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13.07.2026 | 04:15

Unverhofft kommt oft: Die Lithium-Rally 2.0! Mercedes, Porsche AG, Rock Tech Lithium und BASF im Brennpunkt

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Bildquelle: Pixabay

Nun ist es passiert! Die global drohende Stromknappheit entwickelt sich unerwartet zum massiven Katalysator für eine neue Sonderkonjunktur auf dem Rohstoffmarkt und treibt Lithium-Aktien erneut ins Rampenlicht. Das renommierte Fraunhofer-Institut kommt zu dem klaren Ergebnis, dass der europäische Bedarf an hochreinem Lithium-Hydroxid bis zum Jahr 2030 um das Sechsfache ansteigen wird. Die Analysten betonen dabei explizit, dass nur Unternehmen mit geschlossenen, regionalen Lieferketten in der Lage sind, die drohenden Produktionsengpässe durch Strom- und Rohstoffknappheit erfolgreich zu umgehen. Denn die westlichen Industriestaaten wollen ihre Asienabhängigkeit drastisch reduzieren und auf eigene Rohstoff-Vorkommen setzen. Für Investoren schlägt diese fundamentale Transformation eine hochattraktive Brücke zu den Profiteuren der nächsten Generation. Während Automobilkonzerne wie Mercedes und Porsche ihre Lieferketten durch Partnerschaften nun radikal absichern, rückt Rock Tech in der Zeitschiene perspektivisch in den Lieferantenstatus. Auch der Chemiekonzern BASF als unverzichtbarer Partner für Kathodenmaterialien ist mit von der Partie. Clevere Anleger nutzen die aktuelle Konsolidierungs-Phase, um sich frühzeitig bei den Gewinnern dieses Megatrends zu positionieren.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ROCK TECH LITHIUM | CA77273P2017 , MERCEDES-BENZ GROUP AG | DE0007100000 , PORSCHE AUTOM.HLDG VZO | DE000PAH0038 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , PORSCHE AG | DE000PAG9113

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Inhaltsverzeichnis:


    Rock Tech Lithium – Auf dem Weg zur westlichen Lithium-Drehscheibe

    Rock Tech Lithium verfolgt eine der ambitioniertesten Strategien im westlichen Lithiumsektor: Das Unternehmen will nicht nur Rohstofflieferant sein, sondern eine vollständig integrierte Plattform vom Abbau über die Verarbeitung bis zum fertigen Lithiumhydroxid für die Batterieindustrie schaffen. Mit dem Georgia-Lake-Projekt in Ontario, dem geplanten Red-Rock-Konverter in Kanada und der Lithiumhydroxid-Anlage im deutschen Guben adressiert Rock Tech genau einen der größten Engpässe der Energiewende – die fehlende unabhängige Verarbeitung kritischer Batterierohstoffe außerhalb Chinas. Während China heute einen erheblichen Teil der globalen Lithiumverarbeitung kontrolliert, investieren Nordamerika und Europa massiv in eigene Lieferketten.

    Ein wichtiger strategischer Schritt ist die Erweiterung der kanadischen Projektbasis durch das Victory-Projekt im Nordwesten Ontarios. Über eine Optionsvereinbarung sichert sich Rock Tech den Zugang zu einer 9.875 Hektar großen Lithiumliegenschaft, die das bestehende Georgia-Lake-Projekt ergänzt und langfristig zusätzliche Rohstoffoptionen für die geplante Ontario-Lieferkette schaffen könnte. Interessant sind zwei bekannte spodumenführende Pegmatitvorkommen, bei denen Stichproben Werte von bis zu 5,11 % Li₂O beim Last-Resort-Ziel und bis zu 3,48 % Li₂O beim Bounty-Pegmatit gezeigt haben. Beide Vorkommen liegen rund sechs Kilometer voneinander entfernt und eröffnen damit ein größeres Explorationsfenster. Gleichzeitig besitzt das Projekt einen wichtigen infrastrukturellen Vorteil: Die Nähe zum Trans-Canada Highway, zum Schienennetz sowie zu Energieversorgung macht Victory zu einem strategisch gut positionierten Baustein innerhalb der kanadischen Lithiumstrategie. Die Vereinbarung zeigt zudem einen kapitalbewussten Ansatz des Managements. Für den vollständigen Erwerb von Victory sind über einen Zeitraum von 24 Monaten insgesamt 600.000 CAD an Barzahlungen, Aktien im Gegenwert von 400.000 CAD sowie Explorationsleistungen von 500.000 CAD vorgesehen. Dadurch erhält Rock Tech die Möglichkeit, das geologische Potenzial schrittweise zu überprüfen, ohne kurzfristig hohe finanzielle Belastungen einzugehen.

    Parallel arbeitet Rock Tech intensiv daran, das bestehende Georgia-Lake-Projekt wirtschaftlich weiterzuentwickeln. Die ursprüngliche Vormachbarkeitsstudie aus dem Jahr 2022 hatte bereits einen Nachsteuer-NPV von 146 Mio. USD, eine Nachsteuer-IRR von 35,6 % und eine geplante Produktion von rund 100.000 Tonnen Spodumenkonzentrat pro Jahr ausgewiesen. Der eigentliche strategische Hebel liegt jedoch in der Verarbeitungskompetenz. Mit dem Red-Rock-Konverter baut Rock Tech eine eigene Lithiumveredelungskapazität für Nordamerika auf, wodurch Lithiumhydroxid direkt für die Batterie- und Automobilindustrie produziert werden kann. Die geplante Anlage soll bis zu 32.000 Tonnen Lithiumchemikalien pro Jahr liefern, ergänzend entsteht in Guben eine europäische Produktionsplattform mit einer geplanten Kapazität von 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid jährlich. Die EU hat den deutschen Konverter bereits als strategisches Projekt im Rahmen des Critical Raw Materials Act eingestuft, was die politische Bedeutung der Anlage unterstreicht. Die Dynamik rund um Red Rock hat zuletzt deutlich zugenommen. Die strategische Partnerschaft mit Siemens sowie die geplante Beteiligung des kanadischen Infrastrukturinvestors BMI könnten zu einem wichtigen Finanzierungsschritt werden. BMI beabsichtigt, bis zu 200 Mio. CAD in das Projekt einzubringen und damit einen erheblichen Teil der zukünftigen Kapitalstruktur zu unterstützen. Nach einer langen Phase hoher Lagerbestände stabilisiert sich die Lithium-Nachfrage jetzt spürbar. Eine Startplattform für die zuletzt stark im Kurs korrigierende Rock Tech Lithium-Aktie. Perspektivisch ist eine NASDAQ-Notiz geplant – das kanadische Rohstoffunternehmen Almonty Industries hat diesen Schritt erfolgreich durchgezogen und sich letztlich mehr als verzehnfacht. Risikobewusste Anleger bauen Bestände auf!

    BASF – In Sachen Kathodenmaterialien klarer Weltmarktführer

    Der globale Wettlauf um die Marktführerschaft bei der Elektromobilität wird längst nicht mehr nur auf dem Asphalt, sondern vor allem in den Chemielaboren der Batterie-Zulieferer entschieden. Als früher Vorreiter hat sich der Chemiekonzern BASF durch massive Investitionen in hochmoderne Produktionsanlagen für Kathodenmaterialien eine technologische Schlüsselposition erarbeitet. Der wegweisende Branchenreport „Battery Materials Industry Outlook“ von DataM Intelligence untermauert diese Vormachtstellung und prognostiziert dem Markt für Kathodenmaterialien ein steiles, jährliches Wachstum von 21 %. BASF strebt bis zum Zieljahr 2030 einen globalen Marktanteil von über 10 % in diesem Batteriesegment an. Um dieses ambitionierte Ziel zu forcieren, fließen im Rahmen der langfristigen Konzernstrategie Gesamtinvestitionen von 3,5 bis 4,5 Mrd. EUR in den Ausbau der weltweiten Batterie-Wertschöpfungskette. Die Ergebnisse der Untersuchung verdeutlichen, dass sich dieser finanzielle Kraftakt in einem Segment-Umsatz von über 7 Mrd. EUR oder 11 % der Gesamterlöse resultieren wird. Die technologische Reife des Konzerns zeigt sich bereits heute in der Praxis, da die europäischen Produktionsstandorte derzeit Kathodenmaterial liefern, um jährlich rund 400.000 vollelektrische Fahrzeuge auszustatten. Die BASF-Aktie zeigt im Rückspiegel über 12 Monate einen Zuwachs von 7 %, konsolidierte aber zuletzt um knapp 20 %. Mit einem KGV 2026e von 17 und wenig konjunkturellem Wachstum bleibt die Dynamik der Ludwigshafener verhalten.

    Mercedes und Porsche- Große Anstrengungen werden nötig

    Die deutsche Automobilindustrie steht vor einer ihrer größten Bewährungsproben der vergangenen Jahrzehnte. Angesichts wegbrechender Absätze auf dem wichtigen chinesischen Markt und einer stagnierenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Europa geraten die Premiumhersteller Mercedes-Benz und Porsche massiv unter Druck. Bei Mercedes bedeutete das ein Paket drastischer Maßnahmen. Der Vorstand plant das Kippen der 35-Stunden-Woche und fordert eine unentgeltliche Rückkehr zur 40-Stunden-Woche für rund 90.000 tarifgebundene Mitarbeiter, um die Produktionskosten in Deutschland drastisch zu senken. Zur Steigerung der operativen Effizienz soll die Arbeit im Homeoffice weitgehend abgeschafft werden und als akute Sofortmaßnahme zur Liquiditätssicherung wurde die eigentlich für Juli fällige, tarifliche Sonderzahlung an die Beschäftigten auf das nächste Jahr vertagt. Auf dem europäischen Markt reagiert der Konzern mit temporär starken Nachlässen von bis zu 30 % auf Lagerfahrzeuge der E-Modelle EQE und EQS, um den Absatz künstlich zu stützen. Beim Sportwagen-Hersteller Porsche ähnliche Töne, der Vorstand verkauft die schlechten Nachrichten als „Zukunftspaket“. Neben dem Wegfall von insgesamt 7.900 Stellen soll zum Schutz der exklusiven Preisgestaltung nun auch die Produktion gedrosselt werden. Als strukturelle Maßnahme werden drei Tochtergesellschaften mit aktuell 500 Mitarbeitern geschlossen, auch in China reagiert man mit einer Ausdünnung des Händlernetzes. Vom Starren 80-%-Elektroziel bis 2035 will man sich lösen und in Zukunft auf einen marktgerechten Mix aus Elektro, Hybrid und Verbrenner zu setzen. Mit diesen Maßnahmen besteht u.E. durchaus Hoffnung, dass die beiden schwäbischen Premium-Marken die größte Automobilkrise der Nachkriegszeit tatsächlich überleben. Ob die Aktien-Kurse mit 43,70 und 45,20 EUR schon „Unten“ sind, bleibt eine philosophische Frage. Denn sie ist direkt verknüpft mit der Überlebens-Wahrscheinlichkeit des Industriestandorts Deutschland, der seit den Transformations-Beschlüssen der Ampel-Regierung auf der Intensiv-Station liegt.

    Im 6-Monats-Chart zeigt sich BASF mit 10 % Zuwachs recht stabil. Neutral verhält sich immerhin Porsche, während Mercedes-Benz und Rock Tech bereits ordentlich konsolidiert haben. Wegen der guten operativen Chancen und den nun greifenden Partnerschaften kann Rock Tech der Überraschungssieger der nächsten 6 Monate werden. Quelle: LSEG Refinitiv vom 12.07.2026

    Die Mobilität der Zukunft wird nicht nur durch innovative Fahrzeuge entschieden, sondern durch die gesamte Infrastruktur aus Energie, Rohstoffen und Verarbeitungskapazitäten. Die Automobilindustrie setzt zunehmend die politischen Vorgaben zum Wandel vom Verbrennungsmotor hin zur Elektromobilität um und muss harte Restrukturierungen durchboxen. Für Anleger rücken im Gesamtkontext auch Unternehmen in den Fokus, welche kritische Materialien für die neue Wertschöpfungskette liefern. Rock Tech hat seine Lithium-Projekte in den vergangenen Jahren konsequent weiterentwickelt und könnte sich mit eigenen Ressourcen sowie geplanten Konvertern in Kanada und Europa zu einem wichtigen Baustein der westlichen Batterie-Lieferkette entwickeln. Die Aktie ist günstig!


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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