07.10.2026 | 05:06
Pellets, Stahl und Windkraft: Wie Strategic Resources, Salzgitter und Nordex am milliardenschweren Stahlumbau verdienen können!
Grüner Stahl steht für eine neue Generation der Stahlproduktion, bei der Wasserstoff und erneuerbare Energien an die Stelle von Kohle treten und die CO₂-Emissionen drastisch reduziert werden. Hinter der grünen Vision steckt ein Milliardenmarkt, jedoch nicht ohne Herausforderungen. Steigende CO₂-Kosten, strengere Klimavorgaben und das Streben nach resilienten Lieferketten könnten die Nachfrage nach CO₂-ärmerem Stahl weiter beschleunigen. Energiekosten, gewaltige Investitionen und der Zugang zu hochwertigen Rohstoffen werden aber letztlich entscheiden, wer von der Transformation tatsächlich profitiert. Strategic Resources setzt auf hochwertiges Eisenerz für moderne Direktreduktionsanlagen. Salzgitter geht konsequent den Weg der Transformation. Nordex profitiert vom Ausbau der erneuerbaren Energie und sitzt auf einem Rekordauftragsbestand. Wer hat die Nase vorn?
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Carsten Mainitz
ISIN:
STRATEGIC RES INC. | CA86277X4093 | TSXV: SR , SALZGITTER AG O.N. | DE0006202005 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Carsten Mainitz
Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.
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Strategic Resources - Pelletanlage im Fokus
Wenn Kohle zunehmend durch Strom und Wasserstoff ersetzt wird, dann verändert sich auch die Nachfrage nach Vorprodukten. Strategic Resources will mit einer Pelletanlage am Port Saguenay im kanadischen Québec genau davon profitieren und sich einen Platz in der Wertschöpfungskette sichern. Im Zentrum der Aktivitäten steht das BlackRock-Projekt, welches sich in mehrere Stufen unterteilt und bei dem die Rohstoffe Eisen, Vanadium und Titan im Fokus stehen.
Mit diesem Vorhaben will Strategic Resources zum Zulieferer einer emissionsärmeren Stahlindustrie aufsteigen. Der Standort am kanadischen Hafen Saguenay bietet mehrere Vorteile. Der ganzjährig nutzbare Tiefwasserhafen mit Zugang zum Atlantik schafft dafür eine logistische Grundlage. Das bestehende BlackRock-Projekt verfügt über eine Genehmigung, die eine Pelletanlage mit 1,5 Mio. Tonnen Jahreskapazität umfasst. Für die jetzt vorgesehenen vier Millionen Tonnen ist eine Änderung erforderlich. Das Genehmigungsverfahren läuft.
Strategisch klug planen die Kanadier einen stufenweisen Aufbau. Die erste Phase setzt nicht voraus, dass zugleich eine eigene Mine in Produktion geht. Vorgesehen ist zunächst zugekauftes Eisenerzkonzentrat zu Pellets in Direktreduktionsqualität zu verarbeiten. Eine 2024 erstellte wirtschaftliche Vorstudie konkretisiert das Potenzial. Bei unterstellten Investitionen von rund 470 Mio. USD und einer DR-Pelletprämie von 70 USD/t schlussfolgert die Studie ein erzielbares operatives Ergebnis (EBITDA) von 173 Mio. USD jährlich, womit die Nachsteuerrendite 25 % beträgt.
Eine zusätzliche Perspektive bietet die historisch produzierende Vanadium-Liegenschaft Mustavaara in Finnland. Deren Konzentrat wurde für ein wasserstoffbasiertes Testprogramm im Rahmen des 17 Mio. EUR umfassenden Forschungsprojekts FutSteel ausgewählt. Die Anteilsscheine notieren derzeit bei 0,20 CAD, womit die Gesellschaft mit überschaubaren 11,8 Mio. CAD bewertet ist.
Salzgitter: Transformation muss am Ende des Tages wirtschaftlich sein
Der Aufbau neuer Anlagen erfordert Milliardeninvestitionen, während grüner Wasserstoff und erneuerbarer Strom derzeit noch teuer und nicht überall ausreichend verfügbar sind. Hinzu kommt der Kostendruck durch günstigen Importstahl. Mit SALCOS baut der Konzern seine Stahlproduktion schrittweise von kohlebasierten Hochöfen auf Direktreduktion mit Wasserstoff und erneuerbarem Strom um. SALCOS steht für „Salzgitter Low CO₂ Steelmaking“. Zunächst kann dabei vor allem Erdgas eingesetzt werden, später zunehmend Wasserstoff. Der Anschluss an das Wasserstoffkernnetz ist für Ende 2029 vorgesehen.
In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres erzielte Salzgitter einen Umsatz von 4,6 Mrd. EUR bei einem operativen Gewinn (EBITDA) von 277,7 Mio. EUR. Das um Bewertungseffekte der Aurubis-Umtauschanleihe bereinigte EBITDA lag mit 459 Mio. EUR erheblich höher. Die Aurubis-Beteiligung steuerte 193 Mio. EUR zum Ergebnis bei. Diese Komponente dürfte auch in Zukunft die Ergebnisqualität deutlich prägen. Die Nettofinanzverschuldung betrug Ende Juni 792 Mio. EUR. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern rund 10 Mrd. EUR Umsatz und ein EBITDA in einer Spanne von 725 bis 825 Mio. EUR. Die Anteilsscheine notieren derzeit bei 49 EUR, womit der Konzern eine Marktkapitalisierung von 2,9 Mrd. EUR aufweist. Analysten trauen dem Papier ein Aufwärtspotenzial von 40 % zu.
Nordex – Es läuft
Nordex verdient an der Produktion von Windkraftanlagen. Neben dem schwankungsanfälligeren Projektgeschäft entsteht Stabilität durch langfristige Serviceverträge. Im ersten Halbjahr kletterte der Umsatz um 13,8 % auf 3,77 Mrd. EUR. Das operative Ergebnis (EBITDA) legte auf 354,5 Mio. EUR zu, die entsprechende Marge weitete sich deutlich von 5,7 % auf 9,4 % aus. Unter dem Strich erzielte der Konzern einen Gewinn von 165,1 Mio. EUR. Der freie Cashflow von 66,5 Mio. EUR, eine Nettoliquidität von rund 1,67 Mrd. EUR und zudem ein Auftragsbestand des Projekt- und Servicegeschäfts von rund 18,4 Mrd. EUR unterstreichen die vorteilhafte Lage.
Zugleich erweitert Nordex seine Produktpalette. Kürzlich wurde die N193/7.X vorgestellt. Der größere 193-Meter-Rotor soll nach Unternehmensangaben bei vergleichbarer Leistung deutlich mehr Energie aus schwächeren Windstandorten holen. Dies ist ein wichtiger Hebel für die Wirtschaftlichkeit von Windparks. Aktuell notiert die Aktie bei 36 EUR, womit der Konzern 8,8 Mrd. EUR auf die Börsenwaage bringt. Analysten bescheinigen dem Titel im Durchschnitt ein Kursziel von 49 EUR, woraus sich ein attraktives Upside ergibt. Die nächsten Quartalszahlen werden am 5. November veröffentlicht.
Fazit
Strategic Resources bietet den größten Hebel. Bereits einzelne Projektfortschritte könnten den Unternehmenswert des Micro Caps deutlich verändern. Salzgitter verbindet laufendes Industriegeschäft mit einem teuren Umbau, dessen Rendite wesentlich von Energiepreisen und Kundennachfrage abhängt. Nordex verfügt bereits über sichtbare Margenfortschritte und einen umfangreichen Auftragsbestand, muss diese Stärke aber dauerhaft in freie Mittelzuflüsse übersetzen.
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