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28.05.2026 | 05:20

TKMS, Strategic Resources und Lockheed Martin: Das größte Aufrüstungsprogramm der Nachkriegszeit stockt!

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Bildquelle: pixabay.com

Erstmals seit dem Kalten Krieg pumpt die NATO Rekordsummen in die Verteidigung, 108 Mrd. EUR allein für Deutschland. Doch moderne Fregatten, Kampfpanzer und Jets verschlingen kritische Metalle wie Vanadium, Germanium und Seltene Erden. Ohne diese Rohstoffe bleiben selbst Hightech-Waffen unbrauchbar. China dominiert die Lieferketten und schafft eine gefährliche Engstelle. Doch obwohl die Vorzeichen für die Unternehmen in diesem Bereich kaum besser sein könnten, notiert kaum ein Wert an seinen Höchstständen. Wir sehen uns heute mit TKMS, Strategic Resources und Lockheed Martin drei interessante Unternehmen an, die das Potenzial für neue Höchststände haben.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: TKMS AG & CO KGAA | DE000TKMS001 , STRATEGIC RESOURCES INC | CA86277X4093 | TSXV: SR , LOCKHEED MARTIN DL 1 | US5398301094

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Inhaltsverzeichnis:


    TKMS - Rekordaufträge und operative Wende

    Die jüngsten Halbjahreszahlen des Marinespezialisten TKMS lesen sich auf den ersten Blick widersprüchlich. Einerseits glänzt der Konzern mit einem Auftragsbestand von 20,6 Mrd. EUR, ein Rekord. Umsatz und bereinigtes EBIT legten um 10 beziehungsweise 14 % zu. Andererseits schreckte der negative freie Mittelfluss von 72 Mio. EUR ab. Der Grund sind jedoch technische Timing-Effekte bei Vorauszahlungen, keine operative Schwäche. Entscheidend ist, dass die U-Boot-Sparte endlich in die Gewinnzone zurückkehrt und mit zweistelligen Margen arbeitet. Auch die Elektroniktochter Atlas wuchs kräftig. Das Management bestätigte selbstbewusst die Jahresprognose mit einer Marge von über 6 %.

    Im 2. Quartal fallen gleich mehrere wegweisende Entscheidungen. Bis Ende Juni erwartet das Management Verträge über mehr als 60 Mrd. EUR. Im Fokus ist die finale Finanzierungszusage für die deutsche F127-Fregatte am 24. Juni sowie die Vergabe des 37 Mrd. EUR Auftrags über 12 U-Boote an Kanada. Hier ist TKMS einer der zwei Finalisten. Allein diese Projekte könnten die Werftauslastung für die nächste Dekade sichern. Außerdem steht der Abschluss des indischen U-Boot-Deals über 7 Mrd. EUR kurz bevor und es gibt eine bereits unterzeichnete Absichtserklärung für 4 weitere Fregatten in Brasilien. Auch mit Griechenland läuft ein Modernisierungsprogramm für 4 U-Boote der Klasse 214. Das ist ein weiterer, wenn auch kleinerer Baustein.

    Um die Auftragsflut zu stemmen, hat TKMS vorgesorgt. Eine Kooperation mit der spanischen Navantia prüft die Auslagerung von U-Boot-Fertigungskapazitäten. Gleichzeitig verstärkt ein neuer COO das Management, um die Projekteffizienz zu erhöhen. Die Übernahme der Kieler German Naval Yards bleibt ebenfalls im Gespräch, ist aber dank der Navantia-Option kein Muss. Analysten sehen das Potenzial. Die Deutsche Bank hob ihr Kursziel auf 110 EUR, auch Citi stuft auf Kauf. Sollten die anstehenden Großaufträge wie erwartet nach Kiel gehen, dürfte das Papier die alten Höchststände schnell wieder ins Visier nehmen. Die operative Basis dafür steht, und der Markt wartet nur noch auf die Vertragsunterschriften. Derzeit ist die Aktie für 85,80 EUR zu haben.

    Strategic Resources - profitiert still von der Verteidigungsindustrie

    Hochreines Eisen klingt erstmal unspektakulär, ist aber die heimliche Grundlage moderner Waffensysteme. Ob Panzerungen, Radartechnik oder Elektronik - ohne diese hochreinen Ausgangsstoffe bleiben Spezialstähle unpräzise. Strategic Resources aus Quebec beliefert genau diesen Markt, wenn auch indirekt. Die vollständig genehmigte Pelletieranlage in Port Saguenay soll jährlich 4 Mio. t hochreine Eisenpellets produzieren. Genau das, was Rüstungskonzerne für zuverlässige Komponenten brauchen. Die jüngste Nachricht vom 26. Mai bringt erneut gute Nachrichten. Alle Antworten auf die Umweltfragen der Behörden sind eingereicht. Die Entscheidung über die Kapazitätserweiterung fällt in den nächsten 2-3 Monaten. Wer jetzt einsteigt, kauft noch vor diesem wahrscheinlichen Kurstreiber.

    Das Unternehmen hat mehr als nur eine Genehmigung in der Tasche. Der Hafen von Saguenay bietet eisfreien Tiefwasserzugang, die Energie stammt aus Quebecs günstiger Wasserkraft, und eine Gaspipeline liegt direkt an. Dadurch liegen die geschätzten Betriebskosten für die Pelletproduktion bei etwas über 16 CAD pro Tonne. Das ist ein echter Vorteil im Vergleich zu den alten kanadischen Pelletanlagen, die größtenteils mit teurem Schweröl laufen. Zusätzlich gibt es einen zehnjährigen Abnahmevertrag mit Javelin Global Commodities, inklusive 150 Mio. USD Betriebsmittelfinanzierung. Auch die Regierung von Quebec, die ebenfalls einen bedeutenden Anteil am Unternehmen hält, dürfte sich an dem Projekt beteiligen.

    Doch das eigentliche Highlight sitzt noch in der Hinterhand. Das Erzvorkommen enthält neben Eisen auch Vanadium und Titan – beides kritische Rohstoffe für die Energiewende und Verteidigung. Eine aktuelle Kooperation mit Tyfast Energy prüft die Lieferung von Vanadium für Hochleistungsbatterien, etwa für militärische Elektrifizierung. Spätere Ausbaustufen sollen direkt Titan und Vanadium mitverarbeiten. Hinzu kommt das zweite Standbein in Finnland, die ehemalige Mustavaara-Mine. Mit dem frischen Listing in Frankfurt und einer laufenden Finanzierungsrunde zu 0,25 CAD je Unit ist der Zeitpunkt günstig, um sich diesen Explorer genauer anzusehen. Aktuell notiert die Aktie bei 0,28 CAD und damit über dem Finanzierungspreis. Das ist positiv zu bewerten.

    Lockheed Martin - temporäre Delle oder echte Kaufgelegenheit?

    Im 1. Quartal drückten vor allem Produktionsverzögerungen bei F-16 und C-130 sowie ein negativer Free Cashflow von 291 Mio. USD auf die Stimmung. Die operative Marge im größten Segment Aeronautics sank auf 8,9 %. Das sieht auf den ersten Blick beunruhigend aus, ist aber weitgehend auf zeitliche Verschiebungen zurückzuführen. Die Aufträge bleiben bestehen, die Gewinne sind nur später fällig. Ein neuer Chef für die Sparte, ein erfahrener Ex-Kampfpilot von Skunk Works, soll zudem die Probleme angehen.

    Während die eine Sparte kämpft, liefert die andere. Das Raketensegment Missiles & Fire Control (MFC) wuchs zweistellig, allein im April gingen PAC-3-Aufträge über 7 Mrd. USD ein. Dazu kommen ein 4,7 Mrd. USD Rahmenvertrag zur Verdreifachung der Produktion bis 2030 sowie Modernisierungsaufträge für F-35-Kampfjets im Wert von fast 1 Mrd. USD. Auch die Rolle als Integrator für Australiens U-Boot-Flotte unter AUKUS unterstreicht die strategische Bedeutung.

    Der Auftragsbestand liegt bei 186 Mrd. USD, ein Drittel davon wird binnen eines Jahres fällig. Das Management hält an der Jahresprognose fest, inklusive eines erwarteten Free Cashflows von bis zu 6,8 Mrd. USD. Die Bewertung mit einem zukünftigen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von unter 20 zeigt, dass Lockheed Martin das günstigste Unternehmen unter den großen Rüstungskonzernen ist. Sobald die Lieferkettenprobleme bei den Flugzeugen gelöst sind und die geheimen Programme aus der Skunk Works in die Auslieferung gehen, dürfte der Markt die temporäre Schwäche schnell vergessen haben. Momentan kostet eine Aktie 532,90 USD.


    Das größte Aufrüstungsprogramm der Nachkriegszeit stockt. Nicht an fehlendem Willen, sondern an kritischen Rohstoffen, die China kontrolliert. TKMS steht mit 20,6 Mrd. EUR Auftragsbestand und anstehenden Milliardenverträgen vor einer operativen Wende hin zu alten Höchstständen. Strategic Resources bietet mit hochreinen Eisenpellets, Titan und Vanadium die heimliche Basis für die Rüstungsindustrie, noch vor entscheidenden Genehmigungen. Lockheed Martin kämpft mit temporären Produktionsverzögerungen, doch der Rekordauftragsbestand von 186 Mrd. USD und ein zukünftiges KGV unter 20 machen die Aktie zur einer potenziellen Gelegenheit unter den Rüstungsgiganten.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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