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10.12.2025 | 05:00

Zweite Wasserstoff-Welle mit Linde, BASF, dynaCERT: Warum 2026 das Jahr der Wahrheit wird

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  • Regulatorik
Bildquelle: KI

Der Wasserstoff-Sektor erlebt derzeit eine Renaissance, die sich fundamental von der Euphorie der Jahre 2020 und 2021 unterscheidet. Während der erste Hype von Visionen und Power-Point-Präsentationen getrieben war, markiert der Übergang in das Jahr 2026 den Beginn der neuen industriellen Realität. Investoren, die den Sektor über Jahre begleitet haben, erkennen heute eine veränderte Marktdynamik, die weniger auf Hoffnung als auf regulatorischer Klarheit und technologischer Reife basiert. Der „Aktionär“ berichtet zu Recht von einem neuen Rückenwind für die Branche. Wir erklären, was verbesserte Rahmenbedingungen und der Marktstart von Großanlagen in Europa für die Aktien von Linde, BASF und dynaCERT bedeuten können.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084 , LINDE PLC EO 0_001 | IE00BZ12WP82 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111

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Inhaltsverzeichnis:


    Vom „Prinzip Hoffnung“ zur regulatorischen Sicherheit

    Um die aktuelle Marktbewegung zu verstehen, lohnt sich ein Blick zurück. Im Jahr 2020 entkoppelten sich die Bewertungen vieler Wasserstoff-Unternehmen komplett von den fundamentalen Daten. Es war die Phase der Euphorie, als fehlende Umsätze kein Makel, sondern fast ein Qualitätsmerkmal für richtig angesagte Wasserstoff-Werte war. Fünf Jahre später hat sich die Spreu vom Weizen getrennt. Der Markt hat gelernt, dass Wasserstoff kein Selbstläufer ist, sondern massiver Infrastruktur und politischer Flankierung bedarf. Genau diese Flankierung ist nun Realität. In den USA hat die Regierung mit steuerlichen Anreizen für sauberen Wasserstoff Fakten geschaffen, die Investitionen planbar machen. In Europa konkretisiert sich der Green Deal durch Förderbescheide für Großprojekte. Für Anleger bedeutet das: Wer 2026 profitieren will, muss verstehen, wer die Infrastruktur baut, wer sie nutzt und wer die Brücke dorthin schlägt.

    Linde startet mit blauem Wasserstoff durch

    Im aktuellen Marktumfeld positioniert sich Linde nicht als Visionär, sondern als erfahrener Dienstleister für die Industrie. Der Gas-Gigant hat eine strategische Richtungsentscheidung getroffen, die für Investoren von höchster Relevanz ist. Statt ausschließlich auf den noch teuren grünen Wasserstoff aus erneuerbaren Energien zu warten, setzt Linde massiv auf blauen Wasserstoff, insbesondere in den USA. Hierbei wird Wasserstoff aus Erdgas gewonnen, während das entstehende CO2 abgeschieden und gespeichert wird. Diese Strategie ist kein Zufall, sondern eine direkte Antwort auf die regulatorischen Anreize des Inflation Reduction Act, die diese Technologie hochprofitabel machen.

    Linde demonstriert damit eine Stärke, die reinen Start-ups oft fehlt: Die Fähigkeit, große Volumina zu stemmen und dabei profitabel zu bleiben. Das Unternehmen berichtet, dass über 90 % seiner sauberen Wasserstoffprojekte in den USA auf dieser blauen Technologie basieren. Das ist für konservative Investoren eine gute Nachricht, denn sie bedeutet sichere Cashflows statt technologischer Wetten. Hinzu kommt das operative Geschäft mit kleinen Wasserstoff-Anlagen, das schon 2024 Rekordwerte verzeichnete und zeigt, dass die Dekarbonisierung in der gesamten Industrie angekommen ist. Linde baut sich mit dem Wasserstoff-Geschäft einen tiefen ökonomischen Burggraben - durch langfristige Abnahmeverträge und die Kontrolle über die physische Infrastruktur macht sich der Konzern unverzichtbar.

    BASF: Die industrielle Transformation als Überlebensfrage

    Anders ist die Situation bei BASF. Für den Ludwigshafener Chemiekoloss ist Wasserstoff kein Produkt, das man primär verkaufen möchte, sondern der Schlüssel zum eigenen Überleben und zur Zukunftsfähigkeit des Standorts Europa. Im März 2025 setzte BASF ein Ausrufezeichen mit der Inbetriebnahme eines 54-Megawatt-Elektrolyseurs am Stammwerk in Ludwigshafen – eines der größten Projekte seiner Art in Deutschland. Diese Anlage, gebaut in Partnerschaft mit Siemens Energy, ist der Beweis, dass die Transformation der Chemieindustrie von der Planungsphase in die Umsetzung gewechselt ist. BASF scheint gewillt, die Technologieführerschaft auch unter den neuen regulatorischen Rahmenbedingungen behalten zu wollen. Die Aktie des Konzerns ist eine Wette auf eine erfolgreiche Transformation.

    dynaCERT schlägt die technologische Brücke in die Gegenwart

    Während Linde und BASF klassische Industrie-Schwergewichte sind, füllt das kanadische Wachstumsunternehmen dynaCERT schon heute eine entscheidende Lücke. Die Realität der Energiewende ist, dass Dieselmotoren nicht über Nacht verschwinden werden. Genau hier setzt dynaCERT mit seiner HydraGEN™-Technologie an. Das System produziert Wasserstoff on-demand an Bord von Fahrzeugen und injiziert ihn in den Verbrennungsmotor, was Treibstoffverbrauch und Emissionen sofort messbar senkt. Es ist eine Brückentechnologie für die Bestandsflotten der Welt, die sofortige CO2-Reduktion ermöglicht, ohne auf die flächendeckende Verfügbarkeit von Wasserstofftankstellen warten zu müssen.

    Das Jahr 2025 markiert für dynaCERT einen Wendepunkt. Mit einer erfolgreichen Finanzierungsrunde über 5 Millionen CAD im Sommer konnte das Unternehmen seine Bilanz stärken und die Expansion vorantreiben. Besonders spannend ist der operative Fortschritt in Europa: Französische Häfen haben begonnen, die Technologie in ihren Kränen und Logistikfahrzeugen einzusetzen, um Emissionsziele zu erreichen. Das ist für das Geschäftsmodell der Kanadier der Proof-of-Concept in einem industriellen Umfeld, das unter hohem Dekarbonisierungsdruck steht. Darüber hinaus eröffnet die Möglichkeit, die erzielten Emissionseinsparungen perspektivisch in CO2-Zertifikate umzuwandeln, ein zweites Standbein. Für risikobewusste Investoren bietet die Aktie von dynaCERT eine attraktive Beimischung.

    2025 war für die Aktie bislang kein gutes Jahr - profitiert dynaCERT bald vom neuen Rückenwind für Wasserstoff?

    Wasserstoff nimmt Fahrt auf – Übergangstechnologie kann profitieren

    Der Wasserstoff-Sektor tritt 2026 in eine neue Phase ein - das zeigen Großprojekte, politische Rahmenbedingungen und auch die Aktienkurse vor allem bei Unternehmen, die in Nordamerika tätig sind. Doch auch die EU hat kürzlich mit ihrem neuen Matchmaking-Portal für Wasserstoff-Projekte einen Achtungserfolg erzielt. Während der Ausbau der Wasserstoffwirtschaft Fahrt aufnimmt, bleibt der Markt für smarte Übergangstechnologie, die sich wie im Fall von dynaCERT schnell amortisiert, bestehen.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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