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18.02.2026 | 05:30

Verbio, CHAR Technologies und Waste Management – diese 3 Aktien zusammen machen aus Abfall Milliarden!

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Bildquelle: pixabay.com

Die globale Abfallwirtschaft verwandelt sich bis 2026 in einen Milliardenschauplatz. Über 2,3 Mrd. t Müll jährlich erzwingen radikale Innovationen, die aus reinen Kostenstellen profitable Wachstumsmärkte formen. Künstliche Intelligenz und Waste-to-Energy-Technologien verschmelzen zu einem Ökosystem, das Effizienzrekorde bricht. Diese Dynamik erfasst nicht nur Branchengrößen, sondern auch spezialisierte Vorreiter, die mit Biogas-Optimierung, Pyrolyse-Verfahren und globaler Logistik die Zukunft gestalten. Wie genau Verbio, CHAR Technologies und Waste Management von diesen Megatrends profitieren, lesen Sie hier.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: VERBIO VER.BIOENERGIE ON | DE000A0JL9W6 , CHAR Technologies Ltd. | CA15957L1040 , WASTE MANAGEMENT (DEL.) | US94106L1098

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Inhaltsverzeichnis:


    Verbio - regulatorischer Rückenwind katapultiert Verbio aus der Krise

    Die Trendwende bei Verbio ist vor allem das Ergebnis eines fundamentalen Stimmungsumschwungs im Markt für THG-Quoten. Die treibende Kraft ist die fortschreitende Umsetzung der EU-Richtlinie RED III in deutsches Recht. Politische Maßnahmen zur Betrugsbekämpfung und der geplante Wegfall der Doppelanrechnung für bestimmte Biokraftstoffe haben die Nachfrage nach real erzeugten Mengen explodieren lassen. Die Preise pro Tonne CO2 haben sich daraufhin verdoppelt. Für Verbio als Produzent konventioneller Biokraftstoffe bedeutet dies einen massiven Margenschub, der sich bereits in den Geschäftszahlen niederschlägt.

    Die Zahlen zum 1. Halbjahr zeigen eine beeindruckende Erholung. Der Umsatz kletterte um knapp 19 % auf 893,7 Mio. EUR, das EBITDA vervierfachte sich fast auf 45,5 Mio. EUR. Im 2. Quartal kehrte Verbio mit einem positiven Free Cashflow und einem Gewinn von 0,05 EUR je Aktie in die schwarzen Zahlen zurück. Treiber ist das Segment Bioethanol und Biomethan, das dank der Quotenpreise erstmals seit 5 Quartalen wieder positiv wirtschaftete. Parallel läuft der Hochlauf der US-Anlagen stabil, wo Produktionsrekorde erzielt wurden. Der klassische Biodiesel-Bereich bleibt dagegen unter Druck, zeigt aber erste Anzeichen einer Stabilisierung.

    Das Management hat die Jahresprognose nach dem starken 1. Halbjahr konkretisiert und peilt nun das obere Ende der EBITDA-Spanne an. Anleger sollten drei Faktoren im Auge behalten: die Nachhaltigkeit der THG-Quotenpreise in Abhängigkeit von politischen Entscheidungen, die Fähigkeit des Bioethanol-Segments, sein positives Niveau auszubauen, und die Qualität des Cashflows. Entscheidend ist, ob sich der positive Free Cashflow aus dem 2. Quartal fortsetzt. Nur dann kann Verbio die Verschuldung nachhaltig reduzieren und die operative Erholung langfristig absichern. Derzeit ist die Aktie für 23,88 EUR zu haben.

    CHAR Technologies - vom Entwickler zum Produzenten

    Für CHAR Technologies beginnt 2026 mit einem lang erwarteten Schritt nach vorn. Die Thorold Renewable Energy Facility in Ontario hat offiziell mit der Inbetriebnahme begonnen, das erste kommerzielle Projekt des Cleantech-Unternehmens. Die Anlage soll noch im 1. Quartal eine jährliche Produktionsrate von 5.000 t Biokohle erreichen. Das Besondere daran ist, dass die Biokohle direkt als Ersatz für metallurgische Kohle in der Stahlproduktion eingesetzt werden kann. ArcelorMittal steht bereits als Abnehmer bereit. Damit verlässt CHAR Technologies die reine Entwicklungsphase und wird zum produzierenden Unternehmen mit wiederkehrenden Einnahmen.

    Das Geschäftsmodell setzt auf Partnerschaften, um Wachstum zu finanzieren, ohne die eigene Bilanz zu überlasten. Die BMI Group hat bereits 8 Mio. CAD in Thorold investiert und weitere 10 Mio. CAD für ein zweites, deutlich größeres Projekt in Espanola zugesagt. Dort soll später die fünffache Kapazität entstehen. Neu hinzugekommen ist im Februar eine Lizenzvereinbarung mit dem französischen Entwickler GazoTech, der die Technologie nun nach Europa bringen wird. CHAR erhält dafür einmalige Lizenzgebühren plus laufende Beteiligungen an der Biokohleproduktion, ohne eigenes Kapital binden zu müssen.

    Neben dem Kerngeschäft entwickelt sich ein zweites Geschäftsfeld. In Baltimore hat CHAR erfolgreich eine Anlage zur Zerstörung von sogenannten Ewigkeitschemikalien (PFAS) in Klärschlamm betrieben. Die Auswertung der sechsmonatigen Testphase läuft, die Ergebnisse sollen die Grundlage für kommerzielle Folgeprojekte liefern. Auch hier setzt das Unternehmen auf ein Lizenzmodell, um Ressourcen zu schonen. Die Nachfrage nach solchen Lösungen dürfte steigen, da die Entsorgung von PFAS-belasteten Abfällen für Kommunen zunehmend zum Problem wird. Mit zwei klaren Geschäftsfeldern und der ersten operativen Anlage ist CHAR Technologies gut positioniert für 2026. Die Aktie notiert aktuell bei 0,275 CAD.

    Waste Management - Stabilität mit Wachstumsfantasie

    Die jüngsten Quartalszahlen von Waste Management zeigen ein gemischtes Bild. Zwar verfehlte der Entsorgungsriese mit einem Umsatz von 6,31 Mrd. USD die Erwartungen leicht, doch die operative Entwicklung gibt Anlass zu Optimismus. Die bereinigte EBITDA-Marge kletterte auf beachtliche 31,3 %, ein Plus von 2,4 %. Das Healthcare Solutions-Geschäft legte um 53 % zu und zeigt, dass die Akquisition von Stericycle Früchte trägt. Der freie Cashflow stieg um fast 27 % auf knapp 3 Mrd. USD, während das Unternehmen gleichzeitig seine Kostenbasis spürbar verbesserte.

    Das Unternehmen investiert massiv in Zukunftsfelder. Sieben neue Anlagen für erneuerbares Erdgas wurden 2025 fertiggestellt, neun Recyclingprojekte automatisiert. Die Partnerschaft mit Reactivate zum Bau von Solaranlagen auf stillgelegten Deponien ist dabei besonders klug, denn so werden brachliegende Flächen zu Cashflow-Quellen. Hinzu kommt die fortschreitende Integration der Healthcare-Sparte, wo die Betriebskostenquote binnen Jahresfrist deutlich gesenkt werden konnte. Die industrielle Nachfrage zeigt zudem erste Erholungstendenzen, und das Management bleibt bei der Preissetzung weiterhin diszipliniert.

    Waste Management plant, 2026 rund 3,5 Mrd. USD, das sind etwa 90 % des erwarteten freien Cashflows. Die Dividende soll um 14,5 % auf 3,78 USD steigen, zudem wurde ein Rückkaufprogramm über 3 Mrd. USD aufgelegt. Mit einem KGV von etwa 28 für das laufende Jahr liegt die Bewertung unter dem historischen Durchschnitt und unter der Konkurrenz. Die starke Bilanz mit einer Verschuldung von 3,1x ermöglicht dabei weiterhin strategische Flexibilität. Für langfristig orientierte Investoren scheint Waste Management derzeit eine interessante Adresse zu sein. Momentan kostet eine Aktie 234,52 USD.

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    Die Abfallwirtschaft wird zum Milliardenschauplatz. Verbio hat die Trendwende geschafft und profitiert stark von steigenden THG-Quoten. CHAR Technologies startet mit der ersten Biokohle-Anlage in die kommerzielle Phase und sichert sich Lizenzpartner. Waste Management glänzt mit Margenstärke und investiert in Solar- und Gasprojekte. Alle drei Unternehmen nutzen unterschiedliche Hebel der Kreislaufwirtschaft.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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