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21.09.2026 | 04:00

E-Mobilität im Sog der Energiepreise! Jetzt geht es rund bei VW, Porsche, Mercedes, BYD und Phenom Resources

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Bildquelle: Pixabay

Auftanken gleicht derzeit einem schmerzhaften Zahnarztbesuch, jedoch ohne große Heilungschancen! Doch trotz aller Tristesse gibt es auch Gewinner! Im Sog anziehender Energiepreise erlebt die europäische Elektromobilität in den vergangenen Monaten eine dynamische und zugleich stark umkämpfte Phase. Aktuell sorgt der historische Preisschock an den Zapfsäulen für ein starkes wirtschaftliches Umdenken bei den Verbrauchern und für einen Boom bei der Neuzulassung von Batterie-Elektrofahrzeugen. In Europa erscheint das Thema Stromer nun als gefördertes Heilmittel am Horizont, während Benzin und Diesel von Allzeithoch zu Allzeithoch marschieren. Die so geliebten Charts für Börsianer können aber nur schwer für Tankstellenprodukte angewendet werden. Weil die Nutzungskosten von Verbrennern drastisch in die Höhe schießen, gewinnt das E-Auto als Alternative rasant an Attraktivität. Freude bereitet das vor allem den chinesischen Automobilherstellern, denn sie drängen mit einer aggressiven Marktstrategie nach Europa und fordern die etablierten Traditionsmarken heraus. Selbst die von Brüssel verhängten Importzölle auf reine Stromer können den Vormarsch aus Fernost kaum bremsen. Die hiesige Automobilindustrie steht somit unter einem beispiellosen Transformations- und Konkurrenzdruck. Wo sollten Investoren genau hinschauen?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039 , PORSCHE AUTOM.HLDG VZO | DE000PAH0038 , PORSCHE AG | DE000PAG9113 , MERCEDES-BENZ GROUP AG | DE0007100000 , PHENOM RESOURCES CORP | CA71743P1071 | TSXV: PHNM

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Inhaltsverzeichnis:


    VW, Porsche und Mercedes – Der deutsche Automobilbau spürt den asiatischen Taifun

    Die strategische Neuausrichtung auf dem globalen Automobilmarkt ist voll im Gange, dabei verlieren die deutschen Traditionshersteller spürbar an Boden. Volkswagen, Porsche und Mercedes-Benz erleben derzeit einen beispiellosen Transformationsdruck, der durch die aggressive Konkurrenz aus Fernost ständig technologisch befeuert wird. Besonders auf dem ehemals so profitablen chinesischen Markt geraten die etablierten Geschäftsmodelle der „Made in Germany“-Liga massiv ins Wanken. Seit einigen Jahren büßen die heimischen Premiummarken in Asien zudem in rasantem Tempo ihre einstige Preissetzungsmacht ein. Sogar die Exklusiv-Tochter Porsche ringt nach einem massiven Absatzeinbruch des einstigen Vorzeigemodells Taycan um den richtigen Elektro-Kurs. Um der Krise entgegenzuwirken, streicht der Konzern unrentable Varianten und baut sozialverträglich rund 5.000 Stellen ab. Ein dramatischer Rückgang der Verkaufszahlen um 32 % in China beweist, dass sich die Probleme nicht mehr mit alten Verkaufsschlagern lösen lassen. Für den Mutterkonzern VW bedeutet dieses Zaudern eine erhebliche Belastung, da die Wolfsburger im Massenmarkt ohnehin unter enormem Margendruck stehen.

    Ähnlich düster zeichnet sich das Bild beim Stuttgarter Rivalen Mercedes-Benz ab, dessen wichtigster Ertragspfeiler in China ins Wanken gerät. Jüngste Berichte offenbaren dort ebenso einen drastischen Absatzeinbruch von rund 30 % für die Marke mit dem Stern. Die PKW-Marge schrumpfte im Zuge von harten Rabattaktivitäten auf ein historisch mageres Niveau von etwa 4 % zusammen. Das Management sah sich jüngst gezwungen, die Umsatzprognose für das Gesamtjahr abermals nach unten anzupassen und strikte Sparprogramme einzuleiten. Gelingt der Spagat aus drastischer Kostensenkung und technologischer Radikalkur nicht, droht der dauerhafte Verlust der globalen Marktführerschaft. Auf der Plattform LSEG Refinitiv zeigen sich Analysten äußerst skeptisch, ob die deutsche Automobilindustrie diese Herausforderungen zeitnah meistern kann. Während den arg gebeutelten VW-Vorzügen zumindest theoretisches Aufwärtspotenzial von 37 % bescheinigt wird, fehlt den Aktien der Porsche AG jegliche Fantasie. Wer den Stern bevorzugt, kann laut Experten auf 27 % Potenzial hoffen. Für alle Automobiltitel gilt: Umsatzeinbußen, Margen – und Restrukturierungsdruck und zwei bis drei Jahre Technologievorsprung in Asien. Ein hartes SetUp für die nächsten Jahre, trotz einstelliger KGVs!

    BYD – China erobert den EU-Markt für Elektro-Neuzulassungen

    Der chinesische Automobilgigant BYD drängt mit einer beispiellosen Modelloffensive auf den europäischen Markt und wirbelt die traditionellen Marktstrukturen durcheinander. So kämpfen die etablierten europäischen Hersteller mit Absatzschwierigkeiten, andererseits verzeichnet der Konzern aus Fernost bei den Elektro-Neuzulassungen rasante Zuwächse. Durchgerechnet auf alle asiatischen Modelle liegt der Marktanteil bei den E- und Hybrid-Neuzulassungen mittlerweile bei über 8 %. Durch eine extrem effiziente, vertikal integrierte Lieferkette kann der Shooting-Star BYD hochmoderne Batterietechnologie zu Preisen anbieten, welche für die westliche Konkurrenz kaum erreichbar sind. Selbst die von der Europäischen Union verhängten Strafzölle von 17 bis 35 % können den Expansionsdrang der Chinesen nicht nachhaltig bremsen. Strategisch klug weicht das Unternehmen nun verstärkt auf günstige Plug-in-Hybride aus, für welche die Sonderzölle bislang nicht gelten. Zudem investiert BYD massiv in eigene Produktionsstätten direkt in Europa z.B. in Ungarn und der Türkei, um Handelsbarrieren langfristig komplett zu umgehen. Mit dieser Kombination aus technologischem Vorsprung und aggressiver Preispolitik gewinnt die Marke im Rekordtempo Marktanteile zwischen Lissabon und Berlin. Bewertungsseitig stehen laut Experten auf der Plattform LSEG Refinitiv für 2027e ein KGV von 9 bei knapp 9 Mrd. EUR EBIT auf dem Plan. Allerdings wird wegen der hohen Investitionslast auch mit dem Aufbau von über 20 Mrd. EUR Verschuldung bis 2029 gerechnet. Die BYD-Aktie hat mittlerweile alle Kursgewinne der letzten 5 Jahre aufgezehrt und erreichte in der letzten Woche mit rund 9 EUR wieder das Niveau von 2021.

    Phenom Resources – Gold Discovery mit Vanadium-Turbo in Nevada

    Wer an Elektro-Mobilität denkt, sollte auch neuere Batterie-Technologien im Blick haben. Für den Explorer Phenom Resources bieten sich aus diesem Blickwinkel in Nevada gleich zwei Highlights: Gold und Vanadium. Das Unternehmen positioniert sich als US-fokussierter Gold- und Green-Energy-Metall-Explorer mit einer ungewöhnlich breiten Projektpipeline und eigener Aufbereitungstechnologie. Im Zentrum des aktuellen Newsflows steht Dobbin, wo das Unternehmen seit Juli ein Kernbohrprogramm auf einer 2,1 Kilometer langen und bis zu 200 Meter breiten Gold-in-Boden-Anomalie vorantreibt, welche Vererzungs-Werte bis 2,73 g/t in Gold liefert. Spannend ist die geologische Dimension: Denn die Anomalie liegt in stark alterierten Roberts-Mountains-Karbonaten und wird von Arsen-Geochemie, strukturellen Kontrollen sowie Gesteinsproben bis 10,4 g/t Au begleitet, ein Muster, das Phenom als typisch für ein Carlin-System interpretiert.

    Bemerkenswert ist zugleich der Einstieg von dem etablierten Produzenten SSR Mining, welcher sich zunächst mit 9,9 % an Phenom beteiligte und anschließend eine weitere Investition von 4 Mio. USD für 15 % am Dobbin-Projekt vorgesehen hat. Phenom hat deshalb die ursprünglich vorgesehene Option beschleunigt und Dobbin inzwischen zu 100 % übernommen; für den Abschluss wurden insgesamt 2 Mio. USD an Exploration sowie 150.000 USD Cash investiert, während eine 3 %-NSR-Royalty beim bisherigen Eigentümer verbleibt. Das Explorationspotenzial wird zusätzlich dadurch unterfüttert, dass rund 9 Mio. Unzen Gold in mehreren Lagerstätten und Minen lediglich 5 bis 15 Kilometer vom Phenom-Gebiet entfernt liegen. Auch der Bezirk King Solomon bringt erheblichen Hebel in das Portfolio: Dort existiert eine 9 km² große Gold-in-Boden-Anomalie mit vielen „Pathfinder-Elementen“ wie Au, Ag, As, Sb, Ba, Hg und Tl, während historische Bohrungen bereits lange Goldintervalle im Karbonatgestein lieferten. Auch Crescent Valley ergänzt diese Carlin-Story um ein Bonanza-artiges epithermales Goldziel mit einem rund vier Kilometer langen Quarzgangsystem, während das South-Carlin-Projekt einen 6,4 Kilometer langen und bis zu 1,3 Kilometer breiten geophysikalischen Zielkörper umfasst.

    Und das ist noch nicht alles! Phenom besitzt mit seinem Carlin-Vanadium-Projekt einen zweiten strategischen Pfeiler: Die Ressource umfasst 303 Mio. Pfund V₂O₅ in der angezeigten und weitere 75 Mio. Pfund in der abgeleiteten Kategorie. Der oberflächennahe, flach einfallende Erzkörper ist rund 35 Meter mächtig, 1.800 Meter lang und 600 Meter breit und weist Bohrabschnitte mit bis zu 1,5 % V₂O₅ auf. Noch interessanter wird das Konzept durch die inzwischen entwickelte hydrometallurgische Vanadium-Nickel-Aufbereitung, für die Phenom im Juli 2026 einen US-Provisional-Patentantrag eingereicht hat und nach eigenen Angaben rund 80 % Vanadium sowie 75 % Nickel zurückgewinnen kann. Die Unternehmens-Strategie zielt dabei nicht zwingend auf eine alleinige Finanzierung durch Phenom, sondern auf einen strategischen Partner, der eine Anlage finanziert und betreibt, während Phenom über seine Technologie beteiligt bleibt. Einen optionalen Wert liefert die 5-%-Beteiligung an MK Plus, deren Vanadium-Festkörperbatterie laut Unternehmenspräsentation deutlich schneller laden und mit wesentlich weniger Vanadium als klassische Vanadium-Redox-Flow-Batterien auskommen soll. Bei einer Marktkapitalisierung von rund 49 Mio. CAD bleibt der zugemessene Wert trotz der inzwischen breiter aufgestellten Story überschaubar, die ersten Bohrergebnisse werden nun für September erwartet und könnten damit zum entscheidenden Katalysator für die Neubewertung des Unternehmens werden.

    Seit Jahresanfang kann die Phenom Resources-Aktie bereits über 53 % zulegen. Zumindest im Plus sind die Valoren der Porsche AG. Der Automobil-Vergleichs-Sektor verliert bis dato zwischen 15 und 25 %. Anleger hoffen auf den einen oder anderen Turnaround im laufenden Jahr. Quelle: LSEG Refinitiv vom 19.09.2026

    Der globale Automobilsektor befindet sich in einer historischen Umbruchphase, in der die traditionellen europäischen Hersteller spürbar an Preissetzungsmacht und Marktanteilen verlieren. Während VW, Porsche und Mercedes-Benz mit schrumpfenden Margen, Absatzkrisen in China und teuren Restrukturierungen kämpfen, diktieren agile asiatische Akteure wie BYD das Tempo der Transformation. Interessant und dynamisch zeigt sich Phenom Resources als mittelfristiger Bestandteil der US-Lieferkette in kritischen Metallen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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