14.04.2026 | 05:30
100 % Plus möglich? SAP CEO warnt! Aspermont mit Burggraben sowie Reset - Snowflake mit enormem Potenzial?!
Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts, doch nicht jedes datenbasierte Geschäftsmodell liefert zuverlässig Rendite. Während Tech-Giganten unter Margendruck und Prognoseenttäuschungen ächzen, zeigt sich eine stille Verschiebung. Investoren entdecken spezialisierte Anbieter mit wiederkehrenden Erlösen und defensiven Nischen. Die Kunst liegt darin, jene Firmen zu identifizieren, die aus rohen Informationen planbare Cashflows formen, ohne Hype, aber mit Substanz. Wer heute die Weichen für morgen stellt, blickt auf drei sehr unterschiedliche Unternehmen: SAP, Aspermont und Snowflake. Alle scheinen das Zeug zu einer Verdoppelung zu haben.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
SAP SE O.N. | DE0007164600 , ASPERMONT LTD. | AU000000ASP3 | ASX: ASP , SNOWFLAKE INC. A DL-_0001 | US8334451098
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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SAP - warum der SAP-Chef jetzt bremst
SAP-CEO Christian Klein bereitet die Anleger auf eine unangenehme Phase vor. Der Umstieg auf Künstliche Intelligenz werde ähnlich schmerzhaft wie die Cloud-Migration vor einigen Jahren, erst einmal drücken die Investitionen auf die Margen. Hinzu kommt die diffuse Angst vor einer „SaaSpocalypse“. Könnte KI klassische Unternehmenssoftware teilweise überflüssig machen? Frühe Nutzer von SAPs KI-Assistent Joule zeigen sich bislang enttäuscht, und viele Kunden setzen bei produktiven KI-Szenarien lieber auf andere Anbieter. Das verunsichert. Auch Analysten sehen aktuell mehr Risiken als Chancen, und die jüngste Kurshalbierung spiegelt diesen Stimmungsumschwung wider.
Andererseits ist SAP tief in den Kernprozessen großer Konzerne verwurzelt, von Finanzen über Lieferketten bis hin zu Personal. Dieses „Betriebssystem“ mit seiner jahrzehntelangen Prozesslogik und Branchenexpertise lässt sich nicht einfach durch ein KI-Startup ersetzen. Die hohen Eintrittsbarrieren schützen vor schneller Disruption. Vielmehr bietet KI die Chance, bestehende Abläufe zu automatisieren und neue Werte zu schaffen. Wer die Daten und den Kontext kontrolliert, kann intelligente Assistenten besser integrieren als jeder externe Anbieter. Die Übernahme von Reltio zeigt, dass SAP genau in diese Richtung arbeitet. Daten aus unterschiedlichen Quellen werden zur vertrauenswürdigen Grundlage für agentische KI.
Operativ steht der Konzern solide da. Das Cloud-Backlog wächst, der Free Cashflow soll 2026 auf rund 10 Mrd. EUR steigen. Ein milliardenschwerer Aktienrückkauf und eine erneut erhöhte Dividende unterstreichen das Selbstvertrauen des Managements. Die Übernahme von Reltio macht Konzern- und Fremddaten fit für KI. Zeigen die Quartalszahlen Ende April, dass das Cloud-Wachstum trotz aller Umstellungsprobleme intakt bleibt, könnte das Vertrauen schnell zurückkehren. Die Bewertung ist längst nicht mehr üppig. Wer jetzt einsteigt, kauft einen Marktführer mit defensiven Eigenschaften, allerdings mit dem Risiko, dass die Transformationsschmerzen länger anhalten als gedacht. Derzeit ist die Aktie für 138,94 EUR zu haben und hat bis zum alten Höchststand über 100 % Potenzial.
Aspermont – hat sich neu aufgestellt
Ein fast zwei Jahrhunderte alter Fachverlag macht Ernst. Die Aktie von Aspermont war im März 2026 vom Handel an der Börse ausgesetzt, ein Schritt, der bei Kleinanlegern oft Unbehagen auslöst. Hier war es jedoch kein Notfall, sondern ein sauber inszenierter Reset. Das Unternehmen vollzog einen umgekehrten Aktiensplit und verabschiedete sich endgültig vom Pennystock-Dasein. Übrig bleibt ein schlanker, digitaler B2B-Dienstleister für die Rohstoffbranche. Analysten heben hervor, dass diese strategische Pause die Chance für eine Neubewertung bietet. Die Wiederaufnahme des Handels Mitte März lief planmäßig.
Das Geschäftsmodell ruht heute auf drei tragfähigen Säulen. Da sind zum einen die wiederkehrenden Abonnementerlöse, die mittlerweile zwei Drittel des Umsatzes ausmachen. Ein Großkunde wie Rio Tinto steigerte sein Jahresvolumen von 8.000 auf über 200.000 AUD. Zum anderen das riesige, proprietäre Content-Archiv, das über Jahrzehnte gewachsen ist. Und schließlich die Plattform Mining IQ, die KI-gestützt Rohstoffdaten auswertet. Rio Tinto sicherte sich für 6 Monate die Exklusivrechte und zahlte dafür 550.000 AUD. Solche Hebelwirkungen machen das Modell für Investoren spannend. Ergänzend sorgen Messen und die hauseigene Marketingagentur Nexus für zusätzliche Cross-Selling-Effekte.
Das Augsburger Analysehaus GBC hat das Coverage wieder aufgenommen und zeigt sich überzeugt. Das Kursziel von 5,00 AUD liegt deutlich über dem aktuellen Niveau von 1,865 AUD. Für 2026 erwarten die Experten einen Umsatz von knapp 17 Mio. AUD bei einem erstmals positiven EBITDA. Die erwartete operative Cashflow-Wende bereits im 3. Quartal 2026 unterstreicht die gesunde Entwicklung. Genau diese Kombination aus operativem Fortschritt und attraktiver Bewertung macht die Aktie so interessant. Anleger können hier von einer vielversprechenden Turnaround-Chance mit erheblichem Potenzial profitieren.
Snowflake - zwischen KI-Hype und harter Realität
Die Softwarebranche durchlebt derzeit einen seismischen Wandel und Snowflake sitzt genau auf der Bruchlinie. Während der Markt KI-Ängste verarbeitet und SaaS-Titel pauschal abstraft, zeigt der Data-Cloud-Spezialist operative Stärke. Die Konsumausgaben der Kunden steigen, die Langzeitverpflichtungen wuchsen um 42 % auf fast 10 Mrd. USD. Das verbrauchsbasierte Modell schützt vor den Massenentlassungen, die anderen Softwarefirmen zusetzen. Dennoch bleibt die Rentabilität noch eine Baustelle, ein Widerspruch, den Anleger aushalten müssen.
Mit Project SnowWork adressiert das Unternehmen die entscheidende Frage: Wer kontrolliert die Agenten-Ökonomie? Die Plattform erledigt selbstständig komplexe Arbeitsabläufe, von Vertriebsreports bis zur Vorstandspräsentation. Die Partnerschaft mit OpenAI bringt modernste Modelle direkt auf die Kunden-Daten, ohne teuren Export. Dazu kommt die Observe-Übernahme für den 50 Mrd. USD großen ITOM-Markt. Das ist clever, denn wenn Speicher zur Handelsware wird, gewinnt derjenige mit der besseren Analyse. Die 2.500 Intelligence-Nutzer zeigen, dass die Nachfrage da ist.
Für Investoren mit langem Atem bietet sich ein interessantes Setup. Das Kursniveau spiegelt viel Pessimismus wider, die Fundamentaldaten sprechen eine andere Sprache. Die Hyperscaler schlafen nicht, Oracle wuchs zuletzt 84 % im Cloud-Geschäft. Ende April 2026 wird ein Hauptkläger ausgewählt für die Klage von Patel, und die ist ein reales Risiko. Aber Snowflake sitzt auf 4 Mrd. USD Cash, die Kundenbindung ist stark, und jedes neue KI-Projekt bedeutet mehr Datenkonsum. Wer an agentische KI glaubt, findet hier einen der wenigen reinen Plays mit etablierter Infrastruktur. Die Aktie ist von über 280 USD bis auf momentan 121,11 USD abgestürzt. Geht der Rechtsstreit gut aus, kann die Aktie die alten Höchststände aus 2025 wieder angreifen.
Drei unterschiedliche Wege zum Kursplus von 100 %. SAP besitzt als KI-gestütztes Betriebssystem der Konzerne trotz Transformationsschmerzen einen tiefen Burggraben. Aspermont hat sich vom Pennystock zum margenstarken digitalen Fachverlag mit wiederkehrenden Erlösen gemausert, der angefangen hat, seine Datenschätze zu nutzen. Snowflake kämpft mit Rechtsrisiken, doch die Data-Cloud und agentische KI könnten den alten Höchststand zurückbringen. Wer jetzt die Nerven behält, sichert sich die Rendite von morgen.
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