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14.10.2026 | 05:30

SpaceX, First Hydrogen, Siemens – Weltraum, Drohnen und Robotik sind die Zukunftsthemen für Anleger

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Bildquelle: Pixabay

Weltraum, Drohnen und Robotik dürften in den kommenden Jahren deutlich an Gewicht gewinnen. Am 24. September meldete der Weltverband IFR einen Rekordbestand von 5 Millionen Industrierobotern, und am 28. September erreichte Starship erstmals eine Erdumlaufbahn. Beides gehört enger zusammen, als es zunächst scheint. Wer Drohnen losschickt oder Roboter in Fabriken stellt, braucht eine Verbindung, einen Antrieb und Software, die alles steuert. Vom All bis zur Fabrikhalle werden gerade die Weichen gestellt. Wir sehen uns daher SpaceX, First Hydrogen und Siemens genauer an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: SPACE EXPLORATION TECHNOLOGIES CORP | US84615Q1031 | NASDAQ: SPCX , First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 | TSXV: FHYD , SIEMENS AG NA O.N. | DE0007236101

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Inhaltsverzeichnis:


    SpaceX – Orbit erreicht und Mobilfunk im Visier

    Am 28. September hat SpaceX Starship zum ersten Mal in eine Erdumlaufbahn gebracht. Der Booster landete sicher im Golf von Mexiko, die Oberstufe erreichte einen höchsten Punkt von 275 km und setzte 26 Starlink V3 Satelliten aus. Beim Aufstieg fiel allerdings eines der sechs Haupttriebwerke der Oberstufe aus. Deshalb beendete man den Flug nach 3 Stunden und 8 Minuten statt der geplanten 10 Stunden. Das Hauptziel, die neuen Satelliten im Orbit abzusetzen, wurde trotzdem erreicht. Damit ist der Knoten geplatzt.

    Am 8. Oktober folgte der nächste strategische Schritt. SpaceX will das landesweite Spektrum von Grain Management im Bereich von 800 MHz übernehmen, bis zu 14 MHz gepaart. Grain hatte es im August von T-Mobile erworben. Das Spektrum soll Starlink Mobile ergänzen, einen Dienst aus Satelliten und Mobilfunknetz am Boden, der bereits Spektrum um 2 GHz nutzt. Einige Tage zuvor hatte die US-Behörde FCC bis zu 15.000 Satelliten für den Funk direkt zu Handys genehmigt. Für den Kauf selbst steht die Zustimmung der FCC noch aus, einen Preis nannte SpaceX nicht.

    Für Drohnen und Roboter, die weit draußen arbeiten, zählt vor allem eine stabile Verbindung. Dafür liefern die 26 neuen Satelliten die Grundlage, denn jeder soll 1 Tbps Kapazität bringen, zusammen also 26 Tbps Downlink-Kapazität. Das entspricht laut Bericht etwa dem Zehnfachen eines Falcon-9-Starts mit Satelliten der Vorgängergeneration. Gelingt der Ausbau, könnte das Netz aus dem All genau dieses Loch stopfen. Dazu muss SpaceX aber erst liefern. Weitere Flüge von Starship müssen zeigen, dass die Satelliten zuverlässig in den Orbit kommen. Die Richtung stimmt.

    First Hydrogen – Bodendrohne fertig, Humanoide im Visier

    Am 1. September sicherte sich First Hydrogen die exklusiven weltweiten Rechte, ein unbemanntes Bodenfahrzeug mit Patent zur Marktreife zu entwickeln. Dafür blieben zwei Jahre Zeit, das geistige Eigentum an den Ergebnissen gehört zu 100 % den Kanadiern. Das Fahrzeug ist amphibisch ausgelegt und nimmt austauschbare Module auf, was die Einsatzfähigkeiten erhöht. Es arbeitet autonom, folgt einer Person, fährt eine feste Route oder lässt sich per Funk steuern. Einsatzfelder sind Logistik, Sicherheit, Notfallpakete, die Zustellung auf der letzten Meile sowie der Start und die Betankung von Drohnen.

    Nur acht Tage später folgte der nächste Schritt. Am 9. September schloss First Hydrogen eine endgültige Vereinbarung mit Exodus Actuation Solutions und übernimmt 60 % an dem Unternehmen, das 26 erteilte und 10 angemeldete Patente für Getriebe und Motoren besitzt oder lizenziert. Mit der Technik von Exodus wurden bereits mehr als 500 Motoren und Getriebe gefertigt und versandt. Dafür gibt First Hydrogen schrittweise 2 Mio. Aktien aus und finanziert 2 Mio. USD in die Weiterentwicklung der Technologie des Robotikunternehmens. Zugleich gründeten die Kanadier die Tochter First Humanoid Corp., die geistiges Eigentum rund um Robotik und KI bündeln soll. Derzeit fehlt lediglich die Zustimmung der TSX Venture Exchange.

    Am 28. September meldete das Unternehmen den Abschluss des Baus eines unbemannten Landfahrzeugs und den erreichten Entwicklungsmeilenstein. Damit gelten die exklusiven Rechte für die Restlaufzeit des Patents, bei einer Lizenzgebühr von 1 % auf den Bruttoumsatz. Das Fahrzeug hat Räder, die ihre Form verändern, einen Antrieb, der auch nach Schäden weiterlaufen soll, und ein Modul, das Drohnen startet und transportiert. Zwei Jahre waren vorgesehen, geschafft war es in weniger als vier Wochen. Da zeigt sich die Erfahrung des Unternehmens, das bereits einen Van mit Wasserstoffantrieb innerhalb kürzester Zeit entwickelt hat. Gelingt es, die Antriebstechnik von Exodus mit dem Fahrzeug zu verbinden, könnte First Hydrogen Drohnen und Roboter mit eigener Technik ausstatten.

    Siemens – Robotik und Automatisierung von der Fabrik bis zum Wasserstoff

    Am 16. April stellte Siemens den humanoiden Roboter HMND 01 Alpha des britischen Unternehmens Humanoid vor, der im Elektronikwerk in Erlangen autonome Logistikaufgaben übernahm. Er bewegte 60 Behälter pro Stunde, lief mehr als 8 Stunden und griff in über 90 % der Versuche richtig zu. Siemens bindet den Roboter über seine Software, den digitalen Zwilling und die Steuerungstechnik in die Fabrik ein. Dank Simulation schrumpfte die Entwicklung des Prototyps von 18 bis 24 Monaten auf 7 Monate. Der Test ist vielversprechend.

    Anfang Oktober vereinbarte Siemens mit dem Distributor TD SYNNEX eine globale Vertriebspartnerschaft. TD SYNNEX ist in mehr als 100 Ländern aktiv und soll Automatisierung, Software, Cybersicherheit und intelligente Infrastruktur auch zu kleineren Unternehmen bringen. Wie das im Alltag aussieht, zeigt Procter & Gamble. Am 16. September meldeten beide, dass ihr System zur Qualitätsprüfung auf Basis von KI weltweit ausgebaut wird. Der Ausschuss sinkt je nach Produkt um 10 bis 20 %, neue Installationen laufen fünf bis zehn Mal schneller an.

    Auch bei Wasserstoff ist Siemens gefragt. Am 8. Oktober kündigte der Konzern an, die Anlage GalpH2Park im portugiesischen Sines mit einem digitalen Zwilling zu steuern. Die Anlage mit 100 MW soll bis zu 15.000 t erneuerbaren Wasserstoff pro Jahr erzeugen und zum Jahresende starten. Etwa 110.000 t weniger Kohlenstoffdioxid pro Jahr sollen anfallen, und Siemens schätzt, dass die Software bis zu 15 % Energie spart. Gelingt der Start wie geplant, hätte der Konzern ein weiteres Referenzprojekt in der Hand.


    Weltraum, Drohnen und Robotik wachsen zusammen, und die drei Unternehmen setzen an unterschiedlichen Stellen an. Vom All bis zur Fabrikhalle hat sich in den vergangenen Wochen einiges bewegt. SpaceX hat mit Starship den Orbit erreicht und baut mit dem Spektrum von Grain sein Mobilfunkgeschäft aus, sofern die FCC zustimmt. First Hydrogen hat sein umbemanntes Bodenfahrzeug in weniger als vier Wochen fertiggestellt und mit Exodus die Antriebstechnik im Blick. Siemens bringt Roboter, KI für die Industrie und Wasserstoff in die Fabrik und über TD SYNNEX auch zu kleineren Unternehmen. Alle drei kommen voran.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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