festigt der Branchenriese Barrick Mining die industrielle Basis in Mali, während aufstrebende Explorer wie Compass Gold und Desert Gold gezielt nach neuen Vorkommen suchen.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 09.03.2026 | 04:30

    Iran-Krieg und explodierende Ölpreise! Gibt es überhaupt Gewinner? Infineon, First Hydrogen und Aixtron im Fokus

    • HighTech
    • Halbleiter
    • Microindustrie
    • Energiespeicher
    • Robotik
    • Wasserstoff

    Donald Trump fordert die bedingungslose Kapitulation des iranischen Regimes nach einem Blitzkrieg über ganze 7 Tage. Für die internationale Staatengemeinschaft und den laborierenden Ökonomien bedeutet ein nachhaltiger Ölpreisanstieg von 20 % starke Einbußen im Wirtschaftswachstum und einen gewaltigen Inflationsschub in den Ladenregalen durch die nachgelagerten Teuerungseffekte. Auch der Konsument wird in Kriegszeiten in keinen neuen Kaufrausch verfallen, sondern die Taschen geschlossen halten. Börsianer sollten daher ihren Blick nun weiter nach vorne richten als üblich. Denn vielleicht sind die Gewinnbringer nun jene Werte, die in den letzten Tagen arg gelitten haben oder neue Titel, mit entsprechender Langfrist-Perspektive. Wer wird nach der Krise wieder zum Spurt ansetzen?

    Zum Kommentar