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18.08.2026 | 05:20

Almonty Industries, Freeport McMoRan und Albemarle – Rohstofffieber steigt aufgrund von strukturellen Defiziten

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Bildquelle: Pixabay

An den Rohstoffmärkten baut sich ein großer Sturm auf. Dieser wird getrieben von der Transformation hin zu klimaneutraler Energie, einer extrem hohen Nachfrage nach künstlicher Intelligenz und deren Rechenleistung sowie geopolitischen Konflikten weltweit. Diese Welle ist kein vorübergehendes Strohfeuer, sondern scheint zu einem Megatrend zu werden, denn die Angebotsdefizite werden größer. Während in früheren Rohstoffzyklen häufig Nachfragespitzen für Auftrieb sorgten, sind es diesmal globale Lieferkettenrisiken und jahrzehntelange Unterinvestitionen in die Entwicklung neuer Rohstoffprojekte. Wir sehen uns heute den Wolframproduzenten Almonty Industries, den Kupferproduzenten Freeport McMoRan und den Lithiumproduzenten Albemarle genauer an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII , FREEPORT-MCMORAN INC. | US35671D8570 , ALBEMARLE CORP. DL-_01 | US0126531013

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Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries – profitiert vom geopolitischen Wandel

    Wolfram ist ins Zentrum der strategischen Überlegungen von Regierungen und Industrien gerückt. Was einst als Nischenprodukt galt, steht heute im Mittelpunkt von Verteidigung, Luftfahrt, Halbleiterproduktion und Energieinfrastruktur. Almonty Industries ist einer der wenigen, nennenswerten westlichen Produzenten außerhalb der chinesischen Dominanz. Die Geschäftszahlen für das 2. Quartal untermauern das deutlich. Der Umsatz stieg um fast 500 % auf 43 Mio. CAD. Das bereinigte EBITDA von 17,6 Mio. CAD verbesserte sich um mehr als 22 Mio. CAD im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn von 181,8 Mio. CAD enthält allerdings nicht operative, nicht zahlungswirksame Bewertungseffekte aus Derivate- und Optionsschein-Instrumenten in Höhe von 173,1 Mio. CAD.

    Das weitere Wachstum hat das Unternehmen durch eine Wandelanleihe über 800 Mio. USD gesichert. Dabei wurde darauf geachtet, die Verwässerung für bestehende Aktionäre bis zu einem Aktienkurs von 41 USD auf etwa 7 % zu begrenzen. Die Bilanz weist nun Barmittel in Höhe von 1,2 Mrd. CAD aus, was die parallele Weiterentwicklung mehrerer Projekte ermöglicht. Mit Beginn der Verarbeitung in der südkoreanischen Sangdong-Mine hat das Unternehmen ein neues Kapitel aufgeschlagen. Rund 120.000 t Material mit einem durchschnittlichen Gehalt von 0,25 % Wolframtrioxid liegen als Haldenmaterial vor und werden verarbeitet. Hinzu kommen 19.700 t neu gewonnenes Erz.

    Die erweiterte Abnahmevereinbarung mit Global Tungsten & Powders sichert zudem den Absatz für die kommenden zwei Jahrzehnte. Die Laufzeit wurde auf 21 Jahre verlängert, das Gesamtvolumen um 40 % auf 4,41 Mio. MTU erhöht und der vertraglich vereinbarte Preis um 6,3 % verbessert. Mit dieser Vereinbarung sind rund 90 % der Phase-1-Produktion aus Sangdong verkauft. Das bietet Planungssicherheit. Das Unternehmen will sich zukünftig ganz auf den Handel an der NASDAQ und der Frankfurter Börse konzentrieren und wird die Notierungen an der TSX und ASX aufgeben, zumal das Handelsvolumen an diesen Börsen zuletzt sehr gering war. Gleichzeitig spart das Unternehmen hier Kosten ein. Da das Management den derzeitigen Aktienkurs für zu niedrig hält, wurde ein Aktienrückkauf über 300 Mio. USD aufgelegt, mit dem bis zu 14,4 Mio. Aktien zurückgekauft werden können.

    Freeport McMoRan – starke Zahlen und riesige Investitionen

    Die jüngsten Quartalszahlen von Freeport McMoRan weisen einen Umsatz von rund 7 Mrd. USD bei einem Gewinn von 0,74 USD aus. Besonders erfolgreich waren die US-Minen, die ihren operativen Beitrag im Jahresvergleich vervierfachen konnten. Im ersten Halbjahr gelang so ein Gewinnanstieg von rund 65 %. Einer der Haupttreiber ist das Projekt in Indonesien. Die Förderung im Grasberg Block Cave stieg von 34.000 auf 69.000 t pro Tag und lag damit sogar über den eigenen Prognosen. Der Hochlauf soll weitergehen. Für die zweite Jahreshälfte peilt das Management rund 65 % Auslastung an. Bis Mitte 2027 sollen es rund 80 % sein.

    Der Ausblick ist durchaus vielversprechend. Für das kommende Jahr rechnet der Konzern mit einem Absatzplus bei Kupfer von über 20 %. Bei Gold sogar mit einem Plus von 50 %. Die Kostenprognose für das laufende Jahr ist etwas günstiger als vorher prognostiziert, was positiv zu werten ist. Die Investitionen auf der anderen Seite sind enorm. Die geplante Erweiterung in Bagdad, Arizona, verschlingt nun rund 4,5 Mrd. USD. Das ist ein Drittel mehr als ursprünglich geplant. Die ersten Ergebnisse aus dem neuen Laugungsverfahren sind vielversprechend und könnten sich positiv auswirken.

    Als Anleger zahlt man derzeit einen deutlichen Aufschlag gegenüber vielen Wettbewerbern. Als Investor sollte man sich fragen, ob die operative Erholung und das robuste Kupferumfeld diese Bewertung rechtfertigen. Die Aktienrückkäufe über 200 Mio. USD zeigen, dass das Management die Kurse noch für zu niedrig hält. Was man im Blick behalten sollte, ist die Verlängerung der indonesischen Lizenz, die noch offen ist. Außerdem ist die Aktie abhängig vom Kupferpreis, was ein Risiko darstellt.

    Albemarle - zwischen Preismacht und Produktionspannen

    Albemarle hat im 2. Quartal selbst optimistische Analysten überrascht. Der Umsatz stieg um 31 % auf 1,74 Mrd. USD. Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag mit 3,75 USD rund 12 % über dem Marktkonsens. Das bereinigte EBITDA verdoppelte sich auf 858 Mio. USD. Die Marge von 49 % ist beeindruckend. Den Löwenanteil steuerte das Energiespeicher-Segment bei. Hier zog der Umsatz um satte 78 % auf 1,28 Mrd. USD an. Dabei sollte man beachten, dass der durchschnittliche Lithiumpreis um 60 % geklettert ist, während die verkaufte Menge nur um 11 % zulegte. Der Lithiumpreis war der eigentliche Wachstumstreiber, nicht das Volumen.

    Ganz so rosig wird es allerdings nicht weitergehen. Der Finanzvorstand dämpfte bereits die Euphorie mit einer Warnung. Das Energiespeicher-Geschäft dürfte im 3. Quartal spürbar leiden. Er geht von einem sinkenden Absatz bei niedrigeren Preisen aus. Das dürfte auf die Margen drücken, zumal teureres Spodumen-Inventar erst mit Verzögerung in den Zahlen ankommt. Erschwerend kommt ein Brand in der Talison-CGP3-Anlage hinzu. Der Hochlauf verschiebt sich dadurch bis ins 1. Quartal 2027. Zusätzlich sorgt der Nahost-Konflikt für Lieferkettenstörungen, die Albemarle schätzungsweise 70-90 Mio. USD kosten dürften. RBC Capital senkte daraufhin die EBITDA-Prognose für Q3 von 763 auf 600 Mio. USD.

    Trotz der kurzfristigen Turbulenzen sieht das große Bild weiterhin gut aus. Die weltweite Lithiumnachfrage kletterte bis Mai um 45 %, das Angebot kommt kaum hinterher. Die stationären Energiespeicher machen mittlerweile rund 30 % der Nachfrage aus und nähern sich damit fast dem Niveau der Elektrofahrzeuge an. Auf der Technologieseite tut sich ebenfalls einiges. Albemarles La Negra-DLE-Pilotanlage in Chile schafft Wiedergewinnungsraten von über 90 %. Bei den Kosteneinsparungen liegt das Unternehmen zudem im Plan, um das obere Ziel von 150 Mio. USD zu knacken. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings die Pflichtwandelanleihe 2027, die für eine Verwässerung der Aktionäre von rund 16 % sorgen dürfte.


    Die Rohstoffmärkte stehen vor einem fundamentalen Wandel, da die Lieferketten gesichert werden müssen. Almonty Industries sichert sich mit einer großen Finanzierung und langfristigen Abnahmeverträgen eine strategische Schlüsselrolle bei Wolfram außerhalb Chinas. Freeport McMoRan liefert operatives Wachstum, doch die hohe Bewertung und offene Lizenzfragen in Indonesien bleiben Risiken. Albemarle überzeugt mit starker Marge, kämpft aber kurzfristig mit sinkenden Preisen. Alle drei Rohstoffe bleiben spannend, die Disziplin bei der Umsetzung ist nun der entscheidende Faktor für den nachhaltigen Erfolg der Unternehmen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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