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05.05.2022 | 05:10

Rheinmetall, Triumph Gold, K+S – Hype oder nachhaltig?

  • Gold
  • Märkte
Bildquelle: pixabay.com

Bereits während der Corona-Pandemie konnte man eindeutig Gewinner und Verlierer identifizieren. Vakzin-Hersteller vervielfachten sich, Unternehmen mit dem Bezug Online-Handel performten ebenfalls besser als der Markt. In der aktuellen Ukraine-Krise drehen sich dagegen die Vorzeichen. Plötzlich sind die vor Kurzem noch verpönten Rüstungsaktien der letzte Schrei. Ebenfalls oben in der Anlegergunst sind Unternehmen von Düngemittelherstellern, die von den Sanktionen und damit der Angebotsknappheit profitieren. Doch wie nachhaltig sind die aktuellen Steigerungen? Auch bei Goldminenaktien sind die Rahmenbedingungen bestens. Doch diese performen im Gegensatz zu Rheinmetall, Hensoldt & Co. deutlich schwächer.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: TRIUMPH GOLD CORP. | CA8968121043 , K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888 , RHEINMETALL AG | DE0007030009

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Inhaltsverzeichnis:


    Wie hoch fliegt Rheinmetall?

    Die Performance des altehrwürdigen Düsseldorfer Unternehmens, das als Hoflieferant der deutschen Bundeswehr gilt, ist beeindruckend. Seit Ende Februar, als der aktuelle Bundeskanzler Olaf Scholz ein Sondervermögen für Investitionen und Rüstungsvorhaben von insgesamt 100 Mrd. EUR für die Bundeswehr ankündigte, schoss der Titel um 80% nach oben. Vergessen waren die Diskussionen der Europäischen Kommission, ob die Rüstungsindustrie im Rahmen der sozialen Taxonomie als „sozial schädlich“ klassifiziert werden sollte, was den Zugang zu Finanzierungen bei Banken und den Zugang zum Kapitalmarkt deutlich verschlechtert hätte.

    Seit Verkündung der Aufstockung des Wehretats kam es in der Aktie zu keiner größeren Korrektur. Der aktuelle Kurs liegt bei 222,40 EUR, mehr als 100% über dem vor rund acht Wochen. Wie in einem ausführlichen Report erläutert, stellt sich weiterhin die Frage, wie man, trotz Problemen in der Lieferkette, an Rohstoffe und Halbleiterkomponenten kommen will, um die von Rheinmetall aufgerufenen 42 Mrd. EUR an Auftragsvolumen abarbeiten zu können. Von den gestiegenen Preisen der einzelnen Rohstoffe und damit der verminderten Marge will man gar nicht sprechen.

    Personelle Veränderungen gibt es zum Ende des laufenden Geschäftsjahres bei der Rheinmetall AG. Dagmar Steinert ist mit Wirkung ab 1. Januar 2023 zum Mitglied im Vorstand der Rheinmetall AG bestellt worden. Steinert, die aktuell im Vorstand von Fuchs Petrolub die kaufmännischen Bereiche sowie die Bereiche Recht, Compliance und Digitalisierung verantwortet, tritt bei Rheinmetall die Nachfolge von Finanzvorstand (CFO) Helmut P an. Merch. Merch wiederum begibt sich in den Ruhestand.

    Gold weiterhin nachhaltiges Investment

    Weiterhin bullish sind die Rahmenbedingungen für das Edelmetall Gold. Extrem hohe, nicht nur vorübergehende Inflationsraten, dazu historisch hohe Staatsschulden und weiterhin Zinsen auf tiefem Niveau bieten beste Voraussetzungen für ein langfristiges Gold-Investment. Garniert wird dieses noch mit dem weiterhin unsicheren Verlauf im Ukraine-Konflikt. Jedoch konnte das gelbe Edelmetall die alten Höchststände in der aktuell noch existierenden Weltleitwährung USD nicht überschreiten. Vielmehr fiel der Basispreis wieder deutlich unter die Marke von 1.900 USD und notiert aktuell bei 1.864,00 USD. Gründe für den aktuellen Abschwung liegen in der möglichen Reduktion der Bilanzsumme der US-Notenbank FED und möglicherweise größeren Zinsschritten.
    Aus langfristiger Sicht ist jedoch jedem Anleger zu empfehlen, einen Teil seines Portfolios mit Gold abzusichern und damit eine Diversifikation herzustellen. Neben Barren und Münzen in physischer Form bieten Aktien von Goldproduzenten oder Explorationsunternehmen auf aktuellem Niveau ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis.

    Bei Triumph Gold ist die Korrektur seit dem Zwischenhoch im Sommer 2020 bei 0,45 CAD bereits weit fortgeschritten. Aktuell notiert der Titel bei 0,95 CAD an der Heimatbörse in Toronto. In Frankfurt bedeutet dies einen Kurs von 0,07 EUR. Das kanadische Unternehmen unterhält sein Hauptprojekt Freegold Mountain in Yukon, einer Bergbaugegend mit erstklassiger Infrastruktur, mit Hilfe multi-disziplinärer Explorations- und Bewertungstechnologien. Dabei ist Freegold Mountain zu 100% im Besitz von Triumph Gold und beherbergt mit Nucleus, Revenue und Tinta Hill drei Mineralvorkommen gemäß National Instrument 43-101. Zudem sind die Liegenschaften Big Creek und Tad/Toro, die neben Gold auch das elementar wichtige Metall für die Energiewende, Kupfer, beinhalten, im kompletten Besitz.

    Für eine positive Überraschung sorgten die neuesten Ergebnisse des Explorationsprogramms aus dem vergangenen Jahr. Dabei wurden beim Freegold Mountain-Projekt insgesamt 6.615m mit Diamantbohrungen zurückgelegt. In jedem bisher gemeldeten Bohrloch des Explorationsprogramms 2021 wurden anomale Gold-, Silber- und Kupferwerte durchteuft (fünf bei Nucleus und sieben bei Revenue). Die Ergebnisse zeigen ein breites Mineralisierungssystem mit Zonen, die große Erztonnagen beherbergen und gleichermaßen Oxid-, Übergangs- und Sulfiderze enthalten. Dabei entdeckte Triumph Gold bei Bohrungen 300m abseits der Lagerstätte Nucleus im Yukon eine Goldmineralisierung im Bereich der Verwerfungszone Big Creek South Fault. Die Marktkapitalisierung des Explorationsunternehmens liegt bei 9,76 Mio. EUR, weiterhin gute Ergebnisse könnten dabei zu deutlichen Kursbewegungen führen.

    K+S – Wie am Schnürchen

    Durch die Sanktionen gegen Düngemittelhersteller aus Russland und Belarus konnte K+S profitieren. Seit Ausbruch des Krieges steht eine Verdopplung des Aktienkurses zu Buche. Nach den Höchstständen bei 36,45 EUR kam es zu Gewinnmitnahmen. Dabei schloss der Aktienkurs die Kurslücke bei 29,89 EUR schulmäßig, um erneut nach oben zu drehen.

    Nachdem bereits K+S die Gewinnprognose deutlich erhöhte, konnte auch das kanadische Pendant mit hervorragenden Zahlen glänzen. So konnte Nutrien im ersten Quartal dank höherer Preise einen Gewinnsprung verbuchen. Das Nettoergebnis kletterte auf 1,39 Mrd. USD von 1,33 Mrd. USD, teilte Nutrien mit. Der Umsatz erhöhte sich um 64% auf 7,65 Mrd. USD. Für das Gesamtjahr ist die Führungsetage weiterhin positiv gestimmt. So dürfte das Angebot weiter erheblich eingeschränkt bleiben.


    Durch den Ausbruch des Ukraine-Konflikts profitieren neben Rüstungsaktien auch Produzenten von Düngemitteln. Durch die Unsicherheiten sind die Rahmenbedingungen für Gold langfristig ebenfalls glänzend. Triumph Gold könnte nach der Korrektur bei weiterhin guten Ergebnissen positiv überraschen.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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