Menü schließen




26.04.2023 | 05:05

Vorsicht bei Nel ASA und Paukenschlag bei Volkswagen: Kann Canadian North Resources profitieren?

  • Elektromobilität
  • Rohstoffe
  • Wasserstoff
  • Batteriemetalle
  • Batterietechnologie
Bildquelle: pixabay.com

Für Aktionäre von Nel ASA wird es spannend. Der Wasserstoff-Pionier veröffentlicht morgen die Zahlen für das 1. Quartal. Eine aktuelle Kaufempfehlung hilft dem Kurs nicht. Wenigstens sind die Erwartungen an die Zahlen derzeit alles andere als hoch. Gibt es Positives beim Auftragsbestand zu berichten? Zuletzt bestellte Plug Power bei einem Wettbewerber. Im Batterie-Sektor hat Volkswagen für einen Paukenschlag gesorgt. So haben die Wolfsburger angekündigt, ihre bisher größte Batteriefabrik in Kanada bauen zu wollen. Die kanadische Regierung subventioniert das Projekt und rechnet mit Tausenden neuen Jobs bei VW und den Zulieferern. Zu Letzteren könnte Canadian North Resources gehören. Das Unternehmen entwickelt derzeit ein riesiges Areal und hat dort bereits Kupfer, Nickel, Kobalt sowie Platin und Palladium gefunden. Ein weiteres Bohrprogramm wurde gerade gestartet. Dabei hofft man auch auf Lithium zu stoßen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: CANADIAN NORTH RESOURCES INC | CA1364271017 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Volkswagen: In Kanada entsteht die größte Batteriefabrik

    Beim Thema eigene Batteriefertigung scheint der Volkswagenkonzern unter den deutschen Automobilhersteller am meisten Gas zu geben. Der Konzern aus Wolfsburg will die Abhängigkeit von asiatischen Batterieherstellern mittelfristig deutlich verringern und 50 % des Bedarfs für die E-Autoflotte selber produzieren. Dafür sollen in Europa in den kommenden Jahren 6 Batteriefabriken aus dem Boden gestampft werden. Die erste eigene Fabrik soll noch im laufenden Jahr in Schweden eröffnet werden. Die Eröffnung der ersten Batterieproduktion in Deutschland ist für 2025 im niedersächsischen Salzgitter geplant.

    Doch auch in Kanada haben die Wolfsburger große Pläne. So hat das geplante Werk im kanadischen St. Thomas ein Produktionsvolumen von bis zu 90 GWh pro Jahr - es soll der bislang größte Batteriestandort des Konzerns werden. Mit den 90 GWh kann man laut VW für rund 1 Mio. E-Autos ausrüsten. Dafür investiert Volkswagen bis zu 4,8 Mrd. EUR. Das Projekt wird vom kanadischen Staat mit mehreren Mrd. CAD subventioniert. Die Regierung erhofft sich einen wirtschaftlichen Aufschwung der Region im Süden Kanadas. Denn neben den Mitarbeitern am VW-Standort wird es natürlich auch zahlreiche Zulieferer brauchen. Die Zellproduktion soll 2027 starten.

    Canadian North Resources: Spannender Rohstoff-Mix und VW-Fantasie**

    Damit läuft für VW auch die Zeit zum Aufbau von Lieferketten, um pünktlich zum Produktionsstart über die nötigen Rohstoffe zu verfügen. Da trifft es sich gut, dass in Nordamerika die Unabhängigkeit von China in Sachen Rohstoffe für die Elektromobilität vorangetrieben wird. Ein möglicher Partner für VW könnte Canadian North Resources sein. Der Explorer ist auf Metalle für die Bereiche saubere Energie, Elektrofahrzeuge, Batterien und Hightech konzentriert. Dafür erschließt Canadian North derzeit ein 253,8 km² großes Gebiet in der Kivalliq-Region im Norden Kanadas. Spannend für Anleger: Auf dem Ferguson Lake Projekt wurden im vergangenen Jahr mit Nickel, Kupfer, Kobalt, Palladium und Platin gleich mehrere wichtige Rohstoffe bereits nachgewiesen. Das Programm im vergangenen Jahr umfasste 18.144 m und 68 Bohrlöcher. Das Ergebnis: Angezeigte Mineralressourcen von 24,3 Mio. t mit einem Gehalt von 0,85 % Kupfer, 0,60 % Nickel, 0,07 % Kobalt, 1,38 g/t Palladium und 0,23 g/t Platin sowie abgeleitete Mineralressourcen von 47,2 Mio. t.

    Ein so breiter Rohstoff-Mix in nur einem Projekt ist selten und streut Risiken. Und dabei soll es nicht bleiben. Kürzlich hat Canadian North Resources ein weiteres Bohrprogramm über 20.000 m gestartet. Dabei fokussiert sich das Unternehmen auf den 15 km langen Hauptmineralisierungshorizont. Ziel ist es, die Mineralressourcen zu erweitern und aufzuwerten. Außerdem ist das Management zuversichtlich, den Rohstoff-Mix des Projektes um Lithium zu erweitern. Die Aktie läuft seit Mitte Februar seitwärts und notiert derzeit bei 2,55 CAD. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 260 Mio. CAD. Sollte das laufende Bohrprogramm ähnlich positiven Newsflow bringen, erscheint die Aktie alles andere als teuer. Auch die News rund um VW sollte die dortigen Rohstoffunternehmen weiter in den Fokus von Anlegern rücken.

    Der Cupra Tavascan wird wie der ID.7 über eine neue Software verfügen; Quelle: Seat SA

    Nel ASA: Wird der Auftragsbestand Anleger wieder beruhigen? **

    Während also weltweit weiter in die Elektromobilität investiert wird, scheint bei Wasserstoff derzeit die Fantasie raus zu sein. Zu oft haben Plug Power, ITM Power oder Ballard Power enttäuscht. Dies gilt auch für den europäischen Wasserstoff-Spezialisten Nel ASA. Die Aktie nähert sich dem Oktobertief von knapp unter 1 EUR. Und morgen werden die Norweger über die operative Entwicklung im 1. Quartal 2023 berichten. Zuletzt ging es bei Vorlage von Quartalszahlen eher nach unten, allerdings sind die Erwartungen zuletzt deutlich gesunken, wie man am Kurs sehen kann. Zumindest konnte Nel in der Vergangenheit immer auf einen großen Auftragsbestand verweisen. Doch in den vergangenen Wochen blieben Erfolgsmeldungen aus. Zuletzt ist Nel bei einem Projekt von Plug Power erneut leer ausgegangen. Die US-Amerikaner haben eine weitere Wasserstoff-Tankstelle bei Hydrogen Refueling Solutions (HRS) bestellt. Es ist inzwischen die 5. Bestellung im laufenden Jahr. Damit bauen Plug Power und die französische HRS ihre Partnerschaft im Bereich der Wasserstoff-Tankstellen weiter aus.

    Analysten sind vor den Zahlen uneins. JPMorgan erwartet von der morgigen Zahlenmeldung keine neuen Impulse. Die Analysten haben kürzlich ihre Einstufung "Underweight" erneuert. Das Kursziel wurde minimal von 11,60 NOK auf 11,50 NOK reduziert. Damit erwarten die Analysten, dass die Nel-Aktie wieder unter 1 EUR rutschen wird. JP Morgan hält ITM Power für aussichtsreicher. Allerdings stehen die Analysten der gesamten europäischen Wasserstoff-Branche derzeit skeptisch gegenüber. Der Einstieg drängt sich erst auf, wenn ein stärkeres Umsatzwachstum und verbesserte Margen erkennbar sind. Anleger sollten nicht vergessen, dass die Marktkapitalisierung von Nel immer noch bei fast 2 Mrd. EUR liegt.

    Optimistischer ist die RBC. Die Analysten der kanadischen Bank stufen die Nel-Aktie weiterhin mit "Outperform" ein. Das Kursziel liegt bei 22 NOK. Die Analysten glauben, dass Nel morgen die Konsensschätzungen beim Umsatz schlagen wird. Strategisch würde Nel mit seinen großen Elektrolyse-Kapazitäten aus der Branche herausragen.


    Viel wird von den Nel-Zahlen nicht erwartet. Trotzdem ist eine deutlich positive Kursreaktion eher unwahrscheinlich. Ein Kauf als langfristiges Investment drängt sich derzeit nicht auf. Volkswagen gibt bei der Batterieproduktion Gas, aber der Aufbau eigener Kapazitäten wird Jahr dauern. Gleichzeitig muss man sich die entsprechenden Rohstoffe sichern. Dies rückt Unternehmen wie Canadian North Resources in den Fokus.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Bank – Das Kreditwesengesetz (KWG) regelt in Deutschland die erlaubten Geschäfte einer Bank.
    3. Elektrofahrzeuge – Fahrzeuge, welche durch elektrische Energie angetrieben werden.
    4. Wasserstoff – Technologie zur Nachrüstung von Diesel-Motoren für saubere Verbrennung und Senkung von Abgasemissionen
    5. Software – Oberbegriff für unterschiedliche Arten von Programmen, die für den Betrieb von Computern notwendig sind.

    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von André Will-Laudien vom 24.05.2024 | 04:45

    Energiewende durch Batterie-Revolution! BASF, Altech Advanced Materials, Siemens Energy und BYD

    • Batterietechnologie
    • Grundstoffe
    • Innovation
    • E-Mobilität
    • Rohstoffe
    • Energiewende

    Und wieder Nvidia! Die NASDAQ gibt weiter den Takt vor. Neben guten Zahlen aus dem Unternehmenssektor beflügelt aktuell die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen. Schon im Juni soll es soweit sein. Trotz manifestierter Inflationszahlen ist die Finanz-Community der Meinung, die FED müsste den drohenden Rückgang in der US-Konjunktur durch eine Verbilligung von Krediten verhindern oder zumindest abmildern. Das ist Wasser auf die Mühlen der Dauer-Haussiers im Tech-Sektor. Der NDX schaffte so wieder ein neues Allzeithoch und verpasste mit 18.996 Punkten nur knapp den nächsten Tausender. Nun haussieren auch die Rohstoffe, insbesondere die Batterie-Metalle. Dies lenkt den Fokus auf mögliche Ersatz-Technologien zum Lithium-Ionen-Standard. Welche Aktien machen sich in diesem Sektor auffällig?

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 21.05.2024 | 06:00

    K+S, Globex Mining, Barrick Gold – Rohstoffaktien: Jetzt Geld verdienen

    • K+S
    • Globex Mining
    • Barrick Gold
    • Barrick
    • Düngemittel
    • Kali
    • Rohstoffe
    • Edelmetalle
    • Basismetalle
    • Spezialmetalle
    • Mineralien
    • Gold
    • Kupfer

    Der Rohstoffmarkt ist im Jahr 2024 von hoher Volatilität geprägt, beeinflusst durch eine starke Nachfrage, Angebotsengpässe und technologische Umstellungen auf erneuerbare Energien, die beispielsweise Lithium und Kupfer verteuern. Außerdem machen Inflationssorgen Edelmetalle attraktiv als Inflationsschutz, während die Zinspolitik der Zentralbanken ebenfalls ein Faktor ist. Zudem sorgen geopolitische Spannungen für Störungen in Lieferketten und steigern so die Preise. In diesem Kontext gewinnen Investitionen in Rohstoffaktien zunehmend an Bedeutung. Diese Form des Investments erlaubt es, indirekt von den Preisschwankungen und dem Wertzuwachs von Rohstoffen zu profitieren, ohne physisch in die Rohstoffe selbst investieren zu müssen. Wir sehen uns daher heute drei Rohstoffunternehmen an und analysieren ihr Potenzial.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 16.05.2024 | 04:45

    Achtung: Jetzt geht´s los! Wasserstoff und Uran im Steigflug: Plug Power, Nel ASA, Kraken Energy und Siemens Energy im Fokus

    • Wasserstoff
    • Uran
    • Rohstoffe
    • Alternative Energien
    • Klimawende

    Nun ist es passiert! Nach monatelangem Ausverkauf bei Wasserstoff-Aktien gab es vorgestern ein Aufatmen quer durch den Sektor. Der Grund: Branchen-Primus Plug Power erhielt eine Staatsgarantie über 1,66 Mrd. USD als Rückendeckung für den Aufbau von landesweit sechs Megawatt-Standorten zur Schaffung einer ersten Wasserstoff-Infrastruktur. Das Departement of Energy (DOE) zeigt damit, dass es die USA mit der Investition in alternative Energien ernst meint. Die Entscheidung beflügelte den gesamten Energie-Sektor, auch Uran setzte seine jüngste Aufwärtsbewegung fort. Wo liegen die Chancen für Investoren?

    Zum Kommentar