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03.11.2026 | 05:24

Zefiro Methane: Alte Bohrlöcher, neue Aufträge und reichlich Kursfantasie

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Bildquelle: Pixabay

Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von Zefiro Methane

Wer vom amerikanischen Energieboom profitieren will, schaut meist auf Ölproduzenten, Gasförderer oder Kraftwerksbauer. Dabei lässt sich auch mit dem verdienen, was frühere Fördergenerationen hinterlassen haben. Millionen ausgediente Öl- und Gasbohrlöcher müssen in den USA fachgerecht verschlossen werden. Manche setzen Methan frei, andere stehen neuen Bauprojekten im Weg. Für Zefiro Methane ist das ein gewaltiger Markt. Die jüngsten Meldungen zeigen, wie aus dem Sanierungsbedarf zunehmend konkrete Aufträge werden. Nach dem operativen Turnaround steht nun der nächste Wachstumsschritt an. Wir stellen den Hotstock im Aktien-Check näher vor.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Lars Winter
ISIN: Zefiro Methane Corp | CA98926D1069

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Inhaltsverzeichnis:


    Der Autor

    Lars Winter

    Lars Winter

    Der gebürtige Nordhesse blickt auf eine über 25-jährige Laufbahn im Finanzjournalismus und aktiven Portfoliomanagement zurück und gilt als ausgewiesener Experte für deutsche Nebenwerte und Special Situations.

    Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen mit Schwerpunkt Bank- und Kapitalmarktrecht startete er zur Jahrtausendwende seine Karriere in der Frankfurter Finanzszene. Als Börsen- und Wirtschaftsjournalist schrieb der passionierte Hobbygolfer für führende Börsenbriefe, Finanzzeitungen und Wirtschaftsmagazine wie die Platow Börse, Capital Depesche, BÖRSE ONLINE, Capital und die Financial Times Deutschland.

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    Potenzieller Kursverdreifacher

    Millionen stillgelegte oder verwaiste Öl- und Gasbohrlöcher ziehen sich quer durch die USA. Viele setzen schädliches Methan frei, andere blockieren Grundstücke für neue Infrastrukturprojekte. Der Umweltdienstleister Zefiro Methane misst die Emissionen, verschließt die Bohrlöcher und rekultiviert die Flächen. Über die Tochter Plants & Goodwin deckt das Unternehmen einen Großteil der Wertschöpfungskette ab.

    Der staatliche Rückenwind dürfte noch Jahre anhalten. Von den 4,7 Mrd. USD, die der US-Kongress für die Sanierung verwaister Bohrlöcher bereitgestellt hat, sollen rund 4 Mrd. USD erst bis 2031 verteilt werden. Auf Zefiros Kernstaaten entfallen etwa 778 Mio. USD der bisher zugeteilten Formelmittel. Nach Unternehmensangaben gewann Zefiro in seinen Stammregionen bislang rund ein Viertel der aus dem Infrastrukturprogramm finanzierten Aufträge.

    Prall gefülltes Auftragsbuch

    Zefiro Methane hat am 19. Oktober einen staatlichen Auftragsbestand von rund 40 Mio. USD gemeldet. Die Projekte reichen bis Juni 2029. Allein im laufenden Quartal bis Ende Dezember sollen davon rund 4,9 Mio. USD abgearbeitet werden. Das ist eine beachtliche Größenordnung für ein Unternehmen, das im vergangenen Geschäftsjahr 42,5 Mio. USD umgesetzt hat. Allerdings verteilen sich die Aufträge über mehrere Jahre. Als kurzfristiger Umsatzsprung darf das Volumen deshalb nicht missverstanden werden.

    Den größten Einzelposten bildet ein dreijähriger Vertrag der Umwelt- und Ressourcenbehörde von Ohio über 19,6 Mio. USD. Dabei geht es um die Stilllegung von rund 200 Bohrlöchern. Hinzu kommt ein staatlich finanzierter Auftrag über 11,5 Mio. USD, dessen Umsetzung im November beginnt. Für Zefiro bedeutet das mehr Planungssicherheit. Personal und Anlagen lassen sich besser einsetzen. Private Aufträge kommen hinzu, denn der gemeldete Bestand erfasst nur staatliche Projekte.

    Viking liefert erste Belege

    Dass auch die Privatwirtschaft zunehmend für Auslastung sorgt, unterstreicht die Nachricht vom 27. Oktober. Seit dem Erwerb der Viking-Ausrüstung im Mai hat Zefiro Methane sieben zusätzliche Rahmenvereinbarungen mit Unternehmenskunden abgeschlossen. Fünf dieser Kunden haben bereits Umsätze beigesteuert. Solche Rahmenverträge sind noch keine garantierten Abrufvolumina. Sie erleichtern aber den Zugang zu Folgeaufträgen. Und die übernommenen Kapazitäten verdienen bereits Geld: Im August und September entfielen insgesamt 1,54 Mio. USD Umsatz auf Arbeiten, die der Viking-Übernahme zugerechnet werden. Hochgerechnet entspricht das mehr als 9 Mio. USD im Jahr. Damit rückt die vom Management angepeilte zusätzliche Jahreskapazität von rund 10 Mio. USD in greifbare Nähe.

    Rechenzentren sorgen für erhöhte Nachfrage

    Zusätzliche Nachfrage entsteht dort, wo neue Energieinfrastruktur und Rechenzentren gebaut werden sollen. Liegen auf den Grundstücken alte Bohrungen, müssen diese zunächst gesichert werden. In Pennsylvania verschloss Zefiro beispielsweise neun Gasbohrungen auf dem Gelände eines ehemaligen Kohlekraftwerks, das für einen mit Erdgas versorgten Rechenzentrumsstandort vorgesehen ist. Der Zusammenhang mit dem Investitionsboom ist handfest: Ohne die Beseitigung solcher Altlasten können sich Bauvorhaben verzögern.

    Die wirtschaftliche Entwicklung stimmt zuversichtlich. Im Ende Juni abgeschlossenen Geschäftsjahr 2025/26 (per 30.6.) stieg der Umsatz um 31,1 % auf 42,5 Mio. USD. Der Bruttogewinn wuchs sogar um 66 % auf 12,4 Mio. USD, die Bruttomarge verbesserte sich von 23 auf 29,2 %. Gleichzeitig sanken die operativen Aufwendungen um 10,2 %. Das vom Unternehmen ausgewiesene bereinigte EBITDA drehte von minus 4 auf plus 3,8 Mio. USD. Ein durchgehend profitables Geschäft ist zwar noch nicht erreicht. Unter dem Strich blieb ein Verlust von 3,5 Mio. USD. Im Schlussquartal sackte die Bruttomarge auf 18,6 % ab, das bereinigte EBITDA war mit 0,6 Mio. USD negativ. Die Integration der Viking-Flotte, zusätzliches Personal und der Anlauf des großen Ohio-Projekts kosteten natürlich zunächst erst einmal Geld. Doch die Investitionen in höhere Kapazitäten sollten sich nachhaltig auszahlen.

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    Analysten trauen der Aktie noch hohe Kursgewinne zu

    Die Analysten des Augsburger Finanzdienstleisters GBC Research sehen die Aktie von Zefiro Methane als potenziellen Verdreifacher. Die Experten erwarten laut ihrer Studie vom 13. Oktober für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 einen Umsatzanstieg auf 57,9 Mio. USD und ein EBITDA von rund 10 Mio. USD. Der Nettogewinn soll bei 4,2 Mio. USD landen. Bis 2028/29 soll das operative Ergebnis auf 15 Mio. USD steigen. Auf Basis des aktuellen Aktienkurses von rund 0,67 CAD errechneten die Analysten für 2026/27 ein KGV von 12 und ein Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA von 5,7.

    Das Kursziel von GBC Research beträgt 1,50 USD beziehungsweise 2,15 CAD. Diese Bewertung bietet mit einem Kurspotenzial von mehr als 220 % noch erheblichen Spielraum nach oben, setzt allerdings voraus, dass der erwartete Gewinnsprung gelingt. Innerhalb von zwei Jahren sagt GBC eine Verdopplung des Gewinns voraus.

    2-Jahres-Chart von Zefiro Methane in CAD
    2-Jahres-Chart von Zefiro Methane in CAD

    Inzwischen hat Zefiro auch seine Finanzierungskraft gestärkt. Am 23. Oktober wurden brutto 5 Mio. CAD über eine Privatplatzierung eingeworben. Ausgegeben wurden rund 7,58 Mio. Einheiten zu jeweils 0,66 CAD, bestehend aus einer Aktie und einem halben Optionsschein. Die frischen Finanzmittel sollen vor allem das laufende Geschäft finanzieren und geben der Firmenkasse einen ausreichenden Puffer.

    Fazit

    Zefiro liefert zunehmend greifbare Argumente für eine Neubewertung. Der staatliche Auftragsbestand schafft Visibilität, Viking bringt neue Kunden und erste nennenswerte Umsätze. Zusätzliche Fantasie bietet perspektivisch das Geschäft mit Emissionszertifikaten. Entscheidend bleibt aber, dass aus der besseren Auslastung auch stabile Gewinne und Mittelzuflüsse entstehen. Für risikobereite Anleger ist der Umweltspezialist eine spannende Turnaround-Spekulation. Die Aktie bleibt angesichts der niedrigen Bewertung und der hohen Kurschancen aussichtsreich. Auch das Chance-Risiko-Profil verbessert sich weiter. Umsatz und Bruttogewinn steigen, das EBITDA ist positiv, die Verschuldung sinkt und die größere Flotte schafft die Grundlage für den nächsten Wachstumsschritt. Den nächsten Realitätscheck liefern spätestens die Zahlen zum ersten Quartal Mitte November.


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    Der Autor

    Lars Winter

    Lars Winter

    Der gebürtige Nordhesse blickt auf eine über 25-jährige Laufbahn im Finanzjournalismus und aktiven Portfoliomanagement zurück und gilt als ausgewiesener Experte für deutsche Nebenwerte und Special Situations.

    Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen mit Schwerpunkt Bank- und Kapitalmarktrecht startete er zur Jahrtausendwende seine Karriere in der Frankfurter Finanzszene. Als Börsen- und Wirtschaftsjournalist schrieb der passionierte Hobbygolfer für führende Börsenbriefe, Finanzzeitungen und Wirtschaftsmagazine wie die Platow Börse, Capital Depesche, BÖRSE ONLINE, Capital und die Financial Times Deutschland.

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