01.07.2026 | 05:00
Was VW und Mercedes-Benz sofort tun müssen: Lithium als Konstante der Batterietechnologie – Rock Tech Lithium in spannender Phase
Massenentlassungen und schlechte Quartalszahlen – im Südwesten Deutschlands, dem Herz der Automobilindustrie, geht die Angst um. Ganz zu Recht: Die deutsche Automobilindustrie steht nicht nur vor der Mammut-Aufgabe der Transformation, sondern auch vor dem Problem der Beschaffung kritischer Batterierohstoffe. Über 80 % des in Europa benötigten Lithiumhydroxids stammen derzeit aus chinesischen Raffinerien. Gesetzliche Vorgaben wie der europäische Critical Raw Materials Act (CRMA) fordern jedoch den Aufbau lokaler Strukturen bei Förderung und Veredelung, um die kritische Abhängigkeit von China zu durchbrechen. Ein deutsch-kanadisches Unternehmen könnte die Lösung bieten.
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Nico Popp
ISIN:
MERCEDES-BENZ GROUP AG | DE0007100000 , ROCK TECH LITHIUM | CA77273P2017 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039
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Der Autor
Nico Popp
In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys
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Volkswagen setzt auf radikale vertikale Integration
Volkswagen reagiert auf den Druck des Marktes mit weitreichenden Maßnahmen. Der Konzern gründete die hundertprozentige Batterietochter PowerCo SE, welche die gesamte Kette von der Mine bis zur Batteriezelle kontrollieren soll. Technologisches Fundament des Vorhabens ist eine standardisierte prismatische Einheitszelle, die künftig rund 80 % des gesamten Fahrzeugportfolios abdecken soll. Bei der konkreten Förderung von Rohstoffen geht PowerCo direkte Minderheitsbeteiligungen ein. So investierte das Unternehmen 48 Mio. USD in den kanadischen Explorer Patriot Battery Metals, gekoppelt an eine bindende, zehnjährige Abnahmevereinbarung über jährlich 100.000 t Spodumenkonzentrat aus dem Shaakichiuwaanaan-Projekt in der kanadischen Provinz Québec. Zur Raffinierung gründete PowerCo gemeinsam mit dem Rohstoffkonzern Umicore das Joint Venture IONWAY. Das Ziel: Im polnischen Nysa Kathodenmaterialien produzieren. Über weitere Kooperationen wie etwa der Lizenzvereinbarung mit QuantumScape positioniert sich VW zudem für die Massenproduktion künftiger Batterietechnologien.
Mercedes-Benz: Partnerbasiertes Offtake-Modell im strategischen Netzwerk
Mercedes-Benz bevorzugt ein dezentraleres, partnerfokussiertes Beschaffungsmodell und verzichtet bewusst auf direkte Beteiligungen an Minen. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie Ambition 2039 schließt der Konzern Abnahmevereinbarungen mit spezialisierten Raffineriepartnern. Die Zellproduktion lagert Mercedes-Benz in das europäische Joint Venture Automotive Cells Company (ACC) aus, an dem das Unternehmen inzwischen eine 30%ige Beteiligung hält. Um dieses Netzwerk zu versorgen setzt Mercedes-Benz auf das „Local-for-Local-Prinzip“ und schließt direkte Lieferverträge mit Midstream-Akteuren wie Vulcan Energy Resources und Rock Tech Lithium.
Rock Tech Lithium macht technologische Fortschritte
Das kanadisch-deutsche Unternehmen Rock Tech Lithium fokussiert sich auf das Hard-Rock-Lithiumprojekt Georgia Lake im kanadischen Thunder Bay District. Unter der Bezeichnung „The Integrated Play“ baut Rock Tech laut der vorläufigen Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2022 eine regionale Wertschöpfungskette auf, um jährlich rund 100.000 t hochgradiges Spodumenkonzentrat zu fördern. Um die Wirtschaftlichkeit weiter zu verbessern, implementiert Rock Tech in Kooperation mit Partnern aus Wirtschaft und Forschung eine sensorbasierte Erzsortierung. Diese Technologie soll 25 bis 45 % des wenig ertragreichen Gesteins vor dem Mahlen herausfiltern und so den Gehalt im Konzentrator um das 1,4- bis 1,8-Fache steigern. Auf diese Weise sollen die Kapitalkosten des Projekts merklich sinken. Gleichzeitig sieht Rock Tech auch bei den Betriebskosten weiteres Potenzial. Das produzierte Material soll anschließend im 70 km entfernten Red-Rock-Konverter zu Lithiumcarbonat-Äquivalent (LCE) verarbeitet werden. Der kanadische Standort hat mit der BMI Group bereits einen Co-Investitor, der 200 Mio. CAD beigesteuert hat.

Der Guben-Konverter und das strategische Risiko-Radar
Während die kanadischen Aktivitäten durch den Canada Strong Fund und die niedrigen Energiekosten dort zügig voranschreiten, stockte das europäische Projekt bislang trotz der Partnerschaft mit Mercedes-Benz. Der im brandenburgischen Guben geplante Konverter, der bereits eine Genehmigung für 24.000 t batteriefähiges Lithiumhydroxid jährlich hat, hat in den vergangenen Jahren in der öffentlichen Wahrnehmung keine großen Fortschritte gemacht. Auch private Investoren zögerten. Inzwischen deutet sich jedoch an, als könne Rock Tech Lithium dank technologischer Innovationen auch in Guben an der Kostenschraube drehen. Sobald das Projekt in Kanada startet, dürfte auch der Konverter in Brandenburg von den neuen Erkenntnissen profitieren.
Analysten sind bei Rock Tech optimistisch
Die Analysten von First Berlin bewerten die Aktie von Rock Tech Lithium in ihrem jüngsten Bericht weiter klar mit „Buy“. Das Potenzial der Aktie gründet für die Marktkenner auf der vollständig genehmigten Infrastruktur in Europa, dem CRMA-Status sowie dem fortgeschrittenen Minenprojekt in Kanada. Daraus leiten die Analysten ein Kursziel von 3,90 CAD ab. Aktuell notiert der Wert gerade einmal bei weniger als einem Viertel. Dieser Bewertungsunterschied kann für spekulativ denkende Investoren eine große Chance sein. Lithium ist für die europäische Autoindustrie unerlässlich - auch die Batterien der Zukunft werden Lithium enthalten. Das „weiße Gold“ vollzieht längst ein Comeback. Rock Tech Lithium bringt mit seinem gereiften Geschäftsmodell alles mit, um davon zu profitieren. Die Aktie hat einen langen Ausverkauf hinter sich, der Wert könnte jetzt wieder interessant werden.
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