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16.07.2026 | 05:50

Chance auf hohe Dividenden: Mercedes, RE Royalties und Enbridge im Fokus!

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Bildquelle: AI

Der DAX wird im Gegensatz zu allen anderen wichtigen Leitindizes inklusive der Dividenden berechnet, und zwar als DAX Performance Index. Für Vergleiche nutzen Profis deshalb schon lange den DAX Kursindex, der die Entwicklung ohne die Ausschüttungen darstellt. Die Unterschiede sind gravierend. So kommt der beliebte Leitindex mit Dividenden auf eine Performance von durchschnittlich über 7,5 % in den vergangenen 20 Jahren. Schaut man nur auf den Kursindex, läge das Plus im Mittel bei lediglich 4,5 %. Deshalb sollten Dividendenstrategien Teil eines jeden guten Portfolios sein. Aktuell bietet die äußerst volatile Phase an den Aktienmärkten die Chance, günstig Werte mit hohen Dividendenrenditen abzugreifen. Wir blicken heute deshalb auf die Aktien von Mercedes, RE Royalties und Enbridge.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 | TSXV: RE , OTCQX: RROYF , MERCEDES-BENZ GROUP AG | DE0007100000 , ENBRIDGE INC. | CA29250N1050

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Inhaltsverzeichnis:


    Enbridge: Breit aufgestellter Energieriese!

    Einst stand Enbridge vor allem für fossile Energien. Inzwischen ist der kanadische Konzern extrem breit aufgestellt und profitiert nicht nur bei Gas und Öl, sondern auch im Bereich der Infrastruktur, als Versorger und bei Erneuerbaren Energien. Mit dieser extrem breiten Aufstellung kommt das Unternehmen auf einen Börsenwert von inzwischen 170 Mrd. CAD. Die Aktie steigt seit dem dritten Quartal 2023 kontinuierlich und hat in diesem Zeitraum um rund 75 % zugelegt. Kürzere Seitwärtsphasen konnten Investoren immer wieder für den Einstieg nutzen.
    Im ersten Quartal untermauerte Enbridge seine Solidität. Der Konzern verzeichnete einen deutlichen Sprung beim Quartalsumsatz auf 22,4 Mrd. CAD, was klar über den Konsensschätzungen der Analysten lag. Je Aktie wurden 0,71 CAD verdient, was ebenfalls nach oben überraschte. Der für die Dividendeninvestoren entscheidende, ausschüttungsfähige Cashflow (DCF) stieg im Vorjahresvergleich noch einmal leicht an, und zwar auf 1,76 CAD je Aktie. Das Management hat die Prognose bestätigt und erwartet für das Gesamtjahr 2026 einen DCF je Aktie von 5,70 bis 6,10 CAD.
    Momentan schüttet Enbridge 0,97 CAD je Aktie im Quartal aus. Auf dem aktuellen Kursniveau ergibt sich eine Dividendenrendite von rund 5 %. Historisch gesehen gehört das 1949 gegründete Unternehmen zur Sorte der sogenannten Dividendenaristokraten. Seit nunmehr 31 Jahren wird die Dividende kontinuierlich angehoben. Ausgeschüttet werden in der Regel 60 % bis 70 % des DCF.
    Jedes Jahr kann Enbridge rund 10 bis 11 Mrd. CAD investieren. Derzeit nutzt man das Geld strategisch im Bereich der KI-Rechenzentren, die einen enormen Energiebedarf haben. Dazu ziehen regelmäßig die LNG-Exporte nach Europa und Asien an. Das Portfolio wird gezielt durch Offshore-Windparks in Europa sowie Solarprojekte zur Eigenstromversorgung abgerundet. Rücksetzer bei der Aktie sind für langfristig orientierte Dividendenfreunde eine Chance zum Einstieg.

    RE Royalties: Hier locken 10 % Dividendenrendite!

    Noch einen großen Schnaps mehr gibt es bei der Aktie von RE Royalties, wie es die Börsianer ausdrücken würden. Die Papiere kommen derzeit auf eine Dividendenrendite von mehr als 10 %. Das kanadische Unternehmen hat das Prinzip der Royalties aus dem Öl- und Bergbausektor auf den Bereich der erneuerbaren Energien übertragen. Zu den mehr als 130 Einzelprojekten gehören Beteiligungen an Solar- und Windparks, Batteriespeicher, erneuerbares Erdgas und Wasserkraft. Darüber hinaus beteiligt man sich auch an Infrastrukturprojekten, die die Energieeffizienz steigern sollen. Im Regelfall wird für Zeiträume bis 20 Jahre und mehr investiert, was das Geschäft sehr planbar und stabil macht. Dabei sieht das Royalty-Modell zwei Ansätze vor: Erstens sichert man sich gegen die Bereitstellung von Kapital einen Anteil an den kommenden Umsätzen. Zum anderen agiert man kurzfristig als Kreditgeber.
    Wie Enbridge profitiert RE Royalties derzeit von einer Sonderkonjunktur durch den Ausbau der KI-Rechenzentren. Daneben agiert man weitgehend in einer Nische bei Finanzierungen zwischen zumeist 10 bis 20 Mio. CAD. Dieses Segment ist für Banken, Private Equity und andere Finanzierer oft zu klein. Da RE Royalties bereits seit dem Jahr 2016 existiert, lässt sich die Performance der Projekte gut nachverfolgen. Laut Unternehmensangaben hat man inzwischen mehr als 80 Mio. CAD investiert. Der interne Zinsfuß auf das eingesetzte Kapital wird mit durchschnittlich mehr als 19 % angegeben – ein starker Wert.
    Das Management um CEO Bernard Tan will nun auch an einer neuen Strategie arbeiten. Denn die hohe Dividendenrendite ist sicherlich auch das Ergebnis eines Aktienkurses, der eine höhere Note verdient hätte. Der Börsenwert liegt aktuell bei lediglich 10 bis 11 Mio. Euro. Das Management hält selbst fast ein Viertel der Aktien, hat aber nur eine Evaluierung eingeleitet. So wurde mit den Beratern von PricewaterhouseCoopers ein Prozess zur Überprüfung der Strategie eingeleitet. Laut Unternehmen sei nun alles möglich: Vom Verkauf, über strategische Partnerschaften und Co-Investments bis hin zur Optimierung der Kapitalstruktur durch Eigen- oder Fremdkapital. Für Anleger bietet sich hier die Chance, kontinuierlich hohe Ausschüttungen einzufahren. Sollte ein Verkauf von RE Royalties stattfinden, gäbe es wahrscheinlich auch eine Übernahmeprämie.

    Mercedes: Alles China, oder was?

    Derzeit wird über die deutsche Autoindustrie diskutiert, als stünde sie kurz vor dem Abgrund. Mitnichten ist dies der Fall. Im vergangenen Jahr fuhren die drei Riesen Volkswagen, BMW und Mercedes kombiniert ein EBIT von fast 50 Mrd. Euro ein. Aber natürlich gibt es Probleme: Vor allem Volkswagen hat zu spät auf die Entwicklungen in China reagiert. Dort waren die Wolfsburger einst die Nummer eins. Die Volksrepublik ist der größte Automarkt der Welt, inzwischen aber sind dort Elektroautos mit einem Anteil von mehr als 50 % bei den Neuzulassungen führend. Und der Trend dürfte sich fortsetzen. Da in der Öffentlichkeit die Schuld derzeit vor allem beim Staat, Gewerkschaften oder den Energiekosten gesucht wird, könnte man auch behaupten, dass das Management um CEO Oliver Blume komplett versagt hat. Sein Vorgänger hatte schon vor sechs Jahren darauf hingewiesen, dass dem Elektroauto die Zukunft gehört. Der vorausschauende Mann wurde aber alsbald vom Aufsichtsrat abgesägt, was nicht nur mit seiner E-Strategie zu tun hatte.
    Die deutsche Premiummarke Mercedes muss auch kämpfen, steht aber deutlich besser da. Weltweit steigerten die Schwaben im Q1 ihren Absatz um 5 %. In China ging es zwar um 27 % runter, dafür konnte man in Europa (+7 %) und Nordamerika (+ 20 %) punkten. Im Gegensatz zu VW hat sich Mercedes ohnehin ein besseres Image aufgebaut und spielt in einer anderen Preisklasse.
    Die Aktie von Mercedes hat seit dem Triple-Hoch (2022-24) rund 40 % verloren. Seit Februar liegt das Minus bei etwa einem Drittel. Analystenschätzungen für das laufende Geschäftsjahr 2026 erwarten eine Dividende auf ähnlichem Niveau wie für 2025, also von ca. 3,34 € bis 3,50 € je Aktie. Damit kommt das Papier auf eine Rendite von aktuell über 7 %. Für Anleger stellt sich die Frage: Ist die Entwicklung der Aktie in den vergangenen Wochen bereits eine Bodenbildung und kann sich Mercedes operativ stabilisieren? Gelingt dies, ist die Aktie derzeit ein Schnapper. Die Gefahr bleibt aber, dass Mercedes weiter beim Absatz underperformt und zu einem trudelnden Tanker wie VW wird.


    Fazit: Mit Enbridge setzen Anleger auf Dividenden aus dem Energiesektor. Der Konzern ist breit aufgestellt und profitiert in vielen Bereichen, die Aktie ist aber gut gelaufen. RE Royalties bietet gleich 10 % Rendite und arbeitet an einer strategischen Neuaufstellung. Selbst eine Übernahme ist möglich. Kann Mercedes wieder operativ punkten? Gelingt dies, ist die Aktie mit Blick auf die Dividende ein Schnäppchen!


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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