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17.07.2026 | 05:00

Ende der Autoindustrie droht – folgt der Befreiungsschlag für Mercedes-Benz und Co.? Vorbild BYD, Problemlöser Rock Tech Lithium

  • Automotive
  • Batterietechnologie
  • Lithium
Bildquelle: KI

Die Autoindustrie steckt in einer tiefen Krise, das zeigen nicht nur die Nachrichten von Volkswagen. Die Verfügbarkeit von Batterierohstoffen ist für Autobauer zu einem entscheidenden Faktor geworden. Laut einer Erhebung der Branchenexperten von Benchmark Minerals stieg die Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien im Jahr 2025 weltweit um 29 % auf insgesamt 1,59 Terawattstunden. Während stationäre Batteriespeicher das am schnellsten wachsende Segment waren, bleibt der Elektrofahrzeugsektor der gemessen am Volumen dominierende Treiber der Nachfrage. Diese Entwicklung verschärft den weltweiten Wettbewerb um kritische Rohstoffe. China hat hier die Nase vorn. Das Land kontrolliert schätzungsweise 85 % der globalen Batterieproduktion und veredelt rund 70 % des weltweiten Lithiums. Für westliche Automobilhersteller ist das ein Risiko. Eigene Lösungen müssen her. Wir analysieren die Situation und gehen auf eine potenzielle Lösung ein.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: ROCK TECH LITHIUM | CA77273P2017 , MERCEDES-BENZ GROUP AG | DE0007100000 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296

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Inhaltsverzeichnis:


    BYD als Goldstandard – so agiert der Kostenführer

    Der Aufstieg von BYD zum weltweit führenden Hersteller von E-Autos ist eng mit seiner tiefen vertikalen Integration verknüpft. Das Unternehmen fertigt rund 75 % seiner Fahrzeugkomponenten selbst, darunter essenzielle Systemelemente wie Batteriezellen, Halbleiter und Elektromotoren. So senkt BYD Transaktionskosten, eliminiert Margenaufschläge von Zwischenhändlern und schützt sich effektiv vor Turbulenzen an den Rohstoffmärkten. Dank dieser Unabhängigkeit ist BYD längst Kostenführer: Chinesische Batteriepacks sind laut Branchenanalysen 20 bis 35 % günstiger als vergleichbare westliche Batteriepacks. Dennoch birgt die umfassende vertikale Integration auch Risiken. Der enorme Kapitalbedarf für den Aufbau und Erhalt globaler Minen- und Fabrikinfrastrukturen belastet die Bilanz und schränkt die finanzielle Agilität in Phasen ein, in denen es einmal nicht so gut läuft. Zudem besteht das Risiko einer technologischen Pfadabhängigkeit. Bislang war das für BYD aber kein Problem.

    Mercedes-Benz zwischen Margendruck und Rohstoffsicherung

    Angesichts schwindender Margen ist der Aufbau einer vollständig integrierten, eigenen Rohstoff- und Batterieproduktion für Mercedes-Benz finanziell kaum darstellbar und strategisch zudem nicht opportun. Um dennoch die Kontrolle über die Lieferkette zurückzugewinnen, setzen die Stuttgarter auf Direktbeschaffung. Bei diesem Ansatz kauft der Automobilhersteller kritische Rohstoffe wie Lithiumhydroxid direkt bei qualifizierten Produzenten ein und stellt diese seinen Batteriezellpartnern zur Verfügung. Dieses Vorgehen bricht das traditionelle, intransparente Zulieferermodell auf, schützt den Autobauer vor typischen Bergbau-Risiken und bewahrt zugleich eine hohe technologische Flexibilität, falls die Batterietechnik voranschreitet.

    Rock Tech Lithium schlägt die Brücke zur Autoindustrie

    Das kanadisch-deutsche Unternehmen Rock Tech Lithium ist erste Adresse für Automobilhersteller, die im Zuge ihrer Direktbeschaffungsstrategien nach verlässlichen Partnern in sicheren Jurisdiktionen suchen. Das Unternehmen besitzt Lithiumlagerstätte Georgia Lake in Ontario und plant unweit davon die Verarbeitungsanlage Red Rock. Dank der räumlichen Nähe will man logistische Risiken senken und die Vorteile der sicheren Jurisdiktion voll ausspielen. Um sich darüber hinaus Lithium zu sichern, hat Rock Tech eine Übernahmeoption für das rund 9.875 Hektar große Victory-Projekt im Nordwesten Ontarios erworben. Das Projekt glänzt mit erstklassigen Oberflächenproben mit Gehalten von bis zu 5,11 % Lithiumoxid bei direkter Anbindung an Schienen und Straßen. In enger Kooperation mit der Queen's University und STARK Resources setzt Rock Tech Lithium zudem auf wegweisende sensorgestützte Erzsortierverfahren, die den Feed-Grade um das 1,4- bis 1,8-Fache anreichern und die Investitionskosten für die Aufbereitung am Minenstandort um bis zu 50 % senken sollen.

    Comeback-Kandidat? Rock Tech Lithium ist in einer spannenden Phase.

    Auch in Deutschland ist Rock Tech Lithium tätig. Obwohl der geplante Lithiumkonverter im brandenburgischen Guben ursprünglich als das Flaggschiffprojekt konzipiert war, die finale Baugenehmigung und die offizielle Betriebslizenz bereits im Mai 2024 erhalten hat und mit einem bindenden Liefervertrag mit Mercedes-Benz glänzt, litt das Projekt zuletzt unter den schwierigen Rahmenbedingungen des deutschen Industriestandorts. Um das Guben-Projekt trotz der hohen Energiepreise und der sonstigen Unsicherheit weiterzuführen, hat das Management an Details gefeilt und die prognostizierten Betriebskosten um 23 % auf kalkulatorische 3.878 EUR / t Lithiumhydroxid gesenkt. Zudem strebt Rock Tech Lithium für Guben ein kapitalschonendes Partnerschaftsmodell an und sucht nach Finanzinvestoren oder strategischen Partnern, die den Großteil des Kapitals bereitstellen, während man selbst Betreiber ist. Auch ein Verkauf der Anlage wird aktiv diskutiert, sofern der Bau und der spätere Betrieb vertraglich abgesichert werden können.

    Rock Tech Lithium mit der Wende?

    Die anstehende Einführung des EU-Batteriepasses am 18. Februar 2027 und die strengen Vorgaben des EU Critical Raw Materials Acts sind für Rock Tech Lithium regulatorische Katalysatoren, die dafür sorgen könnten, dass das Unternehmen noch einmal neu durchstartet. Da die Versorgung mit Lithium für die darbende europäische Autoindustrie entscheidend sein kann, beginnt für die gesamte Branche jetzt die entscheidende Phase. Gelingt es, gemeinsam mit Gesetzgebern und Industriepartnern den gordischen Knoten zu zerschlagen, könnte Guben doch noch eine positive Wende nehmen. Weiter ist Rock Tech bereits in Kanada, wo bereits eine andere Dynamik herrscht und die Energiepreise deutlich geringer sind. Die Aktie von Rock Tech ist für spekulativ denkende Investoren ein Kandidat, den man sich merken sollte.


    Interessenskonflikt

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    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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