07.07.2026 | 04:15
Märkte im Überflug - DAX 30.000 unrealistisch? DroneShield, Volatus Aerospace, Airbus und Hensoldt beachten!
Schon lange gab es nicht mehr so eine ausgeprägte Hausse an den Weltbörsen. Der aufmerksame Investor lernt: Kriege sind kein Verkaufsgrund, sondern beflügelt die Phantasie der Technologie-Begeisterten und lässt auf weitere finanzielle Mittel der Regierungen hoffen. Dass dabei die Verschuldungen der Staaten immer weiter in den Himmel steigen, eine Rückzahlung wird es eh nur im Sinne einer Wiederanlage in neue Schuldtitel geben. Somit wird weiter munter Geld gedruckt, wir kennen das seit der Finanzkrise 2008. Im Gesamtbild haben die großen Kapitaleigner wie Elon Musk oder andere Gründer von HighTech-Unternehmen längst das Sagen im internationalen Polit-Kasperle-Theater. Wann das große Krokodil kommt, darüber darf munter philosophiert werden. Das historische Shiller-KGV des US-Aktienmarktes (S&P 500) liegt im langfristigen Mittel bei rund 17,4. Mit einem aktuellen Stand von zirka 39,5 weicht der Markt derzeit vom Allzeit-Durchschnitt um 127 % nach oben ab. Diese drastische Überbewertung markiert den zweithöchsten Stand der Finanzgeschichte und wird nur noch von der Dotcom-Blase des Jahres 1999 übertroffen. Vermutlich benötigen wir neue Mess-Instrumente, die Dinge aus dem vergangenen Jahrtausend sind unbrauchbar geworden.
Lesezeit: ca. 6 Min.
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Autor:
André Will-Laudien
ISIN:
VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF , DRONESHIELD LTD | AU000000DRO2 , AIRBUS | NL0000235190 , HENSOLDT AG INH O.N. | DE000HAG0005
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
André Will-Laudien
Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.
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Airbus und Hensoldt – Auf dem Weg zu alten Hochs?
Nun hat es wohl gedreht im Rüstungs-Sektor! Wer auf weitere Abschläge gehofft hatte, wird eines Besseren belehrt. Stark im Fokus stehen wieder technologiebasierte Titel wie Airbus oder Hensoldt, denn sie können die Bedarfe von Organisationen wie der NATO liefern. Mit dem Beschluss, spätestens ab 2035 dauerhaft 5 % des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung und sicherheitsrelevante Infrastruktur bereitzustellen, hat die NATO die größte sicherheitspolitische Investitionsoffensive ihrer Geschichte angestoßen. Allein für die europäischen Mitgliedstaaten bedeutet dies zusätzliche Verteidigungsausgaben von mehreren hundert Milliarden Euro jährlich. Im Mittelpunkt stehen Luftverteidigung, elektronische Kampfführung, Künstliche Intelligenz sowie die Abwehr unbemannter Flugobjekte – Fähigkeiten, die durch die Erfahrungen des Ukraine-Krieges erheblich an Bedeutung gewonnen haben. Parallel konkretisiert Europa den Aufbau einer sogenannten Drohnenmauer entlang der östlichen NATO-Grenze, um kritische Infrastruktur und den Luftraum besser gegen autonome Bedrohungen zu schützen.
Weil Anleger hier operative Verzögerungen erwartet hatten, mussten die Titel der ersten Reihe erstmal kräftige Abschläge hinnehmen. Doch nun mit dem schnellen Eindrehen der Rheinmetall-Aktie scheint wieder alles in Butter: Kaufen solange die Kanonen donnern lautet das Motto – und es geht auf. So haben Hensoldt in nur 2 Wochen ganze 20 % zulegen können, beim DAX-Titel Airbus fiel die Erholung jedoch viel stärker aus. Denn Mitte Mai stand der Titel noch bei 165 EUR, nun wieder bei 211 EUR knapp unter seinem Allzeithoch bei 221 EUR. Bei Airbus Defence and Space rückt dabei zunehmend das Geschäft mit unbemannten Systemen in den Vordergrund. Erst vor wenigen Monaten demonstrierte der Konzern erfolgreich den autonomen "Bird of Prey"-Abfangdrohnen-Prototypen, der Kamikaze-Drohnen eigenständig identifizieren und bekämpfen kann. Ergänzend treibt Airbus den Aufbau einer europäischen Counter-UAS-Architektur gemeinsam mit Technologiepartnern voran und positioniert sich damit in einem Marktsegment, das in den kommenden Jahren erheblich an Dynamik gewinnen dürfte. Gleichzeitig arbeitet Airbus an der nächsten Generation autonomer Kampfflugbegleiter, den sogenannten "Loyal Wingman"-Systemen. Diese KI-gesteuerten Fluggeräte sollen künftig bemannte Kampfflugzeuge begleiten, Sensoren tragen, elektronische Störmaßnahmen übernehmen oder selbst Waffen einsetzen.
Noch unmittelbarer profitiert Hensoldt vom Ausbau der europäischen Luftverteidigung. Der Spezialist für Radar-, Sensor- und Aufklärungstechnologien liefert genau jene Komponenten, ohne die moderne Drohnenabwehr kaum funktionsfähig wäre. Das Unternehmen baut seine Position sowohl bei elektronischer Kampfführung als auch bei der Drohnendetektion konsequent aus und beteiligt sich inzwischen an mehreren europäischen Initiativen zum Aufbau flächendeckender Drohnenabwehrsysteme. Fundamental spricht vieles dafür, dass beide Unternehmen erst am Beginn eines langjährigen Investitionszyklus stehen. Die Analysten auf der Plattform LSEG Refinitiv sehen für Airbus ein mittleres 12-Monatskursziel von 211 EUR, hinken damit der hohen Dynamik vermutlich noch hinterher. Bei Hensoldt wird 89,50 EUR veranschlagt – auch hier wird der Platz mit 89,50 EUR schon etwas eng nach oben. Was tun sprach Zeus?
Volatus Aerospace – Autonome Systeme der nächsten Generation im Aufwind
Die Zeitenwende verändert derzeit nicht nur die Verteidigungsstrategien zahlreicher Staaten, sondern schafft zugleich einen Milliardenmarkt für autonome Systeme, Künstliche Intelligenz und unbemannte Luftfahrt. Unternehmen, welche Hardware, Software und operative Dienstleistungen aus einer Hand anbieten können, rücken dadurch zunehmend in den Fokus institutioneller Investoren. Dass der Markt womöglich erst am Anfang seines Wachstumszyklus steht, unterstreichen aktuelle Branchenstudien. Nach einer Analyse von Fortune Business Insights soll der globale Markt für unbemannte Luftfahrtsysteme von 47 Mrd. USD im Jahr 2026 auf rund 160 Mrd. USD bis 2034 anwachsen. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 16,4 %. Hohe Dynamik darf man bei autonomen Systemen wie Drohnen und Robotern, KI-gestützter Missionssoftware sowie sicherheitskritischen Anwendungen erwarten. Sie haben ihre speziellen Verwendungseigenschaften für Verteidigung, Energieversorgung und kritische Infrastruktur. Für Unternehmen wie Volatus Aerospace entsteht dadurch ein hochattraktives Marktumfeld, da sich Hardware, Software und wiederkehrende Serviceerlöse zu integrierten Plattformlösungen verbinden. Und hier können die Kanadier besonders punkten!
CFO Abhinav Singhvi erklärte die Strategie und die 500 Mio. CAD Pipeline des Unternehmens auf dem letzten 19. International Investment Forum. Hier geht´s zum Video.
Gestartet mit Delivery und Kontroll-Systemen aus der Luft, positioniert sich Volatus Aerospace heute eher im kritischen, oberen Segment des Sektors. Denn heute sind unbemannte Flugsysteme gefragt, welche luftgestützte Datendienste und KI-basierte Autonomielösungen ermöglichen. Viele Patente und Software-Know-how ergänzt durch entsprechende Schulungen für User. Ziel ist eine integrierte Plattform für zivile, industrielle und sicherheitsrelevante Anwendungen. Mit dieser vertikalen Aufstellung entsteht ein Geschäftsmodell, das von Infrastruktur-Inspektionen ebenso profitiert wie von der weltweit steigenden Nachfrage nach modernen Verteidigungstechnologien. Ein weiterer Meilenstein wurde nun mit der Inbetriebnahme eines rund 53.000 Quadratfuß großen Produktions- und Integrationszentrums am Luftfahrtstandort Mirabel bei Montréal erreicht. Dort laufen bereits die ersten intelligenten Drohnen-Dockingstationen für gewerbliche Kunden vom Band, während in Kürze zusätzlich die Fertigung der firmeneigenen V-Series-Drohnen anlaufen soll. Die neue Produktionsbasis erhöht die industrielle Kapazität erheblich und schafft zugleich die Voraussetzungen, um Kunden aus Kanada, den USA sowie weiteren NATO-Partnerstaaten schneller und in größerem Umfang zu beliefern.
Nach einer jüngst abgeschlossenen Kapitalmaßnahme flossen dem Unternehmen 34,5 Mio. CAD zu, die in Produktionsausbau, neue RPAS-Systeme und gezielte Übernahmen investiert werden sollen. Gleichzeitig verfügt das Management nach eigenen Angaben inzwischen über eine Projektpipeline von rund 500 Mio. CAD, die in den kommenden Quartalen schrittweise in konkrete Aufträge überführt werden soll. Zusätzliche Aufmerksamkeit erzeugte die Aufnahme in die zweite Auswahlrunde des US-amerikanischen Drone Dominance Program, bei dem sich nur wenige Unternehmen für weiterführende Tests und mögliche spätere Produktionsaufträge qualifizieren konnten. Sollte daraus eine langfristige Lieferantenrolle innerhalb westlicher Verteidigungsstrukturen entstehen, dürfte dies die internationale Wahrnehmung des Unternehmens nochmals deutlich stärken. Die Aktie hat jüngst im Zuge der Gewinnmitnahmen im Militärbereich eine kleine Konsolidierung Richtung 0,60 CAD durchgemacht, die Marktkapitalisierung ist mit 428 Mio. CAD aber groß genug, sodass internationale Investoren in Hochsicherheits-Technik aufhorchen. Insbesondere weil Volatus noch alle Chancen hat, ins US-Rüstungsprogramm aufgenommen zu werden. Hoch spannend!
DroneShield – Der dritte Abverkauf ist im Gange
Noch eine schillernde Aktie aus dem Verteidigungsbereich. Thema ist das australische Drohnen-Abwehrunternehmen Droneshield. Nach einem Hoch bei rund 3,80 EUR ereigneten sich mittlerweile drei Abwärtswellen, die den Kurs auch jüngst wieder unter 1,50 EUR fallen ließen. Trotz gefragter Produkte und umfangreichen Meldungen zu anstehenden Kooperationen mit westlichen Verteidigungsbündnissen haben sich die Umsatzprognosen für 2026 lediglich von 216 Mio. AUD in 2025 auf 336 Mio. AUD in 2026 nach oben bewegt. Der Vorstand hatte im Herbst von über 500 Mio. AUD gesprochen. Auch hier hatten Anleger eine viel höhere Umsetzungsgeschwindigkeit erwartet und wurden neben operativen Verzögerungen auch noch mit Aktienverkäufen des Managements konfrontiert. Vielleicht ist die schlechte Stimmung auf dieses Potpourri an Enttäuschungen zurückzuführen. Fundamental könnte man aber auch einfach sagen: Ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 8,5 ist einfach indiskutabel. Immerhin ist es kein Unternehmen von Elon Musk – sie gestatten den kleinen Flax! Auch auf diesem Niveau zu teuer!

Die Gemengelage riecht explosiv. Zinsanstieg und eine hartnäckige Inflation verhindern derzeit wohl eine Fortsetzung der dramatischen Börsenrally der letzten Wochen. Denn während HighTech-Titel und Chipwerte eine jahrhundert-Hausse feierten, konsolidierten vor allem Rüstungswerte ordentlich. Doch die Auftragslage im Sektor spricht für weitere Investitionen öffentlicher Auftraggeber. Das spricht für Airbus und Hensoldt, aber insbesondere für Volatus Aerospace, da hier eine nordamerikanische Luft-Exzellenz für die nächsten Jahrzehnte aufgebaut wird.
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