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02.07.2021 | 05:30

Barrick Gold, Desert Gold, Steinhoff: Wissen, statt Hoffen und Bangen

  • Gold
Bildquelle: pixabay.com

Gold ist zuletzt unter die Räder gekommen, doch das muss noch nichts heißen. Experten der Commerzbank halten auch weiterhin an ihrer Goldpreisprognose von 2.000 USD bis Jahresende fest. Angesichts der jüngsten Korrektur ist das Potenzial für Kursgewinne also noch größer. Wir skizzieren anhand von zwei Unternehmen aus dem Goldsektor, wie Anleger investieren können. Anschließend grenzen wir spekulative Gold-Investments von Zocker-Aktien ab.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 , BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084 , STEINHOFF INT.HLDG.EO-_50 | NL0011375019

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Inhaltsverzeichnis:


    Barrick Gold: Wo bleibt der Befreiungsschlag?

    Die Aktie von Barrick Gold gilt für viele Privatanleger als der Goldstandard. Fragt man Menschen nach typischen Gold-Aktien, so nennen sie in der Regel immer Barrick, obwohl das Unternehmen hinter Newmont weltweit „nur" die Nummer 2 ist. Barrick Gold betreibt zahlreiche Minen in allen wichtigen Abbaugebieten der Welt. Damit ist Barrick gut aufgestellt, um regionale Probleme, wie etwa Naturkatastrophen oder auch Streiks, ausgleichen zu können. Die Kehrseite dieser soliden Aufstellung ist, dass die Aktie von Barrick nur wenig Fantasie aufweist. Der Wert entwickelt sich in der Regel im Gleichschritt zum Goldpreis. Im vergangenen Jahr schwamm Barrick im Geld und wies einen hohen freien Cashflow auf. Wegen der Pandemie war es aber schwierig, Übernahmeziele zu identifizieren und Nägel mit Köpfen zu machen. Anleger nahmen dies Barrick übel und die im Herbst ausgezahlte Sonderdividende nur mürrisch ab. Lieber wäre Anlegern eine Übernahme gewesen.

    Noch immer ist Barrick Gold auf der Suche nach potenziellen Übernahmezielen. Auch der Kupfer-Sektor bleibt für das Unternehmen interessant. Aktuell dreht sich beim Unternehmen fast alles um Gold. Mit dem Industriemetall Kupfer würde man sich breiter aufstellen und auch von Zukunftstrends, wie etwa E-Autos, profitieren. Inwiefern Barrick Gold rund um Kupfer aber ernst macht, steht in den Sternen. Auch andere Zukäufe müssten eine gewisse Größe haben, um positiv auf den Kurs der Aktie durchzuschlagen. Mit steigenden Notierungen bei Gold, wird auch Barrick wieder zulegen. Das Potenzial ist bei der Aktie aber eher begrenzt.

    Desert Gold: Es geht voran

    Ein ganz anderes Kaliber ist dagegen Desert Gold. Anders als beim zweitgrößten Gold-Produzenten der Welt, sind die Ressourcen bei Desert Gold deutlich geringer bewertet. Der Grund: Desert Gold ist noch nicht in Produktion und entwickelt sein SMSZ-Projekt in Mali Schritt für Schritt weiter.** Das Projekt befindet sich in denselben geologischen Regionen wie benachbarte produzierende Minen von Barrick Gold und B2Gold. Kürzlich zeigten Schneckenbohrergebnisse nördlich von Gourbassi West vielversprechende Hinweise auf Goldvorkommen. Die Ergebnisse sollen durch weitere Bohrungen bestätigt werden. In dem Fall könnten die Resultate der Explorationsarbeiten die Streichlänge der bestehenden Lagerstätte mehr als verdoppeln.** Insgesamt bohrt Desert Gold 2021 mehr als 20.000m, um das Projekt voranzubringen.

    Das Unternehmen machte vor allem im vergangenen Jahr dank herausragender Goldgehalte von sich Reden und sorgte für einen steilen Anstieg der Aktienkurse. Seit mehreren Monaten verharrt die Aktie inzwischen auf dem aktuellen Niveau. Noch im vergangenen Sommer notierte der Wert mehr als doppelt so hoch. Angesichts weiterhin vielversprechender Bohrergebnisse, sowie illustrer Anker-Aktionäre, wie Merck, Leede Jones oder Ross Beaty , sollten Gold-Anleger die Aktie von Desert Gold auf dem Schirm haben. Kleinere Titel, die Projekte erst noch entwickeln müssen, bieten insbesondere in Phasen steigender Goldnotierungen einen Hebel auf den Goldpreis.

    Steinhoff: Eine unendliche Geschichte?

    Exorbitante Gewinne erhoffen sich auch Aktionäre von Steinhoff. Der Möbelkonzern wurde schon vor Jahren von einem Bilanzskandal erschüttert. Seitdem sieht sich das Unternehmen Klagen ausgesetzt. Die Forderungen in Milliardenhöhe könnten die Existenz des gesamten Unternehmens gefährden. Immer wieder gab es Hinweise auf mögliche Vergleiche und eine Beilegung der Rechtsstreitigkeiten. Dies würde auch der Aktie, die seit langer Zeit ein Pennystock ist, wieder auf die Beine helfen. Doch die Mühlen der Justiz mahlen vor allem eines – langsam. Und deswegen ist auch die Spekulation rund um die Steinhoff-Aktie von vielen Verzögerungen und enttäuschten Hoffnungen geprägt. Statt auf den Ausgang komplexer juristischer Verfahren zu wetten, können von steigenden Notierungen bei Gold überzeugte Anleger mit Desert Gold zwar auch spekulativ, aber dennoch deutlich berechenbarer investieren. Die Aktie von Steinhoff ist angesichts der Umstände nicht mehr als ein Zock. Selbst wenn die juristischen Auseinandersetzungen positiv ausgehen, bleibt Steinhoff doch ein hoch verschuldeter Möbelkonzern. Das Potenzial für die Aktie ist in jedem Fall begrenzt.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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    Nichts ist so schwer wie eine Prognose des Goldpreises. Zu viele Einflussfaktoren und eine Handvoll Gründe, warum das Edelmetall in jedem Depot seinen Platz findet. Denn Gold rückt heute von der klassischen Diversifikations-Eigenschaft zur zentralen Währung einer neuen Ära von geopolitischen Konflikten, Spannungen im Geldsystem und überbordenden Spekulationen. Befragt man Investmentbanken, dann sagen bullishe Abteilungen: „6.000 USD/Unze ist nicht das Ende, sondern der Startpunkt“. So sitzen Deutsche Bank, Société Générale und J.P. Morgan ausnahmsweise in einem Boot und prognostizieren bis Ende 2026 mit 6.000 bis 6.300 USD/Unze. Ein klares Signal, denn die Rallye ist nach der Seitwärtskonsolidierung seit Januar wieder weit vom Verlaufshoch bei rund 5.400 USD abgeprallt. Weiterhin erzeugt die US-Fiskalpolitik Druck auf den Dollar und die geopolitischen Risiken werden immer weniger als „vorübergehend“ interpretiert. In der zweiten Reihe stehen Goldman Sachs, Morgan Stanley und Citi mit 5.400 bis 5.700 USD/Unze. Aus heutiger Sicht immerhin wieder 30 bis 40 % höher. Produzenten, Vermögensverwalter und Privatanleger stellen sich sukzessive auf ein neues Preisniveau um, denn sie sind von einer aktiven Rendite überzeugt. Gold ist daher nicht nur ein Rohstoff, sondern ein geopolitischer Lagerplatz für Liquidität und Vertrauen. Wie geht es weiter?

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