09.10.2026 | 04:45
Wer hat die Formel für die Abnehmspritze 2.0? Überholen BioNxt Solutions und Merck jetzt Novo Nordisk und Eli Lilly? Was macht BioNTech?
Der Boom bei Medikamenten gegen Übergewicht schafft innerhalb der Pharmabranche einen Milliardenmarkt mit einem Volumen von 100 Mrd. USD jährlich. Novo Nordisk und Eli Lilly kämpfen hier um die Vorherrschaft. Auch Merck mischt mit, allerdings steht der Darmstädter Konzern noch am Anfang. BioNxt Solutions will bewährte Wirkstoffe mit einem auflösbaren Film verabreichen und adressiert bei vergleichsweise geringem Risiko ein enormes Potenzial. Bei BioNTech entscheidet ein üppiges Liquiditätspolster darüber, wie viel Zeit der Konzern für seinen nächsten Wachstumsschub hat. Wo steckt die größte Börsenchance?
Lesezeit: ca. 3 Min.
|
Autor:
Carsten Mainitz
ISIN:
Bionxt Solutions Inc. | CA0909741062 | CSE:BNXT , OTCQB: BNXTF , MERCK KGAA O.N. | DE0006599905 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026
Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Carsten Mainitz
Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.
Tag-Cloud
Aktien-Cloud
BioNxt Solutions - Konsequente Fortschritte
BioNxts Ansatz beginnt bei einem praktischen Problem. Manche Patienten können Tabletten nur schwer schlucken. Das kanadische Unternehmen entwickelt deshalb unter anderem dünne Filme, die sich unter der Zunge auflösen und Wirkstoffe über die Mundschleimhaut abgeben sollen. Beim führenden Kandidaten BNT23001 setzt BioNxt auf Cladribin gegen schubförmige Multiple Sklerose. Der Wirkstoff ist durch Mercks Mavenclad bereits etabliert. BioNxt muss aber zeigen, dass seine eigene Formulierung zuverlässig funktioniert und einen wirtschaftlich relevanten Zusatznutzen bietet.
Das Geschäftsmodell zielt generell auf die Verwertung eigener Formulierungen und Schutzrechte ab, es geht nicht darum, neue Medikamente zu erfinden, sondern deren Darreichungsform zu verbessern. Mögliche Erlösquellen wären Lizenzzahlungen, Entwicklungsmeilensteine und Beteiligungen an späteren Verkäufen. Im Frühjahr meldeten die Kanadier eine eurasische Absichtserklärung und damit einen Rahmen für exklusive Verhandlungen.
Den wichtigsten operativen Fortschritt meldete BioNxt im August mit der Fertigstellung des Prüfpräparate-Dossiers (IMPD) für BNT23001. Das IMPD bündelt unter anderem Angaben zu Herstellung, Qualität und präklinischen Untersuchungen. Nach einer abschließenden Prüfung rückt die Humanstudie näher. Geplant ist ein Vergleich mit Mavenclad, der Wirkstoffaufnahme, Blutkonzentrationen und Verträglichkeit untersucht.
Rückhalt bietet das Patentportfolio. Schon im April berichtete BioNxt über den einheitlichen europäischen Patentschutz seiner Cladribin-Filmtechnologie in 18 Ländern. Das kann Verhandlungen erleichtern und Nachahmer begrenzen. Aber es geht auch in anderen Bereichen voran. Kürzlich konkretisierte BioNxt eine vergleichende Großtierstudie für einen Everolimus-Film zur Verhinderung von Organabstoßungen.
Merck - Der Markt ist da, der Preisdruck auch
Der Darmstädter Merck-Konzern ist heute weit mehr als ein klassischer Pharmakonzern. Das Geschäft ruht auf den drei Säulen Healthcare, Life Science und Electronics. In der Gesundheitssparte entwickelt und vermarktet Merck Medikamente, unter anderem das MS-Medikament Mavenclad mit dem Wirkstoff Cladribin. Hier ist jedoch ein harter Wettbewerb durch Generika zu verzeichnen.
Zudem entwickeln die Deutschen gemeinsam mit dem chinesischen Pharmakonzern Hansoh Pharma einen neuen, oral einzunehmenden GLP-1-Wirkstoff gegen Übergewicht. Anders als die bekannten Abnehmspritzen von Novo Nordisk und Eli Lilly setzt Merck damit auf eine Tablettenlösung. Das Medikament befindet sich allerdings noch in der klinischen Entwicklung.
Im Bereich Life Science liefert Merck Laborchemikalien, Forschungsreagenzien und Technologien für die biotechnologische Produktion, d.h. Produkte, die Pharma- und Biotechunternehmen für Forschung und die Herstellung von Medikamenten benötigen. Electronics stellt Spezialmaterialien und Chemikalien für die Halbleiter- und Displayindustrie her.
Im zweiten Quartal erwirtschaftete Merck einen Umsatz in Höhe von 5,43 Mrd. EUR und erzielte ein bereinigtes operatives Ergebnis (EBITDA) von 1,60 Mrd. EUR. Der Gewinn gab auf 494 Mio. EUR nach. Die Nettoverschuldung lag zum Halbjahr bei 9,21 Mrd. EUR. Analysten veranschlagen das Aufwärtspotenzial der Aktie in den kommenden 12 Monaten durchschnittlich auf rund 10 %.
BioNTech - Gute Krebsdaten, hoher Kapitaleinsatz
BioNTech baut sein künftiges Geschäft mit Krebsmedikamenten auf. Heute liefern das COVID-19-Impfstoffgeschäft und Kooperationen zwar Einnahmen, aber die Forschung und Umbau kosten immens viel. Zuletzt wurde die Schließung von drei Standorten in Deutschland angekündigt. Das Gründerehepaar wird zudem das Unternehmen bald verlassen und sich in einem anderen Unternehmen unterschiedlichen Forschungsprojekten widmen.
Einen konkreten Fortschritt meldeten BioNTech und OncoC4 zuletzt für Gotistobart. Bei 87 zuvor behandelten Patienten mit einer bestimmten Form von Lungenkrebs lag das mediane Gesamtüberleben bei 18,5 Monaten, gegenüber 10,0 Monaten unter der Vergleichschemotherapie. Das sind gute Indizien, jedoch stammen die Daten aus dem nicht zulassungsentscheidenden ersten Abschnitt der Phase-3-Studie PRESERVE-003. Der maßgebliche zweite Abschnitt läuft noch.
Finanziell kostet der Umbau viel Geld. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres standen 223,7 Mio. EUR Umsatz einem Nettoverlust von 1,35 Mrd. EUR gegenüber. Im August senkte BioNTech die Umsatzprognose für 2026 auf 1,6 bis 1,9 Mrd. EUR. Liquide Mittel und Wertpapieranlagen von rund 16,6 Mrd. EUR zum Stichtag verschaffen dennoch erheblichen Spielraum. Analysten billigen im Durchschnitt der Aktie ein Upside von rund 20 % zu.
Fazit
BioNxt hat mehrere Pfeile im Köcher und könnte schon bald mit großen Schritten auf die erste Humanstudie seines Cladribin-Films zugehen. Merck will auch in dem Markt mitmischen, spürt jedoch die Konkurrenz aus dem Generika-Bereich deutlich. BioNTech kann seine Krebsprogramme dank der Finanzreserven länger verfolgen, muss den hohen Kapitaleinsatz aber durch belastbare klinische Ergebnisse rechtfertigen.
Interessenskonflikt
Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.
Risikohinweis
Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.
Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.
Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.