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17.03.2026 | 05:30

80 % Marge durch SKYDRA: Dieses SaaS-Geschäft macht Volatus Aerospace zum Drohnenbauer mit Hebel

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Bildquelle: pixabay.com

81,8 Mrd. CAD ist eine Zahl, die aufhorchen lässt. Mit diesem Volumen hat Kanadas Regierung nicht einfach ein Budget erhöht, sondern eine neue industrielle Grundordnung für die Verteidigungspolitik des Landes vorgelegt. Die alten Regeln gelten nicht mehr. In den letzten Jahren gab es für kanadische Rüstungsunternehmen zähe Entscheidungsprozesse, jahrelange Beschaffungszyklen und ein Großteil des erhofften Budgets floss ins Ausland ab. Die neue Defence Industrial Strategy ist kein gewöhnliches Politpapier. Sie ist ein klares Bekenntnis zu einer "Build in Canada"-Philosophie. 70 % der Beschaffungsausgaben sollen künftig an heimische Firmen gehen. Gleichzeitig werden unbemannte Systeme und autonome Technologien offiziell zu "souveränen Kernfähigkeiten" erklärt. Dieser Bereich, in dem Volatus Aerospace gut aufgestellt ist, bekommt einen strategischen Status und wird in Zukunft priorisiert.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023

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Inhaltsverzeichnis:


    Ein Unternehmen, das bereitsteht

    Die spannendere Frage für Anleger ist aber, wer von diesem strukturellen Umbau tatsächlich profitieren wird. Nicht jedes Unternehmen, das heute eine Drohne baut, wird automatisch zum Liebling der neuen Strategie. Gefragt sind Firmen, die nicht erst jetzt auf den Zug aufspringen, sondern die Infrastruktur, das Personal und die Technologie bereits haben, um sofort liefern zu können.

    Volatus Aerospace fällt genau in dieses Raster. Während viele Marktteilnehmer noch die neuen Richtlinien studieren, hat das Unternehmen in den letzten Monaten bereits die Weichen gestellt. Mit dem Erwerb eines umfangreichen IP-Portfolios für Langstreckendrohnen aus Großbritannien und dem Hochfahren der Produktion in Mirabel, Quebec, hat man sich frühzeitig Kapazitäten gesichert. Die Logik dahinter ist simpel. Wer bereits eine Fertigungsstraße für Drohnen hat, die 35 Stunden oder gar mehrere Tage in der Luft bleiben können, steht ganz anders da, wenn die Regierung plötzlich Souveränität im hohen Norden fordert.

    Die Anlage in Mirabel ist auf Serienfertigung ausgelegt, 7-10 Systeme pro Monat, jedes mit einem kommerziellen Wert von rund 1,5 Mio. CAD. Die Produktionskapazität reicht perspektivisch für Drohnenumsätze von über 150 Mio. CAD pro Jahr, bei Margen, die deutlich über 20 % liegen könnten. Das ist keine Zukunftsmusik, sondern gebaute Realität.

    Vom Pipeline-Flieger zum Arctic-Scout

    Genau hier schließt sich der Kreis zur neuen Strategie. Die Arctic Sovereignty ist ein zentraler Punkt des neuen Denkens. Die riesigen, dünn besiedelten Gebiete Kanadas lassen sich nur mit autonomen Systemen überwachen. Volatus positioniert sich hier nicht nur als Drohnenbauer, sondern als Anbieter einer Dienstleistung, die im zivilen Bereich bereits im großen Stil erprobt ist.

    Die Firma überwacht jährlich ein riesiges Netz an Pipelines für die Öl- und Gasindustrie. Diese Datensammlung lässt sich technologisch direkt auf die Überwachung von Grenzen, Küsten oder eben der Arktis übertragen. Es ist dieser "Dual-Use"-Ansatz, der das Risiko für Investoren reduziert. Das Geschäftsmodell ist nicht nur auf den Verteidigungsetat angewiesen, sondern steht auf einem breiten zivilen Fundament. Mehr als 30 laufende Regierungsaufträge und Aktivitäten in mehreren NATO-Staaten untermauern das.

    Die jüngste Übernahme der restlichen Anteile an Synergy Aviation fügt ein weiteres Puzzleteil hinzu. Unter dem gemeinsamen Dach kann Volatus nun ein durchgängiges Sicherheits- und Überwachungsportfolio anbieten, das von bemannten Helikoptern über Drohnen bis hin zu Software reicht. Diese vertikale Integration ist kein Selbstzweck, sondern strategisches Asset. Das gilt insbesondere, wenn es um komplexe Ausschreibungen geht, bei denen der Kunde einen Ansprechpartner für alles will.

    Der Software-Hebel

    Parallel arbeitet das Unternehmen an einem weiteren Wachstumsfeld, das die Margenstruktur nachhaltig verändern könnte. SKYDRA, die neue SaaS-Plattform für Drohnenabwehr und Einsatzplanung, adressiert den wachsenden Markt für Counter-Drone-Lösungen. Branchenkenner schätzen, dass sich dieses Segment bis 2030 auf über 20 Mrd. USD verdoppeln könnte.

    Was SKYDRA strategisch so wertvoll macht, ist das Geschäftsmodell. Als reine Softwarelösung verspricht die Plattform Bruttomargen von 80-85 %, eine völlig andere Hausnummer als das Hardwaregeschäft. Erste Umsätze werden zwar 2026 noch moderat ausfallen, aber ab 2027 rechnet das Management mit spürbarem Wachstum. Für die Gesamtbewertung des Unternehmens ist das ein wichtiger Faktor. Softwaregeschäfte werden an den Märkten typischerweise mit ganz anderen Multiplikatoren bewertet als reine Produkthersteller.

    Die Bewertungslücke

    Investoren tun gut daran, einen Schritt zurückzutreten und die Lage nüchtern zu betrachten. Ja, die Ankündigungen aus Ottawa sind ein starkes Signal. Die Nachfrage nach heimischen Lösungen ist nun klar definiert, was die Planbarkeit erhöht und langfristig die Kapitalkosten senken dürfte. Bisher wurden kanadische Rüstungstitel oft mit einem Abschlag gegenüber ihren US-Pendants gehandelt, einfach weil der Heimatmarkt unberechenbar war. Dieses Narrativ beginnt zu bröckeln.

    Vergleicht man Volatus mit einer Gruppe börsennotierter Peers, zeigt sich ein deutliches Missverhältnis. Die Bewertungskennzahlen liegen deutlich unter denen vergleichbarer Unternehmen, obwohl Volatus im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern bereits breit diversifizierte Einnahmen generiert und international aufgestellt ist.

    Ein Aspekt, der für Anleger nicht unwichtig sein dürfte. Über 20 % der Aktien befinden sich in Insider-Hand. Seit dem Börsengang hat kein nennenswerter Verkauf stattgefunden, auch nicht in Phasen starker Kursbewegungen. Alle Vollzeitmitarbeiter sind über ein Aktienprogramm beteiligt. Das schafft eine andere Form der Verbindlichkeit.

    Was die Analysten sagen

    Die Research-Häuser zeigten sich zuletzt einig. Ventum Capital Markets sieht Volatus im richtigen Markt zur richtigen Zeit. Haywood hebt die regulatorische Kompetenz und den BVLOS-Vorsprung hervor. Desjardins verweist auf die Verteidigungsstrategie Ottawas und die 70 % Quote für heimische Firmen. Maxim Group betont das solide Fundament aus rund 40 Mio. CAD Cash und einer 600 Mio. CAD Pipeline. Und Stifel unterstreicht den Datenvorteil als strategischen Kern. Die Bandbreite der Kursziele liegt zwischen 0,85 und 1,25 CAD und damit über dem aktuellen Niveau. Was alle eint, ist die Überzeugung, dass der Markt die Transformation des Unternehmens bisher nur unvollständig eingepreist hat.
    Aktuell notiert die Aktie bei 0,84 CAD.

    Chart Volatus Aerospace, Stand 16.03.2026, Quelle: Refinitiv

    Für Anleger ergibt sich ein klares Bild. Die kanadische Verteidigungsindustrie wird neu bewertet. Die Regierung hat eine Roadmap vorgelegt, die klare Gewinner definiert. Es geht nicht mehr um punktuelle Projekte, sondern um eine langfristige, strategische Partnerschaft zwischen Staat und Industrie. Volatus hat sich frühzeitig positioniert, mit eigener Fertigung, strategischem IP und einem operativen Fundament, das weit über den Verteidigungssektor hinausreicht. Die Rally wird nicht von den News getrieben, sondern von der Fähigkeit, die neuen Mrd. in greifbare Umsätze zu verwandeln. Wer auf die Schnittstelle von kommerzieller Luftfahrt, unbemannten Systemen und Verteidigung setzen will, bekommt hier ein Paket, das bereits fliegt, im wahrsten Sinne des Wortes.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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