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06.05.2025 | 06:00

Boden-Booster gesucht! Die Geheimwaffen von Bayer, Argo Living Soils und K+S

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Die Landwirtschaft steht am Scheideweg zwischen Tradition und Revolution. Während optimistische Prognosen wie der „Iowa Crop Progress Report 2025“ rekordverdächtige Ernten vorhersagen offenbart sich ein paradoxer Zwiespalt. Blühende Felder täuschen über schwindende Böden und Klimastress hinweg. Doch genau hier entfaltet sich das Spannungsfeld für Innovationen nämlich dort, wo Hightech auf Nachhaltigkeit trifft. Drei Akteure schreiben diese Zukunft mit: Bayer als Pionier digitaler Agrarlösungen, Argo Living Soils mit revolutionären Bodenrettern und K+S, das Mineraldünger neu denkt. Gemeinsam sichern sie nicht nur Ernten, sondern heilen Ökosysteme.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: ARGO LIVING SOILS CORP | CA04018T3064 , K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017

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Inhaltsverzeichnis:


    Bayer - Neupositionierung in turbulentem Umfeld

    Der Leverkusener Chemie- und Pharmariese Bayer befindet sich in einer strategischen Umbruchphase. Nach einem enttäuschenden Geschäftsjahr 2024 mit stagnierenden Umsätzen von 46,6 Mrd. EUR und rückläufigen Ergebnissen rückt die Agrarsparte Crop Science ins Zentrum der Sanierungsbemühungen. Die Division, die fast die Hälfte des Konzernumsatzes generiert, kämpft mit regulatorischen Hürden, unter anderem mit dem Entzug der Dicamba-Zulassung 2024 in den USA und Preisdruck bei Saatgut. Parallel ziehen sich Rechtsstreitigkeiten um glyphosathaltige Produkte hin. Bayer hat nun den US Supreme Court angerufen, um Klagen wegen angeblicher Warnhinweislücken bundesrechtlich auszuhebeln.

    Um die angeschlagene Profitabilität zu steigern, setzt Bayer auf einen Fünfjahresplan bis 2029. Geplant sind 3,5 Mrd. EUR Zusatzumsatz durch neue Saatgutgenerationen, wie die ertragsstarken „Super Seeds“, und Präzisionslösungen im Pflanzenschutz. Gleichzeitig werden Portfoliobereinigung und Kosteneffizienz forciert, zum Beispiel durch den Abbau von 7.000 Stellen. Trotz regionaler Unterschiede, beispielsweise die Erholung in Lateinamerika während Nordamerika einen Rückgang verzeichnete, soll die EBITDA-Marge bis 2029 auf über 20 % steigen. Digitale Tools und regenerative Anbaumethoden ergänzen das Programm, um Landwirte langfristig zu binden.

    Auf der virtuellen Aktionärsversammlung betonte Vorstandschef Bill Anderson Fortschritte. Die Nettoverschuldung sank 2024 auf 32,6 Mrd. EUR, der Free Cashflow stieg auf 3,1 Mrd. EUR. Für 2025 wird jedoch erneut stagnierender Umsatz erwartet, erst ab 2026 soll nachhaltiges Wachstum einsetzen. Als Sicherheitspuffer beantragte der Konzern eine Kapitalerhöhungsoption von bis zu 35 %. Parallel treibt Bayer Bürokratieabbau voran. Die Hierarchieebenen schrumpften von 12 auf 6. Gelingt die Balance zwischen Rechtsrisikominimierung und Innovationskraft könnte Crop Science zum entscheidenden Turnaround-Heber werden. Der Aktienkurs steht derzeit bei 24,00 EUR.

    Argo Living Soils - Forschungsallianz für klimafreundlichen Beton

    Argo Living Soils ist ein kanadischer Spezialist für ökologische Lösungen von Bodenverbesserungsmitteln, lebenden Böden und Biodüngern. Im Mittelpunkt steht die Umwandlung von Biomasse in multifunktionale Materialien. Wenn pflanzliche Reststoffe wie Holzabfälle oder Pflanzenreste unter Hitzeeinwirkung ohne Sauerstoff zersetzt werden entsteht Biokohle. Dieses poröse Kohlenstoffmaterial verbessert die Bodenqualität in der Landwirtschaft, indem es Wasser und Nährstoffe speichert. Zudem kann das Material auch als Zusatz in Asphalt, um dessen Hitzebeständigkeit zu erhöhen, oder als Wasserstoffspeicher in Energiesystemen dienen. Zusätzlich entwickelt das Unternehmen Methoden, um aus der gewonnenen Biokohle Graphen zu synthetisieren – etwa durch Hochtemperaturverfahren oder Flüssigkeitsprozesse. Diese Doppelstrategie schließt Kreisläufe und erschließt neue Märkte.

    Daraus hat sich auch die Kooperation mit Graphene Leaders Canada (GLC), einem führenden Kohlenstofftechnologie-Anbieter, entwickelt. Ziel ist die Entwicklung von Graphen-Nanoplättchen (GNP) als Additiv für Transportbeton. Studien zeigen, dass solche Zusätze die Druckfestigkeit des Baustoffs um bis zu 30 % steigern, die Haltbarkeit gegenüber Umwelteinflüssen verbessern und durch reduzierten Zementbedarf die CO2-Emissionen um 20 % senken könnten. Der nordamerikanische Markt für Beton, aktuell bei 250 Mrd. USD, wächst jährlich um 4,5 % – getrieben von Infrastrukturprojekten und Nachhaltigkeitsvorgaben. Die Partnerschaft zielt auf eine Proof-of-Concept-Formulierung bis Ende 2025, die in unabhängigen Labortests validiert werden soll.

    Im Rahmen der auf 3 Monate angelegten Phase-1-Initiative stellt das Unternehmen GLC 100.000 CAD für die Entwicklung prototypischer Betonmischungen mit GNP zur Verfügung. Die Zusammenarbeit kombiniert Expertise in Graphenverarbeitung mit Know-how in nachhaltigen Materialinnovationen. Erfolgreiche Tests könnten den Weg für industrielle Anwendungen ebnen – ein relevanter Hebel in einer Branche, die für 8 % der globalen Emissionen verantwortlich ist. Für Investoren unterstreicht das Projekt nicht nur technologische Agilität, sondern auch die Fähigkeit, Synergien zwischen Landwirtschafts- und Bausektor zu nutzen. Langfristig positioniert sich das Unternehmen damit als Brückenbauer in der grünen Transformation. Die Aktie konnte sich am vergangenen Freitag aus seiner Seitwärtsphase nach oben lösen und notiert aktuell bei 0,58 CAD.

    K+S - strategische Neuausrichtung und robuste Quartalszahlen

    Als globaler Player in der Düngemittel- und Salzproduktion verbindet K+S traditionelle Industrie mit moderner Landwirtschaft. Mit 11.500 Mitarbeitern und Standorten auf zwei Kontinenten versorgt das Unternehmen nicht nur Winterdienste mit Auftausalz, sondern unterstützt auch die Lebensmittelproduktion durch mineralische Nährstoffe. Aktuell fokussiert sich der Konzern stärker auf Spezialdünger und digitale Effizienzsteigerung. Gleichzeitig betont er seine Verantwortung für nachhaltiges Wirtschaften – ein Balanceakt zwischen Profitabilität und ökologischer Rücksichtnahme.

    Das 1. Quartal brachte K+S unerwarteten Rückenwind. Ein EBITDA von 201 Mio. EUR übertraf die Analystenschätzungen um 15 %, während der bereinigte Free Cashflow mit 32 Mio. EUR dreimal höher ausfiel als prognostiziert. Treiber waren gestiegene Kaliumpreise in Agrarmärkten sowie Kosteneinsparungen. Daraufhin erhöhte das Management die EBITDA-Zielspanne für 2025 auf 560 – 640 Mio. EUR. Trotz steigender Working-Capital-Anforderungen signalisiert der Konzern nun sogar einen leicht positiven Free Cashflow für das Gesamtjahr.

    Die jüngste Genehmigung für zwei neue Abbaufelder am Niederrhein sichert die Salzproduktion in Borth für mindestens 25 Jahre. Durch transparente Dialoge mit Kommunen und verschärfte Umweltauflagen – darunter 3D-Geländemodelle und erweitertes Monitoring – gelang eine sozial akzeptierte Lösung. Die Lagerstätten südlich von Xanten und bei Alpen sollen hochreines Pharma- und Speisesalz liefern, während gleichzeitig Senkungsrisiken minimiert werden. Für Investoren unterstreicht dies die langfristige Rohstoffbasis des Unternehmens. Seit Anfang April ist die Aktie im Aufwind. Ein Anteilsschein kostet momentan 15,43 EUR.


    Die Landwirtschaft transformiert sich im Spannungsfeld von Hightech und Ökologie. Bayer setzt trotz regulatorischer Turbulenzen und stagnierender Umsätze auf digitale Agrarlösungen sowie „Super Seeds“, um die angeschlagene Crop-Science-Sparte zu sanieren. Argo Living Soils revolutioniert mit Biokohle und einer Graphen-Kooperation nicht nur die Landwirtschaft sondern auch den Bausektor, indem es CO2-intensiven Beton optimiert und klimafreundlicher macht. K+S stabilisiert dank gestiegener Düngerpreise und nachhaltiger Salzgewinnung seine Finanzen, während es ökologische Risiken minimiert. Gemeinsam zeigen die drei Unternehmen, wie Innovationen im Bodenmanagement Ernten sichern und Ökosysteme regenerieren können – eine entscheidende Antwort auf schwindende Ressourcen und Klimastress.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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