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23.12.2025 | 05:10

APA Corporation, NEO Battery Materials, JD.com - Sektorrotation voraus

  • Energie
  • Turnaround
Bildquelle: pixabay.com

2025 geht einmal mehr als starkes Börsenjahr in die Bücher ein. Überraschend vor allem aus deutscher Sicht, denn der lange als Underperformer geltende DAX ließ mit einem Plus von über 20 % sogar den US-Leitmarkt hinter sich. Doch wer glaubt, das kommende Jahr werde eine einfache Fortschreibung, dürfte enttäuscht werden. Zwar rechnen viele Marktbeobachter mit weiter steigenden Kursen, getragen von KI-Investitionen, fiskalischem Rückenwind und robusten Gewinnen. Gleichzeitig wachsen die Risiken für unerwartete Wendungen. Hohe Bewertungen, mögliche Sektorrotationen und unterschätzte Anlageklassen könnten 2026 zu einem Jahr machen, in dem Flexibilität wichtiger ist als blinder Optimismus.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: JD.COM SP.ADR A1 DL-00002 | US47215P1066 , NEO BATTERY MATERIALS LTD | CA62908A1003 , APA CORPORATION | US03743Q1085

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Inhaltsverzeichnis:


    APA Corporation – Profiteur des nächsten Energieschubs

    Nach dem Höhenflug bei Gold und Silber zählte Rohöl 2025 zu den großen Enttäuschungen am Rohstoffmarkt. Überangebot und eine schwächelnde Industrie setzten die Preise unter Druck. Doch der Ausblick hellt sich auf. Der rasant steigende Energiebedarf durch KI-Rechenzentren treibt bereits Strom- und Gaspreise in den USA nach oben. Sollte Öl folgen, könnten Förderer und Explorer vor einem Comeback stehen.

    Ein potenzieller Profiteur ist die APA Corporation. Der in Texas ansässige Öl- und Gasförderer mit einer Marktkapitalisierung von rund 9,4 Mrd. USD ist in den USA, Ägypten und der Nordsee aktiv und verfügt über attraktive Lizenzen vor der Küste Südamerikas. Zwar waren die Erlöse zuletzt stabil, die Gewinne gingen jedoch deutlich zurück. In den vergangenen zwölf Monaten erzielte APA rund 1,51 Mrd. USD, nach 3,67 Mrd. USD im Rekordjahr 2022. Positiv ist zu bewerten, dass die Verschuldung in fünf Jahren fast halbiert wurde. Diese liegt bei rund 4,6 Mrd. USD, was lediglich etwa 0,8-fachen EBITDA entspricht.

    Diese solide Bilanz spiegelt sich in einer auffallend günstigen Bewertung wider. Mit einem EV/EBITDA von 2,74 liegt APA rund 60 % unter dem Branchenschnitt, das KGV von 7,4 ebenfalls deutlich darunter. Auch das niedrige Kurs-Cashflow-Verhältnis unterstreicht die starke Mittelzufluss-Fähigkeit, von der Anleger über eine Dividendenrendite von 3,8 % direkt profitieren.

    Charttechnisch zeigt die Aktie zunehmende Stärke. Trotz schwachem Ölpreis etablierte sich seit April dieses Jahres ein Aufwärtstrend, untermauert durch ein Golden Cross und einem neuen Jahreshoch. Aktuell konsolidiert die Aktie, ein Ausbruch über den horizontalen Widerstand bei 25,83 USD würde ein markantes Kaufsignal generieren.

    KI frisst Strom - NEO Battery Materials vor dem Durchbruch

    Die KI-Superzyklus könnte durch einen entscheidenden Engpass ausgebremst werden, dem Mangel an Energie. Während Prozessoren immer leistungsfähiger werden, scheitern viele Anwendungen in Drohnen, Robotik oder autonomer Elektronik an begrenzten Batterielaufzeiten. Der Markt setzt bislang auf standardisierte Massenzellen aus stark konzentrierten Lieferketten. Für Hersteller mit speziellen Leistungsanforderungen bleibt oft nur die teure Eigenentwicklung und es entsteht eine strukturelle Lücke zwischen Einheitsware und Hightech-Bedarf.

    Genau hier setzt NEO Battery Materials an. Das Unternehmen verfolgt einen konsequent kundenspezifischen Ansatz und entwickelt Hochleistungsbatterien für anspruchsvolle Anwendungen. Herzstück ist eine proprietäre Silizium-Anode, die eine deutlich höhere Energiedichte ermöglicht. NEO ist es gelungen, typische Materialprobleme wie das starke Aufblähen von Silizium kosteneffizient zu kontrollieren und die Anoden 60 bis 80 % günstiger herzustellen als vergleichbare Lösungen. Ergänzend treibt das Unternehmen den Aufbau einer unabhängigen, nicht auf China fokussierten Lieferkette voran, was einen strategischen Vorteil für westliche Kunden bedeutet.

    Operativ hat NEO zuletzt wichtige Weichen gestellt. Über die Tochter NBM Korea wurde ein verbindlicher Mietvertrag für eine produktionsbereite Elektrodenfabrik in der Gimje Free Trade Zone in Südkorea abgeschlossen. Ziel ist es, Skalierungsrisiken zu minimieren und schneller Cashflow zu generieren. Das lokale Team bringt Erfahrung von etablierten Batteriekonzernen mit. Erste Verträge mit Drohnen- und Robotikherstellern im Millionenbereich unterstreichen die Nachfrage. Langfristig plant NEO den Aufbau einer resilienten Batterie-Lieferkette in Nordamerika.

    Besonders bemerkenswert ist die jüngste Nachricht, in der NEO eine zweite kurzfristige Batterie-Bestellung eines Fortune-500-Automobilherstellers erhielt. Nach einem ersten Auftrag aus Asien folgt nun ein nordamerikanischer OEM. Die Batterien im Pilotmaßstab befinden sich bereits in Produktion und werden in den kommenden Monaten für Integrationstests ausgeliefert. Die Umsätze sollen bei Lieferung realisiert werden. Entscheidend ist dabei die Fertigungsqualität. NEO verfügt über eine Megawattstunden-Produktionsanlage mit Elektrodenlinien im kommerziellen Maßstab und vollständiger Pouch-Zell-Infrastruktur. Genau diese Prozessstabilität könnte den Unterschied machen und den Weg zu langfristigen Lieferverträgen ebnen.

    Die strategisch bedeutsamen Aufträge wurden vom Börsenpublikum noch kaum honoriert. Der NEO-Kurs pendelt im Bereich von 0,47 CAD, die Marktkapitalisierung des Innovators liegt bei 65,90 Mio. CAD.

    JD.com – Erwacht Chinas Konsumriese?

    Trotz struktureller Probleme sendet Chinas Wirtschaft erste Hoffnungssignale. Handelshemmnisse, Überkapazitäten und die Immobilienkrise haben den privaten Konsum lange gelähmt. Doch niedrige Inflationsraten, eine lockerere Geldpolitik und fiskalische Stimuli aus Peking sorgen zunehmend für bessere Stimmung. Erste Daten deuten darauf hin, dass chinesische Verbraucher wieder mehr ausgeben, eine Entwicklung, von der vor allem Online-Händler profitieren dürften.

    Ein zentraler Profiteur könnte JD.com sein. Nach dem Ende der Corona-Pandemie kam der Konzern operativ nur schleppend voran. Zwischen 2021 und 2024 stiegen die Erlöse lediglich um rund 6 % auf 158,8 Mrd. USD. Erst zuletzt gelang wieder Wachstum, nachdem JD.com in neue Geschäftsfelder wie Lieferdienste und Buchungsplattformen expandierte. Diese Offensive belastet kurzfristig die Margen, weshalb der Nettogewinn 2025 unter dem Vorjahreswert von 5,67 Mrd. USD liegen dürfte.

    Ab 2026 rechnen Analysten jedoch mit einer deutlichen Wiederbeschleunigung. Zusätzlich könnte die geplante Abspaltung der Supply-Chain-Tochter JD Industrials frisches Kapital bringen. Bewertungsseitig ist JD.com auffallend günstig. Bei einer Marktkapitalisierung von rund 42 Mrd. USD decken die Barmittel fast zwei Drittel davon ab. Entsprechend niedrig fällt das KGV mit 8,2 aus, mehr als 50 % unter dem Branchenschnitt.


    Der Öl- und Gasproduzent APA konnte trotz fallenden Ölpreises einen Aufwärtstrend ausbilden. JD.com ist im Vergleich zur Peer-Group günstig bewertet. NEO Battery Materials erhielt eine weitere Batterie-Bestellung eines Fortune-500-Automobilherstellers aus Nordamerika.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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