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03.02.2025 | 05:10

Alibaba, Credissential, ASML – Profiteure und Verlierer des KI-Bebens

  • Künstliche Intelligenz
Bildquelle: pixabay.com

Der neue chinesische Chatbot DeepSeek brachte in der vergangenen Woche die Börsen, im Speziellen die Halbleiterwerte ins Wanken. So verlor der Chipgigant Nvidia an einem Tag 17 % an Kurswert sowie knapp 600 Mrd. USD an Marktkapitalisierung. Ob DeepSeek nach der anfänglichen Euphorie tatsächlich in die Fußstapfen von ChatGPT treten kann, ist fraglich. Dennoch kommen neue Modelle an den Markt, die den Etablierten in Zukunft Marktanteile entreißen könnten.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: ALIBABA GR.HLDG SP.ADR 8 | US01609W1027 , CREDISSENTIAL INC | CA22535J1066 , ASML HOLDING EO -_09 | NL0010273215

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Inhaltsverzeichnis:


    ASML – Mega-Reversal nach den Zahlen

    Deepseek versetzte in der vergangenen Woche die komplette Chipindustrie in helle Aufregung. Nicht nur Nvidia und Taiwan Semiconductor, auch der weltweit größte Anbieter von Lithographiesystemen für die Halbleiterbranche, ASML, ging zweistellig in die Knie. Die Schwäche bei den Niederländern währte jedoch nur kurz, denn mit der Veröffentlichung der Zahlen zum vierten Quartal und zum Gesamtjahr 2024 setzte die ASML-Aktie zu einer starken Erholungsrally an.

    Im vierten Quartal konnte der Chipausrüster sogar einen Rekordumsatz in Höhe von 9,3 Mrd. EUR verbuchen und toppte damit die Konsensschätzungen der Analysten. Zudem wurde der Gewinn auf 2,7 Mrd. EUR gesteigert, die Bruttomarge wuchs auf 51,7 %. Überraschend hoch fiel der Auftragseingang mit 7,1 Mrd. EUR aus, der die Erwartungen von Analysten, die von einem Volumen von etwa 4 Mrd. EUR ausgegangen waren, ebenfalls deutlich übertraf.

    Für das erste Quartal 2025 prognostiziert ASML einen Umsatz zwischen 7,5 und 8 Mrd. EUR und eine weitere Steigerung der Bruttomarge auf 52 bis 53 %. Das Unternehmen hat zudem seine Jahresumsatzprognose von 30 bis 35 Mrd. EUR bestätigt und verfolgt langfristige Ziele von bis zu 60 Mrd. EUR bis zum Jahr 2030.

    Zudem haben die Niederländer eine Erhöhung der Dividende um 4,9% auf 6,40 EUR pro Aktie angekündigt. Das Unternehmen positioniert sich somit weiterhin als ein zentraler Nutznießer und Treiber der KI-Revolution und strebt nachhaltiges Wachstum in der Halbleiterindustrie an.

    Credissential – Autohandel neu definiert

    Lediglich 6 Mio. CAD, umgerechnet 3,98 Mio. EUR, beträgt die Marktkapitalisierung des KI-Innovators Credissential Inc., der den Online- und Gebrauchtwagenhandel neu definieren könnte. Im Vergleich dazu liegt der Börsenwert des Platzhirsches Carvana bei rund 50 Mrd. EUR. Natürlich hinkt der Vergleich, konnte Credissential doch gerade die Entwicklungsphase der selbst programmierten Plattform abschließen.

    Die DealerFlow-App der Kanadier ermöglicht es traditionellen Autohäusern, die Fahrzeuge vollständig online zu verkaufen und sich miteinander zu vernetzen, um Lagerbestände gemeinsam zu verwalten und somit den Wettbewerb mit großen Online-Plattformen ausgleichen zu können. Für den Kunden wiederum besteht der Vorteil, nicht jeden einzelnen Händler zu besuchen, um den passenden Gebrauchtwagen zu finden. Vielmehr kann dieser in der App sein Wunschfahrzeug per KI-Tool konfigurieren lassen und aus dem wachsenden, angeschlossenen Händlernetzwerk wählen. Eine weitere Einnahmequelle soll zudem die Online-Vermittlung von Autoversicherungen sowie Krediten darstellen.

    Der Roll-out der Plattform ist bereits am Laufen, durch die erwartete hohe Skalierung will Credissential bereits im Jahr 2026 einen freien Cashflow erzielen. Dafür dürfte bereits das Andocken von rund 250 Händlern reichen. Allein in den Vereinigten Staaten gibt es rund 280.000 Kfz-Reparatur- und Wartungszentren, wovon knapp 20 % auch den An- und Verkauf von Fahrzeugen durchführen.

    Für weitere Wertsteigerungen könnte zudem stehen, dass Credissential plant, seine Bargeldreserven nicht nur in USD zu halten, sondern auch in den Kryptowährungen Ripple und Stellar. Das Unternehmen beabsichtigt, bis zum Beginn des dritten Quartals 2025 insgesamt 500.000 USD zu investieren. Laut Colin Frost, dem CEO von Credissential, zielt diese innovative Strategie des Treasury-Managements darauf ab, den Shareholder Value langfristig zu erhöhen und den Inflationsdruck zu mindern. Die drittgrößte Kryptowährung der Welt, XRP Ripple, notiert aktuell bei 2,80 USD. Nicht wenige Experten gehen langfristig von Kursen jenseits der 10 USD-Marke aus.

    Alibaba – Die Antwort auf DeepSeek

    Wer macht das Rennen um die Nummer 1 der KI-Plattformen? Neben den Platzhirschen ChatGPT und Google´s Gemini kommen die neuesten, vielversprechendsten Chatbots aus dem Reich der Mitte. Ob DeepSeek nach der ersten Euphoriewelle den Etablierten das Wasser abgraben kann, darf zumindest bezweifelt werden. Neben dem Emporkömmling machte jedoch auch der chinesische E-Commerce-Gigant mit seiner Version auf sich aufmerksam.

    Qwen2.5 heißt das gute Stück, und geht es nach dem Management von Alibaba, übertreffe die Technologie in Sachen Leistungsstärke DeepSeek-V3 und sogar ChatGPT-4o. "Qwen 2.5-Max übertrifft fast in allen Bereichen GPT-4o, DeepSeek-V3 und Llama-3.1-405B", verkündete Alibabas Cloud- und KI-Abteilung auf WeChat. Ähnlich wie DeepSeek setzt auch Qwen auf ein Open-Source-Modell und positioniert sich als direkter Konkurrent zu den führenden US-Entwicklungen.

    Den Launch von Qwen 2.5 quittierten Anleger mit einem Wochenanstieg der BABA-Aktie um rund 18 % auf 98,84 USD. Nach einer rund 4 Jahre laufenden Korrektur, der Anteilsschein kippte vom Hoch aus dem Oktober 2020 bei 319,32 USD um rund 70 % in die Tiefe, scheint sich ein tragfähiger Boden auszubilden. Mit dem Überspringen des markanten, horizontalen Widerstandes bei 105,05 USD würde ein weiteres Kaufsignal generiert werden und sich das Chartbild deutlich aufhellen.


    ASML konnte den DeepSeek-Schock mit hervorragenden Zahlen zum Gesamtjahr 2024 kontern. Alibaba stellte seinen eigenen Chatbot Qwen 2.5 vor, der leistungsstärker als einige seiner Konkurrenzprodukte sei. Credissential konnte seine KI-Plattform für den Online-Autohandel fertigstellen und steht vor der Skalierung.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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