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22.07.2026 | 05:00

Wettlauf um Arktik-Region: Rheinmetall braucht Stahl, Champion Iron expandiert nach Europa, Strategic Resources mit gleich zwei vielversprechenden Projekten

  • Stahl
  • Vorprodukte
  • Batteriemetalle
Bildquelle: KI

Die grüne Transformation der Schwerindustrie ist ohnehin schon herausfordernd und trifft Industrieunternehmen in Zeiten der Krise hart. Jetzt kommt auch noch die Geopolitik hinzu – gerade im Bereich der Rüstung kommt es auf resiliente Lieferketten an. Wer Panzer, schwere Militärfahrzeuge oder Artillerie auch im absoluten Krisenfall verlässlich produzieren will, setzt bei den dafür nötigen Rohstoffen und Vorprodukten auf politisch verlässliche Regionen. Die klassische Trennung zwischen ziviler Rohstoffförderung und militärischer Wertschöpfung löst sich in der aktuellen Gemengelage zunehmend auf. Auch die zivile Industrie profitiert davon, wenn politische Entscheider aus Gründen der nationalen Sicherheit Prozesse beschleunigen. Wir beleuchten drei Unternehmen aus den Bereichen Rüstung und Stahl und zeigen Anlegern Chancen auf.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: STRATEGIC RESOURCES INC | CA86277X4093 | TSXV: SR , CHAMPION IRON | AU000000CIA2 , RHEINMETALL AG | DE0007030009

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Inhaltsverzeichnis:


    Rheinmetall: Auftragsboom und neue Wege bei der Beschaffung

    Rheinmetall verzeichnet dank stark steigender Verteidigungsausgaben der NATO-Staaten ein historisches Wachstum und gilt inzwischen als führender Rüstungskonzern. Die Autosparte spielt keine Rolle mehr. Der Auftragsbestand Rheinmetalls erreichte Ende des ersten Quartals rund 73 Mrd. EUR. Um diese Aufträge auch abzuarbeiten, investierte der Konzern bereits in den Jahren 2023 und 2024 rund 8 Mrd. EUR in neue Fertigungsstätten, Zukäufe und die Lieferketten. Bis 2027 soll die jährliche Kapazität für Artilleriemunition auf 1,1 Mio. Granaten steigen. Gleichzeitig fließen 41 Mio. USD in Modernisierungen der US-Tochtergesellschaft, unter anderem für das XM30-Schützenpanzerprogramm sowie weitere US-Rüstungsprojekte. Um strikte Umweltvorgaben einzuhalten und Scope-3-Emissionen, also sogenannte indirekte Treibhausgase entlang der Wertschöpfungskette, zu senken, setzt der Konzern auf CO2-freien europäischen Stahl und schloss dazu mit dem schwedischen Hersteller SSAB eine Absichtserklärung.

    Champion Iron weitet Kapazität aus und wird zum Premium-Lieferanten

    Der kanadisch-australische Erzproduzent Champion Iron nutzt die Transformation der Stahlindustrie dazu, sich in Kanada auf hochreine Konzentrate zu fokussieren. Für das DRPF-Projekt im kanadischen Québec investierte man rund 500 Mio. USD in eine Aufbereitungsanlage, um ein Konzentrat mit einem Eisengehalt von bis zu 69 % Fe herzustellen. Nach erfolgreichen Testläufen in den ersten Monaten des Jahres lief die kommerzielle Fertigung Ende Juni planmäßig an. Zusätzlich treibt Champion Iron das Kami-Projekt voran, bei dem Nippon Steel und Sojitz eine Minderheitsbeteiligung halten und bis zu 490 Mio. USD Kapital beisteuern. Mit der Übernahme der norwegischen Rana Gruber für etwa 300 Mio. USD gelang im April zudem der Markteintritt in Europa.

    Strategic Resources baut Schlüsselprojekt für grünen Stahl

    Im Schatten der großen Rüstungs- und Stahlgiganten treibt Strategic Resources mit dem BlackRock-Projekt im kanadischen Québec eine Mine mit angrenzender Verarbeitungskapazität voran. Das Unternehmen verfolgt eine dreiphasige Strategie, deren erste Stufe den Bau einer modernen Pelletieranlage am Tiefseehafen von Saguenay vorsieht. Laut der Vormachbarkeitsstudie bietet die erste Phase einen nachsteuerlichen Nettobarwert von 957 Mio. USD sowie eine interne Verzinsung von 25 %. Ein Zehnjahresvertrag mit Javelin Global Commodities sichert sowohl die Belieferung mit Rohstoffen als auch die Abnahme der Pellets ab und sieht auch eine Kreditlinie von bis zu 150 Mio. USD vor. Für die Fremdkapitalfinanzierung von 300 Mio. USD engagierte das Unternehmen die Großbank Société Générale. Unterstützt wird das Vorhaben von den Hauptaktionären Orion Mine Finance und Investissement Québec. In Phase zwei soll ein Direktreduktionsofen folgen, ehe in Phase drei die eigene Förderung am Standort Chibougamau vorgesehen ist. Letztlich sollen jährlich 562.000 t Roheisen, 4.400 t Ferrovanadium und 118.000 t Titanschlacke gewonnen werden.

    Volatiler Kursverlauf bei Strategic Resources.

    Strategic Resources mit Weitsicht - Marktkapitalisierung von 16 Mio. CAD

    Neben dem Eisenprojekt setzt Strategic Resources auch im Bereich zukunftsweisender Energietechnologien Akzente: Im April dieses Jahres schloss das Unternehmen eine Absichtserklärung mit Tyfast Energy zur Entwicklung einer kanadischen Lieferkette für Vanadiumoxid in Batteriequalität. Die Anodentechnologie auf Basis dieses Grundstoffs ermöglicht extrem kurze Ladezeiten sowie eine hohe Zyklenfestigkeit selbst unter arktischen Bedingungen. Das verspricht erhebliche Vorteile für schwere Bergbaufahrzeuge und militärische Landsysteme. Nachdem diese Regionen in den vergangenen Monaten immer wieder Gegenstand von geopolitischen Spannungen waren, könnte die Batterietechnologie in Zukunft stark gefragt sein.

    Die Aktie von Strategic Resources spiegelt mit dem jüngsten Kursverlauf eine gehörige Portion Skepsis wider: Viele Investoren scheinen angesichts der bevorstehenden Investoren erst einmal abwarten zu wollen. Doch Strategic hat mit seinen Plänen bereits potente Partner von sich überzeugt. Hinzu kommt, dass der Bedarf an Grundstoffen für die Stahlindustrie auf absehbare Zeit nicht abebben wird. Auch das Engagement rund um innovative Batterietechnologie verspricht Potenzial. Angesichts einer Marktkapitalisierung von nur rund 16 Mio. CAD muss die Aktie als spekulativ gelten. Im Umkehrschluss bietet das im Falle konkreter Erfolge auch Potenzial. Strategic Resources steht für spannende Projekte, bleibt aber eine hochspekulative Aktie.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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