29.01.2026 | 05:30
Die Gewinner der Dekarbonisierung: Wie Siemens Energy, CHAR Technologies und First Solar den Trend in Rendite verwandeln
Die Energiewende beschleunigt sich rasant und wird zu einem dominanten Wirtschaftstreiber. Während Rekordinvestitionen in erneuerbare Kapazitäten fließen, generieren kluge Dekarbonisierungsstrategien nicht nur ökologischen, sondern auch massiven ökonomischen Wert. In diesem dynamischen Umfeld positionieren sich drei innovative Unternehmen als entscheidende Architekten der neuen Energielandschaft: Siemens Energy, CHAR Technologies und First Solar.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , CHAR Technologies Ltd. | CA15957L1040 , FIRST SOLAR INC. D -_001 | US3364331070
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Siemens Energy – operativ läuft es
Die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres sprechen eine klare Sprache. Siemens Energy hat nicht nur die eigenen Erwartungen erfüllt, sondern teilweise übertroffen. Alle Segmente zeigten eine solide Performance, was dem Management erlaubte, früher als erwartet die Dividendenzahlung wieder aufzunehmen. Für das laufende Jahr signalisieren die Prognosen ein Umsatzwachstum im zweistelligen Bereich und einer weiter expandierenden Marge, dass die profitable Expansion kein Zufall war, sondern Plan.
Dieser Schwung speist sich aus zwei starken Geschäftsbereichen. Gas Services profitierte von einer Rekordnachfrage nach Gasturbinen. Parallel treibt Grid Technologies das Wachstum an, getragen vom globalen Drang zum Netzausbau, besonders in Nordamerika. Hier muss man allerdings die Zölle im Blick behalten und abwarten, wie sich diese auf die Umsätze auswirken. Auch die einstige Problemtochter Siemens Gamesa zeigt mit einem strategischen Relaunch ihrer Plattform und Portfoliobereinigungen langsam wieder Stabilität.
Strategisch setzt das Unternehmen auf Partnerschaften in Zukunftstechnologien und gezielte Investitionen. Eine neue Allianz zielt auf Low-Carbon-Lösungen wie Wasserstoff ab. Gleichzeitig fließen Milliardensummen in den Ausbau der Grid-Produktionskapazitäten. Dieser Mix aus operativer Stärke und langfristigen Investments in den Energiewende-Megatrend gibt dem Konzern die spürbare Dynamik. Die Analysten sehen Kursziele zwischen 134 und 170 EUR. Derzeit ist die Aktie für 143,55 EUR zu haben.
CHAR Technologies - Partnerschaft treibt nächstes Großprojekt voran
Für CHAR Technologies (CHAR Tech) beginnt das Jahr 2026 mit einem starken Signal in die Zukunft. Das Cleantech-Unternehmen hat ein klares Geschäftsmodell. Es verwertet Holz- und organische Reststoffe mit einer Hochtemperatur-Pyrolyse und erzeugt daraus zwei Produkte. Zum einen einen festen Biokohlenstoff, der fossile Kohle in der Stahlindustrie ersetzen kann. Zum anderen ein synthetisches Gas, das zu erneuerbarem Erdgas aufbereitet wird. Nun geben CHAR Tech und sein strategischer Partner, die BMI Group, grünes Licht für die detaillierte Planungsphase des Projekts „Espanola“. Mit einer finanziellen Zusage von 10 Mio. CAD seitens BMI erhält die Initiative konkrete Konturen.
Das Vorhaben zielt darauf ab, auf dem Gelände einer stillgelegten Zellstofffabrik in Nord-Ontario eine Großanlage zu errichten. Die Dimension unterstreicht den Reifegrad. Mit einer geplanten Jahreskapazität von 50.000 t Biokohlenstoff übertrifft Espanola die erste kommerzielle Anlage des Unternehmens in Thorold um das Fünffache. Während in Thorold aktuell die Inbetriebnahme läuft, mit einer Kapazität von 5.000 t in Phase 1, zeigt die Planung für Espanola, dass das Kerngeschäftsmodell für deutlich größere Maßstäbe taugt. Dieser Schritt von der ersten Referenz hin zu skalierbaren Folgeprojekten ist ein zentraler Indikator für langfristige Wettbewerbsfähigkeit.
Die Wahl des Standorts folgt einer klaren Risikominimierungsstrategie. Statt eines Neubaus auf der grünen Wiese wird eine bestehende, erschlossene Industriefläche genutzt. Der Zugang zu lokalen Holzreststoffen aus der umliegenden Forstwirtschaft sichert zudem die Rohstoffbasis. Diese Faktoren reduzieren Planungsunsicherheiten und technische Hürden erheblich. Für Investoren wird sichtbar, dass das Unternehmen einem plausiblen Fahrweg folgt, von der Entwicklung zur operativen Umsetzung und dem Aufbau einer Pipeline, die über einzelne Assets hinausgeht. Die Aktie notiert aktuell bei 0,295 CAD.
First Solar - warum der Solarkönig weiter glänzt
First Solar hat sich in den letzten Jahren vom Nischenspieler zum gefeierten Champion der US-Solartechnik gemausert. Sein Erfolgsrezept basiert auf einer klaren strategischen Entscheidung. Während der Großteil der Branche auf kristalline Siliziummodule aus Asien setzt bleibt das Unternehmen seiner hauseigenen Dünnschichttechnologie auf Cadmiumtellurid-Basis treu. Dieser technologische Sonderweg erweist sich als großer Vorteil, da er die Abhängigkeit von globalen Lieferketten minimiert und speziell für große Solarparks Vorteile in der Haltbarkeit und Temperaturbeständigkeit bietet. Die Konzentration auf den hochprofitablen Heimatmarkt und großflächige Projekte komplettiert das überzeugende Profil.
Getragen wird diese Strategie von einem äußerst günstigen politischen Rückenwind. Der Inflation Reduction Act garantiert durch die sogenannten 45X-Steuergutschriften lukrative Anreize für jede in den USA produzierte Modulleistung. Dies stellt einen erheblichen Teil der aktuellen Profitabilität sicher. Gleichzeitig treibt der boomende Energiebedarf von Rechenzentren, angetrieben durch Künstliche Intelligenz, die Nachfrage nach zuverlässigem, heimisch produziertem Solarstrom in die Höhe. Handelsbeschränkungen für Module aus Übersee schützen zudem den heimischen Markt und stützen die Preise.
Für die Dekarbonisierung spielt First Solar somit eine zentrale Rolle als Enabler. Das Unternehmen baut seine Fertigungskapazitäten in den USA massiv aus, mit neuen Gigawatt-Fabriken in mehreren Bundesstaaten. Dies macht saubere Energie nicht nur politisch gewollt, sondern auch wirtschaftlich skalierbar. First Solar liefert die wesentliche Hardware, um die Stromnetze grüner und widerstandsfähiger zu machen. Ihr Wachstum ist direkt mit dem Ausbau der erneuerbaren Infrastruktur verbunden. Das ist ein struktureller Megatrend, der die Fundamentaldaten langfristig stützt. Momentan kostet eine Aktie 235,05 USD.

Die Dekarbonisierung entwickelt sich zum profitablen Megatrend für strategisch positionierte Unternehmen. Siemens Energy demonstriert mit starken operativen Zahlen und dem Ausbau kritischer Netzinfrastruktur robuste Profitabilität. CHAR Technologies beweist mit dem nächsten Großprojekt die Skalierbarkeit seines Geschäftsmodells zur Verwertung von Bioreststoffen. First Solar profitiert als Technologieführer massiv vom US-Heimmarkt und dem Boom erneuerbarer Energien. Zusammen zeigen sie, dass die Energiewende bereits heute konkrete und investierbare Wertschöpfung generiert.
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