Menü schließen




02.07.2026 | 05:00

Russland schielt nach Polen: Asymmetrische Bedrohung treibt Rheinmetall und DroneShield – Volatus Aerospace als Geheimtipp?

  • Drohnentechnologie
  • Vernetzung
  • Drohnenabwehr
  • Rüstungsindustrie
Bildquelle: KI

Testet Russland die NATO? Neue Szenarien halten selbst asymmetrische Angriffe auf Polen für möglich. Diese Gemengelage zwingt Staaten dazu, Verteidigung neu zu denken und entsprechend zu investieren. Nach Erhebungen des Stockholm International Peace Research Institute erreichten die weltweiten Militärausgaben im Jahr 2025 einen historischen Höchststand von 2,887 Bio. USD. Diese Entwicklung treibt vor allem den Sektor für unbemannte Flugsysteme und Abwehrtechnologien. Während Großkonzerne und spezialisierte Technologielieferanten von der Neuausrichtung profitieren, rücken kleinere, agilere Marktteilnehmer als strategische Zulieferer und Übernahmekandidaten in den Fokus der Rüstungsindustrie. Wir machen den Check und beleuchten spannende Aktien.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , DRONESHIELD LTD | AU000000DRO2

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Rheinmetall: Milliarden-Aufträge für die Ostflanke

    Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall festigt seine marktführende Position in Europa durch eine Doppelstrategie aus unbemannten Angriffssystemen und hochentwickelter Abwehrtechnologie. Im April unterzeichnete der Konzern einen milliardenschweren Rahmenvertrag mit der deutschen Bundeswehr über das Loitering Munition System FV-014. Die erste Tranche umfasst rund 300 Mio. EUR brutto, wobei die Lieferungen für die erste Jahreshälfte 2027 geplant sind. Gleichzeitig baut Rheinmetall seine Präsenz an der NATO-Ostflanke aus. Rumänien erteilte dem Rüstungsriesen im Mai einen Großauftrag über Skyranger 35 Flugabwehrsysteme und Lynx-Schützenpanzer im Gesamtwert von 5,7 Mrd. EUR. Zudem investierte Rheinmetall über 56 Mio. GBP in den britischen Standort Telford, wo das Joint Venture Rheinmetall BAE Systems Land Ende Juni das 100. Boxer-Fahrzeug an das britische Verteidigungsministerium übergab. So viele Aktivitäten in wenigen Monaten zeigen: Bei Rheinmetall brummt das Geschäft.

    DroneShield: Umsatzexplosion durch KI-gestützte Abwehrsysteme

    Das australische Unternehmen DroneShield verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr eine wahre Umsatzexplosion und profitierte vom rasanten Marktwachstum bei Anti-Drohnen-Systemen. Der Jahresumsatz kletterte um satte 276 % auf einen Rekordwert von 216,55 Mio. AUD. Das bescherte dem Unternehmen einen Nettogewinn von 3,52 Mio. AUD und ist eine operative Kehrtwende. Wachstumstreiber war das hochmargige Segment Software-as-a-Service, das im Gesamtjahr um 312 % auf 11,6 Mio. AUD wuchs. DroneShield verfolgt das Ziel, den wiederkehrenden SaaS-Umsatzanteil innerhalb der nächsten fünf Jahre auf 30 % bis 40 % zu steigern. Um die globale Vertriebspipeline von 2,2 Mrd. AUD zu bedienen, baut das Unternehmen seine Produktionskapazitäten weiter aus. Schon Ende des Jahres will man mit mehr Durchsatz punkten. Das ist auch dringend nötig: Erst im Februar sicherte sich das Unternehmen sechs Verträge im Gesamtwert von 21,7 Mio. USD für tragbare C-UAS-Systeme.

    Volatus Aerospace: Produktion in Kanada und spannende Projekte

    Die kanadische Volatus Aerospace verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 ein Umsatzwachstum von 26 % auf insgesamt 34,20 Mio. CAD. Besonders die Rüstungs- und Drohnenumsätze verdoppelten sich von 7,89 Mio. CAD im Vorjahr auf 16,26 Mio. CAD, was einem Zuwachs von 106 % entspricht und die erfolgreiche strategische Fokussierung auf den Rüstungsbereich unterstreicht. Im ersten Quartal 2026 festigte Volatus unter Führung von CEO Glen Lynch und CFO Abhinav Singhvi seine finanzielle Basis mit einem stabilen Umsatz von 5,6 Mio. CAD und einer historischen Rekordbruttomarge von 35 %. Der planmäßige Nettoverlust von 6,6 Mio. CAD resultiert aus gezielten Investitionen in den Produktionsstart in Mirabel, das Schwerlast-Drohnenprogramm Condor XL sowie die Weiterentwicklung der Autonomieplattform V-Cortex AI. Letztere ermöglicht mittels optischem Geländeabgleich eine von Positionsdiensten wie GPS unabhängige Navigation.

    Ambitionierte Pläne: Volatus Aerospace.

    Ein weiterer Meilenstein gelang Volatus mit dem Kauf fortschrittlicher unbemannter Flugsysteme des britischen Entwicklers Caliburn Holdings im vergangenen November. Der Zukauf mit eigenen Aktien im Wert von 2 Mio. CAD beinhaltet drei hochgradig modulare Starrflügel-UAS-Plattformen mit einer Flugdauer von bis zu sieben Tagen. Das gesamte britische Ingenieursteam ist inzwischen in der neuen Fertigungsstätte im kanadischen Mirabel tätig.

    Fazit: Starke Marktpositionierung mit hohem Kurspotenzial

    Neben der Caliburn-Übernahme treibt Volatus eine Reihe weiterer strategischer Partnerschaften und Abkommen voran. Im Dezember sicherte sich das Unternehmen einen NATO-Rüstungsauftrag im Wert von bis zu 9,00 Mio. CAD, gefolgt von einem weiteren Rahmenvertrag über 2,10 Mio. CAD im April zur Ausbildung von Sicherheitskräften. Weiterhin unterzeichnete Volatus im April eine Absichtserklärung mit Sentinel R&D zur Entwicklung einer schweren kinetischen Abfangdrohne. Im zivilen Bereich stehen ein Inspektionsvertrag über 160.934 km Stromleitungsnetz bis 2028 sowie ein Kontrakt zur logistischen Versorgung von Offshore-Windparks in den Büchern. Dank regionaler Lieferketten reduziert Volatus die Abhängigkeit von Asien und positioniert sich als spannender Anbieter für innovative Drohnen-Technologie.

    Analysten bewerten die Neuausrichtung von Volatus Aerospace als positiv und stufen das Papier im Konsens als klaren Kauf ein. Die auf dem Portal Investing.com Canada aggregierten Schätzungen von fünf Analysten sehen ein gemitteltes 12-Monats-Kursziel von 1,04 CAD. Beim aktuellen Kurs von rund 0,63 CAD entspräche das einem Potenzial von etwa 65 %. Volatus Aerospace hat viele interessante Projekte und punktet mit Innovationen und einer Fertigung in Kanada. Die weiteren Quartale werden zeigen, wie sehr das Unternehmen sein Potenzial in handfeste Zahlen überführen kann.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Nico Popp vom 29.09.2026 | 05:00

    Operation Vivaldi verändert die Kriegsführung: First Hydrogen macht’s wie die Ukraine und steigt in den Rüstungswettlauf ein

    • Drohnentechnologie

    Die moderne Kriegsführung ändert sich im Wochentakt. Exemplarisch zeigt sich das auf den Schlachtfeldern in der Ukraine, wo schwere Drohnen in den letzten Wochen im Zuge der Operation Vivaldi ferngesteuerte Kamikaze-Bodenroboter mehr als zehn Kilometer hinter die feindlichen Linien absetzten. Die Prozesse hinter diesem jüngsten Vorstoß der Ukraine komprimieren herkömmliche Innovationszyklen von Jahren auf Wochen und Tage und schreiben die Spielregeln der Rüstungsindustrie neu. Inmitten dieses Rüstungswettlaufs eröffnen sich große Chancen für Technologieunternehmen, die mit derselben Innovationskraft vorgehen wie die Startups der Ukraine und deren Einheiten an der Front. Wer hochflexible und umfassende Lösungen aus einer Hand liefert, dürfte im Drohnenmarkt der Zukunft die Nase vorn haben. Wir beleuchten die jüngste Entwicklung bei First Hydrogen.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Stefan Feulner vom 28.09.2026 | 05:10

    Lockheed Martin, Volatus Aerospace, DroneShield – Milliardenrennen um die Drohnenhoheit

    • Drohnentechnologie
    • Rüstung

    Kriege verändern sich rasant. Drohnen übernehmen Aufklärung und Angriffe, autonome Systeme treffen immer mehr Entscheidungen selbst und klassische Waffensysteme werden mit künstlicher Intelligenz und neuen Sensoren vernetzt. Gleichzeitig explodiert der Bedarf an Technologien, die feindliche Flugkörper frühzeitig erkennen und ausschalten können. Für die Rüstungsindustrie entsteht damit ein neuer Milliardenmarkt, von Präzisionswaffen über autonome Drohnen bis zur elektronischen Abwehr.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 25.09.2026 | 05:00

    Bei Drohnen werden die Karten neu gemischt: Rheinmetall kämpft, DroneShield erfindet sich neu und Volatus Aerospace besteht den ersten Blindflug

    • Drohnentechnologie
    • Sensoren
    • Aufträge

    Ein Schalter wird umgelegt und plötzlich verlieren ehemals gefürchtete Drohnen die Orientierung. Auf den Schlachtfeldern dieser Welt reicht oft eine einfache Frequenzüberlagerung aus, um die bei Drohnen weit verbreitete GPS-Navigation komplett lahmzulegen. Diese Situation zwingt die gesamte Drohnen-Industrie zum Umdenken und eröffnet Chancen: Wer trotz Störsendern zuverlässig navigieren kann, ist für die Zukunft gerüstet. Wir stellen aktuelle Entwicklungen bei Rheinmetall, DroneShield und Volatus Aerospace vor.

    Zum Kommentar